Fantasy Filmfest Nights 2014: Kurzkritiken „Snowpiercer“ und „Witching and Bitching“

31.
Mrz.
2014

Dieses Jahr haben wir nur zwei Filme auf den Fantasy Filmfest Nights uns herausgepickt, was uns am Sonnabend zuvor die Gelegenheit gab, noch „Odd Thomas“ endlich nachzuholen, den wir auf dem letztjährigen Fantasy Filmfest leider zeitlich nicht schaffen konnten (netter kleiner Mystery-Film mit einem tollen Anton Yelchin).

Erst am Sonntag dann also ins neue Hamburger Festivalkino, dem Savoy. Hatten wir das letztes Jahr erstmalig besucht und nicht die besten Eindrücke behalten – wir saßen auf Kippsesseln, die nicht arretierbar waren (oder wir waren einfach zu doof dazu) und wackelten daher anstrengend durch den gesamten dritten Cornetto-Film – waren wir dieses Jahr eine Reihe weiter nach hinten gerutscht. Dort gab es zusätzlich zu Kippsesseln noch kleine zugestellte Fußablagen – herrlich bequem, wir konnten die Filme quasi im Liegen genießen. Und auch sonst war das Festival noch nie so entspannend wie diesmal – durch Platzvorreservierungen gab es am Einlass kein ungestümes Gedränge, das Kartenreservierungssystem des Savoy hatte einen Warenkorb, so dass man die Karten alle auf einmal kaufen konnte und nicht wie bisher beim Cinemaxx-System jeweils einen Vorgang pro Film abschließen musste. Selbst einen Parkplatz hatten wir nur wenige Meter weiter gefunden. Das ist ja nahezu Luxus. Wobei die 3 € für die Fritz-Cola auch schon etwas „anspruchsvoller“ waren …

„Snowpiercer“

KOR/USA/FRA/CZE, 2013

Ein Film mit einer langen und komplizierten Verleihgeschichte – kurz: die Weinstein Brüder hatten den Vertrieb übernommen, wollten den Film aber nur geschnitten an die Kinokassen bringen, das wollte der Regisseur nicht, der daraufhin einen Eklat in der Filmszene auslöste. Die Chance, den Film ungeschnitten und vor allem im Kino sehen zu können, erschien daher nur auf dem Fantasy Filmfest gegeben zu sein. Letztlich gab The Weinstein Company aber doch nach und nun wird der Film auch nicht nur in den US-, sondern auch bereits nächste Woche in die deutschen Kinos kommen.

Video

Der Film selbst basiert auf einer mir unbekannten Comicvorlage und geht kurzgesagt um einen ewig-langen Zug, der durch eine Eiszeit-Apokalypse rund um die Welt mit einem Affentempo fährt und die einzige Zufluchtstätte des kläglichen Rests der Menschheit ist. Dabei gibt es im Zug natürlich unterschiedliche Abteile – ganz vorne die Erste-Klasse-Passagiere, hinten im Zug der Abschaum, der von dem Rest des Zuges unterdrückt wird und mit einfachen Protein-Gelee-Riegeln abgespeist wird, während die Reichen vorne schlemmen. Der Gedanke des Aufstands wächst, schon einige Male ging die Revolution aber schief. Und den ganzen Weg bis nach vorne zu der Maschine, die den Zug antreibt, sich zu erkämpfen, scheint eigentlich aussichtslos.

Snowpiercer Poster (MFA+/Escot Elite)

Anerkennenswert: Das deutsche Poster zu „Snowpiercer“ (MFA+/Ascot Elite) erwähnt sogar die Quelle, die Graphic Novel „Schneekreuzer“, die hierzulande gerade mal erst seit 2013 erhältlich ist.

Mit überraschend viel Star-Power (unter anderen mit Jamie Bell, Ed Harris und John Hurt) besetzter Action-Sci-Fi-Film, der mit teilweise absurden Ideen glänzt, gleichzeitig aber auch dem Actionheld Chris Evans als unfreiwilligen Revolutionsführer Curtis hier tatsächlich etwas schauspielerisches zu tun gibt – was dieser überraschenderweise sogar ganz ordentlich meistert. Als Antagonistin brilliert Tilda Swinton, deren skurille, absurde und abstößige Performance als Sprachrohr der Priviligierten Mason so bizarr überzeichnet ist, als hätte sie sich für einen Auftritt in den „Tribute von Panem“-Filmen bewerben wollen.

