NordCon Bericht

Ging es nur mir so? Irgendwie war dieser NordCon anders als in den letzten Jahren. Nein, ich meine nicht die Affenhitze draussen, die besonders den grüngeschminkten Orks manch Abfärb-Probleme bereitete. Irgendwie fehlten doch ein paar offensichtliche Highlights, wenn ich auch eigentlich auch dieses Jahr einige Nette erleben durfte…

Wie jedes Jahr gab es auch dieses Jahr den so gut wie immer gleichen Haufen Verkäufer, bei denen man versuchen konnte, das eine oder andere Schnäppchen zu machen – leider habe ich vergeblich irgendwo nach einem LodlanD-Buch gesucht, war nur der allgemeine Kram da. Immerhin hatte ich einen netten Plausch mit Oliver Graute von Feder & Schwert über neue Veröffentlichungen in der Zukunft vom Engel-System (inkl. der Verlautbarung, dass sie momentan die Spiel 2008 anstreben, um die allerletzte Auflösungen herauszubringen) und mit ein paar Leuten von Aera, deren Früh-Mittelalter-Rollenspiel zur Spiel diesen Jahres herauskommen soll – allein die Zeichnungen von Tobi Mannewitz waren einfach wunderschön zu bestaunen.

Von den Workshops haben mich ein paar gereizt, aber die lagen leider irgendwie zu Zeiten, die ich nicht realisieren konnte. Daher hatte ich mir vorher nur ein paar Rollenspielrunden rausgesucht, auf deren Listen ich kommen wollte. Doch die erste hatte ich bereits verpasst, als ich endlich nach 45minütiger Verzögerung dank Stau am Maschener Kreuz (ich hätte doch über Harburg fahren sollen – doh!). Daher stand ich vor der schweren Wahl, nun eine von zwei Runden zu nehmen, deren Systeme ich schon kannte aber selbst nie gespielt hatte (Star Trek Unicorn oder Mutants&Masterminds), oder bis 16:00 Uhr zu warten, da dort ein Independant-Rollenspielsystem namens „Primetime Adventures“ vorgestellt werden sollte, was mich sehr interessierte.

Gut, ich entschloss mich dann spontan, Star Trek mal zu spielen und nicht nur zu meistern, aber irgendwie war ich der einzige auf der gesamten NordCon, der dazu anscheinend Lust hatte! Mein SL war auch sehr überrascht, aber immerhin hatten wir einige nette Momente mit Trekkie-Fachsimplerei und er führte mich kurz in das alte Unicorn-System ein, wogegen ich mich mit einer kurzen Erklärung des neueren Decipher-System revanchierte.

Also entschloss ich mich dann um 15:00 Uhr, mich dann doch für „Primetime Adventures“ einzutragen, immerhin ein positiver Nebeneffekt (dachte ich). Danach erstmal Pause in der „Trutzhavener Feldküche“ (sehr deftiger und frischer Bohnen-Knobi-Eintopf mit Lecker-Brot und einer semi-kühlen Flasche Mineralwasser zu äußerst humanen Preisen).

Dann ging ich kurz vor 16:00 Uhr nochmal an der Anmeldetafel für „Primetime Adventures“ vorbei, um die harte Wahrheit zu sehen: Neben mir hatte sich nur noch ein weiterer dort eingetragen… Ich entschied mich dennoch zu warten, um gegenüber dem Spielleiter fair zu sein, und auch mein Leidensgenosse gesellte sich recht bald dazu, aber kein Spielleiter. Doch auch der kam dann nach geraumer Zeit an und hatte sogar noch drei weitere Spieler im Schlepptau, offenbarte uns aber, dass die Orga Mist gebaut hatte, und dies eigentlich nur eine Proberunde in Rahmen seines Workshops sei. Freundlicherweise entschied er sich dann dennoch, uns beide mitspielen zu lassen (er hatte eigentlich nur mit maximal 4 Spielern gerechnet) und danach erlebten wir ein wirkliches Highlight des Nachmittags (der Spielleiter hat übrigens einen englischsprachigen Bericht dazu verfasst), das Regelwerk habe ich mir am Tag danach gleich bestellt.

Danach bin ich dann mit Andi, Knochi und Xander aufgebrochen um irgendwie bei Subways zu Abend zu essen. Nach ca. 10minütiger Rumkurverei um die Grindelallee sind wir dann zum Gänsemarkt weiter und dort tatsächlich parkplatztechnisch fündig geworden. Danach hieß es sich wappnen (bzw. nochmal Getränkenachschub an der Tanke organisieren) für die Mitternachtsrunde, Anna und Jens aus Bremen hatten sich breitschlagen lassen und uns bereits fest dafür eingeplant, eine Toons-Runde anzubieten, nachdem wir im letzten Jahr bereits viel Spass zusammen mit Twerps gehabt hatten (Yiek läßt grüßen, btw! wink). Was mir nicht klar war, war die Anzahl der Spieler, die sie zugelassen hatten: 12 Spieler waren für meine Begriffe eindeutig zuviel (mein persönlicher Rekord liegt zwar auch bei 11, aber das werde ich nie wieder in Angriff nehmen – 7 ist meine Höchstgrenze mittlerweile). Und es passierte am Anfang auch genau das, was ich befürchtet hatte: Wir verzettelten uns, die eine Hälfte des Raums wußte nicht, was die andere tat und auch die beiden Spielleiter merkten schnell, dass sie dem Chaos so nicht herr werden würden. Nach einer kurzen Pause strukturierten sie kurzerhand um und fragten rundenbasiert ab, wodurch leider ein wenig die Spontanität litt. Dennoch hatten wir tierisch viel Spaß, in- wie outtime, viele derbe Sprüche begleiteten uns (Xander will ja ein paar notiert haben – rüberschiel) und wir veranstalteten ein herbes Chaos mit so herausragenden Toons wie den Dot namens Com, einer in der Werbung fälschlicherweise für ein Sexspielzeug gehaltene Wasserflasche, einem sturzbesoffenen Pommes (eigentlich war aber eher der Spieler sturzbesoffen), einem nervigen Baby, einem wirren Wiesel, einer undefinierbaren amorphen Masse namens Blobby, Butthead (höhö), einem W6, der die Welt in sechs praktische Kategorien aufteilen wollte und einigen anderen wirren Toons. Den Hammer schossen aber die Nordcon-Orga-Leute ab, die immer mal wieder prüfend in den Raum schielten, ungläubig schluckten, das Zählen aufgaben und murmelten „Soviele Spieler? Das muss ich meinem Kollegen zeigen, das glaubt der nie!“. wink

Irgendwann gegen 4:00 Uhr meinte dann mein Körper aber, dass ich jetzt doch nach Hause fahren sollte, da er sonst keine sichere Heimfahrt mehr garantieren könne.

Sicherlich werde ich den NordCon auch im nächsten Jahr wieder ansteuern. Doch dann werde ich mehr auf Workshops konzentrieren, denke ich mal, vielleicht schaffe ich ja dann, dies besser zu koordinieren.