Fazit 2006

Ich weiß, ich bin ein wenig spät dran. Aber besser spät, als nie. 🙂

Rollenspiel 2006

Rollenspieltechnisch war 2006 für mich vor allem eines der vielen Wechsel. Ich hatte wirklich stark damit zu kämpfen, dass in diversen meiner Runden Leute ausgeschieden sind. Die meisten sicherlich aus Zeitgründen, in ein paar Fällen merkten wir aber, dass die Spielweise einfach nicht mehr so richtig zueinander passten. Ich bin daran ganz sicher nicht schuldlos, da ich mich auch selbst sehr weiterentwickelt habe im Rollenspiel. Dazu gehören sicherlich Erkenntnisse im Bereich der Rollenspieltheorie. Ich weiß jetzt, was mir am Rollenspiel viel Spaß macht (verschrobene Charaktere mit festgelegten Bahnen und Zielen in komplexen Geschichten, ähnlich angelegt der Erzählweise von großartigen TV-Serien wie Babylon 5 oder Battlestar Galactica) und woran ich weniger Spaß habe (große strategische Überlegungen mit vielen Regeloptionen). Aus einem D&D-Spieler wurde immer mehr ein Fan von großen Kampagnen mit relativ wenig Würfelei.

Sowohl als Spieler als auch als Meister hatte ich daher meine Lieblingsrunden im Star Trek Bereich. In Martins Star Trek Runde baute ich mir ein absolut durchgeknalltes Konzept an dem ich einfach enorm viel Spaß hatte. Doch leider scheiterte die Runde letztlich daran, dass die Story verebbte und wir uns nur noch im Kreis auf einen Planeten drehten, dazu kam die Realisierung einiger Spieler, dass sie doch lieber im Fantasy-Genre spielen wollten. Zum Jahresende haben wir die Runde daher aufgelöst, sehr zu meinen Bedauern.

Meine eigene Star Trek Guardian Runde steuert ebenfalls mit großen Schritten auf ein Ende zu. Dies ist aber ein geplantes, vielmehr eines, dass ich bereits vor nun mehr fast fünf Jahren einmal gesetzt habe. Trotz diverser Spieler- und Charakterwechsel ist diese Runde doch immer eine der wichtigsten in meinem Portfolio geblieben. Und ich finde es wichtig, dass eine so groß aufgezogene Kampagne auch ein festes Ende haben kann. Mit den Spielern ist aber dennoch vereinbart, dass wir im Anschluss ein Spin-Off starten wollen.

Bei meinen anderen Runden gab es zwei Relaunches. Meine zweiwöchentliche Stargate-Runde hatte sich einfach festgefahren. Schuld daran war niemand so richtig allein, letztlich war es eine Mischung aus der Tatsache, dass ich meinen Kampagnen-Plot in eine Sackgasse manövriert hatte, nachdem der Haupterzählfaden über sich konkurrierende aufgestiegene Wesen plötzlich in der neunten Staffel der Serie sich wiederfand, sowie der Umstand, dass diverse Spieler aus Zeitgründen ausscheiden mussten und damit auch die Charakterkonstellation einfach nicht mehr miteinander harmonierte. Beim Relaunch entschlossen wir uns daher einen reinen Tisch zu machen und bei dem neuen Pitch für die Runde (Methoden von Primetime Adventures und Universalis erfolgreich zweckentfremdet) ist die Runde dann plötzlich auf eine Firefly-ähnliche Konstellation umgeschwenkt. Daher nahmen wir dann auch gleich das entsprechende Rollenspielsystem Serenity und Yúan Fèn entstand.

Die LodlanD-Runde hingegen erlebte ebenfalls einen drastischen Spielerschwund. Gestartet als eine Art „CSI Lodt“ waren wir in mehreren komplexen Fällen involviert, doch dann sind ausgerechnet die Spieler aus Zeit- und Ortsgründen (Umzug) ausgestiegen, die auf dieses Genre (Krimi) besonders Lust hatten. Daher haben wir dann einen Schlussstrich gezogen und mit Unknown Armies einen Ausflug ins Mystery-Genre begonnen. Momentan jagen meine Spieler da noch dem Maskottchen der Fußballweltmeisterschaft (s. Abenteuer aus dem Spielleiterschirm) nach.

