Fantastische Trailer und wann sie zu finden sind (#7)

Midnight, Texas (OV)

Es ist nun schon neun Jahre her, dass Charlain Harris’ Sookie Stackhouse-Buchserie als „True Blood“ von HBO zur TV-Serie umkonzipiert wurde (und uns ein paar Staffeln gut unterhielt). Nun kommt eine weitere TV-Serie basierend auf einer Buch-Serie von ihr: „Midnight, Texas“ handelt abermals von einem kleinen Südstaaten-Dorf, in dem allerlei mystische Gestalten Zuflucht gefunden haben, und natürlich darf übernatürlicher Sex im Trailer nicht fehlen. Dennoch: Zuviel Vampire Diaries-Vibe im Trailer, oder? Überzeugt mich noch nicht wirklich, dennoch werde ich die Serie im Auge behalten.

„Midnight, Texas“ läuft im Juli in den USA an, wo und wann wir hier damit rechnen können, steht bisher noch nicht fest.

Captain Underpants (OV)

Eine bei uns eher unbekannte Kinderbuch-Serie soll nun das nächste große Filmprojekt für Dreamworks Animations werden, nachdem deren Franchises (Shrek, Madagaskar) mittlerweile ziemlich ausgelutscht sind. Irgendwie springt hier aber der Funke nicht über, aber es soll ja halt vor allen Kindern gefallen.

„Captain Underpants“ soll am 19. Oktober 2017 in unsere Kinos kommen.

Death Note

Netflix verfilmt einen Anime-Klassiker als Realfilm. Scheint der Trend dieses Jahres zu sein, „Ghost in the Shell“ steht ja auch an. Da ich selbst aber außerhalb von Studio-Ghibli-Filmen kaum Animes schaue, kann ich auch nix zur Vorlage sagen – dieser Trailer hier jedenfalls ist viel zu kurz um mich neugierig zu machen.

Ab 25. August 2017 auf Netflix.

Ghost in the Shell (5 Minuten, OV)

Apropos: Als kleines Bonbon hat Paramount UK die ersten fünf Minuten von „Ghost in the Shell“ online gestellt:

„Ghost in the Shell“ startet am 30. März 2017 in unseren Lichtspielhäusern

Fantastische Trailer und wann sie zu finden sind (#6)

American Gods

Für mich, trotz „Star Trek“, der meist erwartete Serienneustart des Jahres. Und der Trailer sieht auch noch hammer-gut aus.

„American Gods“ startet bei uns parallel zu US-Start (Juchu!) auf Amazon Prime Video am 1. Mai 2017.

Doctor Who

Ich habe keine Ahnung warum genau, aber irgendwie springt da gerade der Funke bei mir nicht über, obwohl der Trailer eigentlich alle Who-Tropes bedient. Vielleicht aber genau auch deswegen?

Wann die zehnte Staffel auf Deutsch zu uns kommt, steht noch nicht fest. International startet sie am 15.04.2017 und auf den gängigen Videoportalen wird sie voraussichtlich auch wieder zu schauen sein.

Fantastische Trailer und wann sie zu finden sind (#5)

Wonder Woman

Der neue „Wonder Woman“-Trailer zeigt endlich wieder extra viele dunkle Szenen, nachdem ja bereits der Teaser mit viel Tageslicht überraschte und so aus dem bisherigen Snyder-DC-Style herauszufallen drohte. Dennoch lässt er mich ein wenig skeptisch zurück. Was soll das werden – das Äquivalent von Superheld-gegen-Nazis des DC-Universums? Klar, Wonder Woman gibt das historisch locker her, aber es bringt halt auch einiges an neuen Problemen mit sich – immerhin sind im Snyderversum Superhelden ja quasi unbekannt gewesen bis Supes auftauchte. Hat die Amazonen-Prinzessin sich also jahrzehntelang versteckt? Oder war sie auch zwischendurch auf Eis gelegt wie das Film-Pendant im MCU?

„Wonder Woman“ soll am 15. Juni 2017 ins Kino kommen.

Baby Driver

Die Prämisse klingt eigentlich nicht weiter originell, aber ein Film vom Cornetto-Regisseur Edgar Wright kann mir eigentlich alles verkaufen. Und dieser Trailer (den internationalen Trailer oben finde ich sogar noch etwas besser als den für die USA) überzeugt mich sofort!

