US Upfronts 2007

18.
Mai.
2007

Die „Upfronts“ in den USA sind gerade zu Ende gegangen und die fünf TV-Networks (ABC, CBS, FOX, NBC, The CW) haben Ihre neuen Serienprojekte für die TV-Saison 2007/08 vorgestellt und alte Serien „beerdigt“. Hier ein kleiner Überblick:

Die „Gilmore Girls“ sind nun in einen tränenreichen und durchaus gelungenen Finale nach sieben Staffeln zu Ende gegangen. Die Serie schaffte es durchaus mit ihren wunderbaren Nebencharakteren und mit vielen Popkultur-Referenzen genial gespickten Dialogsequenzen einen Fankreis außerhalb des normalen Soap-Publikums aufzubauen. Doch in der letzten, siebten Staffel fehlten die Erfinderin Amy Sherman-Palladino aufgrund von wirtschaftlichen Differenzen mit dem Network, wodurch gerade die letztgenannte Qualität doch spürbar nachließ. Das Finale hat es aber dennoch geschafft, in den Herzen der Fans sich einen Platz zu erobern.

Veronica MarsDie schon zwei Jahre lang absetzungsgefährdete Serie „Veronica Mars“ wurde leider, trotz dem Versuch eines Pitches einer Version mit einem Zeitsprung, der die Protagonistin einige Jahre später zeigen würde, wie sie als FBI-Agentin arbeiten würde, nun offiziell abgesetzt (auch wenn es noch bis zuletzt Hoffnungsschimmer gegeben haben soll). Hier in Deutschland versendet ja das ZDF die wirklich herausragende Serie auf den „hochattraktiven“ Sendeplatz von Freitag Nacht gegen 01:00 Uhr. Doch auch mit dem durchaus quotenstarken Lead-In durch die Gilmore Girls konnte die Serie in der dritten Staffel auch nicht überzeugen, selbst die Fans waren zuletzt eher enttäuscht.

Diverse weitere Serien haben es nicht über eine Staffel heraus gebracht, darunter auch der dritte Versuch von Produzent Tim Minear, auf FOX eine Serie zu platzieren, nachdem diese „Firefly“ abgesetzt haben. „Drive“ hatte alles für ein erfolgreiches Konzept: Nie so bisher in TV-Serien gesehen Spezialeffekte rund um ein illegales Autorennen quer durch die USA, actionreiche Szenen und herausragende Hauptdarsteller (darunter Captain Tighpants Nathan Fillion persönlich). Aber dann kam FOX auf die grandiose Idee, den zweistündigen Piloten am Sonntagabend zu senden auf einen Sendeplatz, den sonst Zeichentrickserien inne haben. Nach nur zwei Wochen zogen sie die Notbremse und bremsten das Drama endgültig aus. Allen weiteren Serien trauere ich meistens aufgrund der Thematik nicht besonders nach, selbst dem Science Fiction Drama „Jericho“ nicht, dass mich selbst nie so richtig im Konzept überzeugt hatte (demnächst dürfen wir auf ProSieben die erste und einzige Staffel uns angucken).

Bionic WomanDoch nun zu den neuen Serien, bei denen eines auffäll: Fantastik scheint wieder ein Thema fürs Fernsehen zu werden, so viele Genre Serien hatten wir selbst nach dem Lost-Hype nicht. Und die Thematik ist breitgefächert: NBC hat gleich vier Serien parat, darunter eine Art Neuauflage von „Zurück in die Vergangenheit“: „Journeyman“ gibt jedoch dem Helden immer wieder die Möglichkeit in die Gegenwart zurückzukehren und dort seine Beziehung zu kitten (Video-Preview). In „Chuck“ werden dem gleichnamigen Protagonisten die kompletten Geheimnisse der CIA sublim ins Unterbewusstsein gepflanzt, das ganze ist aber als strange Comedy verpackt, deren Witz sich mir in den Previews noch nicht ganz erschließt (Video-Preview). Mit „Heroes: Origins“ startet ein Mini-Spin-Off des letztjährigen Superhelden-Dramas „Heroes“ mit dem Clou, dass das Publikum einen der Helden der sechs Episoden in den Main Cast der Hauptserie wählen dürfen (leider kein Video-Preview). Und mit „The Bionic Woman“ wird der Trend, alte TV-Serien-Erfolge der siebziger und achtziger Jahre neu zu verpacken, der schon bei „Battlestar Galactica“ äußerst erfolgreich funktionierte, fortgesetzt: Hier tritt „Die Sieben Millionen Dollar Frau“ neu umgesetzt und das vom Produzent David Eick, der auch schon für Battlestar Galactica verantwortlich ist. Mit an Bord auch Katee Sackhoff (Starbuck), welche als wiederkehrender Gaststar auftreten wird (Video-Preview). (Alle neuen Serien von NBC in der Übersicht)