Mit Frank, Harald, Martin und später Verena durfte ich dann diverse Independent Rollenspiele kennen lernen (s. a. Franks Wilde Lande Blog und Haralds Blackbox). Nach Dogs in the Vineyard (wunderschönes Würfelssystem, nur das Setting finde ich doch gewöhnungsbedürftig) und Sorcerer (abgedrehte Runde mit knallharten aber guten Ende) sowie je einem One-Shot in All Flesh Must Be Eaten (durfte durch Genickbruch und zweimaligen Überfahren durch eines Feuerwehrwagens sterben, nachdem mich Klein-Timmy aus dem Glockenturm angesprungen hatte) und einem extrem wirren One-Shot Capes war es dann vor allem The Shadow of Yesterday, das mich wirklich begeisterte. Ein wirklich geniales Fantasy-System mit grandiosen, spielbereichernden Mechanismen (Auffüllen von Würfelpools durch Verausgabung, Kulturgenuß und Sex) hat mich vor allem der Erfahrungspunkte „on the fly“-Einsatz positiv überrascht. Es bereichert das Spiel grandios, wenn man direkt dann steigern kann, wenn man genau das braucht. Sicher ist das nur bei stufenlosen Systemen denkbar, aber wenn man kurz noch steigern kann, bevor man ausgerechnet jetzt über den steilen Hang klettern muss, ist das eigentlich wirklich eine Art „Learning by doing“ und befriedigt nebenbei das innere Munchkin (und macht daher auch einfach Spaß). Daher auch glatt zu Siebte See übernommen.

Teile dieser Runde waren es dann auch, die mich erstmalig zur Hannover Spielt überredeten. Am Sonntag morgen bin ich dann für eine einzige Rollenspielrunde dorthin gefahren (ok, ich hatte immerhin mit Chris angenehme Begleitung im Auto), in der Martin ein mehrstündiges Exposé über Artesia gehalten hatte und wir dann doch ein wenig auch zum Spielen gekommen sind. Das System machte einen gemischten Eindruck auf mich, sehr martialisch und viele Schlachten beinhaltend, aber dennoch sehr durchdacht und mit Details ausgefüllt. Besonders die Charaktererschaffung war einfach klasse und machte Lust auf mehr.

Im September hatte ich nach langer Zeit endlich mal eine Woche Urlaub und verbrachte die mit 10 weiteren Chaoten in einem Ferienhaus in Dänemark an der Nordsee. Natürlich hatten wir insgesamt vier der Abende mit Rollenspiel gefüllt (ja, drei durfte ich meistern) und an einem durfte ich von Jan Exalted kennenlernen. Meine bisherigen Erfahrungen mit dem Storyteller-System von WW waren eher gemischt gewesen, Exalted bietet jedoch meiner Meinung nach ein sehr ansprechendes Kampfsystem und hat den Manga-Aspekt, so ich das beurteilen kann, sehr schön umgesetzt (muss mir irgendwann wirklich mal Weapons of the Gods angucken).

Ansonsten habe ich dieses Jahr dank eBay meine Buffy RPG Sammlung ausbauen können (und in der Runde von Scotty auch meinen Watcher weiter leiden lassen können), habe mir mit Blue Planet einen weiteren Staubfänger in die Regale gesetzt (werde ich wohl nie spielen, aber das System ist klasse und war im Ausverkauf), und viel Geld in Independent und kleinere Rollenspiele gesetzt (u. a. Dogs in the Vineyard, Sorcerer, The Shadow of Yesterday, Universalis, Agon, With Great Power, Capes, My Life with Master, The Shab-Al-Hiri Roach, Covenant, Don’t Rest Your Head, The Princes‘ Kingdom, Space and Steel und Kobolde). Viel zu viel Auswahl für weitere Runden also.

Kino 2006

Meine persönlichen Kino-Charts 2006, samt Einschätzung, ob ich mir einen Film auch auf DVD holen werde:

10. A Scanner Darkly
– Lief er überhaupt im regulären Kino? Ich habe ihn auf dem Fantasy Filmfest sehen können und fand ihn enorm … äh … verwirrend. Dennoch sehr unterhaltsam und eine Philip K. Dick Story. (DVD-Kaufabsicht: Wohl eher nicht).