Letztlich verliert der Film aber auf der ganzen Länge etwas an Dampf, ist tatsächlich etwas langatmig und auch ist die Prämisse des Films doch nicht nur absurd sondern auch noch nicht einmal komplett in sich komplett sinnvoll durchdacht. Wenn man aber die Logikkompensatoren voll ausfährt und über das halbgare Ende lieber nicht weiter nachdenkt, bringt er Spaß in einem Genre, dass sonst viel zu stiefmütterlich von Hollywood behandelt wird.

Rating: 8 Sterne

(Läuft in Deutschland offiziell am 3. April 2014 an.)

„Witching and Bitching“

ESP/FRA, 2013 („Las brujas de Zugarramurdi“)

Nur zwei Gangster und ein zehnjähriger Sohn kommen einigermaßen ungeschoren von einem Pfandhaus-Überfall mit den erbeuteten verpfändeten goldenen Eheringen davon. Eine Verfolgungsjagd im gekaperten Taxi führt dann in den eigentlich so verschlafenen kleinen Ort Zugarramurdi, in dem sie aber bereits von einem alten Hexenorden erwartet werden.

Video

Ja, das wäre auf dem Hauptfestival sicher ein Film, der unter dem „Midnight Madness“-Label laufen würde, so durchgeknallt und irre ist dieser. Unter der wirren Fassade verbirgt sich aber eigentlich nur eine Kopie von „From Dusk Till Dawn“, nur dass hier statt Vampire halt Hexen auf die Hauptzutaten ihres Festmahls warten. Das ganze wird mit durchaus spaßigen Spezialeffekten, einer Hexenchor-Einlage und allerlei absurden Ideen angereichert, die allesamt eine Allegorie auf die Probleme von Männern mit Frauen sein sollen.

Ja, das hört sich eigentlich ganz nett an – ist aber letztlich zu abgedreht und zu unschlüssig um eine wirklich interessante Geschichte zu erzählen.

Rating: 4 Sterne

(Nicht in den Kinos hierzulande zu erwarten.)

40 Jahre Dungeons&Dragons

26.
Jan.
2014

Es ist tatsächlich heute genau 40 Jahre her, dass ein Pen-&-Paper-Rollenspiel namens Dungeons&Dragons, kurz D&D, das Licht der Welten erblickte. Die Autoren Gary Gygax und Dave Arneson erschufen damit einen, wenn nicht sogar den Urvater von der Spielgattung, die heute noch so viele begeistert.

<a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/">Creative Commons 2.0 BY-NC-SA</a> – Bestimmte Rechte vorbehalten von <a href="http://www.flickr.com/photos/luca-zucchelli/">LucaZ FeliXONE/Flickr</a>

Creative Commons 2.0 BY-NC-SA – Bestimmte Rechte vorbehalten von LucaZ FeliXONE/Flickr

Sicher, Rollenspiele gab es auch schon vorher. Allerdings waren diese mehr dem Improvisationstheater oder dem therapeutischem Zweck nahe. Gute Geschichtenerzähler vermochten zwar, ihre Geschichten den Wünschen des Publikums spontan anzupassen. Aber erst die Verkaufspackungen mit den noch selbst-zu-bemalenden, polyhedrischen Würfeln und die billigen Abenteuerhefte mit den kryptischen Abkürzungen in den Statistik-Kästchen der Monster brachten die Vorstellung in strukturiert simulierte Bahnen und vermochten, die reine Willkür mit statistischen Chancen interessanter und spannender zu gestalten.

Eine jahrelange Leidenschaft, die dann ebenso schnell wieder abgekühlt war

Meine Begegnung mit D&D war erst knapp 25 Jahre später. Ich hatte schon Rollenspiele gespielt, aber erst mit der dritten Edition wurde ich vom D&D-Virus infiziert. Mein erster Charakter war eine bärbeißige Hexenmeisterin namens Olfdinga, die mehr an die anderen Charaktere aneckte als wirklich hilfreich und spielkonform zu sein. Kurze Zeit später übernahm ich in der Runde das Spielleiten (erst noch unter der Hilfe eines Co-Meisters, der die Regeln übernahm – ich war für die Geschichte verantwortlich) und versetzte die Gruppe auf eine eigene, fantastische Welt namens Edieh. Wir hatten viel Spaß damit.

Nach einigen, exzessiven Jahren, verlor ich ihn aber immer mehr. Es kamen andere Systeme und Settings, an denen ich mehr Freude fand und vor allem legte ich meinen Fokus weg vom vorrangig Kampf-orientierten hin zu einem Story-orientierten Spielstil. War vorher ein Abend fad, an denen es nicht mindestens drei Kämpfe gab, fanden Kämpfe plötzlich nur noch alle drei Abende oder noch seltener statt.

