Kritik: „Star Trek Into Darkness“

Nach dem ersten Film des Neustarts ist die Mannschaft der Enterprise zurück auf der Erde, als dort ein einzelner Terrorist, der einst selbst Mitglied der Sternenflotte war, beginnt, eben diese anzugreifen …

Die ersten euphorischen Kritiken mit gleichzeitigen Spoiler-Warnungen haben mich als alten Trekkie mit viel zu überzogenen Erwartungen in den Film hineingehen lassen. Sogar von dem Besuch der IMDb wurde wegen angeblich massiven Spoilern abgeraten. Ich hätte misstrauisch werden sollen …

Von allem etwas

Ja, es ist beileibe kein schlechter Film. Er bedient wie sein Vorgänger souverän die meisten Erwartungen an einen Trek-Film wie großartige Action, witzige Dialoge und beliebte Charaktere. Er enthält aber nicht die große Überraschung. Nein, er wird sogar etwas zu vorhersehbar im zweiten Teil (das aber immerhin durch einen Tribble).

Apropos: Natürlich gibt es für Trekkies viele kleine Anspielungen, die nur sie verstehen werden und sie im Kinosaal als solche outen. Auch wird diesmal der Rest der Crew etwas besser eingebaut (Ausnahme: Chekov) und bekommt mit Dr. Carol Marcus Zuwachs, dessen Bedeutung durch die Star Trek-Geschichte (sie ist in der Prime-Zeitlinie der Vater von Kirks Sohn) klar werden sollte. Und schließlich: Wer erliegt nicht Benedict Cumberbatchs Charme, wenn dieser den schwer durchschaubaren Antagonisten spielen darf?

Das Technobabbeln sollte in sich auch logisch bleiben

Zoe Zaldanas Uhura ist zurecht auf dem Poster von „Star Trek Into Darkness“ – sie hat diesmal weit mehr zu tun, als nur Klingonisch zu übersetzen
Zoe Zaldanas Uhura ist zurecht auf dem Poster von „Star Trek Into Darkness“ – sie hat diesmal weit mehr zu tun, als nur Klingonisch zu übersetzen

Dann aber fühlt man sich auch an die Unzulänglichkeiten des ersten Films schmerzhaft erinnert. Das wirre Innere einer Brauerei, das für den Maschinenraum doublen muss und irgendwie schon von der Größe her nur schwer vorstellbar überhaupt in das doch eher kleine Schiff einbaubar wäre, spielt sich diesmal sogar noch etwas mehr in den Vordergrund. Dann diese Transwarp-Transportertechnik, mit der Scotty im ersten Teil Kirk auf die sich mitten im Warp-Flug befindliche Enterprise beamte – ist diesmal ein noch mehr zum Haareraufen bringendes Plotdevice, das noch nicht einmal nötig gewesen wäre. Im kruden Gegensatz dazu versagt die Transportertechnik am Anfang des Films, weil sie durch einige Liter Wasser und einer Aschewolke gestört ist. Und mit den Storyboard bedingten Flugzeiten will ich gar nicht erst anfangen. Ich kann nur hoffen, dass meine Rollenspielrunde nicht bald Transwarp-Transporter haben möchte …

Ein gemischtes Bild

Zum einen: ja, nach vier Jahren Entzug war es schön, mal wieder ins Star-Trek-Universum zurückkehren zu können – und dank der Neuverpflichtung von J.J. Abrams bei der Konkurrenz ist ja zu befürchten, dass es bis zum nächsten nochmal länger werden wird. Die Autoren gehören für einige Punkte gehörig getreten, immerhin gab es diesmal keine lächerlichen Medikationen Pilles, die Kirks Zunge anschwollen haben lassen. Die Action bringt Spaß, auch wenn einige Elemente (wie ein Space-Suit-Jump) recht gewollt kopiert aus dem 2009-er-Film wirkten oder einfach um der Action Willen überhaupt erst eingefügt wurden und plottechnisch nicht wirklich nötig waren. Und über das nachträgliche 3D brauchen wir ja nicht mehr reden.

Kurz: Die große Überraschung blieb aus und die Autoren werden manche Logiker unter den Fans sehr viel zu diskutieren geben. Der Rest ist grundsolide Popcornkost und wird das Franchise weiter am Leben erhalten.

Wird aber dennoch wirklich Zeit für eine neue Serie!

Star Trek Into Darkness, USA 2013

Regie: J.J. Abrams

Darsteller: Chris PineZachary QuintoZoe SaldanaBenedict Cumberbatch

Soundtrack: Wie der Film, eine grundsolide Fortsetzung ohne wirklich neue Merkmale, die wirklich begeistern.

★★★★

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