09. Superman Returns
– Leider etwas untergegangen, obwohl der Film diverse Verneigungen vor dem grandiosen Original machte. (DVD-Kaufabsicht: Habe ihn schon billig geschossen)

08. Little Miss Sunshine
– Wenn man diesen Film sieht, wird einem klar, wie herrlich normal doch die eigene Familie ist. (DVD-Kaufabsicht: Wohl eher nicht)

07. V wie Vendetta
– „Remember, remember the 5th of November.“ Einfach grandiose Verfilmung der Graphic Novel. (DVD-Kaufabsicht: Wenn der Film mal unter 10 € liegt)

06. Departed: Unter Feinden
– Spannendes Verwirrspiel zwischen Undercover-Männer zwischen Mafia und Polizei. Trotz oder gerade wegen Leonardo DiCaprio amsehnlich. (DVD-Kaufabsicht: Wenn der Film mal unter 10 € liegt)

05. Inside Man
– Wie ein ausgerechnet ein Banküberfall Spike Lees bisher bester Film wurde. (DVD-Kaufabsicht: Wenn der Film mal unter 10 € liegt)

04. James Bond – Casino Royale
– Manchmal macht man einfach alles richtig. Selbst die Logikfehler gehören zum richtigen Bond-Feeling dazu. Nur Q fehlte mir doch. (DVD-Kaufabsicht: Vielleicht irgendwann mal, wenn der 100 Pack James Bond Filme zu kaufen ist)

03. Das Parfüm
– Oppulenter Historienfilm nach Bestsellervorlage von Tom Tykwer. Tom Tykwer. Muss ich mehr sagen? (DVD-Kaufabsicht: Öhm, vielleicht mal)

02. Brick
– Die Überraschung des Fantasy Filmfests sorgte nicht nur für akuten Sitzplatzmangel, sondern auch für ein neues grandioses Genre: Teen-Neo-Noir. (DVD-Kaufabsicht: Wenn es ihn auch außer dem superteuren UK-Import gibt, sofort)

01. Children of Men
– Grandiose Verfilmung eines postapokalyptischen Stoffes, noch herausragendere Kameraführungen teilweise minutenlang ohne Schnitt. Und dabei die so einfache Botschaft, dass ohne Kinder jede Hoffnung fehlt. Siehe auch @YouTube: „Why Children of Men should be nominated for best picture“ (DVD-Kaufabsicht: Sofort)

TV 2006

Immer mehr wird ersichtlich, dass man sich als Serienfan im Ausland bedienen muss. Bestes Beispiel das grandiose Battlestar Galactica: Während RTL II hierzulande die Serienausstrahlung einfach unguckbar durch ständige Einblendungen von Werbung macht, bekommt man die DVD-Box der zweiten Staffel bereits für 23 Euro frei Haus. Leider macht Battlestar Galactica auch inhaltlich für meinen Geschmack zur Zeit eine kleine Durststrecke durch, ich bin aber noch zuversichtlich, dass diese grandiose Serie sich wieder fangen wird.

Diese Hoffnung habe ich bei Lost leider immer weniger. Die Autoren verfangen sich zusehend in immer weiteren Mysterien, ohne dass sie großartig alte auflösen und damit die Geschichte auch mal ein wenig voranbringen. In den USA macht ihnen daher der Seriennewcomer Heroes auch schon arg zu schaffen, dort werden aufgestellte Rätsel einige Folgen später auch tatsächlich bereits aufgelöst. Und gerade deswegen bleibt der Zuschauer auch bei der Stange.

Die Briten haben währenddessen ihr Doctor Who Franchise erfolgreich weiter ausgebaut und mit Torchwood bereits einen sehr guten Ableger für ein erwachseneres Publikum kreiert, der auch vor einem bisexuellen Hauptcharakter nicht zurückschreckt, und mit The Sarah Jane Adventures das gleiche für Kinder geschafft. Beides gucken Fans jedoch gleichermaßen gerne und begeistert mit. Lediglich die Neuauflage von Robin Hood als TV-Serie gefällt noch nicht so ganz.

Eine andere ebenfalls grandiose Serie habe ich allerdings zunächst übersehen. Dr. House ist für mich eine der grandiosesten Neuentdeckungen der TV-Serien der letzten Jahre, die Verknüpfung von einem absoluten Ar*****ch als Hauptcharakter mit CSI-ähnlichem Aufspüren von Krankheiten ist einfach genial und unterhaltsam zu gleich. Und dabei läuft die Serie sogar im Hauptprogramm eines großen TV-Senders hier in Deutschland und wurde nicht, wie andere grandiose Serien ins Randprogramm abgeschoben (s. Veronica Mars erst am ZDF Sonnabend Nachmittag und dann im Mittwoch Nachtprogramm, oder die letzte Ruhe, die jetzt Vox dem einstigen Zugpferd Six Feet Under im Sonnabend Nachtprogramm beschert).