Dennoch: Die Erinnerung an D&D ist immer noch da und auch wenn sie vielleicht ein wenig verklärt ist mit den Jahren – es war schon eine großartige Zeit. Trotz einiger TPKs (Total Party Kills) – oder vielleicht sogar deswegen. Und trotz der Tatsache, dass keiner von uns sich je die Grapple-Regeln länger als zehn Minuten merken vermochte.

Der Versuch, die alte Beziehung wieder anzufachen

Dann kam die vierte Edition und versagte für mich auf voller Linie. Ich erkannte, was die Designer geschaffen hatten, fand es von einem rein gamistischen Hintergrund betrachtet sogar äußerst gelungen. Aber ich stellte doch auch fest, dass mir der erwünschte Spielstil hier noch viel weniger lag, als der forcierte der dritten Edition. Entsprechend habe ich nur die drei Grundbücher gekauft – und diese verstauben in meinen Regal.

Ich habe am Playtest von der fünften Edition dann auch nur noch sporadisch teilgenommen. Dennoch: Ich werde sie mir wohl doch holen, wenn sie dieses Jahr erscheint, denn es ist immer noch das D&D. Und ja: Ich verkläre da sicher vieles.

Gesucht – Gefunden! (1)

24.
Jan.
2014

Ich versuche mich mal an einer kleinen, neuen und losen Serie, in der ich mehr oder weniger skurille Suchanfragen, die jemanden hier ins Blog geführt habe, knapp zu beantworten versuche.

„kickstarter ohne kreditkarte“

Geht nicht. Eventuell hast Du mit einer Prepaid-Kreditkarte Glück.

„stargate letzte folge“

Die letzte Folge von Stargate SG-1 hieß „Enlosigkeit“ („Unending“) und lief am 26. September 2007 in Deutschland auf RTL 2. Es folgten aber noch zwei Fernsehfilme, „Stargate: The Ark of Truth – Die Quelle der Wahrheit“ und „Stargate: Continuum“. Das Ende des Franchise war es auch nicht, es folgten noch einige Staffeln Stargate Atlantis und zwei Staffeln von „Stargate Universe“.

Die letzte Folge des Stargate-Franchises ist aus „Stargate Universe“, hieß „Im Ruhezustand“ („Gauntlet“) und lief am 12. Mai 2011, nur drei Tage nach der US-Ausstrahlung, bei uns auf dem Pay-TV-Sender SyFy.

Dazu passt:

„stargate universe nachfolger“

Leider ist derzeit keine neue Serie in dem Franchise zu erwarten. Die Rechte liegen nach wie vor bei MGM, die aber keinen Abnehmer finden – der bisherige, SyFy, macht derzeit lieber Serien in neuen Franchises wie „Defiance“, die ihnen ganz gehören und mit deren Weitervermarktung sie so mehr Geld machen können.

Da MGM als Studio zwischenzeitlich ziemlich gestrauchelt ist, besitzt es nicht praktischerweise einen eigenen größeren Kabelkanal, für den sie es produzieren könnten. Und selbst wenn es eine solche Konstellation geben würde, wäre das immer noch kein Garant – siehe „Star Trek“.

„stargate atlantis staffel 6“

Würde ich auch angucken. Wird es aber auch nicht geben.

„noah hathaway unfall“

Öh, keine Ahnung. Kurz googlen – ah: Der Darsteller des Atréju aus dem unsäglich schlechten „Unendlichen Geschichte“-Film hatte tatsächlich mal einen Unfall – das war aber bereits 1989, was seine Karriere als Jazz-Dance-Lehrer abbrach (Jazz-Dance-Lehrer? Wirklich?). Seit 2012 ist er aber wieder als Schauspieler agiert. Auch wenn das bisher nur in einem solch obskuren Folterfilm wie „Sushi Girl“ stattfindet.

„looking 4 myself“

Hoffe, Du hattest Glück bei der Suche. Ansonsten kann ich Dir da leider nicht helfen, befürchte ich.

„mass effect 3 alle dlc“

Bin ich durch. Also die Einzelspieler-DLC. Lohnen sich größtenteils.

„teeniegöre“

Selber!

