Wozu eigentlich Regelbücher?

Ich bin wahrscheinlich kaum zu retten – ich liebe gut gemachte Serien, sei es im TV, oder auch im Kino. Ich brenne auf die nächste Staffel von der einen Serie und gehöre auf jedem Fall zu den Verrückten, der mit Freunden in die Mitternachtspreview eines Fortsetzungsblockbusters ziehen wird.
Ich war es auch, der als Spielleiter in unserer Truppe die ersten Serien-RPGs angeschleppt hat und ich meistere zur Zeit zwei umfangreiche Kampagnen, Star Trek Guardian und Stargate Phoenix.
Umso mehr trifft es mich, dass momentan fast alle auf Serien basierenden Rollenspiele scheitern. Gut, ich habe mich schon lange damit abgefunden, dass ich ohnehin keine deutsche Übersetzung zu sehen bekommen werde, aber Stück für Stück scheitern die Systeme jetzt auch in Übersee. Sei es nun Star Trek, Stargate, Buffy oder Star Wars – alle Systeme gehen momentan anscheinend den Bach runter (von Babylon 5 einmal abgesehen).
Werde ich also meine liebgewonnen Kampagnen daher aufgeben? Nein, sicher nicht, die Grundregeln habe ich ja, oder sie sind ohnehin irgendwie mittlerweile mit Hausregeln angepass worden. Wenn ich neue Regeln brauche, improvisiere ich sie mir eben selber. Aber dennoch – es gibt einen wichtigen Grund, warum ich lieber mein Geld für neue Bücher ausgeben würde: Ideen. Ergänzungsbände haben für mich vor allem eine ganz wichtige Funktion: Mir Ideen zu liefern. Nur so kann ich interessante und abwechslungsreiche Abenteuer liefern, ohne in die Gefahr zu laufen, mich selbst zu wiederholen. Gut, wir werden auch das Überleben und gerade alteingesessene Geschichten wie Star Trek und Star Wars sind ja nicht in der ersten Systemumsetzung auf dem Markt gescheitert gekommen.
Gut, welche Alternativen bleiben? Wenn man ehrlich ist, eigentlich genug. In Internetforen werden Ideen disktutiert, aus anderen Serien, Filmen oder guten Büchern bekommt man auch Anregung genug. Man läuft dadurch zwar Gefahr, dass man nicht alles canon realisiert, aber mit ein wenig Geschick kann man das überspielen oder den aufsessigen Spielern („Spock hat doch in Folge 1728 diesen Todesgriff ausgeführt, daher kann der Senator doch gar nicht mehr leben“) mit Meisterwillkür („Paralleluniversum!“) die Sachen Recht schnell erläutern.
Es ist nicht ganz so bequem und praktisch wie die Nachschlage und Inspirationswerke der Rollenspielschreiber, aber immerhin noch eine Lösung. Und solange muss die halt ausreichen…