Sonstiges

2006 war für mich persönlich ein Jahr mit einigen Höhen und mehreren Durststrecken, die aber alle erstmal überstanden sind. Besonders zum Jahresende war das berufliche Chaos einfach schier unüberwindlich, daher litten auch die Beiträge hier im Blog sichtlich. Aber in meiner aktuellen Branche ist die Zeit vor Weihnachten wohl generell ein einziges Durcheinander.

Mit dem Jahreswechsel habe ich den Werbebereich des Blogs renoviert. Ich bin mir aber nicht sicher, ob und wie ich das weiter behalten werde. Zum einen ist die weitere Wartung nun durch automatische Beitragszuordnung der Werbung problemloser geworden, zum anderen möchte ich gerne allgemein vermeiden, dass der Bereich dort zu bunt wird und zu sehr vom Thema abweicht. Ich bin mir da noch sehr unschlüssig, zumal die Einnahmen ohnehin nie die Ausgaben dieses Blogs deckelten. Klarer Fall von „Hmm, mal sehen“. 😉

Und genau das gilt auch für 2007.

Mal ein paar Firefly/Serenity Häppchen

Da ich mich momentan nebenbei auf eine neue Serenity-RPG-Kampagne (namens „Yuán Fèn“) vorbereite, mal ein paar wild zusammengetragene Infohäppchen:

Für das Serenity RPG existiert seit längerem ein gewisser Produktionsstau, offenbar verzögert Universal Pictures zur Zeit die Herausgabe von weiteren Produkten (so ein freier Autor des Systems). Seit mittlerweile extrem langer Zeit überfällig sind da auch die Errata, so gibt es immer noch keine offizielle Aufklärung über die Verwirrung, ob (und wenn ja wie) Traits auch nachträglich noch erworben werden können. Meiner Gruppe habe ich dann auch letzten Dienstag vermutlich fälschlicherweise erzählt, dass es nicht möglich sei, jetzt bin ich mir da nicht mehr so sicher und werde vermutlich nach einer Hausregel fahnden dürfen.

Für „Firefly“ (wir erinnern uns, dass die Lizenz der Serie immer noch bei FOX liegt, während der Film „Serenity“ bei Universal Pictures verwirrenderweise angesiedelt ist) ist unter dessen tatsächlich ein MMORPG in der Mache. Multiverse will das von so vielen geliebte Setting umsetzen und hat sich die Lizenz gesichert, berichtet Wired.

Bei Recherchearbeiten stolperte ich dann auch noch über eine sehr unterhaltsame aber leider nicht verfilmte Vorlage einer Firefly-Folge 1×15: „Dead or Alive“.

Kurzer Exkurs: Joss Whedon selbst steckt unterdessen in gleich drei Projekten fest. Darunter die von vielen Fans skeptisch angesehene Verfilmung von Wonder Woman, für deren Hauptrolle immer noch keine Schauspielerin verpflichtet worden ist. Dann wird es eine achte Staffel von „Buffy the Vampire Slayer“ geben – allerdings als Comic (Vorschaubilder hier, hier, hier und hier). Mehr zum Comic im TV Guide-Interview. Und letztlich ein Projekt, zu dem er selbst bisher sehr wenig verraten hat: Goners soll ein Horror-Film werden. Jetzt gibt es dann auch die ersten Infos in einem etwas versteckten Blog zum Film.

Ach ja, und dann war da noch der „Welcher Serenity-Charakter bist Du?“-Test. Mit so gar nicht offensichtlichen Fragen wie „Wurden je regierungsbezahlte Experimente an Dir durchgeführt?“, kam bei mir folgendes heraus:

Your results:
You are Dr. Simon Tam (Ship Medic)

Dr. Simon Tam (Ship Medic)
70%
Derrial Book (Shepherd)
60%
Zoe Washburne (Second-in-command)
45%
Inara Serra (Companion)
45%
Malcolm Reynolds (Captain)
45%
Kaylee Frye (Ship Mechanic)
40%
River (Stowaway)
30%
Wash (Ship Pilot)
30%
A Reaver (Cannibal)
25%
Alliance
20%
Jayne Cobb (Mercenary)
15%
Medicine and physical healing are your game,
but wooing women isn’t a strong suit.

40 Jahre Star Trek und Raumpatrouille Orion

Am 8. September 1966 startete der US-Sender NBC eine der erfolgreichsten SciFi-Serien der Welt. Star Trek brachte die Vision einer besseren Zukunft der Menschheit und schuf unvergessene Charaktere wie Captain James T. Kirk, Spock, Leonard „Pille“ McCoy, Montgomery „Scotty“ Scott, Nyota Uhura, Hikaru Sulu, Pavel Chekov oder Christine Chapel.

