Fantastische Trailer und wann sie zu finden sind (#2)

Plan B – Scheiß auf Plan A

Allein die offizielle Zusammenfassung des Films ist entweder herrlich ironisch-retro oder völlig verpeilt: „Als drei junge Martial Arts Profis sich auf eine unermüdliche Jagd durch Berlin begeben, um ihren Freund aus den Fängen eines skrupellosen Gangsters zu befreien, werden sie in eine Verschwörung verwickelt, die sie bis in die Unterwelt Berlins verschlägt.“ Der Film läuft am 8. Juni 2017 bei uns an.

King Arthur: Legend of the Sword

Guy Ritchie macht einen Film über die Artussage im Stil seiner Sherlock Holmes-Filme – also extrem stylisch und so, aber vermutlich mehrfach über das Ziel hinausschießend. Auch sein Watson, Jude Law, darf wieder dabei sein als Widersacher Vortigern, und Charlie Hunnam darf wieder einmal ungekrönter König sein. Hmm, bin da noch sehr unschlüssig … (Ab 11.05.2017)

Iron Fist Featurette: „Ich bin Danny“ (OmU)

Nach wie vor freue ich mich auf diese Serie und Game of Thrones-Alumni Finn Jones mal in einer Hauptrolle zu sehen. Ab 17.03.2017 bei Netflix.

„Arrival“ macht alles richtig – aber wird trotzdem keinen Oscar gewinnen

Um es gleich deutlich zu sagen: „Arrival“ ist ein absolut brillanter Film. Auf allen Ebenen. Was ihn so besonders macht, schildert der Nerdwriter in einem gewohnt großartigen Video-Essay (Vorsicht, Spoiler im Video):

Das Problem von „Arrival“ ist aber die Academy, welche die Oscars verleiht, und die Tatsache, dass der Haupteinfluss auf die Academy immer noch von der Gruppe der Darstellern ausgeht. Dass Amy Adams für ihre Leistung als Hauptdarstellerin in dem Film noch nicht einmal nominiert wurde, reduziert einen Sieg als Bester Film gewaltig, eigentlich sogar auf Null, denn die Gruppe der Schauspieler stellen eine Mehrheit in der Academy, und Chancen auf die Haupttrophäe haben daher in aller Regel nur Filme, bei denen auch mindestens ein Darsteller nominiert wurde.

Amy Adams in Arrival (Foto: Sony Pictures)

Generell gilt bei den Oscars, dass die Academy-Mitglieder über die Preise aus dem Bereich entscheiden, in dem sie auch selbst arbeiten. Daher hat „Arrival“ auch durchaus in einigen Bereichen noch eine Chance, besonders im Bereich der Regie, denn die Gruppe ist erfahrungsgemäß gerne etwas progressiver in ihrer Vergabe (so gewann 2014 bspw. „Gravity“-Regisseur Alfonso Cuarón den Goldjungen). Auch im Bereich der Kamera, den beiden Tonkategorien, Schnitt, dem adaptierten Drehbuch und Schnitt sind noch Chancen da. Man sollte sie aber nicht zu hoch ansetzen – zu stark ist derzeit das Momentum, das „La La Land“ nahezu alle wichtigen und unwichtigen Preise einheimsen lässt und mit einer Rekord-Nominierungsanzahl von 14 ins Rennen geht.

„Arrival“ ist zusammen mit „Moonlight“ mit je acht Nominierung deutlich im Hintertreffen aber immer noch sehr stark. Dennoch ist gerade hierbei es ärgerlich, dass der Score des Films disqualifiziert wurde, da er sich an „bereits benutzter“ Musik von Max Richter bedient: Es wurde sein traumhaft-melancholisches Stück „On the Nature of Daylight“ benutzt, das unter anderen bereits 2006 für den Film „Schräger als Fiktion“ eingesetzt wurde. Dabei ist auch gerade Jóhann Jóhannssons übernatürliche Musik absolut hörenswert.

