80er-Actionfilm-Nostalgie mit der Extraportion Gore: „Turbo Kid“ (Blu-ray-Kritik)

Der Junge The Kid (Munro Chambers) überlebt schon seit Jahren auf sich allein gestellt in der postapokalyptischen Wildnis, indem er sich durch den Müll vergangener Tage wühlt. Eines Tages trifft er auf die eher einfältige Apple (Laurence Laboeuf), welche spontan bestimmt, dass die beiden jetzt Freunde sind und nicht mehr von seiner Seite weichen will.

Ein perfektes Team: Kid (Munro Chambers) und Apple (Laurence Leboeuf) in „Turbo Kid“ (Foto: Sébastien Raymond/Edel Distribution)
Ein perfektes Team: Kid (Munro Chambers) und Apple (Laurence Leboeuf) in „Turbo Kid“
(Foto: Sébastien Raymond/Edel Distribution)

The Kid ist erstmal ziemlich überfordert und will mit seinem BMX-Rad fliehen, am liebsten in seine Traumwelt, in der ein Comicheld namens Turbo Rider für Gerechtigkeit sorgt.

(Trailer auch alternativ als FSK 16-Version)

Als dann auch noch der sadistische Anführer „Zeus“ (Michael Ironside) wieder auftaucht und zusammen mit seinem Gefolgsmann Skeltetron (Edwin Wright) die Umgebung terrorisiert, gerät The Kid in Gewissenskonflikte – aber auch an eine antike Handschuh-Waffe, die vielleicht eine Wende im Kampf gegen Zeus sein könnte …

Ein Fest mit blutigen Gedärmen

Zeus fährt das volle Bösewicht-Programm (Michael Ironside in „Turbo Kid“, Foto: Sébastien Raymond/Edel Distribution)
Zeus fährt das volle Bösewicht-Programm (Michael Ironside in „Turbo Kid“, Foto: Sébastien Raymond/Edel Distribution)

Erstmal ist der Film ein Fest für Gore-Freunde, regelmäßig werden hier Körperteile durch- oder abgeteilt, spitze Gegenstände in Augen katapultiert oder Gedärme mit Radspeichen aufgewickelt. Für wen das viele Blut nichts ist, der sollte diesen Film auf jedem Fall meiden, trotz der Tatsache, dass er noch an vielen anderen Stellen an die fantastische Filmkultur der 80er erinnert wird: die Ausstattung von BMX-Rad über Kreissäge-Hand und Handgelenkcomputer, Videokommunikation über Röhrenbildschirme oder auch einfach nur klassische Kamera-Einstellungen ohne Wackelkamera, und wenn der Vorspann mit einem „Die Zukunft, wir schreiben das Jahr 1997“ bei einem Film, der in 2014 gedreht wurde, beginnt, sollte klar sein, was wir erwarten können: Der gesamte Film ist eine entsprechend nostalgische Verbeugung, der gelegentlich etwas arg über das Ziel hinauszieht. Aber das taten die Filme unserer Kindheit eigentlich doch auch, wenn wir ehrlich sind, und wir haben sie geliebt dafür.

Der Super-Power-Handschuh („Turbo Kid“, Foto: Edel Distribution)
Der Super-Power-Handschuh („Turbo Kid“, Foto: Edel Distribution)

„Turbo Kid“ ist so ein wirklicher 80er-Nostalgie-Hitfilm und sicherlich nichts für die Jugendlichen von heute, denn sie würden einfach nicht verstehen, was an all diesen Sachen so cool sein kann. Aber vielleicht haben ja gerade sie Gefallen an all den Splatter?

Blu-ray-Cover „Turbo Kid“ (Edel Distribution)
Blu-ray-Cover „Turbo Kid“ (Edel Distribution)

„Turbo Kid“ („Turbo Kid“, CAN/NZ/USA 2015)

Regie und Buch: François Simard, Anouk Whissell und Yoann-Karl Whissell

Darsteller: Munro Chambers, Laurence Leboeuf, Michael Ironside

Extras: Bildergallerie, Trailer und Teaser-Trailer

Rollenspiel-Inspirationsfaktor: Gigantisch. Jedenfalls wenn man Lust aufs Over-the-Top-Spiel hat und auf viel bluttriefende Schnetzel-Kämpfe

Score: Synthesizer-Galore, passt wie die Faust ins Roboter-Auge

★★★★

„Turbo Kid“ erscheint am 13. November 2015 bei Edel: Distribution/LFG auf DVD, Blu-Ray und VoD. Offenlegung: Ich habe die Blu-Ray freundlicherweise als Rezensionsexemplar erhalten.