Die Serie hielt sich nur 3 Jahre auf Sendung, 79 Episoden später war sie bereits Geschichte. Doch 1977 kam es zum unverhofften Erfolg von 20th Century Fox mit dem Weltraum-Epos Krieg der Sterne, weswegen sich auch Paramount wieder an die alte Lizenz in ihren Archiven erinnerte und 1979 Star Trek: The Motion Picture in die Kinos brachte. Und trotz einschläfernde Effektorgien sollte es zu einem Erfolg werden und noch fünf Filme mit der alten Crew folgen, bis diese 1994 entgültig in den Ruhestand geschickt wurden.

Bereits 1987 war dann aber schon mit der nächsten Generation um Captain Jean-Luc Picard eine neue siebenjährige Serie gestartet, gefolgt von drei weiteren Raumschiff– oder Raumstationsmannschaften. Auch Picards Crew sollte noch einige Abenteuer im Kino erleben, zuletzt jedoch mit immer weniger Erfolg. Und am 13. Mai 2005 sollte diese neue Ära mit der abgesetzten Star Trek: Enterprise Serie zuende gehen. Star Trek ist und bleibt aber ein zu wertvolles Franchise für Paramount, daher existieren bereits jetzt konkrete Pläne für einen Relaunch. In Star Trek XI will Lost– und Alias-Erfinder J.J. Abrams offenbar die alte Crew der allerersten Enterprise, jedoch komplett neu besetzt, zurück ins Kino schicken. Bourne Identität-Star Matt Damon soll dabei angeblich die Rolle von Captain Kirk einnehmen.

40 Jahre Star Trek

Im Rahmen der Festaktivitäten finden überall auf der Welt Treffen und Marathons statt – hier in Deutschland hat Kabel 1 das offenbar etwas zu spät bemerkt, weswegen sie ihre Sonderprogrammierungen erst Ende des Monats starten, immerhin der Pay-TV-Sender Sci Fi hat dies bemerkt und strahlt am Geburstag eine Sondersendung mit dem ansonsten aus der Sendung Alpha Centauri bekannten Astrophysiker Harald Lesch zum Thema Star Trek: Science vs. Fiction aus und hat weitere Sonderprogrammierungen den gesamten September über im Programm. In den USA wird unter dessen gerade das alte Material der ersten Serie für eine HDTV-Ausstrahlung aufgehübscht und viele Effekte entsprechend modernisiert.

Star Trek inspirierte zahllose weitere Science Fiction Serien, Romanreihen und natürlich auch zahllose Rollenspielrunden. Drei offiziell lizensierte Systeme haben sich an der Materie versucht, nach Icon und Last Unicorn zuletzt Decipher, die jedoch leider ihren Rollenspielzweig zugungsten von Tradingcards mittlerweile zwar nicht offiziell, aber praktisch aufgelöst haben. Neue Produkte erschienen zuletzt nur als PDF zum Hardcover-Preis. Ein neuer Lizenznehmer scheint unterdessen aber eher nicht auf dem Teppich zu stehen, die wenigsten Rollenspiellizenzen aus Hollywood haben sich in den letzten Jahren offenbar ausgezahlt.

40 Jahre Raumpatrouille Orion

Ebenfalls 40 Jahre alt wird übrigens auch Raumpatrouille Orion, wenige Tage später als Star Trek, am 17.09.1966 in der ARD gestartet. Leider ist mit zu dieser Serie allerdings kein einziges Rollenspielsystem bekannt, das im Rahmen der GroFaFo-Independent-RPG-Challenge zweitplatzierte Randpatrouille hat entgegen einiger Vermutungen nichts mit der Serie zu tun (ist aber dennoch sehr unterhaltsam).

Fantasy Filmfest 2006 (2): „Hole/Zulo“, „Brick“

Der zweite Tag des Fantasy Filmfestes 2006 für uns war der Dienstag, mit zwei Filmen auf dem Zettel.

Hole / Zulo

(Spoiler voraus) Zum einen der spanische Film Hole bzw. Zulo (span. Originaltitel). Kurz: Ein Geschäftsmann wird gekidnappt und in ein metertiefes Loch eingesperrt. Trotz beklemmenden und leicht ekelerregenden Spiel verfehlt der Film aber sein Ziel. Er macht zwischendurch neugierig auf den Hintergrund der Entführung, löst diese aber nicht auf. Bis auf das ständig beklemmende Gefühl vermag er auch nichts vermitteln, und die aufgesetzte Botschaft am Ende: „Es könnte jedem passieren“ ist nur pathetisch. Damit war der Film für mich recht klar durchgefallen.