Pushing DaisiesBei ABC trifft man nur auf eine fantastische neue Serie, aber die soll Gerüchten zufolge im Piloten äußerst überzeugen: „Pushing Daisies“ handelt von einem Mann mit der ungewöhnlichen Gabe, Totes für kurze Zeit wieder zu beleben. So ist er nicht nur ideal dafür geeignet, manche Morde aufzuklären (erinnert sich hier noch jemand an eine gewisse „Torchwood“-Episode?), sondern auch schmeckt Obst und Gemüse, dass er in der Hand hielt nachher wie frisch geflückt. Doch die Frau, die er liebt, konnte er zwar wiederbeleben, aber wenn er sie je wieder berührt, stirbt sie für alle Zeiten (Video-Preview). Den Rest füllt ABC vor allem mit Star-Power, so tauchen Lucy Liu („Ally McBeal“) und Miranda Otto („Der Herr der Ringe“) in einer Mischung aus „Sex and the City“ und „Der Teufel trägt Prada“ in „Cashmere Mafia“ auf (Video-Preview). Und Peter Krause („Six Feet Under“) sowie Donald Sutherland („MASH“) bringen ein Revival von Familiensagas nach der Art von „Denver Clan“ in „Dirty Sexy Money“ (Video-Preview). Allgemein scheint das Leben der Reichen und Schönen ein Leitmotiv in den Serien von ABC zu werden. (Alle neuen Serien von ABC in der Übersicht)

CBS‘ Thema bleibt weiterhin das Verbrechen. Nicht nur, dass alle CSI-Serien und Verwandte weiter fortgesetzt werden, die neuen Serien zeigen einen durch Zuckerrohr und Rum reich gewordenen (Verbrecher-)Clan kubanischer Abstammung in „Cane“, und, immerhin mit fantastischen Thema, „Moonlight“ über einem Vampir, der Verbrechen aufklärt (hmm, hatten wir die Idee nicht schon ein paar mal?). (Alle neuen CBS-Serien in der Übersicht)

The Sarah Connor ChroniclesEine neue Show bei FOX ist „New Amsterdam“ über einen New Yorker Polizisten, der seit Jahrhunderten unsterblich ist (habe ich da gerade ein Déjà-Vu? – ah, ok, kein Vampir diesmal, sondern ein alter indianischer Fluch oder Segen oder so) (Video-Preview). Auch neu: „The Sarah Connor Chronicles“. Nein, nicht über eine gewisse Popsängerin, sondern über die Mutter von John Connor. – John Connor. Na klingelt es? Richtig: Der Retter der Menschheit aus den „Terminator“-Filmen, dessen Mutter durch die einmalige Linda Hamilton 1984 und 1991 darauf vorbereitet worden ist, dass ihr Kind einst den Widerstand gegen die Maschinen aufnehmen würde. Diesmal dargestellt von Lena Headey zeigt die Serie, was zwischen den zweiten und dritten passierte. Mit dabei ein altes „Firefly“-Gesicht: Summer Glau („River“) darf mal wieder ihre körperlichen Fähigkeiten unter Beweis stellen (Video-Preview). Hoffen wir, dass wir diesmal vielleicht auf so 12 Episoden kommen, das wäre schon klasse, FOX. (Alle neuen FOX-Serien in der Übersicht)

Letztlich noch The CW: Hier gibt es eine neue Serie namens „Reaper“ über einen unfreiwilligen Helfer Satans, der nun Seelen eintreiben muss. Ein Highlight könnte Ray Wise als Teufel sein und auch, dass Kevin Smith („Dogma“) als Produzent auftritt und in der ersten Episode Regie führt (Video-Preview). „Gossip Girl“ bringt wenigsten ein klein wenig Kristen Bell („Veronica Mars“) wieder ins Spiel, die hier als anonyme bloggende Stimme aus dem Off bissige Kommentare abgeben darf. Hinter der Serie steht Josh Schwartz, dessen Teen Angst-Drama „The O.C.“ bereits dieses Frühjahr auslief (Video-Preview). Ansonsten setzt der Sender leider größtenteils auf Reality. (Alle neuen The CW Serien in der Übersicht)

Das komplette Sendeschema für den Herbst findet man u.a. bei The Futon Critic.

