„Operation Avalanche“ – oder der Versuch, die Mondlandungsfälschung zu fälschen (Blu-ray-Kritik)

“We choose to go to the moon in this decade and do the other things, not because they are easy, but because they are hard.” (John F. Kennedy, 1962)

Kennedys Plan, auf dem Mond zu landen, setzte ein beispielloses Wettrennen zwischen der USA und der Sowjetunion in Gange, bei dem die Genossen lange die Nase vorn hatten, immerhin hatten sie anderthalb Jahr zuvor den Kosmonauten Gagarin als ersten Menschen in den Weltraum geschossen – und sicher wieder zurück auf die Erde geholt.

Doch als die CIA-Agenten Matt Johnson (Matt Johnson) und Owen Williams (Owen Williams) ein Telefonat der NASA abhören und dabei feststellen, dass die Weltraumbehörde zwar auf dem Mond landen, aber nicht wieder starten könne, keimt in beiden ein waghalsiger Plan auf: Begeistert von der Arbeit des kreativen Regisseurs Stanley Kubrick, der gerade einen Film über eine Mondlandung drehen will, wollen sie mit moderner Filmtechnik ein wenig nachhelfen und den Vereinten Staaten diesen wichtigen Sieg gegen den Klassenfeind ermöglichen.

Die Mondlandung war schon immer eines der großen Themen für Verschwörungstheoretiker und genau mit dieser Idee wird auch hier gespielt. Dabei ist es noch nicht einmal der erste Film, der dies umsetzt, bereits 1977 wurde das Thema von Peter Hyams in „Unternehmen Capricorn“ aufgegriffen und 2003 wurde bereits Regisseur Stanley Kubrick in der französischen Mockumentary „Kubrick, Nixon und der Mann im Mond“ für die Fälschung verantwortlich gemacht.

Teilweise im Lyndon B. Johnson Space Center in Huston gedreht (Foto: Ascot Elite)

„Operation Avalanche“ ist eine Found-Footage-Mockumentary, die stilistisch extra auf altes Filmmaterial getrimmt wirken soll, vermutlich wie ein Super-8-Film (wobei dieses Filmformat erst 1965 von Kodak eingeführt wurde). Ständig gibt es Unschärfen, wilde Kameraschwenks sowie Dreck, Staub und andere Fehler auf der vermeintlichen Projektion, was dem Film eine besondere Authentizität verleihen soll. Dabei orientierte sich der Regisseur tatsächlich auch sonst von der Bildsprache her stark an den damaligen Dokumentationen. Auch die Ausstattung des Films ist mit sehr viel Liebe an der damaligen Zeit orientiert, was überraschend positiv auffällt, wenn man das geringe Budget des Films zugrunde legt.

Foto: Ascot Elite

Teile des Films wurden daher sogar im Guerilla-Stil gedreht: Die Filmmacher gaben sich als Filmstudenten aus, welche eine Filmdokumentation über die NASA in den 60er Jahren bei der NASA drehen wollten – strenggenommen nicht ganz eine Lüge – und bekamen so die Möglichkeit, an Originalorten zu drehen. Daher wurden die Hauptcharaktere des Films auch nach den Darstellern benannt, um die Charade aufrecht erhalten zu können. Ein faszinierender und äußerst kreativer Ansatz.

Leider zahlt sich dieser Ansatz aber nur bedingt aus, denn die eigentliche Story bleibt flach und letztlich eine One-Man-Show mit etwas bizarren Humor, der zumindest bei mir nicht immer zündete. Und es sollte auch etwas zu denken geben, dass die Featurette tatsächlich etwas interessanter als der Film selbst ist.

„Operation Avalanche“ (USA 2016)

Regie: Matt Johnson

Drehbuch: Matt Johnson , Josh Boles

Darsteller: Matt Johnson, Josh Boles, Owen Williams

Extras: Featurette, extra von Ascot Elite auf einem Züricher Filmfestival gedreht, Trailer

★★★☆☆

„Operation Avalanche“ erschien am 13.01.2017 bei Ascot Elite auf DVD und Blu-ray. Offenlegung: Ich habe die Blu-ray freundlicherweise als Rezensionsexemplar erhalten.

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