„elbenkleider herr der ringe“

Als erfahrener Modeblogger (*hust*) muss ich darauf hinweisen, dass diese seit einigen Jahren soetwas von out sind …

„hosteurope domainumzug“

Das klappt problemlos. Diese Domain ist jetzt glücklich bei DomainFactory, nachdem sie bei HostEurope jahrelang war. Der Umzug ist nur etwas stressig, man braucht einen guten Plan, eine noch bessere Checkliste und etwas Geduld. Aber das gilt ja wohl für jeden Umzug.

Ja, ich weiß, dass DomainFactory mittlerweile von HostEurope gekauft wurde. Im Prinzip hätte ich mir den Stress also vielleicht damals sparen können (*seufz*).

„ron müller langen“

Ich kann zu-langen, ja (Superwitz!). Aber ansonsten habe ich tatsächlich rein gar nichts mit Langen zu tun.

„ich hasse kettenbriefe“

Ich auch. Schickst Du diese Anfrage bitte noch an zehn weitere Blogs? Falls nicht, passiert ein Unglück in der Welt, schalte heute Abend die Nachrichten ein und sage nicht, ich hätte Dich nicht gewarnt!

„kühe umkippen“

Ist nicht nur Tierquälerei sondern „Kühe kippen“ soll auch eine urbane Legende sein und gar nicht klappen. Unklar ist, wie es mit anderen landwirtschaftlichen Jugendstreichen aussieht, zu überprüfen wäre beispielsweise noch „Schafe stapeln“.

„man of steel muskeln“

Ja, das sind wirklich ordentliche Muckis unseres Lieblings-Kryptoniers im Film. Ich habe aber keine Messergebnisse parat, tut mir leid.

„man of steel müller“

Wirklich toller Spitzname für mich, danke (*heldenposeeinnehm*).

„do you wanna date my avatar“

Ich habe ihn gerade nicht ganz vor Augen, magst Du ihn mir nochmal schicken?

„real humans staffel 2“

Lief in Schweden gerade, arte hat noch nichts angekündigt.

„mockingjay übersetzung“

Die korrekte Übersetzung von „Mockingjay“ ist laut dem Oetinger-Verlag offenbar „Flammender Zorn“.

Die ebenfalls so referenzierte Vogelspezies ist nämlich nur fiktiv, wurde mit „Spotttölpel“ übersetzt und freut sich sicher über die tollen drei „t“ in ihrem Namen. Eigentlich ist die richtige Übersetzung von „Jay“ aber „Garrulus“, eine Rabenvogel-Art bzw. Häher, Tölpel findet man eher am Wasser und zeichnen sich durch ihre tollen Pelikan-Füße aus, die Collins meines Wissens aber gar nicht beschreibt. „Spotthäher“ klingt aber nicht so gut. Da die Spezies aber, wie gesagt, fiktiv ist, kann auch der Name ruhig fiktiv bleiben.

„the philosophers – wer überlebt?“

Also das wären nun wirklich Spoiler! Ich kann doch nicht verraten, wer in einem rein fiktiven Gedankenexperiment am Schluss noch im Klassenraum übrig bleibt.

„metafrage“

Gute Frage. Habe ich aber auch keine Antwort darauf.

„keanu reeves größe“

Keanu Reeves (1,85 m) ist genau einen halben Meter größer als Peter Dinklage (1,35 m) – oder besser gesagt: Ein Neo entspricht 1,37 Tyrions in Körperhöhe. In richtiger Größe hingegen …

„cw in deutschland empfangen“

Live geht das gar nicht, dafür gibt es quasi keine Satelliten-Feeds, die soweit um die Erde herumreichen. Zumal es ja auch nicht nur ein CW-Sender gibt, sondern das eine Kette ist. Und wer möchte auch um 2 Uhr nachts sich noch ein Hauptabendprogramm ansehen?

Was aber möglich wäre (*hust*), ist, einzelne Serien des Networks über Hulu zu gucken – dort sitzt aber ein feister Geo-Block zwischen, der sich zwar nicht einfach, aber durchaus mit Proxies oder VPN umgehen lassen … äh …können soll (*hust*).

„game of thrones staffel 3 im deutschen free tv“

Kommt laut DWDL Anfang März Sonntags abends. Und wenn Tyrion sich da neben seinen Bruder Jamie stellen sollte, haben wir fast den richtigen Vergleich zu Neo. (Nikolaj Coster-Waldau ist 1,87 m oder 1,385 Peter Dinklages groß.)