Fazit 2006

8.
Jan.
2007

Ich weiß, ich bin ein wenig spät dran. Aber besser spät, als nie. :-)

Rollenspiel 2006

Rollenspieltechnisch war 2006 für mich vor allem eines der vielen Wechsel. Ich hatte wirklich stark damit zu kämpfen, dass in diversen meiner Runden Leute ausgeschieden sind. Die meisten sicherlich aus Zeitgründen, in ein paar Fällen merkten wir aber, dass die Spielweise einfach nicht mehr so richtig zueinander passten. Ich bin daran ganz sicher nicht schuldlos, da ich mich auch selbst sehr weiterentwickelt habe im Rollenspiel. Dazu gehören sicherlich Erkenntnisse im Bereich der Rollenspieltheorie. Ich weiß jetzt, was mir am Rollenspiel viel Spaß macht (verschrobene Charaktere mit festgelegten Bahnen und Zielen in komplexen Geschichten, ähnlich angelegt der Erzählweise von großartigen TV-Serien wie Babylon 5 oder Battlestar Galactica) und woran ich weniger Spaß habe (große strategische Überlegungen mit vielen Regeloptionen). Aus einem D&D-Spieler wurde immer mehr ein Fan von großen Kampagnen mit relativ wenig Würfelei.

Sowohl als Spieler als auch als Meister hatte ich daher meine Lieblingsrunden im Star Trek Bereich. In Martins Star Trek Runde baute ich mir ein absolut durchgeknalltes Konzept an dem ich einfach enorm viel Spaß hatte. Doch leider scheiterte die Runde letztlich daran, dass die Story verebbte und wir uns nur noch im Kreis auf einen Planeten drehten, dazu kam die Realisierung einiger Spieler, dass sie doch lieber im Fantasy-Genre spielen wollten. Zum Jahresende haben wir die Runde daher aufgelöst, sehr zu meinen Bedauern.

Meine eigene Star Trek Guardian Runde steuert ebenfalls mit großen Schritten auf ein Ende zu. Dies ist aber ein geplantes, vielmehr eines, dass ich bereits vor nun mehr fast fünf Jahren einmal gesetzt habe. Trotz diverser Spieler- und Charakterwechsel ist diese Runde doch immer eine der wichtigsten in meinem Portfolio geblieben. Und ich finde es wichtig, dass eine so groß aufgezogene Kampagne auch ein festes Ende haben kann. Mit den Spielern ist aber dennoch vereinbart, dass wir im Anschluss ein Spin-Off starten wollen.

Bei meinen anderen Runden gab es zwei Relaunches. Meine zweiwöchentliche Stargate-Runde hatte sich einfach festgefahren. Schuld daran war niemand so richtig allein, letztlich war es eine Mischung aus der Tatsache, dass ich meinen Kampagnen-Plot in eine Sackgasse manövriert hatte, nachdem der Haupterzählfaden über sich konkurrierende aufgestiegene Wesen plötzlich in der neunten Staffel der Serie sich wiederfand, sowie der Umstand, dass diverse Spieler aus Zeitgründen ausscheiden mussten und damit auch die Charakterkonstellation einfach nicht mehr miteinander harmonierte. Beim Relaunch entschlossen wir uns daher einen reinen Tisch zu machen und bei dem neuen Pitch für die Runde (Methoden von Primetime Adventures und Universalis erfolgreich zweckentfremdet) ist die Runde dann plötzlich auf eine Firefly-ähnliche Konstellation umgeschwenkt. Daher nahmen wir dann auch gleich das entsprechende Rollenspielsystem Serenity und Yúan Fèn entstand.

