Shadowboxer (Kritik vom FFF ’07)

Feeling protected is very seductive.

Manche Filme haben es schwer, einen Verleiher zu finden. „Shadowboxer“ sucht nun mittlerweile bereits seit 2005 einen Verleih in Deutschland, ohne wirklichen Erfolg, wie uns der Ansager des Fantasy Filmfests mit starkem Bedauern in der Stimme berichtete.

ShadowboxerDer Grund ist klar, wenn man den Film gesehen hat: Diverse kontroverse Themen werden im Film angeschnitten, ohne wirklich kritisch beleuchtet zu werden. Aber muss das ein Film auch?

Doch erstmal zur Story. Rose (Oscargewinnerin Helen Mirren) und Mikey (Oscargewinner Cuba Gooding Jr.) sind ein eigentümliches Gespann von Auftragskillern. Es trennen sie zwar mehrere Generationen, doch sind sie die einzigen, die sich gegenseitig vertrauen. Ihr Leben ist hart und entsprechend abgehärtet sind ihre Gefühle. Bis Rose Krebs diagnostiziert bekommt und plötzlich anfängt, sich mit Gott auseinander zu setzen.

Bei einem Auftrag geschieht es dann: Bei dem Anblick der hochschwangeren Vicki (Vanessa Ferlito) vergisst Rose ihre Professionalität und anstelle sowohl die Mutter als auch ihr noch ungeborenes Kind skrupellos zu ermorden, wallen plötzlich heftige Gefühle in ihr hoch und so hilft sie stattdessen der Frau, der gerade die Fruchtblase geplatzt ist, bei eben der Geburt. Und setzt sich, sehr zum Unbehagen von ihrem jüngeren Partner, dafür ein, dieser Frau und ihrem Kind Schutz und eine Familie zu geben. Doch im Untergrund kennt jeder jeden, und die Hilfe von dem jungen Arzt Dr. Don (Joseph Gordon-Levitt) soll sich noch als Verhängnis herausstellen …

Eine Liebes-Beziehung zwischen einer sechzigjährigen Frau und einem Mann Mitte Dreißig? Oder ist es nur eine reine Kontrolle von ihm durch sie? Ich muss zugeben, dass auch mir eine Sexszene zwischen Cuba Gooding Jr. und Helen Mirren wegen dem Altersunterschied schwer vorstellbar war. Und auch ansonsten ist der Film alles andere jugendfrei und wirft Denkanstöße auf, die man in einem Gangster-Film kaum erwarten würde. Gleichzeitig hat er bisweilen auch eine einfach großartige Komik, wenn bspw. Mikey manipuliert von den beiden Frauen sich widerwillig um das Baby kümmern muss und dabei sein knallhartes Killerimage einfach nicht unangekratzt bleiben kann.

Ja, ich kann verstehen, dass sich anhand der kontroversen Themen ein deutscher Verleih schwer tut. Der Film hat keine eindeutige Zielgruppe, zeigt diverse heftige nicht jugendfreie Szenen ist aber gleichzeitig auch Komödie und Drama. Für mich dennoch der beste Film in der diesjährigen Auswahl des Fantasy Filmfests.

  • 7,7 Punkte von max. 10