Nun gut. Ich gönne ja dem Revival des Hollywood-Nostalgie-Musicals den aktuellen Durchmasch, auch wenn es die Preisverleihung jetzt schon langweilig macht. „La La Land“ macht als Film in seinem Genre alles richtig und brachte tatsächlich auch mir als Musical-Muffel Spaß – ich hatte wochenlang einen Ohrwurm. Und es ist ja auch schon einige Zeit lange her, dass ein Musical einen Oscar gewonnen hat (es war 2002 der Film „Chicago“).

Aber: Es hat in all den Jahren bisher nur ein einziger Fantasy-Film einen Oscar als Bester Film gewonnen („Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs“, 2003) und noch nie ein Science Fiction-Film! Es wäre doch eigentlich mal an der Zeit, oder?

„Arrival“ erscheint Ende März auf DVD und Blu-ray.

Thors Mitbewohner, Teil 2

Vor einiger Zeit hatte Regisseur Taika Waititi die Frage, wo denn eigentlich Thor während des Civil War-Zwischenspiels gewesen war, ironisch mit einem kleinen Kurzfilm beantwortet: Team Thor. Eine kleine Fortsetzung (s.o.) dazu erscheint jetzt im Rahmen der Veröffentlichung von der Blu-ray von Doctor Strange.

Waititi ist gerade in der Post-Production-Phase von dem dritten Film der Saga, „Thor: Ragnarok“ soll im Herbst dieses Jahres in unsere Lichtspielhäuser kommen.

Fantastische Trailer und wann sie zu finden sind (#1)

Ich probiere mal eine neue Rubrik ins Blog zu hieven: In unregelmäßigen Abständen gibt es jetzt hier bemerkenswerteste neue Trailer der letzten Tage plus meine unqualifizierten Kommentare dazu. 

Ghost in the Shell

Scarlett Johansson sieht in dem Remake des Anime-Klassikers immer noch großartig aus. Dennoch überwiegt bei mir noch die vorsichtige Skepsis. Ab 30. März 2017 läuft der Film bei uns in den Lichtspielhäusern an.

Guardians of the Galaxy Vol. 2

Nicht so gut wie der erste Trailer, aber immer noch einiges an durchgedrehter Action versprechend. Dazu kommt die Nachricht, dass Test-Screenings des Films enthusiastisch von dem besten Marvel-Film aller Zeiten sprechen … Geplanter Start: 27.04.2017

Marvel’s Iron Fist

Noch mehr Marvel: Der vierte Defender taucht endlich auf und nachdem ich bei „Luke Cage“ recht enttäuscht war, hoffe ich hier deutlich auf Besserung. Der Trailer macht jedenfalls schon Lust auf das nächste Binge-Erlebnis. Ab 17. März 2017 gibt es alle Folgen der ersten Staffel auf Netflix.

Pirates of the Caribbean – Salazars Rache

Ich weiß nicht genau warum, aber irgendwie habe ich trotz des letzten Reinfalls des Franchises wieder etwas Lust auf all die durchgeknallten Piraten … Soll nach einer Termin-Rochade mit Star Wars nun am 25.05.2017 bei uns in den Lichtspielhäusern starten.

Fantastischer Fan-Kurzfilm: „The Witcher“

Bereits in „Darth Maul Apprentice“ zeigte der Cosplayer/Stuntman Ben aka Maul-Cosplay sein Kampfchoreografie-Können unter ikonischer Maske. Jetzt probiert er sich als „Witcher“ aus dem Universum der Computerrollenspiele von CD Project Red in einer ebenfalls guten Choreografie ohne großer Story.

Dabei fällt mir ein, dass es um das angekündigte „The Witcher“ Pen-&-Paper-Rollenspiel etwas ruhig geworden ist in letzter Zeit. Es wird daran aber immer noch durch R. Talsorian Games gearbeitet, sie lassen sich aber wohl etwas mehr Zeit.