Die LodlanD-Runde hingegen erlebte ebenfalls einen drastischen Spielerschwund. Gestartet als eine Art „CSI Lodt“ waren wir in mehreren komplexen Fällen involviert, doch dann sind ausgerechnet die Spieler aus Zeit- und Ortsgründen (Umzug) ausgestiegen, die auf dieses Genre (Krimi) besonders Lust hatten. Daher haben wir dann einen Schlussstrich gezogen und mit Unknown Armies einen Ausflug ins Mystery-Genre begonnen. Momentan jagen meine Spieler da noch dem Maskottchen der Fußballweltmeisterschaft (s. Abenteuer aus dem Spielleiterschirm) nach.

Mit Frank, Harald, Martin und später Verena durfte ich dann diverse Independent Rollenspiele kennen lernen (s. a. Franks Wilde Lande Blog und Haralds Blackbox). Nach Dogs in the Vineyard (wunderschönes Würfelssystem, nur das Setting finde ich doch gewöhnungsbedürftig) und Sorcerer (abgedrehte Runde mit knallharten aber guten Ende) sowie je einem One-Shot in All Flesh Must Be Eaten (durfte durch Genickbruch und zweimaligen Überfahren durch eines Feuerwehrwagens sterben, nachdem mich Klein-Timmy aus dem Glockenturm angesprungen hatte) und einem extrem wirren One-Shot Capes war es dann vor allem The Shadow of Yesterday, das mich wirklich begeisterte. Ein wirklich geniales Fantasy-System mit grandiosen, spielbereichernden Mechanismen (Auffüllen von Würfelpools durch Verausgabung, Kulturgenuß und Sex) hat mich vor allem der Erfahrungspunkte „on the fly“-Einsatz positiv überrascht. Es bereichert das Spiel grandios, wenn man direkt dann steigern kann, wenn man genau das braucht. Sicher ist das nur bei stufenlosen Systemen denkbar, aber wenn man kurz noch steigern kann, bevor man ausgerechnet jetzt über den steilen Hang klettern muss, ist das eigentlich wirklich eine Art „Learning by doing“ und befriedigt nebenbei das innere Munchkin (und macht daher auch einfach Spaß). Daher auch glatt zu Siebte See übernommen.

Teile dieser Runde waren es dann auch, die mich erstmalig zur Hannover Spielt überredeten. Am Sonntag morgen bin ich dann für eine einzige Rollenspielrunde dorthin gefahren (ok, ich hatte immerhin mit Chris angenehme Begleitung im Auto), in der Martin ein mehrstündiges Exposé über Artesia gehalten hatte und wir dann doch ein wenig auch zum Spielen gekommen sind. Das System machte einen gemischten Eindruck auf mich, sehr martialisch und viele Schlachten beinhaltend, aber dennoch sehr durchdacht und mit Details ausgefüllt. Besonders die Charaktererschaffung war einfach klasse und machte Lust auf mehr.

Im September hatte ich nach langer Zeit endlich mal eine Woche Urlaub und verbrachte die mit 10 weiteren Chaoten in einem Ferienhaus in Dänemark an der Nordsee. Natürlich hatten wir insgesamt vier der Abende mit Rollenspiel gefüllt (ja, drei durfte ich meistern) und an einem durfte ich von Jan Exalted kennenlernen. Meine bisherigen Erfahrungen mit dem Storyteller-System von WW waren eher gemischt gewesen, Exalted bietet jedoch meiner Meinung nach ein sehr ansprechendes Kampfsystem und hat den Manga-Aspekt, so ich das beurteilen kann, sehr schön umgesetzt (muss mir irgendwann wirklich mal Weapons of the Gods angucken).

Ansonsten habe ich dieses Jahr dank eBay meine Buffy RPG Sammlung ausbauen können (und in der Runde von Scotty auch meinen Watcher weiter leiden lassen können), habe mir mit Blue Planet einen weiteren Staubfänger in die Regale gesetzt (werde ich wohl nie spielen, aber das System ist klasse und war im Ausverkauf), und viel Geld in Independent und kleinere Rollenspiele gesetzt (u. a. Dogs in the Vineyard, Sorcerer, The Shadow of Yesterday, Universalis, Agon, With Great Power, Capes, My Life with Master, The Shab-Al-Hiri Roach, Covenant, Don’t Rest Your Head, The Princes‘ Kingdom, Space and Steel und Kobolde). Viel zu viel Auswahl für weitere Runden also.

