Kritik: „Brotherhood of Blades“ – Nix Neues aus dem Wuxia-Kino

1627, zum Ende der Ming-Dynastie, entscheidet der junge Kaiser, den Einfluss des mächtigen Eunuchen Wei zu beenden, und sendet die kaiserlichen Assassinen – die Geheimpolizei – aus, ihn und seine Unterstützter zu töten. Doch die werden nicht besonders gut bezahlt und stehen ruchlosen Angeboten nicht komplett ablehnend gegenüber.

Im Schatten der Wuxia-Tradition

„Wuxia“-Filme haben vor allen in Hongkong und mittlerweile auch im Rest Chinas eine lange Tradition, sind aber erst 2000 durch Ang Lees „Crouching Tiger, Hidden Dragon“ einer breiteren westlichen Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Lees Film folgten viele weitere Filme, aber in den letzten Jahren ist die Aufmerksamkeit, wie auch leider Budget und Qualität, stark zurückgegangen; 2005 erlebte China einen großen Reinfall, als der bis dahin teuerste asiatische Film, „Wu Ji – Die Reiter der Winde“ (Budget: 340 Mio. ¥, entspricht etwa 53 Mio. US$) weltweit gerade einmal 31 Mio. US$ einnahm und auch als chinesische Oscar-Hoffnung durchfiel.

Die drei Helden sind Assassinen des Kaisers. In der deutschen Synchro allerdings englisch „Assassins“ des Kaisers ausgesprochen, warum auch immer (Foto: Pandastorm Pictures)
Die drei Helden sind Assassinen des Kaisers. In der deutschen Synchro allerdings englisch „Assassins“ des Kaisers ausgesprochen, warum auch immer („Brotherhood of Blades“, Foto: Pandastorm Pictures)

„Brotherhood of Blades“ hatte nicht einmal ein Zehntel eines solchen Budgets (30 Mio. ¥, entspricht etwa 4,7 Mio. US$), lehnt sich aber in seiner ausgefeilten Choreografie an andere Werke des Wuxia-Kinos klar an. Doch gerade dies will nicht so richtig zünden, die Kulissen und Naturdrehorte reichen nie in der Farbenpracht oder Ausstattung an die Vorbilder heran, der Schnitt verwirrt stellenweise in den Kampfszenen und auch die Geschichte will mehr Wendungen unterbringen, als ihr eigentlich gut tut. Dazu kommt leider auch noch eine unsägliche Wackelkamera. Ich bin mir zwar nicht sicher, ob dies auch schon in anderen Wuxia-Filmen grassierte, aber hier fällt sie wirklich negativ auf und reißt einen zusammen mit Schnitt und Choreografie leider immer wieder aus der Action heraus.

Aufgepasst: China im 17. Jahrhundert erlaubte nur grün-schwarze Häuserfassaden („Brotherhood of Blades“, Foto: Pandastorm Pictures)
Aufgepasst: China im 17. Jahrhundert erlaubte nur grün-schwarze Häuserfassaden („Brotherhood of Blades“, Foto: Pandastorm Pictures)

Kurz: Regisseur Yang bemüht sich redlich, ein großes Feuerwerk der Effekte und Martial-Arts-Künste zu zünden, erreicht aber nicht die Ästhetik anderer Werke des Genres.

Das Blu-Ray-Cover (Pandastorm Pictures)
Das Blu-Ray-Cover (Pandastorm Pictures)

„Brotherhood of Blades – Kaiserliche Assassins“ („ 绣春刀“, CN 2014)

Regie: Lu Yang

Drehbuch: Chen Shu und Lu Yang

Darsteller: Chang Chen, Liu Shishi, Wang Qianyuan

Extras: Abgesehen vom deutschsprachigen Trailer: Nichts.

★★★☆☆

„Brotherhood of Blades – Kaiserliche Assassins“ erscheint bei Pandastorm Pictures am 18.09.2015 auf DVD, Blu-Ray und als VoD. Offenlegung: Ich habe die Blu-Ray freundlicherweise als Rezensionsexemplar erhalten.