FFF 2011: „Cowboys & Aliens“

Die Story

Daniel Craig in „Cowboys & Aliens“ (Paramount Pictures)
Daniel Craig in „Cowboys & Aliens“ (Paramount Pictures)

Der Fremde (Daniel „James Bond“ Craig) erwacht irgendwo in der Prärie. Er blutet aus einer offenen Wunde im Unterleib und trägt am linken Handgelenk eine seltsame Manschette. Lange wundern kann er sich nicht, denn das ansonsten nur durch einen verzogenen Raufbolden gestörte Westernkaff, in das er gerät, wird angegriffen. Von seltsamen Fluggeräten, die offenbar Jagd auf Menschen machen und diese entführen wollen. Zusammen mit einem Kriegsveteranen (Harrison „Indiana Jones“ Ford) und einer schönen Fremden (Olivia „13“ Jones) macht er sich auf, die Entführten aus den Klauen der Außerirdischen Dämonen zu retten. Praktischerweise entpuppt sich die Maschette an seinem Handgelenk als potente Energiewaffe, denn sie brauchen alle Hilfe, die sie bekommen können.

Die Kritik

Eins muss man den Filmen von Regisseur Jon Favreau („Iron Man“) lassen: er weiß, wie man gutes Action-Popcorn-Kino inszeniert. So kann man auch hier kaum etwas aussetzen. Der Film macht Spaß, ist an keiner Sekunde länger als nötig, und bedient nebenbei alle möglichen Western- und Alien-Tropes.

Harrison Ford in „Cowboys & Aliens“ (Paramount Pictures)
Harrison Ford in „Cowboys & Aliens“ (Paramount Pictures)

Man muss sich im klaren sein, dass man hier keinen komplexen Western wie „True Grit“ oder einen reinen Alien-Horror wie „Alien“ vorgesetzt bekommt. Der Film hat keine komplexe Metaebene, sondern ist ein typischer Sommer-Blockbuster. Der Film löst aber das Versprechen seines Titels problemlos ein. Es geht darum, was passiert, wenn Aliens auf Cowboys treffen. Nicht mehr. Aber auch nicht weniger. Ford und Craig spielen souverän ihre Rollen, allerdings vermisst man mehr Szenen mit ihnen zusammen. Überrascht, weil ich vorher nicht gelesen hatte, wurde ich durch die Nebenrollen von Clancy Brown und Sam Rockwell, die jeden Film allein durch ihre Anwesenheit verbessern. Bleibt als einziger Kritikpunkt, dass es irgendwie nicht so einfach vorstellbar ist, wie in die schlanken außerirdischen Fluggeräte die Aliens überhaupt rein passen würden.

„Cowboys & Aliens“ (USA 2011)

Regie: Jon Favreau

Splatterfaktor: Kaum vorhanden. Es gibt zwar ein paar Blutszenen, aber die gehören in beide Genres.

Chance, den Film auch im regulären Kino zu sehen? 100%. Deutscher Kinostart ist bereits der 25. August.

Was fürs Heimkino? Dankenswerterweise ein Blockbuster ohne 3D, aber auch sonst werde ich mir die Scheibe wohl zulegen.

Wie ist der Soundtrack? Harry Gregson-Williams ist ein solider, aber selten herausragender Handwerker. Auch hier liefert er einen recht typischen Hollywood-Action-Score ab. Nicht besonders eingängig, erfüllt seinen Zweck.

Besser als „…“? Keine Ahnung, womit ich den Film vergleichen sollte, dieser Genre-Mix ist mir bisher noch nicht unter gekommen.

Rollenspiel-Inspirationsfaktor? Vielleicht kann man für eine „Deadlands“-Runde etwas herausziehen. Ansonsten sehe ich ihn aufgrund des speziellen Themas doch eher als gering.

★★★★

cowboysundaliens.de