Fantastischer Kurzfilm: „Envoy“

3.
Okt.
2014

Es ist eine Sache, für seine Filme tolle Spezialeffekte zu erschaffen. Eine andere, diese mit einer guten Inszenierung und guten darstellerischen Leistungen zu verknüpfen. David Weinstein hat dazu noch gleich eine der Hollywood-Weisheiten in beiden Punkten missachtet: „Drehe nie mit Kindern oder Tieren“.

Herausgekommen ist mit „Envoy“ ein kleiner Film, der sich überraschend viel Zeit nimmt, um seine Charaktere einzuführen und dazu noch einen tollen Killer-Roboter auffährt. Sicher, die Story ist simpel gestrickt, aber das ist ja auch nur ein beeindruckender Kurzfilm von knapp 9 Minuten.

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Neue Fantastische Kurzfilmreihe: „Nightwing: The Series“

1.
Okt.
2014

Fanfilme zu Superhelden gibt es viele, aber selten sind sie wirklich so aufwendig produziert, wie die Kurzfilme von Ismahawk. Die Choreografie von Kampfszenen und die Spezialeffekte können es durchaus mit aktuellen Serien wie Arrow aufnehmen.

Zugegeben: Storytechnisch ist es noch etwas arg mager, was uns in der ersten Webserie präsentiert wird. Aber wir bekommen dafür immerhin eine Badass-Szene mit Deathstroke zu sehen und der Held „Nightwing“ wird uns nach dem Vorspann natürlich auch präsentiert.

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Für Comic-Nichtkenner: Nightwing ist Dick Grayson, ehemaliges Mündel von Bruce Wayne, die gemeinsam als Batman und Robin auf die Verbrecher der Welt losgelassen worden. Mittlerweile hat sich Robin aber selbstständig gemacht und hat in Blüdhaven sein Luxusloft-Lager als Solo-Held „Nightwing“ aufgeschlagen.

Kim Stanley Robinsons „Marstrilogie“ als Action-TV-Serie?

27.
Sep.
2014

Kim Stanley Robinsons „Marstrilogie“ soll von „Game of Thrones“-Koproduzenten zur Fernsehserie adaptiert werden, meldet diese Woche unter anderen „The Wrap“.

Die preisgekrönte Bestseller-Trilogie gilt als eine der besten Hard-Science-Fiction-Werke überhaupt. Die Verfilmungsrechte über die schrittweise Kolonisation des roten Planeten durch die Menschheit wurde bereits seit Jahren herumgereicht, zwischenzeitlich war sogar James Cameron zeitweise im Gespräch eine Miniserie dazu zu produzieren.

Planet Mars, aufgenommen 1997, Lizenz: CC-BY-NC-ND NASA's Marshall Space Flight Center

Planet Mars, aufgenommen 1997, Lizenz: CC-BY-NC-ND NASA’s Marshall Space Flight Center

Allerdings soll dies nun nach all den Versuchen beim US-Sender Spike TV realisiert werden. Zur Einordnung: Der Kabelsender setzt derzeit vor allen auf testosterongeladene Reality-Shows, stellt Euch quasi DMAX mit Wrestling und Martial Arts vor, und Ihr habt ein Bild von dem Sender. Noch dazu kommt: Mit seinen bisherigen (kläglichen) fiktionalen Serien-Versuchen (2006 einer düsteren Actionserie zum Comic-Superhelden „Blade“ – kam auf nur 13 Folgen –, sowie 2010 mit der Football-Comedy-Serie „Blue Mountain State“, die zu großen Teilen daraus bestand, dass sich bullige Männer gegenseitig angeschrien haben) war der Sender bisher jedenfalls nicht sonderlich erfolgreich.

Auf dem ersten Blick also nicht wirklich passend, sogar besorgniserregend. Eine „Marstrilogie“-Serie, die vor allen aus gewaltstrotzenden Actionsequenzen besteht? Ähm …

Man muss aber auch bedenken, dass in den USA Kabelsender wie AMC, die sich jahrzehntelang mit billigen Filmklassikern über Wasser hielten, mittlerweile durch mutige Investitionen in Serienproduktionen wie „Breaking Bad“ neu erfunden und neu positioniert haben. Nur dadurch, dass dort mutige Senderchefs ihren Produzenten einfach freie Hand gelassen haben, konnten solche Serien überhaupt inszeniert werden. Das Problem der traditionellen Sender ist ja, dass sie oft zu stark auf ihre Zielgruppen achten und dabei Originalität soweit verwässern, bis nichts innovatives mehr übrig bleibt. AMC konnte so damals zur Rechten Zeit eine Nische im Kabelmarkt besetzen. Mittlerweile ist die Diversifizierung des Kabelmarktes in den USA aber weiter vorangeschritten und die innovativen Serien-Neu-Inszenierungen findet man heute vorrangig bei den On-Demand-Anbietern Netflix und Amazon.