Kommt mit dem deutschen Titel „Drive Baby Drive“ bei uns voraussichtlich am 31. August 2017 in die Lichtspielhäuser.

Fantastische Trailer und wann sie zu finden sind (#4)

Duck Tales

Ein Remake der Zeichentrickserie, die Ende der 80er den „Disney Club“ im Ersten groß machte (bevor dieser mit Janoschs Tigerente umfirmiert werden musste). Der neue Zeichenstil wirkt erst etwas ungewohnt, aber mir gefällt er und mit den tollen Sprechern wird das zumindest in der OV auch hörenswert – unter anderen leiht David Tennant („Broadchurch“) im vollen Schotten-Modus Onkel Dagobert (aka Scrooge McDuck) seine Stimme.

Startet in den USA im Sommer 2017, ein deutscher Sender und Sendetermin ist noch nicht bekannt. Bereits vor Ausstrahlung wurde bereits eine zweite Staffel in Auftrag gegeben.

Deadpool 2

In den Pressevorführungen von „Logan“ war dieser Clip noch nicht enthalten, aber er soll mittlerweile zumindest in den USA als Vorfilm laufen. Es dauerte nicht lange, bis er als Bootleg auftauchte und schließlich wurde er auch in guter Qualität online gestellt.

„Deadpool 2“, oder wie auch immer die Fortsetzung heißen wird, soll 2018 in die Lichtspielhäuser kommen.

Doctor Who

Der neue Teaser der Staffel 10, der letzten Capaldi- und ersten Pearl Mackie-Staffel, ist für meinen Geschmack etwas zu theatralisch und actiongeladen, und dass Matt Lucas erstmal weiter als bisher eigentlich nur nerviger Comic-Relief Companion Nardole mit rumlaufen soll, stört mich auch etwas. Dennoch: es ist Doctor Who!

Die zehnte Staffel läuft auf der BBC am 15. April 2017 an. Eine deutsche TV-Ausstrahlung ist bisher noch nicht bekannt, in der Vergangenheit liefen die Folgen zunächst bei FOX im Pay-TV, deutlich später bei One im Free-TV. Die Original-Episoden sind aber auch in aller Regel über Itunes, Amazon und Co. schaubar.

Fantastische Trailer und wann sie zu finden sind (#3)

Guardians of the Galaxy Vol. 2 Trailer

Yeah, das beste MCU-Franchise ist wieder da und auch dieser Trailer macht einfach alles richtig. Hat jemand schon identifiziert, was Star Lord auf seinem Longshirt für einen Spruch stehen hat?

Start: 27. April 2017 in den deutschen Lichtspielhäusern.

Alien Covenant

Der Teaser der ersten paar Minuten hat schon sehr gefallen, da kommt dieser neue Trailer ganz recht und ist auch abermals sehr stimmig – nur das neue Xenomorph-Design missfällt mir spontan – was soll das sein, eine Alien-Heuschrecke?

Start: 18. Mai 2017 in den deutschen Lichtspielhäusern.

Okja

Ich mochte Bong Joon Hos „Snowpiercer“, nun erscheint sein neuer Film, in dem es um eine Freundschaft zwischen Kreatur und Mädchen gegen einen Konzern gehen soll. Sieht sehr interessant aus.

Start: 28. Juni 2017 auf Netflix.

Bright

Nochmal Netflix, diesmal mit Will Smith in einer alternativen Realität, in der es Elfen, Orks und anderes Fantasygedöns gibt. Dass das sehr nach dem Stil von dem elendigen „Suicide Squad“ aussieht könnte auch an denselben Regisseur, David Ayer, liegen, hier hat aber immerhin Max Landis („Dirk Gentlys holistische Detektei“) das Drehbuch geschrieben.

Start: Im Dezember auf Netflix.

Dark (Serie)

Netflix’ erste Deutsche Serie ist eine Mystery-Serie von den Machern von „Who am I? – Kein System ist sicher“. Seit heute gibt es den ersten Teaser, der mich allerdings nicht aus den Socken haut – stimmungsvolle deutsche Mystery hat schon „Weinberg“ versucht und letztlich nur alten Wein in neue Schläuche verpackt.

