Battlestar Galactica: Blood & Chrome

2009 lief das Finale von „Battlestar Galactica“ auf dem US-Sender „SciFi“. Nach dem Finale änderte der Sender nicht nur seinen Namensschreibweise in das immer noch gleich klingende „SyFy“, sondern auch seine Ausrichtung. Der Fokus ging weg von den im Weltraum angesiedelten Serien wie „Stargate“ hin zu netten kleinen Mystery-Schwurbeleien wie „Warehouse 13“, „Eureka“ und „Alphas“. Die neue Devise war: „Science Fiction muss nicht im Weltraum spielen!“ Was zusätzlich den Vorteil hatte, dass Serien auf der Erde weit günstiger zu produzieren waren.

SyFy versuchte mit dieser Philosophie das „Battlestar“-Franchise weiter zu melken, in dem es ein Prequel namens „Caprica“ in Auftrag gab. Diese Hoffnung scheiterte. Die Verschiebung zu einer Soap mit einer Teenagerin im Roboterkörper fand bei keiner Zielgruppe wirkliche Resonanz und wurde nach einer Staffel wieder eingestellt. Es half sicher auch nicht, dass der Sender eine sehr unstete Sendeplatzwahl traf.

Aber das Franchise selbst noch nicht völlig abgetötet. Fans freuten sich weltweit, als SyFy ein weiteres Prequel bekanntgab, in dem ein junger Adama als Kampfpilot im ersten Cylonenkrieg zu sehen sein sollte: „Battlestar Galactica: Blood & Chrome“. Günstig produziert, ohne die Schauspieler der Serie, dafür in fast vollständig virtuellen Sets vor Green-Screens und mit einer Extra-Portion Lens-Flares, die wohl bei J. J. Abrams noch herumlagen. Doch der Pilot sollte dann nie gezeigt werden und es gab kein Grünes Licht für die Serie. Das Projekt erschien tot.

Bis Anfang dieser Woche plötzlich SyFy überraschte und bekanntgab, dass der Pilot nun doch erst zerstückelt als Web-Serie erscheinen soll und dann Anfang nächsten Jahres auch sowohl auf dem Sender ausgestrahlt werden als auch käuflich auf DVD und Blu-Ray erscheinen soll.

Tatsächlich sind die ersten beiden „Episoden“ seit heute verfügbar – und, frak, sie sind ziemlich gut und machen tatsächlich Lust auf mehr:

Noch ist es zu früh um festzustellen, ob mit der Präsentation dieser Archivware eine Reanimation des Franchises stattfinden kann. Aber das EKG zeigt wieder leichte Ausschläge. Vielleicht bekommen die Rettungssanitäter, also wir Fans, es ja wieder stabil …