Josephine Martenstein, zwei virale Stöckchen und mehr …

Ich habe Post bekommen. Ohne Absender.

Das Paket
Das Paket

Ein kleines, graues Päckchen. Inhalt (ja, ich bin so leichtsinnig, und mache das auf):

  • Ein schlecht kopierter Zeitungsausschnitt mit der Überschrift „Suchaktion erfolglos abgebrochen – junge Archäologin gilt weiterhin als vermisst.“
  • Zwei kleine Stöcker, offenbar abgebrochen
  • Ein Stück Kunstfell, sehr haarend, in dem eine kleine dünne Holzscheibe eingebunden ist mit einem Fischgräten-ähnlichen Symbol.
Der Inhalt (I)
Der Inhalt (I)

Das ist das zweite Mal in meiner Blog-Karriere, dass ich soetwas rätselhaftes unaufgefordert bekomme  (das erste Mal bekam ich vor Monaten ein seltsames Kaleidoskop).

Einzige ansatzweise brauchbare Fingerzeige:

  • Am Rande der Box wurde mit Stempeln ein „Erza Ehlkosm OS“ augedruckt.
  • Der Zeitungsartikel nennt den Namen der verschwundenen Archäologin: „Josephine Martenstein“
Der Inhalt (II)
Der Inhalt (II)

Googlet mal den Namen von der Archäologin kommt man auf ein Tumblr-Blog, dass offenbar vor vier Monaten bereits angelegt worden ist und mit einigen „mysteriösen“ Beiträgen vollgestopft wurde, dann aber abrupt aufhört. Daraus ergeben sich neue Hinweise:

  • Ein Foto, dass auf „Andor, die Legende von“ hinweist.
  • Eine Geo-Koordinate (N 52° 23.375’ E013°37.744’), die auf ein Waldstück in Berlin-Karolinenhof weist (ich schaue da aber jetzt nicht nach, ist etwas weiter weg von hier – gibt es Geo-Cacher, die hier mitlesen?)
  • Ein Archiv mit mehreren Dokumenten in Sütterlinschrift bei Google Docs. Darunter auch einmal ein Fischgrätenmuster, ähnlich dem auf dem Holzstück.
  • Zwei in Fraktur gesetzte Zeitungsartikel, die angeblich aus der „Frankfurter Volkszeitung“ von 1908 und 1912 stammen sollen. Allerdings gibt es darin kein für Fraktur typisches Langes s „ſ“, sondern nur die mittlerweile vereinheitlichte kurze Form.
  • Foto einer Flöte, auf der ebenfalls das Fischgrätenmuster aufgedruckt scheint.

Und hiermit höre ich mal mit der Spurensuche erstmal auf – am interessantesten wäre es wohl für einen Geo-Cacher, die Koordinaten mal zu verfolgen.

Der Inhalt (III)
Der Inhalt (III)

Klar ist: das ist ein Alternate Reality Game, zu dem ich eingeladen wurde. Und natürlich nicht als Einziger – gleiche Päckchen haben viele mittlerweile bekommen, zum Beispiel auch Cyclopean Citadels. Es gibt auch bereits eine Facebook-Gruppe dazu.

Bedruckte Seite der Schachtel
Bedruckte Seite der Schachtel

Die Meta-Frage ist: Wer steckt dahinter? Viel spricht für den Kosmos-Verlag, der damit sein in diesem Herbst erscheinenden neuen Spiel von Michael Menzel „Die Legenden von Andor“ promoten könnte. Dazu passen könnte auch das seitlich aufgedruckte „erza Ehlkosm OS“ – die letzten Buchstaben ergeben „Kosmos“. Zusammen aber halt „Erzählkosmos“, mit Erzählkosmos.de landet dann auch auf einer Internetseite von „Soma Labs“, die auf einer angeschlossenen Facebook-Seite sich als Herausgeber dieses ARG outen.

Hmm. Bleibe ich an der Geschichte dran? Lust hätte ich schon, aber nach Berlin werde ich nicht extra reisen …

2 Gedanken zu „Josephine Martenstein, zwei virale Stöckchen und mehr …“

  1. Schöne Aktion, schade ist nur, dass bei all den Kosten an einem Lektor gespart wurde. Besonders für einen Verlag! Aber vermutlich verlange ich zuviel.

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