Hauptsache, die Deadline klappt

„Wie, dieses Auto hat noch keinen Scheibenwischer?“ – „Keine Sorge, es fährt dennoch bereits! Die Scheibenwischer können Sie sich dann später abholen und selbst anbringen.“

Ok, in der Autoindustrie funktioniert das mit den halbgaren Produkten und Rückrufaktionen etwas anders (manchmal aber auch nicht gerade viel besser). Was man allerdings in der letzten Zeit als Rollenspieler auf sich nehmen musste, ist teilweise schon eine Zumutung. Damit meine ich nicht die Flüchtigkeitsfehler und das bisweile schlampige Lektorat, dass wir ja fast schon gewohnt sind zu ignorieren. Dennoch denke ich teilweise mit Horror daran zurück, wie ich einen halben Tag damit verbrachte, alle Errata in meine Erstausgabe von Mutants & Masterminds einzuarbeiten.

Was für mich jedoch auf die Palme treibt, sind jedoch fehlende Services, die eigentlich jedes Grundregelwerk eines Rollenspiels aufweisen muss. Ja, damit meine ich beispielsweise einen Index, den aus eigentlich unbegreiflichen Gründen viele Autoren komplett ignorieren. Hallo? Habt ihr schon einmal eine Runde geleitet und musstet kurz nachschlagen, wie die Regeln zum Ertrinken in dem Systeme eigentlich geregelt sind? Gefühlte durchschnittliche Zwangspause mit Index: ca. 1 Minute. Ohne: 5–30 Minuten.

Leider setzt sich diese Schlamperei quer durch die Branche fort. Shadowrun ist dafür ein klassisches Beispiel. Aber auch Siebte See verzichtet aus unempfindlichen Gründen auf einen Index. Für das Serenity RPG ist gerade frisch ein Index als PDF-Download erschienen. Na immerhin, jetzt fehlt dem angehenden Serenity-Spielleiter nur noch eine „Kleinigkeit“ im Grundregelwerk: Ein Charakterbogen!

Ein Gedanke zu „Hauptsache, die Deadline klappt“

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