Doctor Who – der siebte Doctor ist endlich wieder zurück in Deutschland (2)

12.
Dez.
2014

Nachdem es zum Deutschland-Start der DVDs der ersten Staffel des siebten Doctors nicht ganz gereicht hatte, alle vier Serials zu schauen, habe ich die letzten drei nun nachgeholt, und auch ein Großteil der Bonus-Features begutachtet.

Der Fluch des Kroagnon (4-teiliges Serial, im Original: „Paradise Towers“)

Der Doctor und der Chef  der Hausmeister. Foto: Pandavision/BBC Germany

Der Doctor und der Chef der Hausmeister. Foto: Pandavision/BBC Germany

Mel möchte eigentlich nur den luxuriösen Swimmingpool auf der Dachterasse des futuristischen Wohnkomplex’ „Paradise Towers“ genießen, als die TARDIS aber dort landet, ist von den Versprechungen der Werbevideos wenig zu merken. Die viele hundert Stockwerke große Anlage wird von unterschiedlichen Fraktionen belagert: Den in unterschiedlichen farben strukturierten Mädchen-Graffiti-Gangs „Kangs“, der Gruppe der „netten, alten Damen“ und den „Hausmeistern“, die mehr die Funktion von „Judge Dredd“-Polizisten einnehmen, während Roboter die Aufräum-Arbeiten in den vielen Korridoren erledigen.

Die Hausmeister nehmen den Doctor gefangen, da sie ihn fälschlicherweise für den Großen Architekt Kroagnon der Anlage halten, der nach all den Jahren zurückgekommen ist. Mel trifft unterdessen auf Kannibalinnen und einen feigen Rambo-Verschnitt namens Pex, der sie eigentlich retten will, aber halt feige ist.

Rating: 5 Sterne – Der Darsteller des Chef-Hausmeisters war offenbar überzeugt, in einer schrecklichen Parodie von Kinderfernsehen aufzutreten, übertreibt maßlos und zieht die eigentlich nette Storyidee ziemlich runter. Das ist aber halt auch Doctor Who bisweilen: unglaublich albern.

Delta und die Bannermänner (3-teiliges Serial, im Original: „Delta and the Bannermen“)

Die letzte Überlebende Delta Foto: Pandavision/BBC Germany

Die letzte Überlebende Delta Foto: Pandavision/BBC Germany

Mel hat noch nicht genügend Urlaubstimmung im Paradise Towers gefunden und entschließt sich, einer intergalaktischen Zeitreise-Touristen-Gruppe anzuschließen, die als Ziel Disneyland im Jahre 1959 auf der Erde hat. Natürlich stilsicher getarnt in einem fliegenden Zeitreisebus geht es los, während der Doctor es vorzieht, mit seiner TARDIS hinterherzufliegen.

Unter den Passagieren hat sich allerdings auch die letzte Überlebende eines Genozids durch die Bannermänner gemischt, die sich auf der Flucht vor ihren Verfolgern befindet. Leider zwingt eine Kollision mit einem US-Satelliten (wer konnte denn ahnen, dass diese dummen Erdlinge jetzt schon Satelliten bauen?) zu einem Beinahe-Crash, den der Doctor gerade noch verhindern kann. Die Reparatur müssen sie aber nicht im Disneyland, sondern in Wales schaffen, wo die Touristen im Shangri-La Urlaubscamp solange Unterschlupf finden. Doch die Bannermänner sind bereits dicht hinter ihnen …

Rating: 7 Sterne – Klar, eine Doctor Who-Folge im Disneyland kann es realistischerweise nicht geben, solange Disney sich diese Lizenz nicht auch einverleibt hat, dennoch hätte ich das gerne gesehen. Die Folge ist aber dennoch sehr unterhaltsam, zeigt den Doctor beim Motorrad fahren und bringt, obwohl sie alles andere als makellos ist, durchaus einfach Spaß durch viele kleine Ideen und dem Produktionsdesign. 

Das Feuer des Drachen (3-teiliges Serial, im Original: „Dragonfire“)

Der intergalaktische Pirat Glitz (Tony Selby). Foto: Pandavision/BBC Germany

Der intergalaktische Pirat Glitz (Tony Selby). Foto: Pandavision/BBC Germany

Der Doctor und Mel landen in einen Supermarkt. Einen intergalaktischen Supermarkt namens Iceworld natürlich, der auf der dunklen Seite eines Planeten im ewigen Eis gebaut wurde. Dort treffen sie auf einen alten Bekannten: Sabalom Glitz, einen Weltraum-Piraten, der gerade große Geldsorgen durch ein Pokerspiel hat und dem der böse Kolonie-Boss Kane sein Schiff „Nosferatu“* wegzunehmen droht. Er hat aber einen typischen Piraten-Plan: Er will einen Schatz suchen, der hier irgendwo liegen soll, er hat sogar eine Schatzkarte mit Siegel.

