Teen-Agentin mit High-School-Sehnsucht – Kritik: „Secret Agency“

Agentin 83 (Hailee Steinfeld, „True Grit“) wurde schon als Kind von der Regierungsorganisation Prescott zur perfekten Agentin und Auftragsmöderin unter dem strengen Auge von Hardman (Samuel L. Jackson, „Pulp Fiction“) ausgebildet. Doch sie hat eine Sehnsucht nach einem normalen Leben und als sie bei der Gefangennahme von Victoria Knox (Jessica Alba, „Sin City“) die Gelegenheit zur Flucht bekommt, hält sie nichts mehr auf.

Die Waffen einer Frau, äh, Teenager-Agentin (Hailee Steinfeld und Dove Cameron in „Secret Agency“, Foto: Ascot Elite Home Entertainment)
Die Waffen einer Frau, äh, Teenager-Agentin (Hailee Steinfeld und Dove Cameron in „Secret Agency“, Foto: Ascot Elite Home Entertainment)

Unter der Deckidentität Megan Walsh taucht sie als Gastschülerin unter und genießt das Leben als Teenagerin an einer High School. Doch das ist nicht so einfach, wie sie es sich vorgestellt hat, jedenfalls nicht wenn man alle Kenntnisse über dieses Leben nur aus Filmen und Serien zusammengeklaubt hat und neben attraktiven Jungs dort auch noch ihre schärfste Konkurrentin Agentin 84 (Sophie Turner, „Game of Thrones“) auftaucht …

Lieber nicht mit „Kingsman“ vergleichen

Die Kreuzung aus Agentenfilm mit Teenagerproblemen und Samuel L. Jackson in einer Nebenrolle hat mit dem Erscheinen im Jahr 2015 das Problem, dass die Komödie fast zwangsläufig mit „Kingsman“ verglichen werden muss. Und ja – da kann sie nur gegen verlieren. Aber der Vergleich ist auch ziemlich unfair, spielt der Film doch in einer ganz anderen Liga: „Secret Agency“ ist eine Indie-Produktion und von der Ausstattung her knapp oberhalb von den direkt fürs TV produzierten Teenie-Komödien des Disney Channels anzusiedeln und keinesfalls in der Blockbuster-Region. „Secret Agency“ erschien in den USA fast ausschließlich als VoD und auch hierzulande gleich auf DVD und Blu-Ray.

Aber es ist ein durchaus spaßiger kleiner Film in dem es komplett um Girl-Power geht und in der die Jungs diesmal zu reinen Nebenfiguren degradiert werden: Es ist ein Film, welcher den Bechdel-Test nicht bestehen würde, wenn es im Bechdel-Test nicht um Frauen sondern um Männer gehen würde.

DVD-Cover von „Secret Agency – Barely Lethal“ (Ascot Elite Home Entertainment)
DVD-Cover von „Secret Agency – Barely Lethal“ (Ascot Elite Home Entertainment)

„Secret Agency“ („Barely Lethal“, USA 2015)

Regie: Kyle Newman

Drehbuch: John D’Arco

Darsteller: Hailee Steinfeld, Dove Cameron, Sophie Turner

Extras: Trailer und Original-Trailer, sowie viele Interviews mit wichtigen Darstellern aber auch Mini-Nebendarstellern (wie dem Cameo-Auftritt von Jackass-Steve O) und Machern, die aus irgendwelchen Gründen häufig als Eingangsfrage nach ihrer I-Pod-Playlist gefragt werden. Daneben geben die Macher einen Einblick in einige der Drehorte und Hintergründe.

Rollenspiel-Inspirationsfaktor: Daraus lässt sich sicher ein spaßiges Setting basteln, wenn alle Lust an Over-the-Top-Action haben und

Score: Toby Sebastian (Trystane Martell in „Game of Thrones“) durfte seine eigene Musik für den Film aufzeichnen und vor der Kamera spielen, und ja, der Junge kann singen (ist ja auch neben der Schauspielerei noch in einer Band). Der Rest vom Score ist nicht überwältigend, aber auch nicht störend.

★★★☆☆

„Secret Agency“ erscheint am 20. Oktober 2015 bei Ascot Elite Home Entertainment auf DVD und Blu-Ray. Offenlegung: Ich habe die Blu-Ray freundlicherweise als Rezensionsexemplar erhalten.