Das verlorengegangene #9 – einfach nicht lieb genommen

Kurze Erinnerung: Universal hat den Film, der in den USA nicht wirklich gut lief, lange für den deutschen Markt zurückgehalten und dann ausgerechnet im Schatten von dem namens-ähnlichen Musical Nine gestartet. Und das in einem einzigen Kinosaal in ganz Deutschland. Eine Woche später kam immerhin ein zweiter Saal dazu, aber auch eine Anfrage an den Verleih ließ wenig Hoffnung zu, dass wir den Film in Hamburg zu Gesicht bekämen.

Doch dann tauchte der Film überraschenderweise in Woche Drei im Spielplan eines Hamburger Multiplexkinos auf. Zwar nur in Vorstellungen um 17:00 und 23:00 Uhr, aber: immerhin.

Wir haben uns dann entschlossen, den Film diese Freitag Nacht anzugucken. Reservierte Karten abgeholt, noch kurz ins Restaurant gesetzt, Cola am Counter besorgt und dann am Kartenabreißer vorbei in den Saal gegangen. Doch da erwartete uns eine „unangenehme“ Überraschung: ein Hinweisschild, nachdem der Film in der Originalfassung in Englisch gezeigt werden würde.

Moment? Haben wir da etwas übersehen?

Nein. Im Internet stand definitiv nichts von einer OV (mittlerweile wurde es zumindest auf der Seite des UCI nachgetragen; Kino-Fahrplan.de, Google oder Kino.de wissen davon immer noch nix). Am nervigen Telefoncomputer zur Reservierung wurde nicht darauf hingewiesen. Am Counter hat man auch keinen Ton in dieser Hinsicht gesagt (angeblich hing da aber irgendwo zwischen all der Werbung ein Schild).

Im Prinzip ist eine OV ja durchaus begrüßenswert, da wir aber einen Freund dabei hatten, dessen Englischkenntnisse einfach nicht fürs Kino ausreichen, war das mehr als daneben. Immerhin haben sie ihm nach der Beschwerde anstandslos sein Ticket erstattet, dennoch: was soll dieser Mist?

Der Film war eine Augenweide in der Animation und allein deswegen es wert, ihn auf der Leinwand zu sehen – auch wenn die Story in Teilen recht hanebüchen war.  Es waren aber insgesamt gerade mal 9 Menschen im Kinosaal.

Sicher: dieser Film ist kein Kassenschlager und hat auch nicht das Zeug dazu. Und Kino ist letztlich ein Geschäft. Aber: hier wird ein Potenzial komplett weggeworfen; nein, man bekommt das Gefühl aufgedrängt, dass dieser Film sabotiert werden soll. Und an solchen Stellen fragt man sich wirklich, ob Kino wirklich noch das„Größte ist“, wie die Eigenwerbung suggeriert.

Mit solchen Aktionen jedenfalls vermiesen die Filmverleiher uns den Kinogenuss. Und anstelle 9,50 € fürs Ticket hätte ich auch geringfügig mehr (9,95 £) in Großbritannien in die DVD investieren können – die hat ja auch keinen deutschen Ton.

£9.95£9.95

2 Gedanken zu „Das verlorengegangene #9 – einfach nicht lieb genommen“

Kommentare sind geschlossen.