Caylus gewinnt den Deutschen Spielepreis 2006

18.
Sep.
2006

CaylusWilliam Attia hat den Publikumspreis Deutscher Spielepreis 2006 für sein herausragendes, aber sehr komplexes Spiel Caylus (gesprochen: „Kie-lüss“) gewonnen. Bei Caylus versuchen 2–5 Spieler eine mittelalterliche Stadt mit diversen Gebäuden ins Land auszudehnen, dabei müssen sie aber auch Günste des Königs einheimsen den Vogt bestechen, am Rande ein kleines Ritterturnier durchführen, die Arbeiter durch die Gaststätte bei Laune behalten und vieles weiteres mehr. Alles gleichzeitig ist dabei nicht möglich, daher ist man ständig bemüht, die richtige Balance zu finden und viele Strategien können letztlich zum Sieg führen.

Caylus kann bereits seit Monaten auch kostenlos online in der Brettspielwelt gespielt werden. Für den noch recht jungen Verlag HUCH! & friends, der das Spiel von Ystari verlegt ist es jeweils der erste Spielepreis. Für Caylus gewannen sie jedoch bereits schon vor kurzer Zeit den „Sonderpreis für komplexe Spiele“ der „Spiel des Jahres“-Jury.

Spiel der Spiele 2006: Tal der Abenteuer

22.
Aug.
2006

Spiel der Spiele Logo, Wiener Spiele AkademieDer österreichische Spielepreis der Wiener Spiele Akademie „Spiel der Spiele“ wurde soeben an Rainer Knizias Spiel Tal der Abenteuer vergeben. Das bemerkenswerte daran: Das Spiel erscheint im Parker Verlag. Ja, richtig gehört: Parker wird wieder Autorenspiele verlegen, nachdem sie jahrelang lediglich ihre alten, eingestaubten Produktlinien in immer neuen Reinkarnationen weitergepflegt hatten (Monopoly, Trivial Pursuit, Risiko, etc.).

Traditionell gibt es aber noch diverse weitere Auszeichnungen: „Spiele Hits mit Freunden“ wurde an Kleopatra und die Baumeister (Days of Wonder), Um Krone und Kragen (Amigo) und das Spiel des Jahres 2006 Thurn und Taxis. „Spiele Hits für Viele“ an Cranium Hullabaloo (Jumbo) und Pow Wow (Ravensburger). „Spiele Hits für Zwei“ an Hive (Huch & Friends). „Spiele Hits für Familien“ an Just 4 Fun (Kosmos), Nacht der Magier (Drei Magier Spiele) Packeis am Pol (Phalanx Games) sowie Pecunia non olet (Goldsieber). Und letztlich die „Spiele Hits für Kinder“ an Piratissimo (Selecta), Ramba Samba (Zoch) sowie Zoff im Hühnerhof (Haba).

Spiel des Jahres 2006: Thurn und Taxis

17.
Jul.
2006

Spiel des Jahres 2006Es kam, wie wir es alle erwartet haben. Bei dem diesjährigen Spiel des Jahres gab es keine Überraschung: Thurn und Taxis gewinnt den prestigeträchtigen Preis, was den Verlag Hans im Glück nach dem großen Erfolg von Carcassonne 2001, El Grande 1996, Manhattan 1994 (übrigens auch vom Co-Autoren des diesjährigen Spiels, Andreas Seyfarth) sowie Drunter und Drüber 1991 den fünften roten Pöppel beschert (und damit langsam aber sicher zu Ravensburger mit 6 großen Pöppeln aufrücken).

Thurn und TaxisDas Spiel hat es aber auch verdient, nicht nur für die geniale Vermarktungsstrategie mit fürstlichen Beistand durch die ebenso benannte Fürstin, deren Postkutschen erprobte Familie als Namenspatin bereitstand, sondern auch durch eine ordentliche Spielbalance (bei der ich dennoch seltsamerweise immer Baiern ausspare) und eine sehr ansprechende Aufmachung (die man von Hans im Glück allerdings, mit wenigen Ausrutschern, auch gewohnt ist).

Bei den Kinderspielen gewann jedoch nicht wie vielfach erwartet das innovative Spiel Nacht der Magier (Jens Peter Schliemann und Kirsten Becker, Drei Magier Spiele), sondern Der schwarze Pirat (Guido Hoffmann, HABA).