* Nosferatu und Glitz zusammen animieren wirklich zu einen schrecklichen Popkultur-Witz, auf den ich hier natürlich verzichte …

Eine junge Kellnerin namens Ace (Sophie Aldred) wird auf die drei aufmerksam und schließt sich kurzerhand an, praktischerweise ist sie auch noch Sprengstoffexpertin. Was sie nicht wissen: Das Siegel in der Schatzkarte ist mit einem Peilsender ausgestattet, denn der unterkühlte Kane selbst will den Schatz auch haben und manipuliert Glitz gezielt in die entsprechende Richtung.

Rating: 8 Sterne – Die Folge gewinnt deutlich dadurch, dass hier die neue Companion Ace eingeführt wird und Mel sich entscheidet, eigene Wege zu gehen. Sylvester McCoy gibt dem Doctor wieder neue Facetten mit, er ist eigentlich der abenteuersuchende Junge, der einen Schatz suchen und einen Drachen sehen will, zeigt aber auch einen Doctor, dem der Abschied von Mel sichtlich schwer fällt, obwohl er nach außen die lustige Fassade bewahrt. Soviel aus einem eigentlich recht simplen Skript rauszuholen ist durchaus beeindruckend.

Die Begleiter (Companions)

Begegnung zweier Companions: Mel Bush (Bonnie Langford) und Ace (Sophie Aldred). Foto: Pandavision/BBC Germany

Begegnung zweier Companions: Mel Bush (Bonnie Langford) und Ace (Sophie Aldred). Foto: Pandavision/BBC Germany

Ja, ich bin mit Mel einfach nicht warm geworden, das ist kein Geheimnis. In einen der Extras auf der DVD wird auch gut auf dem Punkt getroffen, warum: Es gibt bei (Classic-) Doctor Who zwei Arten von Companions: Die, die schreien und die, die kämpfen. Mel war eine regelrechte Scream-Queen, die in allen vier Folgen kaum Profil gewann, eigentlich nur von einem Problem ins nächste schritt und eine Persönlichkeit aufwies, gegenüber der eine Scheibe Toastbrot weniger blaß aussieht (eine nicht-geröstete Scheibe).

Ace ist hingegen meiner Meinung nach einfach eine der beste Companions überhaupt und bereits auf den ersten Metern zeigt sie soviel mehr interessantes Profil und Hintergrundstory. Sie stammt zwar von der Erde, wurde aber von dort durch einen Zeitsturm weggerissen und heißt praktischerweise auch noch eigentlich Dorothy, konnte diesen Namen aber nie leiden, weswegen ihr ganz klar war, dass ihre Eltern gar nicht ihre wirklichen Eltern sein konnten. Sie ist nach außen ein punkiger und rebellischer Teenager, gleichzeitig aber auch Nerd und Geek und hat im Kunstunterricht Nitro explodieren lassen – um die Vergänglichkeit der Kunst zu demonstrieren natürlich. Solche Details kommen Schlag auf Schlag, gleichzeitig ist es Ace, die hier den Plot maßgeblich vorantreibt, die wichtigen Entscheidungen trifft, und und und.

Und: Sie hat auch noch coole Sprüche drauf: „Das ist kein echter Drache, der schießt mit Laserstrahlen!“ – „Wirklich? Ätzend!“ – „Ich fühl mich irgendwie so nackt, wenn ich nicht ein paar Flaschen Nitro-Neun dabei hab’!“. Schon in dieser ihrer ersten Folge beginnt sie auch den Doctor immer wieder „Professor“ zu nennen, warum auch immer.

Die Umsetzung als deutsche DVD-Box

Die erste Staffel des siebten Doctors, bzw. die 24. Staffel von Doctor Who insgesamt, jetzt auf DVD überall erhältlich, Bild: Pandavision/BBC Germany

Die erste Staffel des siebten Doctors, bzw. die 24. Staffel von Doctor Who insgesamt, jetzt auf DVD überall erhältlich, Bild: Pandavision/BBC Germany

Ich hatte es ja bereits schon geschrieben, die deutsche DVD-Box ist sehr gut und professionell umgesetzt und steht den UK-DVD in nichts nach, da alle mir bekannten Extras komplett erhalten sind und komplett untertitelt sind.

