Kurzkritik „The Philosophers“ (FFF 2013)

Lauter hübsche Menschen passen nicht alle in einen Bunker

Man nehme: Ein Haufen junger Erwachsener, die zusammen Philosophie in Indonesien studieren (wo auch sonst, die Universitäten dort sollen laut Geldgeber laut Film ja auch sehr gut sein). Einen Lehrer, der das letzte Seminar hält und ihnen als Aufgabe ein Gedankenexperiment stellt: Die Apokalypse (der Einfachheit halber nuklear), alle im Raum haben überlebt und können in einen Bunker fliehen. Der hat aber nur Ressourcen für zehn von den zwanzig Schülern (und dem einen Lehrer). Darüberhinaus hat jeder eine mehr oder weniger wichtige Rolle: Einer ist Botaniker, eine andere Soldatin, ein dritter Eishersteller. Wie entscheiden Sie, wer mit in den Bunker kommt, und wer stirbt?

Eigentlich ja ein spannendes Experiment, das noch dazu in plastischen Bildern gezeigt wird, während die Studenten und ihr Lehrer herumfantasieren. Aber: es wird schnell sehr fade. Die spannende Fragen sollte sich aus den Gewissensbissen und ethischen Dilemmas ergeben – stattdessen wirft der Lehrer immer wieder neue Unwägbarkeiten hinein um die Situation in die eine oder andere Richtung spürbar vom Kurs abzubringen.

Railroading im Film

Es ist so auch eigentlich kein Gedankenexperiment, sondern ein Rollenspiel, mit dem Lehrer gleichzeitig als Spielleiter und als Mitspieler. Jeder erfahrene Rollenspieler weiß, dass soetwas nur selten Spaß bringen wird. Der Lehrer braucht keinen Regeln folgen und überrascht die Gruppe stattdessen immer mit neuen, deprimierenden Wendungen.

Es bleibt ansonsten eine Gruppe bildhübscher Menschen dabei zuzusehen, wie sie sich mit platten Klischees ihren Charakteren stellen, Vorurteile verbreiten und Sex haben wollen. Interessante philosophische Herausforderungen sehen anders aus. Vielleicht bei dem Film lieber den Ton ausschalten und die … öhm … „Schauwerte“ genießen.

„The Philosophers“, USA, INO 2013

Regie und Drehbuch: 

Darsteller:

Rollenspielinspirationsfaktor: Dieser Film geht um ein Rollenspiel. Und um einen Spielleiter, der dabei versagt. Macht daraus, was ihr wollt.

Score: Ganz nett.

Auf deutschen Kinoleinwänden: Sehr unwahrscheinlich. Keine Infos bezüglich DVD.

★★☆☆☆