Thurn und Taxis kann übrigens schon seit einigen Monaten kostenlos in der Brettspielwelt online gespielt werden.

Awards

10.
Jul.
2006

Die Gewinner der 32. Origins Awards wurden nun bekanntgegeben. Da es neben dem Kritikerpreis auch ein Publikumspreis gibt gibt es in vielen Kategorien auch je 2 Gewinner. So gewann in der Kategorie des besten Rollenspiels Artesia den Kritikerpreis, während das Serenity RPG den Publikumspreis Gamer’s Choice in dieser Kategorie gewann. Beides nach meinem Empfinden recht gute Preisträger, da sie wirklich neue Systeme sind (ok, keines hat das Rad neu erfunden, aber keines von ihnen ist eine weitere Abänderung vom d20-System). Noch am Rande erwähnt: Bei den Brettspielen gewann das hierzulande noch so gut wie unbekannte Parthenon den Kritikerpreis (obwohl in der aktuellen Spielbox tatsächlich eine Rezi dazu ist, muss ich bei Zeiten mal lesen), den Publikumspreis räumte das Kooperationsspiel Schatten über Camelot ab.

Vor etwas über einer Woche wurde der Deutsche Rollenspiele Preis DRSP im Internet bekannt gegeben (in der Rekordzeit von sechs Monaten ausgewertet). Dort sieht man allerdings nur alte Bekannte auf allen Rängen wieder und bekam so innovative Informationen, dass Das Schwarze Auge das beliebteste Rollenspiel in Deutschland ist (ach!) und bei solchen Umfragen gerade mal 10% Frauen teilnehmen. Aber der DRSP will ja nach eigener Aussage auch eher die Verlage selbst als Zielgruppe erreichen und mutierte deshalb wohl eher zu einem Marketingfragebogen.

Im Mutterland des Marketings der Awards, den USA, gab es dann auch Ende der Woche die Emmy-Nominierungen. Die Emmys sind soetwas wie der Oscar für TV-Serien, nur mit dem Nachteil, dass dabei jedes Jahr die gleichen Verdächtigen gewinnen. Daher hat man sich nun dieses Jahr extra etwas Neues einfallen lassen, und ein neues Voting-System eingeführt. Von vielen als Lauren Graham-Methode getauft, die in den vergangenen Jahren bereits immer bei den Nominierungen leer ausging, trotz solider bis hervorragenden Leistungen in den Gilmore Girls. Doch, die Überraschung: Trotz dieser neuen, innovativen Methoden, findet man nur altherbekanntes nominiert, weder Battlestar Galactica, noch Veronica Mars noch Lauren Graham wurden nominiert, selbst Lost ging dieses Jahr in den Hauptkategorien leer aus.

Bleibt also die Frage: Was soll ein Award erreichen? Für die Verlage und Produzenten sicherlich vor allem Prestige, mit dem sie werben können. Ein Spiel des Jahres beispielsweise verkauft sich alleine wegen des roten Pöppels sehr viel besser (die Bekanntgabe von Thurn und Taxis dem diesjährigen Sieger findet übrigens in knapp einer Woche statt). Für die Konsumenten jedoch sollte ein Preis zweierlei machen: Einmal soll er Fans bestätigen, dass sie nicht alleine hinter einer Serie oder einem Spiel stehen. Zum anderen aber soll er ein wenig auch auf interessante Neuerscheinungen aufmerksam machen, d.h. nicht oder nicht nur immer die großen Hunde mit Knochen versorgen. Und genau das vermisse ich beim Deutschen Rollenspielpreis. Doch eine einfache Lösung durch Änderung von Wahlverfahren für Publikumspreise scheint es nicht zu geben, wie die Emmys gerade eindrucksvoll beweisen …

Ist dann der Umkehrschluß, dass wir daher vielleicht einen Kritikerpreis für Deutsche Rollenspiele brauchen?

Abstimmung zum Deutschen Spiele Preis gestartet

1.
Mai.
2006

Der Deutsche Spiele Preis ist immer der kleinere Spielepreis neben dem Jurypreis Spiel des Jahres. Dennoch besitzt er unter Vielspielern eine viel größere Bedeutung, da er im Gegensatz zum großen Bruder ein Publikumspreis ist und nach Kritikermeinung weniger auf den Massenmarkt zielt und durchaus Spiele auszeichnet, welche auch hohen strategischen Anspruch stellen …