FFF 2011: „The Divide“

Die Story

In New York explodieren offenbar mehrere Atombomben. Während noch die Pilze sich an den Fensterfronten spiegeln, retten sich einige Hausbewohner in den sicheren Keller des Hochhauses. Dort kennt sich einer vor allem aus: der Hausmeister Mickey (Michael „Terminator“ Biehn). Und der stellt gleich einige harte Regeln auf: die Tür wird keiner öffnen, damit kein radioaktiver Staub in die Zuflucht kommen kann. Der paranoide Hausmeister hat praktischerweise einige Konserven hier unten gehortet. Aber wie lange müssen sie dort unten ausharren? Und vor allem: was ist da oben los? Gibt es Hoffnung auf Rettung, oder ist die ganze Welt zerbombt?

Es dauert nicht lange, und die Notgruppe zerfällt unter diesen widrigen Umständen. Aus Angst wird Panik, Terror und Gewalt. Und plötzlich scheint sich jemand fremdes einen Zugang zu ihrer tristen Zuflucht zu verschaffen …

Die Kritik

Puh. Der Film schlägt auf den Magen. Man lässt sich zwangsweise auf eine düstere Dystopie ein, das war klar. Und es war auch klar, dass man dem Zerfall einer sozialen Gemeinschaft beiwohnen würde, die so drastisch vielleicht zuletzt in Oliver Hirschbiegels „Das Experiment“ gezeigt wurden, aber eigentlich nur bekanntes Material aus „Herr der Fliegen“ ist. Am Ende ist jeder sich selbst der nächste, wirkliche Helden gibt es nicht. Das wird einen schonungslos klar, während man die Spirale der Verzweifelung verfolgt, die einen dort gezeigt wird. Das kann nicht gut enden, wird einen ziemlich schnell klar. Dennoch klammert man sich, wie wohl die Protagonisten auch, an die vage Hoffnung, dass irgendwann eine Rettung naht und der selbst gemachte Horror irgendwann ein Ende hat.

Der Film löst nicht auf, wer oder was diesen nuklearen Alptraum verursacht hat. Darum geht es in dem Film auch gar nicht. Der Fokus liegt einzig und allein auf die soziale Isolation der Gruppe und wie diese mit dieser schrecklichen Situation umgeht. Entsprechend ist die schauspielerische Leistung um so wichtiger. Und diese ist durch die Bank gut bis herausragend. Neben dem schon erwähnten Michael Biehn, stechen der Milo Ventimiglia („Heroes“) und die bisher eher nur aus Nebenrollen bekannten Michael Eklund und Lauren German hervor. Andere geraten eher in den Hintergrund, was aber auch an der ihnen zugeteilten Rolle liegen mag. Immerhin: es gelingt den Kameramann auch in den eher beengten Räumlichkeiten zwar eine entsprechende Atmosphäre aber auch genügend Abwechslungen einzubauen.

Einige Entwicklungen sind nur schwer nachvollziehbar und man kommt von dem Gefühl nicht los, dass sie passieren mussten, damit ein entsprechender Weg später möglich war. Der Film ist dennoch sicherlich ein interessantes und gleichzeitig schockierendes Gedankenspiel. Er wird nicht unbedingt besonders lange in Erinnerung bleiben. Aber ein Erlebnis ist er sicherlich.

„The Divide“ (USA/CA/D 2011)

Regie: Xavier Gens („Hitman“)

Splatterfaktor: Oh, ja …

Chance, den Film auch im regulären Kino zu sehen? Soll wohl erst 2012 in den USA in die Kinos kommen, hierzulande tippe ich auf Direct2DVD irgendwann Mitte/Ende 2012.

Was fürs Heimkino? Lieber ausgeliehen. Mehrmals sehen muss man den Film nicht – und will es wohl auch nicht.

Wie ist der Soundtrack? Hat ein klares, ruhiges und trauriges Thema, das immer wieder variiert wird. Kann ich mir gut für entsprechende Rollenspiele vorstellen.

Besser als „Das Experiment“? Nein. Dazu gibt es ein paar Logiksprünge zu viel. Dennoch beängstigend.

Rollenspiel-Inspirationsfaktor? Keiner. Das möchte ich einfach nicht einer Rollenspielrunde zumuten.

★★★☆☆

thedividethemovie.com