Spike TV hat sich bereits mehrfach neuorientiert in seiner Sendegeschichte, zwischenzeitlich war es auch schon mal „Der Star Trek-Sender“. Von einer erneuten Umpositionierung des Senders ist aber derzeit noch nichts bekannt. Versteht mich richtig: Ich hätte nichts gegen eine Actionserie, die auf dem Mars spielt, im Gegenteil. Die würde auch ins Programm von Spike TV durchaus passen. Aber ob eine eher ruhige Serie, in der Politik, Technik und soziale Konflikte die Hauptrolle spielen, auf dem derzeitigen Sender richtig positioniert ist – betrachtet mich zumindest verwundert.

Fantastischer Fan-Kurzfilm: „Spawn: The Recall“

21.
Sep.
2014

Spawn ist eine der ersten erfolgreichen Autoren-eigenen Comic-Reihen gewesen (und läuft immer noch). Ihr haben wir unter anderen den Verlag Image Comics zu verdanken aber auch einen mittelmäßigen Film von 1997.

Wie ein guter Spawn-Film mit heutigen Effekten und einem anständigen Drehbuch aussehen könnte, zeigt der Franzose Michael Paris mit seinem aufwendig produzierten Fan-Film „The Recall“, der an einem Sonntag und zwei Tagen nach Ladenschluss in einem Supermarkt gedreht wurde. Zwei weitere Drehtagen außerhalb schlossen die Dreharbeiten zwar bereits ab, dann folgten aber gute zwei Jahre Post Production – deren Qualität sieht man dem Film aber auch an.

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Das Schottland-Votum im Rollenspiel

17.
Sep.
2014

Was für ein loc na mhuice ist das bitte? Reale Politik im Rollenspiel?

Jein. Die Sache ist: Ich bin seit einigen Jahren Spielleiter in einer Urban-Fantasy-Runde („Tower Knights“), die zwar größtenteils in London spielt, aber in der die Helden das gesamte Commonwealth vor dem Übernatürlichen (und vor sich selbst) beschützen müssen. Derzeit gibt es in diesem vier geheime (aber den Spielercharakteren bekannte) Fraktionen, die an den vier Teilen Großbritanniens (England, Wales, Nordirland und eben Schottland) festgemacht sind und die sich durchaus untereinander auch opponieren. Und ich habe festgelegt, dass wir in unserer Realität spielen (oder einer dieser sehr nahestehenden), in der zwar Magie existiert, aber in der diese nur im Schatten, bla bla, den Rest könnt Ihr Euch zusammenreimen …

Derzeitige britische Flagge (CC0 Public Domain)

Derzeitige britische Flagge (CC0 Public Domain)

Das Problem mit Fantasy in der „realen“ Welt

Ich habe in der Runde immer mal wieder Bezug auf aktuelle Ereignisse genommen, meistens Popkulturelle (wir haben bspw. mal ein Night-of-the-Proms-Konzern verwüstet, oder Prinz Charles und Frau im Union-Kino am Leicester Square gerettet, oder in einer Mondfinsternisnacht zur Wintersonnenwende Stonehenge ritualisiert etc.). Die Spieler verlassen sich auch darauf, dass sie für alles andere, was nicht direkt für die Runde erfunden wurde, sich auf unsere Welt beziehen können, und das ist auch der Kreativität und der gemeinsamen Improvisation durchaus förderlich.

Nun weiß ich aber nicht, wie ich mit diesem Referendum morgen umgehen soll, oder genauer, mit dem Ausgang dieses.

Nehmen wir den Fall an, dass Schottland tatsächlich sich aus Großbritannien herauslöst. Dann sollte der Logik das auch in meiner Runde so passieren. Damit wäre aber ein Metaplot, den wir bereits seit Monaten mühsam aufgebaut haben, ziemlich torpediert und ich habe noch keine wirkliche Idee, wie ich das überhaupt einbauen könnte. Sicher, irgendetwas kann man immer improvisieren, aber …

Die Alternative: Ich ignoriere das Ganze und meister einfach so weiter, als hätte es das nicht gegeben in dieser Welt. Spricht natürlich erstmal nichts dagegen, aber irgendwie wäre damit auch das Gefüge durcheinander, gefällt mir auch nicht so richtig.

Abwarten und Haggis essen?

Dudelsackspieler vor dem London Eye (CC0 Public Domain)

Dudelsackspieler vor dem London Eye (CC0 Public Domain)

Natürlich kann ich hoffen, dass die Schotten morgen für einen Verbleib in Großbritannien stimmen (ich sage das jetzt bezogen auf meine Runde, das soll keine politische Aussage dazu sein). Damit wäre mein Problem elegant umschifft, vermutlich könnte ich das Ganze sogar mit einer Anekdote ins Spiel einfließen lassen. Aber als jemand, der gerne ein paar Schritte vorausplant um interessante Handlungsbögen zu schaffen, macht mir diese Ungewissheit derzeit durchaus etwas zu schaffen.

Wie sieht das bei Euch aus? Wurde bei Euch schon einmal eine Story von realen Ereignissen stark beeinflusst oder gar geändert?