PC-Game „Broken Age“ (Kurzkritik)

16.
Jan.
2014

Seit vorgestern gibt es mit „Broken Age“ das neue Spiel von Ron Gilbert und Tim Schafer („Monkey Island“) für Kickstarter-Unterstützer (aus der Kampagne: „Double Fine Adventure“). Allerdings bisher nur Akt 1, den ich mir aber gleich heruntergeladen und durchgespielt habe (Akt 2 soll noch dieses Jahr folgen – ein Modell, dass sie sich wohl von Telltale Games abgeguckt haben).

Video

Die Handlung(en)

Es gibt zwei parallel laufende Handlungsstränge, einer dreht sich um den Jungen Shay (gesprochen von Elijah „Frodo“ Wood), der auf einem computergesteuerten Raumschiff im Weltall aufwächst und von computergesteuerten Puppen großgezogen und hermetisch von allem bedrohlichen abgeriegelt wird. Natürlich muss man rebellieren.

Das Sci-Fi-Bett von Shay („Broken Age“-Spiel von Double Fine)

Das Sci-Fi-Bett von Shay („Broken Age“-Spiel von Double Fine)

Der andere Handlungsstrang geht ebenfalls um einen rebellischen Teenager, allerdings diesmal um ein potenzielles Opfer namens Vella, das von ihrer Familie dem regelmäßig wiederkehrenden Monster als große Ehre vorgeworfen werden soll.

Eigentlich ein typisches Adventure

Liebevoll gemachte Grafik, überall schimmert der tolle skurille Humor von Gilbert und Schafer durch, und doch ist er nicht ganz das, was man sich eigentlich erhofft hat. Das Spiel bringt Spaß, hat eine super-einfache Steuerung aber ist (leider) rätseltechnisch ebenfalls super-einfach. Entsprechend schnell fliegt man geradezu durch das Spiel. In den wenigen, potenziell frustrienden Festbeiß-Szenen bietet es praktischerweise immer die Möglichkeit, zu den anderen Handlungsstrang frei zu wechseln.

Vella beim Festmahl („Broken Age“-Spiel von Double Fine)

Vella beim Festmahl („Broken Age“-Spiel von Double Fine)

Entsprechend schnell hat man es durchgespielt. Sicher, die Absurdität erinnert an die guten alten Klassiker wie „Monkey Island“, überall gibt es charmant durchgeknallte Details in diesen seltsamen Welten. Das Spiel ist auch nicht schlecht, im Gegenteil. Aber ihm fehlt dann doch noch das gewisse Etwas – das hoffentlich der zweite Part noch bringen kann.

Bis dahin vertröstet ein durchaus interessanter Cliffhanger.

Für alle Nicht-Kickstarter erscheint das Spiel am 28. Januar 2014 und es kann derzeit auf Steam mit Discount vorbestellt werden.

Rating: 7 Sterne

Kickstarter vs. Deutscher Zoll

4.
Jan.
2014

Ich habe, wie so viele andere Deutsche Rollenspieler, auch an Kickstarter-Finanzierungen von Rollenspielwerken teilgenommen, unter anderen an „Fate Core“ und „Kingdom“.

Zoll (Symbolfoto) (Creative Commons BY-NC von gw1/flickr)

Zoll (Symbolfoto) (CC BY-NC von gw1)

Mein erstes Paket von „Fate Core“-Büchern ist dann beim Zoll hängengeblieben, weil eine Rechnung am Paket außen fehlte. Kein Problem, Fred Hicks informiert, der lieferte binnen weniger Stunden eine Rechnung per E-Mail nach, mit der ich dann zum Zoll gehen durfte. Mein zweites Paket von „Fate Core“-Büchern hatte das selbe Problem. Wieder fehlte eine Rechnung, wieder eine organisiert, wieder 50 Kilometer zum nächsten Zollamt und wieder dreißig Minuten dort in den bürokratischen Mühlen gewartet. Heute kam schon wieder eine Benachrichtigung, diesmal von dem „Kingdoms“-Kickstarter. Habe Ben Robbins bereits angeschrieben.

Natürlich darf man von Neulingen im internationalen Frachtverkehr nicht erwarten, dass sie alle Fallstricke sofort elegant umschiffen (wobei das beim zweiten Mal schon eher klappen sollte). Aber kann nicht beispielsweise Kickstarter denen Hilfestellungen dazu geben? Meine Lust, weiter Kickstarter-Projekte aus den USA zu finanzieren, geht zusätzlich zu den mittlerweile exorbitanten Portokosten dadurch aber gerade sehr runter. Da kaufe ich dann das eingeführte Produkt lieber später bei Roland, vermutlich sogar zu einem deutlich geringeren Preis.