Ab Winter 2017 auf Netflix.

Oscar-Tipp 2017

2016 hatte ich 17× richtig getippt und damit meinen Abwärtstrend von 2015 (18×) und 2014 (19×) leider fortgesetzt. Hier meine Tipps für dieses Jahr:

  • Bester Film: „La La Land“. Alles andere würde mich wirklich überraschen, auch wenn ich es „Arrival“ oder „Moonlight“ richtig gönnen würde. Aber ein Musical über die Traumfabrik Hollywood ist einfach schon vom Konzept her sehr stark, dass es auch noch ein gutes Musical mit Ohrwurmgarantie ist, hilft dem Film halt auch.
  • Bester Hauptdarsteller: Casey Affleck („Manchester by the Sea“). Was habe ich bei diesem Film mitgelitten mit Afflecks Charakter, dessen Geschichte sich so langsam aber gewaltsam entfaltet.
  • Beste Hauptdarstellerin: Emma Stone („La La Land“). Stone hat, im Gegensatz zu den Hauptdarstellern, weit weniger hochkarätige Konkurrenz im Feld. Streep hat mittlerweile genug Oscar-Rekorde, und sowohl Portman als auch Huppert und Negga haben zu wenig Momentum aufnehmen können bisher bei den anderen Preisen.
  • Bester Nebendarsteller: Mahershala Ali („Moonlight“). Die Academy hat dieses Jahr sicherlich etwas gut zu machen für die „Weißen Oscars“ der letzten Jahren und daher ist eine Wette auf die beiden schwarzen Nebendarsteller eine recht sichere Bank. Zumal Ali auch wirklich eine gute, wenn auch wirklich kleine Rolle in „Moonlight“ hatte und ich es auch Shannon gönnen würde. Was Dev Patel („Lion“) hier als Nebendarsteller zu suchen hat für einen Film, bei dem er klar der Hauptdarsteller ist, weiß aber nur die Academy.
  • Beste Nebendarstellerin: Viola Davis („Fences“). Siehe oben. Wobei Naomie Harris auch die Kategorie locker füllen könnte.
  • Bester animierter Film: „Zoomania“. Pixar setzt diesmal aus, während die Mutter Disney gleich zwei Filme ins Rennen schicken darf. Davon dürfte „Zootopiamania“ die Nase etwas weiter voraus haben, auch gegen die restliche Konkurrenz.
  • Beste Regie: Damien Chazelle („La La Land“). Wenn „La La Land“ irgendwo klar gewinnen wird, dann hier. Wobei ich Denis Villeneuve ihn mehr gönnen würde.
  • Beste Kamera: „La La Land“. Allein die Inszenierung der Anfangsszene auf der Brücke war große Kamerakunst.
  • Bestes adaptiertes Drehuch: „Moonlight“. Auch hier würde ich es „Arrival“ gönnen, zumal eine ordentliche aber nicht herausragende Kurzgeschichte auf wirklich großartiges Niveau gebracht wurde, aber „Moonlight“ rechne ich die besseren Chancen hier zu, die Story ist dazu einfach zu schön.
  • Bestes Originaldrehbuch: „Manchester by the Sea“. Hier setze ich auch mal gegen „La La Land“, denn ehrlicherweise ist dessen Story doch etwas flach im Gegensatz zu der Geschichte im Vorort von Boston …
  • Bester fremdsprachiger Film: „Toni Erdmann“. Ich habe auch „Ein Mann namens Ove“ und „Unter dem Sand“ gesehen, waren beides gute Filme, aber „Toni Erdmann“ war einfach brillant, weil er so vollkommen eigen ist. Dass es noch dazu ein deutscher Film ist, freut natürlich ein patriotisches Herz.
  • Bestes Produktionsdesign: „La La Land“. Hier werden die Hollywood-Kulissen selbst als solche zelebriert, wäre also quasi ein Meta-Gewinner.
  • Beste Kostümgestaltung: „Jackie“. Tendenziell gewinnen hier historische Filme in der Regel, weswegen ich hier mal etwas gegen den Strom setze.
  • Beste Dokumentation (Feature): „O. J.: Made in America“. Zählen sieben Stunden noch als Film? Die Academy hat es durchgelassen, daher muss Interesse schon da sein, oder?
  • Beste Dokumentation (Kurz): „Die Weißhelme“. Zwei Filme über Aleppo, aber ich denke, dass die Jury sich hier für den US-Film entscheiden werden. Könnte aber auch alles andere werden.
  • Bester Schnitt: „La La Land“.
  • Bestes Makeup und Frisur: „Star Trek Beyond“. Eine seltsame Kategorie dieses Jahr. Da „Ein Mann namens Ove“ nicht wirklich so stark dem US-Publikum bekannt sein dürfte und „Suicide Squad“ einfach viel zu grottig insgesamt war, bleibt hier tatsächlich nur „Star Trek Beyond“ über, bei dem – na ja – es seltsame Aliens mit viel Maske gab?
  • Beste Musik (Score): „La La Land“ (Justin Hurwitz). Absolute Ohrwurm-Qualität.
  • Beste Musik (Original-Lied): „La La Land“ – „City of Stars“. Pfeife ich heute noch bisweilen aus heiteren Himmel.
  • Bester Kurzfilm (animiert): „Piper“. Hier hat Pixar noch ein kleines, süßes Ass im Ärmel.
  • Bester Kurzfilm (live action): „Ennemis intérieurs“. Keine Ahnung, hier mal wieder blind getippt.
  • Bester Tonschnitt: „Hacksaw Ridge“. Kriegsfilme dominieren das Feld hier traditionell.
  • Beste Tonmischung: „La La Land“. Einfach darum.
  • Beste visuelle Effekte: „The Jungle Book“. Ein gewisser Nostalgie-Bonus.  Probier’s mal mit Gemütlichkeit …