Kino 2006

Meine persönlichen Kino-Charts 2006, samt Einschätzung, ob ich mir einen Film auch auf DVD holen werde:

10. A Scanner Darkly
– Lief er überhaupt im regulären Kino? Ich habe ihn auf dem Fantasy Filmfest sehen können und fand ihn enorm … äh … verwirrend. Dennoch sehr unterhaltsam und eine Philip K. Dick Story. (DVD-Kaufabsicht: Wohl eher nicht).

09. Superman Returns
– Leider etwas untergegangen, obwohl der Film diverse Verneigungen vor dem grandiosen Original machte. (DVD-Kaufabsicht: Habe ihn schon billig geschossen)

08. Little Miss Sunshine
– Wenn man diesen Film sieht, wird einem klar, wie herrlich normal doch die eigene Familie ist. (DVD-Kaufabsicht: Wohl eher nicht)

07. V wie Vendetta
– „Remember, remember the 5th of November.“ Einfach grandiose Verfilmung der Graphic Novel. (DVD-Kaufabsicht: Wenn der Film mal unter 10 € liegt)

06. Departed: Unter Feinden
– Spannendes Verwirrspiel zwischen Undercover-Männer zwischen Mafia und Polizei. Trotz oder gerade wegen Leonardo DiCaprio amsehnlich. (DVD-Kaufabsicht: Wenn der Film mal unter 10 € liegt)

05. Inside Man
– Wie ein ausgerechnet ein Banküberfall Spike Lees bisher bester Film wurde. (DVD-Kaufabsicht: Wenn der Film mal unter 10 € liegt)

04. James Bond – Casino Royale
– Manchmal macht man einfach alles richtig. Selbst die Logikfehler gehören zum richtigen Bond-Feeling dazu. Nur Q fehlte mir doch. (DVD-Kaufabsicht: Vielleicht irgendwann mal, wenn der 100 Pack James Bond Filme zu kaufen ist)

03. Das Parfüm
– Oppulenter Historienfilm nach Bestsellervorlage von Tom Tykwer. Tom Tykwer. Muss ich mehr sagen? (DVD-Kaufabsicht: Öhm, vielleicht mal)

02. Brick
– Die Überraschung des Fantasy Filmfests sorgte nicht nur für akuten Sitzplatzmangel, sondern auch für ein neues grandioses Genre: Teen-Neo-Noir. (DVD-Kaufabsicht: Wenn es ihn auch außer dem superteuren UK-Import gibt, sofort)

01. Children of Men
– Grandiose Verfilmung eines postapokalyptischen Stoffes, noch herausragendere Kameraführungen teilweise minutenlang ohne Schnitt. Und dabei die so einfache Botschaft, dass ohne Kinder jede Hoffnung fehlt. Siehe auch @YouTube: „Why Children of Men should be nominated for best picture“ (DVD-Kaufabsicht: Sofort)

TV 2006

Immer mehr wird ersichtlich, dass man sich als Serienfan im Ausland bedienen muss. Bestes Beispiel das grandiose Battlestar Galactica: Während RTL II hierzulande die Serienausstrahlung einfach unguckbar durch ständige Einblendungen von Werbung macht, bekommt man die DVD-Box der zweiten Staffel bereits für 23 Euro frei Haus. Leider macht Battlestar Galactica auch inhaltlich für meinen Geschmack zur Zeit eine kleine Durststrecke durch, ich bin aber noch zuversichtlich, dass diese grandiose Serie sich wieder fangen wird.

Diese Hoffnung habe ich bei Lost leider immer weniger. Die Autoren verfangen sich zusehend in immer weiteren Mysterien, ohne dass sie großartig alte auflösen und damit die Geschichte auch mal ein wenig voranbringen. In den USA macht ihnen daher der Seriennewcomer Heroes auch schon arg zu schaffen, dort werden aufgestellte Rätsel einige Folgen später auch tatsächlich bereits aufgelöst. Und gerade deswegen bleibt der Zuschauer auch bei der Stange.

Die Briten haben währenddessen ihr Doctor Who Franchise erfolgreich weiter ausgebaut und mit Torchwood bereits einen sehr guten Ableger für ein erwachseneres Publikum kreiert, der auch vor einem bisexuellen Hauptcharakter nicht zurückschreckt, und mit The Sarah Jane Adventures das gleiche für Kinder geschafft. Beides gucken Fans jedoch gleichermaßen gerne und begeistert mit. Lediglich die Neuauflage von Robin Hood als TV-Serie gefällt noch nicht so ganz.

