Das Kickstarter-Komma – Oder wie ich versehentlich 2400 Dollar gespendet habe

Kickstarter ist eine coole Geschichte, keine Frage. Letztlich sichert man einen bestimmten Betrag zu einem bestimmten Projekt zu und bekommt dafür eine bestimmte Gegenleistung versprochen. Diese Gegenleistungen gliedern sind in der Regel in unterschiedliche „Level“ für die man unterschiedliche Gruppen von, meist aufeinander aufbauenden Geschichten/Waren/etc. versprochen bekommt.

Nicht selten werden nachträglich während der Countdown-Zeit (meist einem Monat) noch weitere Level hinzugefügt. Und als bisheriger Föderer hat man auch die Option, auf eines dieser anderen Level zu wechseln.

Das habe ich heute getan. Ein anderes Level gefiel mir nach einer Ankündigung heute besser, und ich habe darauf gewechselt. Dabei habe ich sogar meine Fördersumme angehoben. Allerdings wechselte in der Anzeige nicht die Summe, so habe ich sie einfach von „$15.00“ in „$24,00“ manuell geändert. Ich wunderte mich auch nicht, dass ich danach neu ein Amazon-Payments-Vorgang vorgesetzt bekam und klickte mich relativ routiniert durch.

Was ich nicht beachtet hatte: ich hatte als Dezimalstelle anstelle das im englischsprachigen Raum gültigen Punkts ein im deutschsprachigen Raum meist verwendetes Komma gesetzt.

Beim automatischen Vorgang wurde dann das Komma aus dem Betrag offenbar durch ein Fehlersystem automatisch getilgt. Ich hatte also statt 24,00 Dollar plötzlich das hundertfache, also 2400 Dollar zugesagt. Und dies fiel mir erst in der E-Mail-Bestätigung von Amazon Payments auf.

Nun. Soviel waren mir coole Fudge-Würfel nun auch nicht so ganz wert. Ganz ehrlich.

Pulse-Fudge-Dice
Pulse-Fudge-Dice (credit: Anon K Adderlan)

Aber mein Schock dauerte nur ein paar Sekunden, bis ich in der Bestätigungsmail von Amazon folgenden Hinweis fand:

To view or cancel existing payment authorizations:
1. Log into your Amazon Payments account by visiting https://payments.amazon.com/ .
2. Click on the „Edit Your Account Settings“ link.
3. Select „Change my payment authorizations“.
4. Click to select the authorization that you want to view or cancel.

Und das ging tatsächlich problemlos: einmal einloggen, Link finden, Autorisation zurückziehen. Kickstarter merkte automatisch, dass die Autorisation zurückgezogen war, ich konnte neu unterstützen und werde nun also hoffentlich nur 11 Würfel bekommen.

Uff. Sorry für die Aufregung. Und ein weiterer Punkt, in der die Kickstarter/Amazon-Lösung noch der deutschen Startnext/Fidor-Geschichte überlegen scheint …

P.S.: Die Fudge-Würfel mit dem Heartbeat als Plus und der Nulllinie als Minus können noch ca. 9 Tage lang unterstützt werden. Bisher ist etwas über die Hälfte der angestrebten Summe zusammen.

9 Gedanken zu „Das Kickstarter-Komma – Oder wie ich versehentlich 2400 Dollar gespendet habe“

  1. Naja, wenn Du bei Startnext ein Komma eingibst, dürfte das Problem gar nixcht erst entstehen 😉 Mir scheinr ehrlich gesagt Startnext überlegen, da viele Kickstarter nicht nutzen können (aufgrund der Voraussetzung einer Kreditkarte). Oder hast Du da Geheimtipps?

    1. Du brauchst bei Amazon Payments zwingend eine Kreditkarte? Ich dachte das geht einfach über Dein Amazon-Konto?

  2. Hmm… Die Dinger sehen eigentlich verdammt gut aus.
    Jetzt bin ich echt am Überlegen, ob ich eventuell die 15$ für ein Set beisteuern sollte.

  3. lustige Geschichte. Bei Kickstarter benötigen Supporter aktuell zwingend eine Kreditkarte. Durch das reine Vormerken der Payments ist eine Änderung bis kurz vor Schluss möglich. Bei FidorPay werden die Gelder im Supporter Konto bereits geblockt. Wir arbeiten gerade wieder intensiv daran hier Dinge zu vereinfachen und werden auch bald weitere Payment-Systeme nachlegen, die vieles noch weiter vereinfachen werden. Kreditkarte ist leider auf dem deutschen Markt nicht wirklich akzeptiert (und auch im Crowdfunding-Sinne sehr teuer)

    1. Es gibt wohl die Option, über Prepaid-Kreditkarten bei Kickstarter auszuweichen, Tim Schäfer hat dazu ein Video gemacht.

      Was Startnext angeht: freut mich zu hören, dass da andere Ideen überlegt werden. Sicher sind Kreditkarten vor allen in Deutschland immer noch nicht so günstig und verbreitet wie die EC-Karten, aber auch Fidorpay verlangt ähnlich wie Paypal Gebühren vom Händler. Ich bezweifele auch, dass es nur um das Günstigste Angebot für den Crowdfunder geht, sondern dass ein Supporten vielmehr möglichst einfach vonstatten gehen sollte.

      Mir geht es jedenfalls so: Wann immer ich mein Geld einen mir bis dahin nicht vertrauten Geldinstitut anvertrauen soll, bin ich erstmal sehr zurückhaltend und (über-)vorsichtig.

  4. Viele weitere Zahlungswege werden von deutschen Plattformen angeboten. Bei Inkubato kann so per Sofortüberweisung und via paypal gezahlt werden. Das geht einfach und gut sowohl mit Konto, Kreditkarte oder eben direkt vom paypal-Guthaben. Und das Stornieren einer Unterstützung oder die Veränderung sollte auch ganz einfach funktionieren!

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