(Video via Teilzeithelden)

Italo-Superhelden-Anime-Hommage: „Sie nannten ihn Jeeg Robot“ (Blu-ray-Kritik)

Enzo ist eigentlich Kleinkrimineller, erlangt aber auf einer Flucht vor der Polizei plötzlich Superstärke und Regenerationskräfte. Diese stellen sich nicht nur als enorm praktisch für sein Tagewerk heraus, sondern stellen ihn bald vor ein Dilemma: Denn der verrückte Gangster „Gypsy“ bedroht plötzlich nicht nur ihn, sondern auch die attraktive, aber geistig zurückgebliebene Nachbarin Allessia, welche Enzo für den Helden Hiro aus der Anime-TV-Serie Jeeg Robot hält.

Bereits auf dem Fantasy Filmfest 2016 habe ich dieses italienische Kleinod anschauen (ausführliche Kritik) dürfen, und bereits damals hat er mir gefallen: Es ist zwar eine recht simple Geschichte über einen Superhelden-Origin, eine Jungfrau in Nöten und ein Superbösewicht, der erst durch den Helden entsteht und schließlich von diesem bezwungen werden muss, aber diese ist nicht nur mit einigem italienischen Lokalkolorit, sondern auch mit den in Italien immer noch sehr prominenten japanischen Anime-Serien durchwoben. Diese Anime-Serie, „Steel Jeeg“, gab es tatsächlich, sie flimmerte erstmals im Jahr 1975 über die japanischen Bildschirme und war vor allen in Italien überraschend erfolgreich – nach Deutschland kam sie aber offenbar nicht, wir hatten dafür „Captain Future“ als Anime-Serie, die Nerds abgöttisch heute noch lieben.

Superstärke ist praktisch (Foto: Pandastorm Pictures)

Der besondere Kniff von „Sie nannten ihn Jeeg Robot“ ist aber, dass der Film die Serie nicht direkt anspielt, sondern hier nur ein Plot-Inkubator ist, man braucht sie also nicht zu kennen um an den Film seine Freude zu haben, Anspielungen wie die Frage nach Jeegs „geflügelten Schwert“ sind nur extrem nerdige Details am Rande.

Superhelden-Ausbildung durch Videoabende (Foto: Pandastorm Pictures)

Die Blu-Ray-Umsetzung ist ebenfalls gelungen, kristallklares Bild und gelungene deutsche Synchron (italienischer Originalton ist mit optionalen Untertiteln in Deutsch/Englisch/Italienisch auch vorhanden), wenn auch bedauerlich ist, dass neben dem eingedeutschten Trailer es keine Extras auf die Scheibe geschafft haben. Sicher, der Film hat vor allen in Italien Filmpreise abgeräumt, in Deutschland gewann er immerhin den zweiten Platz beim Fresh Blood Award des Fantasy Filmfests.

„Sie nannten ihn Jeeg Robot“ („Lo chiamavano Jeeg Robot“, I 2016)

Regie: Gabriele Mainetti

Drehbuch: Nicola Guaglianone & Menotti

Darsteller: Claudio Santamaria, Ilenia Pastorelli, Luca Marinelli

Score: Erinnert, vermutlich bewusst gewollt, vereinzelt an Hans Zimmers „Man of Steel“-Musik.

★★★★

„Sie nannten ihn Jeeg Robot“ erscheint am 03.02.2017 bei Pandastorm Pictures auf DVD und Blu-ray, bereits seit 26.01.2017 ist er auch digital verfügbar. Offenlegung: Ich habe die Blu-ray freundlicherweise als Rezensionsexemplar erhalten.

„Operation Avalanche“ – oder der Versuch, die Mondlandungsfälschung zu fälschen (Blu-ray-Kritik)

“We choose to go to the moon in this decade and do the other things, not because they are easy, but because they are hard.” (John F. Kennedy, 1962)

Kennedys Plan, auf dem Mond zu landen, setzte ein beispielloses Wettrennen zwischen der USA und der Sowjetunion in Gange, bei dem die Genossen lange die Nase vorn hatten, immerhin hatten sie anderthalb Jahr zuvor den Kosmonauten Gagarin als ersten Menschen in den Weltraum geschossen – und sicher wieder zurück auf die Erde geholt.