Eine andere ebenfalls grandiose Serie habe ich allerdings zunächst übersehen. Dr. House ist für mich eine der grandiosesten Neuentdeckungen der TV-Serien der letzten Jahre, die Verknüpfung von einem absoluten Ar*****ch als Hauptcharakter mit CSI-ähnlichem Aufspüren von Krankheiten ist einfach genial und unterhaltsam zu gleich. Und dabei läuft die Serie sogar im Hauptprogramm eines großen TV-Senders hier in Deutschland und wurde nicht, wie andere grandiose Serien ins Randprogramm abgeschoben (s. Veronica Mars erst am ZDF Sonnabend Nachmittag und dann im Mittwoch Nachtprogramm, oder die letzte Ruhe, die jetzt Vox dem einstigen Zugpferd Six Feet Under im Sonnabend Nachtprogramm beschert).

Sonstiges

2006 war für mich persönlich ein Jahr mit einigen Höhen und mehreren Durststrecken, die aber alle erstmal überstanden sind. Besonders zum Jahresende war das berufliche Chaos einfach schier unüberwindlich, daher litten auch die Beiträge hier im Blog sichtlich. Aber in meiner aktuellen Branche ist die Zeit vor Weihnachten wohl generell ein einziges Durcheinander.

Mit dem Jahreswechsel habe ich den Werbebereich des Blogs renoviert. Ich bin mir aber nicht sicher, ob und wie ich das weiter behalten werde. Zum einen ist die weitere Wartung nun durch automatische Beitragszuordnung der Werbung problemloser geworden, zum anderen möchte ich gerne allgemein vermeiden, dass der Bereich dort zu bunt wird und zu sehr vom Thema abweicht. Ich bin mir da noch sehr unschlüssig, zumal die Einnahmen ohnehin nie die Ausgaben dieses Blogs deckelten. Klarer Fall von „Hmm, mal sehen“. ;-)

Und genau das gilt auch für 2007.

Mal ein paar Firefly/Serenity Häppchen

8.
Dez.
2006

Da ich mich momentan nebenbei auf eine neue Serenity-RPG-Kampagne (namens „Yuán Fèn“) vorbereite, mal ein paar wild zusammengetragene Infohäppchen:

Für das Serenity RPG existiert seit längerem ein gewisser Produktionsstau, offenbar verzögert Universal Pictures zur Zeit die Herausgabe von weiteren Produkten (so ein freier Autor des Systems). Seit mittlerweile extrem langer Zeit überfällig sind da auch die Errata, so gibt es immer noch keine offizielle Aufklärung über die Verwirrung, ob (und wenn ja wie) Traits auch nachträglich noch erworben werden können. Meiner Gruppe habe ich dann auch letzten Dienstag vermutlich fälschlicherweise erzählt, dass es nicht möglich sei, jetzt bin ich mir da nicht mehr so sicher und werde vermutlich nach einer Hausregel fahnden dürfen.

Für „Firefly“ (wir erinnern uns, dass die Lizenz der Serie immer noch bei FOX liegt, während der Film „Serenity“ bei Universal Pictures verwirrenderweise angesiedelt ist) ist unter dessen tatsächlich ein MMORPG in der Mache. Multiverse will das von so vielen geliebte Setting umsetzen und hat sich die Lizenz gesichert, berichtet Wired.

Bei Recherchearbeiten stolperte ich dann auch noch über eine sehr unterhaltsame aber leider nicht verfilmte Vorlage einer Firefly-Folge 1×15: „Dead or Alive“.

Kurzer Exkurs: Joss Whedon selbst steckt unterdessen in gleich drei Projekten fest. Darunter die von vielen Fans skeptisch angesehene Verfilmung von Wonder Woman, für deren Hauptrolle immer noch keine Schauspielerin verpflichtet worden ist. Dann wird es eine achte Staffel von „Buffy the Vampire Slayer“ geben – allerdings als Comic (Vorschaubilder hier, hier, hier und hier). Mehr zum Comic im TV Guide-Interview. Und letztlich ein Projekt, zu dem er selbst bisher sehr wenig verraten hat: Goners soll ein Horror-Film werden. Jetzt gibt es dann auch die ersten Infos in einem etwas versteckten Blog zum Film.