Mein Eindruck von der Box bleibt auch weiterhin äußerst positiv und ich sehe schon gespannt auf die weiteren Veröffentlichungen der weiteren zwei Staffeln des siebten Doctors entgegen.

Offenlegung: Ich habe die Box freundlicherweise bereits etwa eine Woche vor der Veröffentlichung als Rezensionsexemplar erhalten.

Ich wollte das Terminator-Reboot eigentlich nicht mögen …

5.
Dez.
2014
Teaser-Plakat „Terminator Genisys“, Paramount Pictures

Teaser-Plakat „Terminator Genisys“, Paramount Pictures

Um es schnell zu sagen: „Terminator“ und „Terminator 2 –Tag der Abrechnung“ waren großartige Filme. „Terminator 3 – Rebellion der Maschinen“ und „Terminator: Die Erlösung“ nicht so. Ich mochte aber die kurzlebige TV-Serie „Terminator: Sarah Connor Chronicles“ durchaus.

Aber nun ein Reboot, das eigentlich nichts anderes ist als ein Neuschreiben der Story rund um Kyle Reese, der aus der postapokalyptischen Zukunft in die Vergangenheit geschickt wird um die Mutter von Rebellenführer John Connor zu retten? Das kann doch nur blöde werden, selbst wenn die Mutter der Drachen Emilia Clarke nun Sarah Connor mimen darf* und Arnold Schwarzenegger als gealterter Terminator wieder mitspielt.

* Ich freue mich schon auf eine Szene in „Game of Thrones“, in der zwei Sarah Connor-Miminnen (Emilia Clarke und Lena Hadey) aufeinander treffen …

Dennoch: Der Trailer zeigt überraschend viel Old-School-Action und spielt gekonnt mit den Genre-Tropes. Noch vermisse ich aber Matt Smiths angekündigten mysteriösen Charakter und der absurde Titel „Terminator: Genisys“ sollte noch irgendwann Sinn machen, aber meine Hoffnung ist geweckt, dass dies tatsächlich ein gelungenes Reboot des Franchises werden könnte.

Doctor Who – der siebte Doctor ist endlich wieder zurück in Deutschland (1)

27.
Nov.
2014

Mein erster Doctor war McCoy

1989 brauchte das noch junge Privatfernsehen, genauer gesagt der Sender „RTL plus“, der mittlerweile auf das „plus“ in seinem Namen verzichtet, viel Material für ihr Programm. In den USA einzukaufen wurde mittlerweile immer teurer, zumal auch die konkurrierenden Sender dort am Shoppen waren, aber es gab ja da noch diese in Großbritannien mittlerweile seit 26 Jahren erfolgreich laufende Kinder-Serie namens „Doctor Who“. Kaum hatte RTL die Serie für sein Kinder-Programm erworben, wurde sie in GB auch schon abgesetzt. Aber das ist eine andere Geschichte.

Der siebte Doctor, Sylvester McCoy, Foto: Pandavision/BBC Germany

Der siebte Doctor, Sylvester McCoy, Foto: Pandavision/BBC Germany

Meine Eltern hatten damals endlich Satellitenfernsehen angeschafft – nachdem ich ihnen jahrelang in den Ohren gelegen hatte, dass wir Kabelfernsehen brauchen. Ja, sie hören auch heute selten auf mich. Endlich hatte ich so auch mal Zugriff auf das Privatfernsehen und hatte als 13-jähriger gerade meine Science-Fiction-Phase (die ehrlicherweise bis zum heutigen Tage nicht richtig abgeklungen ist, was mich aber auch nicht wirklich ärgert). Und ich nahm begierig jedes Stück SF mit, dass mir über den Weg lief. So war es also kein besonderer Zufall, dass ich auf „Doctor Who“ stoß und damit Sylvester McCoy, der siebte Doctor, mein erster Doctor überhaupt war.

Um ehrlich zu sein – ich erinnere mich nur noch an wenige Details. Eigentlich nur daran, dass er eine Begleiterin namens Ace hatte, die mit einem Baseballschläger auf „komische außerirdische Fahrzeuge“ (Daleks) einschlug und überhaupt ziemlich cool war. Der Hauptprotagonist hingegen war ein ziemlicher Clown, wenn auch ein recht sympathischer. Erst über 15 Jahre später begegnete ich wieder dem Doctor im Remake und bin jetzt auch ein Fan.