Chris Rock hat mich letztes Jahr nicht so wirklich vom Hocker gerissen. Dieses Jahr darf es leider wieder nicht Ellen Degeneres, sondern der „Tonight Show“-Host Jimmy Kimmel richten, dessen Humor ich ja nur so mäßig finde:

(Beitragsbild:  CC-BY 2.0 Prayitno/Flickr)

Oscar-Kandidat „Moonlight“ (Kino-Kritik)

Chiron ist ein Außenseiter in der Schule, und wächst bei seiner alleinerziehenden und drogenabhängigen Mutter in Florida auf. Auf der Flucht vor ein paar Klassen-Bullys lernt er Juan (Mahershala Ali) kennen, einen Drogendealer, der ihn etwas unter seine Fittiche nimmt und für den „Little“ genannten Jungen (Alex Hibbert) eine Vaterfigur wird. Jahre später hat Chiron als Teenager (Ashton Sanders) nicht nur seine erste sexuelle Erfahrung, sondern muss sich auch entscheiden, ob er sich gegen die Bullys behaupten möchte. Und als imposanter Erwachsener (Trevante Rhodes) muss er sich der erneut der Frage stellen, ob der eingeschlagene Weg der richtige für ihn ist …

„Moonlight“ ist ein einfühlsamer Coming-of-Age-Film, welcher genauso wie sein zurückhaltender Protagonist viel mehr in seinen kleinen Details zeigt als durch seine Dialoge erklärt. Alle drei Darsteller von Chiron sind gleichermaßen fesselnd und erzählen doch eine gemeinsame Lebensgeschichte in drei Akten, ohne dabei in typischen Klischees zu zerfließen. Und selbst, wenn der Erwachsene Chiron mit goldenen Angeber-Veneers herumläuft, ist dies mehr als nur ablenkend – es ist tatsächlich relevant für den Gemütszustand des Film-Protagonisten.

Chiron als Teenager (Ashton Sanders, Foto: A24/DCM)
Chiron als Teenager (Ashton Sanders, Foto: A24/DCM)

„Moonlight“ hat bereits den Golden Globe als bestes Drama gewonnen, ob es gegen den Behemoth „La La Land“ aber bei den Oscars eine Chance hat, wird sich erst noch zeigen müssen. Unabhängig davon ist er ein äußerst sehenswerter Film, welcher zeigt, dass auch in einer Welt durchzogen von Drogen und Gewalt leise Töne existieren und Vieles beeinflussen.

