Ja, aber …

Haralds KaufempfehlungPlay Unsafe“ von Graham Walmsley bin ich glatt mal nachgekommen (Harald hat generell ein gutes Händchen mir Sachen aufzuschwatzen). Versprochen war ein übersichtlicher Abriss über verschiedene Improvisationstechniken.

Ich gebe Harald recht: es liest sich recht schnell und übersichtlich (wenn mir auch die Entscheidung im Blocksatz-Layout auf Trennungen komplett zu verzichten bei den schmalen Spalten durchaus negativ auffiel). Inhaltlich ist es ein gelungener Ausflug in unterschiedlichste Techniken, die vor allem im Aufbrechen von eigenen Ängsten beruhen. Grundthese: „Wenn man seine eigenen Sicherheiten fallen lässt und einfach losspielt, profitiert davon das ganze Spiel“. Ein Kapitel über Statusverschiebungen im Rollenspiel fällt meiner Meinung nach ein wenig raus, da es mehr einen storytechnischen Kniff, als eine wirkliche Improvisationsmethode darstellt, aber auch diese Sache kann durchaus ein hilfreicher Ansatz sein. Insgesamt eine schöne, knackig kurze Übersicht.

Besonders herausheben möchte ich dann aber noch den Ansatz des „Ja, aber …“-Sagens. Was in „Dogs in the Vineyard“ ja bereits mit der Methode „Sag ja, oder lass würfeln“ begonnen wird, führt der Autor hier konsequent weiter in ein fast pauschales „Sag ja, jedoch ergänze es mit einem aber“. Einfaches Prinzip: auf jeden Einfall eines Spielers reagiere generell immer positiv, ergänze es jedoch mit einen „aber“ um eigene Einfälle, am besten um eine spannende Wendung. Und das gilt nicht nur für die Spielleitung, sondern für sämtliche Spieler. Davon profitiert das gesamte Spiel. Ein schön einfacher Ansatz, der mir gerade wegen der Eingängigkeit gefällt.