Letztes Jahr feierte die Serie ihr 50-jähriges Jubiläum und zelebrierte dabei auch eine Rückschau auf eine sehr lange Tradition. Und dabei wurde dann auch einiges an Erinnerung bei mir geweckt. Um so mehr freue ich mich, dass Pandastorm Pictures die alten Folgen, die damals RTL synchronisiert hatte, nun wieder herausbringt, samt den umfangreichen Bonusmaterial der britischen DVD-Sets. Ich hatte bereits Gelegenheit, in das erste Box-Set der 24. (!) Staffel der Serie hineinzublicken, was die erste Staffel des siebten Doctors entspricht.

„Terror auf Lakertia“ (4-teiliges Serial, im Original: „Time and the Rani“).

Die Tardis wird getroffen und muss auf dem Planeten Lakertia crashlanden, weswegen der Doctor (Sylvester McCoy, mittlerweile einem größeren Publikum bekannt als „Radagast“ aus den „Hobbit“-Filmen), aber nicht seine Begleiterin, stirbt und regeneriert*.

* Da der ausgebootete sechste Doctor-Darsteller, Colin Baker, nicht für die Regenerationsszene zur Verfügung stand, musste McCoy selbst mit problematisch sitzender blonder Locken-Perücke für die Szene seinen bewusstlosen Vorgänger mimen.

Kate O’Mara und Sylvester McCoy als die Rani und der Doctor, Foto: Pandavision/BBC Germany

Kate O’Mara und Sylvester McCoy als die Rani und der Doctor, Foto: Pandavision/BBC Germany

Der Doctor trifft erneut auf „die Rani“ (Kate O’Mara), allerdings verhindert der postregenerative Stress und ein von ihr gezielt eingesetztes Amnesiemittel, dass er sie erkennt. Sie gibt sich als seine Begleiterin „Mel Bush“ aus (im ersten Moment etwas verwirrend für jemand, der die wirkliche Mel noch nicht so richtig kennt), während das Original von Mel (Bonnie Langford) draußen ziellos durch die obligatorische Kiesgruben-Landschaft* wandert und von Zeit zu Zeit dort auf fiese Fallen tritt.

* „Stargate SG-1“ hat seine Kiefernwälder, „Doctor Who“ hat Kiesgruben als bevorzugte Drehorte

Wanda Ventham als Faroon, eine Lakertianerin, Foto: Pandavision/BBC Germany

Wanda Ventham als Faroon, eine Lakertianerin, Foto: Pandavision/BBC Germany

Aber was genau hat die Rani vor? Für welchen diabolischen Plan braucht sie das brillante Hirn des Doctors? Und wieso sind ihre Handlanger in zwei Gruppen unterschiedlicher Außerirdischer aufgespalten – eine Gruppe von echsenähnlichen Lakertianern und eine Gruppe fledermausähnlicher, rundumguckender „Tetraps“ – und wieso sind diese so völlig inkompetent in allen, was sie tun?

Mel entscheidet sich, sich der Rebellenfraktion der Lakertianern anzuschließen, der Doctor trifft unter dessen auf Einstein und der Zuschauer wünscht sich unbewusst einen etwas zügigeren Plot. Und eine neue Begleiterin, die weniger herumkreischt*.

* Ein Wunsch, der nur wenige Folgen später erfüllt wird und mit Ace eine der beliebtesten Companions überhaupt bekommt.

Rating: 6 Sterne – Eine etwas holperige Anfangsepisode, gerade die Regeneration am Anfang hätte etwas mehr Mühe vertragen können, aber die Nostalgie und das tolle Intro machen vieles wett.

Die Umsetzung als deutsche DVD-Box

Die erste Staffel des siebten Doctors, bzw. die 24. Staffel von Doctor Who insgesamt, jetzt auf DVD überall erhältlich, Bild: Pandavision/BBC Germany

Die erste Staffel des siebten Doctors, bzw. die 24. Staffel von Doctor Who insgesamt, jetzt auf DVD überall erhältlich, Bild: Pandavision/BBC Germany

Im Gegensatz zu den UK-DVD, die jeweils nur einzelne Serials veröffentlichen, hat Pandavision sich zu einer staffelweisen Veröffentlichung entschlossen (was sehr viel freundlicher für den Geldbeutel ist). Bereits jetzt ist auch die Veröffentlichung weiterer Staffeln, für die deutsche Synchronfassungen vorliegt, in den nächsten Monaten angekündigt.

Den „Zeitwanderern“* sei Dank, hat dies aber keinen negativen Einfluss auf die Extras, die auf den DVD-Scheiben vorhanden sind. Diese sind umfangreich und konsequent komplett in deutsch und sogar in englisch optional untertitelt – großes Lob! Sogar PDF der Vorschauen der britischen Programmzeitschrift „Radio Times“ auf die Folgen sind jeweils vorhanden und am Computer anschaubar.