„Moonlight“ (USA 2016)

Regie: Berry Jankins

Drehbuch: Barry Jenkins, basierend auf der Story von Tarell Alvin McCraney

Darsteller: Alex Hibbert, Ashton Sanders, Trevante Rhodes, Naomie Harris, Mahershala Ali

★★★★★

„Moonlight“ läuft ab dem 09.03.2017 in unseren Lichtspielhäusern.

Schwanengesang eines Superhelden – Kino-Kritik: „Logan“

Das Jahr 2029. Seit langem wurden keine neuen Mutanten mehr geboren und ihre Zahl reduziert sich ständig. Logan (Hugh Jackman, „Prestige“) arbeitet in Texas als Limo-Fahrer und setzt sein mühsam verdientes Geld in illegale Drogen um. Er ist alt und krank geworden. Gleiches gilt auch für Professor X, Charles Xavier (Patrick Steward, „Star Trek“), mit dem er zusammen kurz hinter der Grenze Mexikos einen Schrottplatz bewohnt.

Viel Zeit scheint beiden ohnehin nicht zu bleiben, als Logan plötzlich eine Mexikanerin zusammen mit ihrer schweigsamen Tochter (Dafne Keen) aufsucht und um Hilfe bittet – denn sie werden verfolgt. Verfolgt von eben denselben Schergen, die einst für Logans Transformation in die Kampfmaschine Wolverine zuständig waren. Und gerade deswegen ist ausgerechnet Wolverine die einzige Hoffnung der beiden, nach Norden ins vermeintliche Eden von Kanada zu fliehen …

17 Jahre, sieben Filme (und zwei Cameos)

Im Jahr 2000 schlüpfte ein damals noch recht unbekannter Hugh Jackman das erste Mal in die Rolle des Comichelden Wolverine in Bryan Singers „X-Men“. Siebzehn Jahre später spielt er sie nun dem Vernehmen nach ein letztes Mal – und er spielte sie tatsächlich nie so intensiv, wie in „Logan“.

Alle Auftritte von Hugh Jackman als Wolverine:

  1. „X-Men“ (2000)
  2. „X-Men 2“ (2003)
  3. „X-Men: Der letzte Widerstand“ (2006)
  4. „X-Men Origins: Wolverine“ (2009)
  5. „X-Men: Erste Entscheidung“ (2011, nur Cameo)
  6. „Wolverine: Weg des Kriegers“ (2013)
  7. „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“ (2014)
  8. „X-Men: Apocalpyse“ (2016, nur Cameo)
  9. „Logan: The Wolverine“ (2017)

Sein Abschlussfilm ist ein untypischer Superheldenfilm, es ist eher ein Road-Movie, ein wenig auch ein Western oder auch eine obskure Kreuzung zwischen „Little Miss Sunshine“ und „Universal Soldier“: Eine dysfunktionale Familie reist durch Maisfelder-geprägte Landschaften verfolgt von Super-Soldaten und deren Erschaffern …

Wolverine (Hugh Jackman) trainiert ausnahmsweise mal nicht mit den Treckerreifen (Foto: 20th Century Fox)

Der Film von Regisseur und Drehbuchautor James Mangold ist gewalttätiger und härter als das meiste, was man sonst aus dem X-Men-Universum kennt. Die Protagonisten sind nicht durch den Plot allein kugelsicher – sterben aber auch nicht einfach so aus purer Whedon’scher Effekthascherei. Natürlich werden auch in „Logan“ faszinierende Superkräfte demonstriert, aber sie werden nie eingesetzt, um – mal eben – noch eine coole Actionszene einzubauen oder um Effektjunkies zu bedienen, der Fokus liegt auf den Charakteren und hier können Jackman und Stewart zeigen, zu was sie als Darsteller noch alles fähig sind. Auch Newcomerin Dafne Keen spielt durchaus intensiv – es sind die Bösewichter, hier Boyd Holbrook („Milk“) als Pierce und Richard E. Grant („Dracula“) als Dr. Rice, die abermals etwas unterfordert bleiben und deren Motivationen leider recht undurchsichtig sind, aber das scheint ein allgemeines Marvel-Problem zu bleiben.