Ach ja, und dann war da noch der „Welcher Serenity-Charakter bist Du?“-Test. Mit so gar nicht offensichtlichen Fragen wie „Wurden je regierungsbezahlte Experimente an Dir durchgeführt?“, kam bei mir folgendes heraus:

Your results:
You are Dr. Simon Tam (Ship Medic)

Dr. Simon Tam (Ship Medic)
70%
Derrial Book (Shepherd)
60%
Zoe Washburne (Second-in-command)
45%
Inara Serra (Companion)
45%
Malcolm Reynolds (Captain)
45%
Kaylee Frye (Ship Mechanic)
40%
River (Stowaway)
30%
Wash (Ship Pilot)
30%
A Reaver (Cannibal)
25%
Alliance
20%
Jayne Cobb (Mercenary)
15%
Medicine and physical healing are your game,
but wooing women isn’t a strong suit.

Battlestar Galactica RPG

28.
Nov.
2006

Battlestar Galactica Quickstart GuideDem geneigten Leser sind bestimmt zwei Fakten nicht entgangen: Ich bin a) durchaus ein Anhänger von Rollenspielen zu vielen fantastischen TV-Serien und b) ein großer Fan der neuen „Battlestar Galactica“-Serie.

Insofern war ich erstaunt, dass Infos über die offizielle Konzeption eines Rollenspiels zu der Serie relativ schwierig zu bekommen sind. Zwar hat die Brancheninsider-Seite ICv2.com bereits im Juli darüber berichtet, dass Margaret Weis Publishing Ltd. (u. a. verantwortlich für das „Serenity RPG“ und diverse „Dragonlance“-Romane) die Rechte erworben hatte, aber seitdem habe ich im Internet kaum eine weitere Spur dazu gefunden. Langsam tauchen aber ein paar auf, entsprechend nutze ich mal das Blog um sie zusammenzutragen.

Kaum Infos findet man auf der Homepage von Margaret Weis, diese ist seit Jahren „under construction“ (auch wenn sich immer mal wieder etwas kleines rührt). Ein Webmaster scheint irgendwie größtenteils verschollen zu sein, selbst die offizielle Domain des Serenity Roleplaying Game, SerenityRPG.com, ist von Universal Studios registriert, nicht von dem Verlag selbst. Eine Domain nach dem Muster, also etwa BattlestarGalacticaRPG.com ist hingegen nicht registriert.

Amazon hat nun immerhin das Buch ins Sortiment aufgenommen und sogar mit 14. März 2007 ein Veröffentlichungsdatum angekündigt. Auch auf der deutschen Amazon Homepage ist es bereits vorbestellbar. Eher wahrscheinlich wird aber wohl Mitte April, wir Europäer werden da dann noch ein, zwei Monate draufschlagen können, bis auch wir direkt in den Genuss kommen werden. Um die lange Wartezeit zu verkürzen will der Verlag ein Quickstart Guide herausgeben und für gerade einmal 5$ verscherbeln vertreiben. Im Onlineshop des Verlags ist dies mittlerweile zum Vorbestellen aufgetaucht, leider kann man dies aber nur via International Airmail bekommen, was stolze $25 Versandkosten bedeuten wird. Bei dem geringen Preis kann man jedoch nicht unbedingt davon ausgehen, dass der Handel hierzulande das Werk in sein Sortiment aufnehmen wird. Immerhin hat der Verlag angekündigt, dass auf DriveThruRPG.com ein kostenloser Download (nach Registrierung) des Previews angeboten werden wird. Angeblich kann man noch im Dezember mit einer Veröffentlichung rechnen.

Zum Schluss noch die bisher bekannten, größtenteils mittlerweile als bestätigt anzusehenden, Fakten: Hardcoverbuch, durchgehend vierfarbig, 224 Seiten. Es verwendet die gleichen flexiblen und einfachen Regeln, wie das Serenity RPG (also kein d20). Inhaltlich sollen lediglich zur ersten Staffel Anknüpfpunkte gesetzt werden (was vermutlich die an sich separat zu betrachtende Mini-Serie aber nicht ausschließt). Der Verlag hat sich die Optionen für sechs weitere Zusatzbände gesichert.

Kleines Manko für den Freak in mir: Offenbar hat das Regelwerk keine abgeschnittenen Ecken (siehe dazu auch: Moleskin-Hack).