Atemberaubende Natur: „Planet Erde II“ (Blu-ray-Kritik)

Vor zehn Jahren schuf die BBC mit „Planet Erde“ eine der beeindruckendsten Dokumentarserien überhaupt. Nun kehrt das Team zurück und schafft mit „Planet Erde II“ ein nicht minder imposantes Epos in sechs Teilen, welches auf allen Ebenen einfach nur als Superlativ gelten muss: Die Inszenierung der brillanten Aufnahmen, von denen man nahezu jeden Screenshot als Bildschirmhintergrund nutzen möchte, die einfache, aber immer spannende und nachvollziehbare Dramaturgie der Erzählung mit der vom ersten Wort in seinen Bann ziehenden Stimme von Sir David Attenborough und letztlich auch durch den Score, den niemand geringeres als Hollywood-Genie Hans Zimmer komponieren durfte – all das trägt zu einem audiovisuellen Erlebnis sondergleichen bei, das man nur uneingeschränkt empfehlen muss.

Die neue Serie ist abermals als internationale Koproduktion entstanden, im Gegensatz zur ersten Serie, deren beiden Staffeln von WDR und BR begleitet wurden, ist es diesmal in Deutschland das ZDF, dass sie unterstützte. Die Serie wurde auch tatsächlich bereits im deutschen Fernsehen versendet: Im Rahmen von der Reihe „Terra X“ unter dem Titel „Eine Erde – viele Welten“ am Sonntagvorabend im Januar und Februar 2017.

Faultiere sind überraschend gute Schwimmer (Copyright BBC 2016 & polyband)
Faultiere sind überraschend gute Schwimmer (Copyright BBC 2016 & polyband)

Dort liefen aber lediglich die etwas gekürzten 45-minütigen Fassungen der Episoden, welche im Original auf der BBC meist etwas länger waren und jeweils mit einem gut 10-minütigem Making-of („Planet Earth II Diaries“) ergänzt wurden. Diese sind nun auf den Blu-rays natürlich komplett vorhanden, wobei die Diaries nur im OmU vorliegen.

Mitten in einem Superschwarm von Grashüpfern: Kameramann Rob Drewett (Copyright Ed Charles 2016 & polyband)
Mitten in einem Superschwarm von Grashüpfern: Kameramann Rob Drewett (Copyright Ed Charles 2016 & polyband)

Neben dem Senderwechsel gab es auch einen Wechsel in der Stimme des Sprechers. Dies ist nun Christian Schult, der derzeitigen Synchronstimme von Robert Redford, der die aus der ersten Staffel bekannten Stimme von Tom Selleck, Norbert Langer, ersetzt. Eine durchaus gute Wahl, passt die etwas kratzigere Stimme doch mehr zu der Originalstimme von David Attenborough – wenngleich dies hier eher ein unwichtiges Detail darstellt, denn das Wichtige, den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen, gelingt allen Sprechern gleichermaßen gut.

Mark MacEwen filmt die Makaken in Jaipur, die völlig an Menschen gewöhnt sind. (Photography by Fredi Devas Copyright BBC NHU 2016 & polyband)
Mark MacEwen filmt die Makaken in Jaipur, die völlig an Menschen gewöhnt sind. (Photography by Fredi Devas Copyright BBC NHU 2016 & polyband)

Die sechs Episoden sind thematisch gebündelt: In „Inseln“, „Berge“, „Dschungel“, „Wüsten“, „Grasland“ und „Städte“ – wobei die Grenzen naturgemäß etwas fließender sind. Damit nehmen sie die Abgrenzungen aus der ersten Serie wieder zu einem großen Teil auf. Zu jeder Episode gibt es das bereits genannte Making-of „Diaries“, sowie im 20-seitigem Begleit-Booklet einige Fakten zu der jeweiligen Umgebung sowie den gezeigten Schauplätzen.

„Planet Erde II: Eine Erde – viele Welten“ („Planet Earth II“, GB 2016)

Score: Von Hans Zimmer. Muss man wirklich noch mehr sagen

★★★★★

„Planet Erde II“ erscheint am 06.02.2017 bei Polyband auf DVD und Blu-ray. Offenlegung: Ich habe die Blu-ray freundlicherweise als Rezensionsexemplar erhalten.

Beitragsbild oben: Ein Bienenfresser begleitet einen Elefantenbullen in der Hoffnung, aufgewirbelte Insekten zu erhaschen (Photograph by Chadden Hunter Copyright BBC NHU 2106 & polyband)

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