Dass 20th Century Fox es schafft, aus der Spirale der immer bombastischeren Steigerungen anderer Superheldenfranchises – die sie ja auch gerade selbst mit den X-Men-Filmen so lange mit vorangetrieben haben – auszubrechen, ist eine angenehme Überraschung: Letztes Jahr war es „Deadpool“, dieses Jahr „Logan“, die beweisen, dass mehr als die ständige „Formel X“ im Superhelden-Kino steckt. Und ein weiterer Ableger aus dem X-Men-Universum, „Legion“, schafft gerade dasselbe für die Mattscheibe.

Das X-Men-Film-Universum wird erwachsen

Neben dem MCU wird gerade also auch das „X-Men“-Film-Universum erwachsen und erobert neue Genres – auch wenn Fox dabei auch noch etwas am Stolpern ist: Nach dem bei Kritikern und der Kinokasse gleichermaßen kaum beliebten „X-Men: Apocalypse“, dem reinrassigen Flop „Fantastic Four“ und dem Überraschungsmegahit „Deadpool“ hatte Fox den eigentlich für Oktober geplanten X-Men-Film „Gambit“ bereits mit dem zweiten „Kingsman“-Film überplant.

Logan ist die einzige Hoffung für das junge Mädchen (Dafne Keen, Foto: 20th Century Fox)

Autor/Produzent Simon Kinberg, der seit einigen Jahren bei Fox die Marvel-Zügel in der Hand hält, weist also bisher ein recht gemischtes Zeugnis auf. Ob der „Gambit“-Film doch noch ein Go erhält ist weiter fraglich, genauso steht bisher bei dem „X-Force“-Film noch nichts fest. Sicher ist derzeit nur „Deadpool 2“, wann dieser jedoch kommt ist noch unklar, derzeit sind für November 2018 und Februar 2019 aber zwei Plätze in der Programmplanung von Fox für Marvel-Filme freigehalten und natürlich ist gerade jetzt mit dem Start des Filmes die Gerüchteküche am Brodeln, nachdem vermeintlich Kinberg selbst in den Regiestuhl steigen soll.

Eine Fortsetzung von „Logan“ wird es nicht geben, jedenfalls nicht mit Hugh Jackman. Sein Abschlussfilm übertrifft aber alle Erwartungen – das Superheldengenre hat im Kino wieder mehr zu bieten.

„Logan: The Wolverine“ („Logan“, USA 2017)

Regie: James Mangold

Drehbuch: James Mangold und Scott Frank

Darsteller: Hugh Jackman, Patrick Stewart, Dafne Keen

Score: Marco Beltramis Score ist routiniert aber passend.

Abspannsitzenbleiben? War bei der Pressevorführung nicht nötig, es heißt aber, dass mittlerweile den Kinos eine drei Minuten längere Fassung ausgeliefert worden ist.

★★★★

„Logan: The Wolverine“ läuft ab dem 02.03.2017 in unseren Lichtspielhäusern.

Fantastische Trailer und wann sie zu finden sind (#2)

Plan B – Scheiß auf Plan A

Allein die offizielle Zusammenfassung des Films ist entweder herrlich ironisch-retro oder völlig verpeilt: „Als drei junge Martial Arts Profis sich auf eine unermüdliche Jagd durch Berlin begeben, um ihren Freund aus den Fängen eines skrupellosen Gangsters zu befreien, werden sie in eine Verschwörung verwickelt, die sie bis in die Unterwelt Berlins verschlägt.“ Der Film läuft am 8. Juni 2017 bei uns an.

King Arthur: Legend of the Sword

Guy Ritchie macht einen Film über die Artussage im Stil seiner Sherlock Holmes-Filme – also extrem stylisch und so, aber vermutlich mehrfach über das Ziel hinausschießend. Auch sein Watson, Jude Law, darf wieder dabei sein als Widersacher Vortigern, und Charlie Hunnam darf wieder einmal ungekrönter König sein. Hmm, bin da noch sehr unschlüssig … (Ab 11.05.2017)

Iron Fist Featurette: „Ich bin Danny“ (OmU)

Nach wie vor freue ich mich auf diese Serie und Game of Thrones-Alumni Finn Jones mal in einer Hauptrolle zu sehen. Ab 17.03.2017 bei Netflix.