Doch als die CIA-Agenten Matt Johnson (Matt Johnson) und Owen Williams (Owen Williams) ein Telefonat der NASA abhören und dabei feststellen, dass die Weltraumbehörde zwar auf dem Mond landen, aber nicht wieder starten könne, keimt in beiden ein waghalsiger Plan auf: Begeistert von der Arbeit des kreativen Regisseurs Stanley Kubrick, der gerade einen Film über eine Mondlandung drehen will, wollen sie mit moderner Filmtechnik ein wenig nachhelfen und den Vereinten Staaten diesen wichtigen Sieg gegen den Klassenfeind ermöglichen.

Die Mondlandung war schon immer eines der großen Themen für Verschwörungstheoretiker und genau mit dieser Idee wird auch hier gespielt. Dabei ist es noch nicht einmal der erste Film, der dies umsetzt, bereits 1977 wurde das Thema von Peter Hyams in „Unternehmen Capricorn“ aufgegriffen und 2003 wurde bereits Regisseur Stanley Kubrick in der französischen Mockumentary „Kubrick, Nixon und der Mann im Mond“ für die Fälschung verantwortlich gemacht.

Teilweise im Lyndon B. Johnson Space Center in Huston gedreht (Foto: Ascot Elite)

„Operation Avalanche“ ist eine Found-Footage-Mockumentary, die stilistisch extra auf altes Filmmaterial getrimmt wirken soll, vermutlich wie ein Super-8-Film (wobei dieses Filmformat erst 1965 von Kodak eingeführt wurde). Ständig gibt es Unschärfen, wilde Kameraschwenks sowie Dreck, Staub und andere Fehler auf der vermeintlichen Projektion, was dem Film eine besondere Authentizität verleihen soll. Dabei orientierte sich der Regisseur tatsächlich auch sonst von der Bildsprache her stark an den damaligen Dokumentationen. Auch die Ausstattung des Films ist mit sehr viel Liebe an der damaligen Zeit orientiert, was überraschend positiv auffällt, wenn man das geringe Budget des Films zugrunde legt.

Foto: Ascot Elite

Teile des Films wurden daher sogar im Guerilla-Stil gedreht: Die Filmmacher gaben sich als Filmstudenten aus, welche eine Filmdokumentation über die NASA in den 60er Jahren bei der NASA drehen wollten – strenggenommen nicht ganz eine Lüge – und bekamen so die Möglichkeit, an Originalorten zu drehen. Daher wurden die Hauptcharaktere des Films auch nach den Darstellern benannt, um die Charade aufrecht erhalten zu können. Ein faszinierender und äußerst kreativer Ansatz.

Leider zahlt sich dieser Ansatz aber nur bedingt aus, denn die eigentliche Story bleibt flach und letztlich eine One-Man-Show mit etwas bizarren Humor, der zumindest bei mir nicht immer zündete. Und es sollte auch etwas zu denken geben, dass die Featurette tatsächlich etwas interessanter als der Film selbst ist.

„Operation Avalanche“ (USA 2016)

Regie: Matt Johnson

Drehbuch: Matt Johnson , Josh Boles

Darsteller: Matt Johnson, Josh Boles, Owen Williams

Extras: Featurette, extra von Ascot Elite auf einem Züricher Filmfestival gedreht, Trailer

★★★☆☆

„Operation Avalanche“ erschien am 13.01.2017 bei Ascot Elite auf DVD und Blu-ray. Offenlegung: Ich habe die Blu-ray freundlicherweise als Rezensionsexemplar erhalten.

Fantastischer Rollenspiel-Kurzfilm: „Numenéra: Strand“

Monte Cook hat zu seinem Entdecker-Rollenspiel in Ferner Zukunft einen Kurzfilm zusammen mit Joan Manuel Urquiaga Valdes inszeniert. „Numenéra: Strand“ gibt einen guten Eindruck über das faszinierende Setting, in der längst-vergessene Relikte in den primitiven Augen der Bewohner der Welt zu Magie werden und ist mit wirklich guten Computereffekten inszeniert.

Wie sich „Numenéra“ spielt zeigen wir übrigens gerade drüben bei einem Let’s Play-Podcast bei Ausgespielt