Die Herr der Ringe Filme Ausstellung in Potsdam

Vom 1. Februar bis 29. April 2007 besucht die „Lord of the Rings Motion Picture Trilogy The Exhibition“ Deutschland. Im Anschluß wird sie wieder um die halbe Welt nach Neuseeland zurückkehren.

Nun, was gibt es zu sehen? Viele Exponate, vor allem Kleidung, Rüstung und Waffen, das meiste davon hinter Glas. Die wichtigsten Kostüme sind zu bestaunen, so einige Kleider Arwens, die Robe von Saruman, Legolas Elbenkleider und viele mehr. Leider fehlen aber auch ein paar wichtige, so das Kostüm Gandalf des Grauen obwohl das Gandalfs des Weißen zu finden ist, sowie Merry und Pippin komplett. Sam ist lediglich mit seinem Kochgeschirr am Rucksack vertreten, das allerdings immerhin in zweifacher Ausfertigung in Groß und Klein für die unterschiedlichen Proportionen zwischen Menschen und Hobbits.

Eben diese Größenunterschiede sind auch Thema eines extra Ausstellungsbereiches, in dem man auch selbst zu zweit auf zwei separate Bänke Platz nehmen kann und dann per Video in unterschiedlichen Größen einander ansehen kann. Hiervon kann man dann auch sich eine Videomontage ausdrucken lassen (im Eintrittspreis nicht inbegriffen).

Das höchste Exponat selbst ist wohl der Höhlentroll, der in beeindruckender Größe einen durchaus Respekt einflößt. Sehr schön ist auch Sean Beans eigens angefertigtes Body-Double, dass Boromirs letzte Kanu-Fahrt darstellt. Ein wenig übertrieben erscheint die Nachbildung der zerstörten Mühle von Hobbingen, die im Film selbst unserer Erinnerung nach nur wenige Sekunden selbst zu sehen ist, dort aber komplett aufgebaut worden ist.

Anfassen kann man leider eher wenig. Gezielt aufgefordert wird man immerhin an zwei Stellen, an einer darf man vorher raten, welches der zwei Sets von je drei ähnlichen Schwerter das Original Stahl-, welches das leichtere Aluminium-Duplikat und welches aus Kunststoff nachgebildet worden ist. Ich weiß nicht, ob es nur daran liegt, dass diese Exponate nun schon so oft bereits von Besuchern angegrabbelt worden sind, aber dieser Unterschied war schon ziemlich offensichtlich. Interessanter waren dann schon zwei Ausrisse von Kettenhemden, welche gliedweise aus Kunststoff nachgebildet worden sind, einen für meine Ohren sehr authentischen Klang produzierten, sehr glaubhaft aussahen und sich bewegten aber eindeutig leichter als echte Kette waren.

Das Zentrum des ganzen nahm natürlich „der eine Ring“ ein. In einem großen Rondell mit zwei extra Eingängen, sieht man an den Wänden ein leicht loderndes Feuer nachempfunden, die Ringinschrift sich drehend an die Wand projiziert und in der Mitte „den einen Ring“. Allerdings in einem großen Pfropfen durchsichtigen Epoxidharz fest eingegossen, was eine Nähe auf diesen besonderen Gegenstand leider etwas versperrte. Zwar kann man ihn recht gut sehen, peinlicherweise kann man aber auch noch den Nylonfaden erkennen, an dem der Ring für den Guß aufgehängt worden ist.

Die ganze Ausstellung wurde dann garniert mit diversen Skizzen, Aquarellen und Digitalbildern vom im Vorfeld des Films beschäftigte Künstler, die meisten von Alan Lee, sowie überall kleine Monitore mit filmischen Dokumentationen zum jeweiligen Thema. Diese sind den meisten Fans jedoch bereits gut bekannt aus den DVD-Special-Editions und laden daher eher nicht zum Verweilen ein.

So ist man dann auch bereits nach einer knappen Stunde mit allem fertig. Der obligatorische Andenkenshop im Anschluss wartet mit den typischen Elbenwald Devotionalien auf, die man auch schon aus dem Internetshop kennt, sowie einen Schmuckshop, bei dem man sich auch gleich per Laser in seinen „einen Ring“ einen Spruch seiner Wahl in diversen elbisch nachempfundenen Fonts gravieren lassen kann; für viel Geld, allerdings haben die verwendeten Freewarefonts offensichtlich keine Umlaute, vor deren Nutzung daher auch entsprechend eindringlich gewarnt wird. Dann noch eine kombinierte Garderobe mit Shop, in dem typische T-Shirts, Tassen und Poster von der Ausstellung. Apropos Garderobe: Handys, Taschen und Fotoapparate sind in der Ausstellung ausdrücklich untersagt.

Also: 1 Stunde lang staunen, sich erinnern an Orthanc, Narsil, Andúril, Galadriels Fiole, Stich, Warge, Goblins und viele Sachen mehr. Das lässt das Herz des Fans höher schlagen. Allerdings war die dreieinhalbstündige Fahrt von Hamburg nach Potsdam natürlich etwas mühseelig (auch wenn wir mit Wetter und Verkehr sehr Glück hatten). Wenn man in der Gegend ist, sollte man es sich als Fan nicht entgehen lassen. Aber um nur deswegen den langen Weg in Angriff zu nehmen? Nun ja, Potsdam ist doch etwas näher als Neuseeland, das stimmt schon …