* So die etwas putzige deutsche Übersetzung des „Timelord“. In der neuen Serie ab 2005 wurde in deutschen Synchronisation meist der Originaltitel verwendet meines Wissens nach, in dem Fernsehfilm von 1996 sogar angeblich „Herren der Zeit“ (Quelle).

Insgesamt umfasst das Bonusmaterial aller vier DVD allein fast sechs Stunden und bietet neben Deleted und Extended Scenes auch viele Featurettes mit vielen Hintergrundinfos und Interviews.

Das 4-Disc-Set erscheint im Hochglanzschuber am 28.11.2014 in Deutschland, FSK 12 erscheint mir zwar maßlos übertrieben, allerdings war dies vermutlich etwas leichter zu bekommen. Neben den vier Folgen „Terror auf Lakertia“ enthält die Box noch zehn weitere Episoden (bzw. drei weitere Serials) und ein liebevoll gemachtes Fan-Booklet.

Rating: 9 Sterne – Die Extras und Aufmachung könnten besser nicht sein und stehen in nichts dem UK-Original nach. Allein dafür deutliche Kaufempfehlung von meiner Seite.

Hinweise

In der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit habe ich leider noch nicht alle vier Serials komplett schauen können – die Rezensionen dazu sowie die Gesamtbewertung der Box werde ich aber hier nachholen.

Ach ja: Mehr Infos zum siebten Doctor wie auch zu allen weiteren Doctors zum Nachhören liefern meine Kollegen Sandra und Jens vom Ausgespielt-Podcast.

Offenlegung: Ich habe die Box freundlicherweise bereits etwa eine Woche vor der Veröffentlichung als Rezensionsexemplar erhalten.

„Jurassic World“ wirkt irgendwie uninspiriert

26.
Nov.
2014

Entgegen anderer überschwänglicher Meinungen auf meiner Twitter-Timeline begeistert mich der Trailer für den Neuaufguss von „Jurassic Park“, „Jurassic World“, tatsächlich nicht.

Dabei hat er wirklich viele tolle Details. Ein toter Hai am Haken wird an einen riesigen Meeresdino verfüttert. Der Park ist endlich im Betrieb und hat coole Gyroskop-Fahrzeuge, mit denen man gefahrlos durch die Saurier-Menge rollen kann. Erste Eindrücke von Michael Giacchinos Score-Hommage an John Williams markantes Thema. Und Chris Pratt, dessen Star-Meter seit diesen Sommer ja ins Unermessliche gestiegen ist.

Nur: Macht er wirklich Sinn? Immerhin haben wir in den letzten drei Filmen des Franchises bereits deutlich gelernt (Vorsicht, Spoiler folgen), dass ein Park mit lebenden Dinos keine so gute Idee ist. Sie haben die Park-Insel Isla Nublar am Ende sogar mit Napalm bombadieren und niederbrennen müssen. Die Nachbarinsel, Isla Soma, war daher der Spielort der anderen beiden (schlechteren) Filme, und auch dort waren die Erfahrungen mit den Sauriern sehr negativ und mussten durch deftige und größtenteils schwer glaubhafter Plotwedelei gestartet werden. Nun also hat man aus all dem gar nichts gelernt und hat den neuen Park sogar auf der Isla Nublar wieder etabliert? Die anderen Filme waren also für die Katz?

Alle rennen wieder vor einem fiesen Killer-Saurier weg und ein Experte ist skeptisch und wird in diesem Skeptizismus sogar bestätigt. Das ist nicht wirklich eine Neuerfindung der Story, nein, eigentlich ist es die selbe wie in dem ersten Spielberg-Film von 1993. Irgendwie erscheint mir der Trailer zu sehr in dessen Hinblick hin gedreht worden zu sein – als hätte die Marketing-Abteilung eine Checkliste erstellt, welche Tropes man aus dem Film gefälligst zu wiederholen habe, damit der Film auf jedem Fall ein Erfolg wird. Und gegen Marketingabteilungen können Regisseure mit Visionen nur selten anstinken, erst recht keine relativen Neulinge wie Colin Trevorrow.

Dennoch werde ich ihn mir sicher ansehen. Die „Jurassic World“ soll am 11. Juni 2015 in den deutschen Kinosälen zu betreten sein. Und, wenn ich das richtig verstanden habe, sogar in klassischem 2D.