☆☆☆☆

Brick

(leichte Spoiler voraus) Ganz anders der für mich beste Film des diesjährigen Festivals. Brick ist eine extrem gelungene Hommage an den Film Noir angesiedelt im High School Milieu.

Brick - Copyright Focus Features

Der archetypische High School Einzelgänger Brendan (Joseph Gordon-Levitt) erhält von seiner Ex-Flamme Emily (Emilie de Ravin) einen panisch klingenden Anruf. Doch sie faselt anscheinend nur unzusammenhängendes Zeug von „Brick“, „Tug“ und „Pin“, und dass sie Mist gebaut hat. Dann rast ein Auto vorbei, eine Kippe fliegt cool aus dem Fenster und sie legt panisch auf. Brendan versucht sie zu finden und ihr zu helfen, doch nur einen Tag später liegt sie tot in der Gosse.

Brendan legt nun alles daran, herauszufinden, was mit seiner Ex-Freundin passiert ist. Doch in dem düsteren Gewirr an der High School zeigt sich so schnell kein roter Faden und das Puzzle braucht lange, bis er es endlich zusammensetzen kann und in einem Sumpf aus Drogenhandel, Bandenkriegen und gastfreundlichen Müttern einen Weg aus dem Schlamassel findet.

Brick - Copyright Focus Features

Sehr viel mehr sollte man eigentlich gar nicht verraten. Der Film ist einfach nur cool! Man befindet sich irgendwo zwischen Malteser Falken und Veronica Mars. Die jungen Schauspieler überzeugen auf voller Linie, im ganzen Film tauchen nur zwei „Erwachsene“ am Rande auf, wenn ich richtig aufgepasst habe. Insbesondere Joseph Gordon-Levitt schafft es mehr Facetten in seinem Schauspiel unterzubringen, als man dem Hinterm Mond gleich links Sitcom-Youngster zunächst zutrauen würde. Und auch den Soundtrack sollte man sich irgendwann mal zulegen, passt herrlich schräg, ähnlich wie der von Twin Peaks, zu diversen Mystery-Rollenspielen, wie Unknown Armies.

Brick - Copyright Focus Features

Einziger Makel: Der Kinosaal 3 bei uns in Hamburg war proppevoll. Irgendwie hatte die Orga es geschafft, den Saal überzubelegen, so dass sogar diverse Zuschauer auf den Treppen Platz nehmen mussten. Und genügend Stimmkarten für den Publikumspreis gab es leider auch nicht, was sie dann aber immerhin mit einem zusätzlichen Notizblock lösten. Ob Brick den Preis gewonnen hat, habe ich bisher leider noch nicht in Erfahrung bringen können, verdient hätte er es wohl und, so wird gemunkelt, hat er es auch in einigen anderen Städten bereits.

Immerhin hat dieser Film, nachdem er bereits im Januar 2005 auf dem Sundance Filmfestival einen Special Jury Preis gewonnen hat, nun auch in Deutschland mit Senator einen Verleiher gefunden. Nach letztem Stand wird er am 21. September auch in die deutschen Kinos kommen, und danach hoffentlich auch bald in meine DVD-Sammlung.

★★★★★

Nachtrag: (Andreas 17.08.06 13:00 Uhr)
Die Gewinner des FRESH BLOOD Publikumspreises des FFFs sind nun bekannt und können hier angesehen werden.
Erster wurde wenig überaschend Brick, Zweiter Baba’s Cars und Dritter Secuestro express

Fan Trailer zu Serenity

Ist das jetzt ein neuer Trend bei YouTube und Co.? „Fan-Trailer zu Filmen“. Der folgende schneidet diverse Szenen aus Serenity neu zusammen, und trotz der Tatsache, dass er den Humor des Filmes ausspart und zum Schluß doch sehr actionlastig ist, finde ich ihn persönlich, sogar besser als das Original. Gut, das könnte auch an der besseren Musik liegen, mit dem er unterlegt ist (Immediate Music mit Epicon). (via Whedonesque)

Fantasy Filmfest 2006 (1): „Civic Duty“, „A Scanner Darkly“

Zum zwanzigsten Mal findet das ursprünglich aus Hamburg stammende Fantasy Filmfest in unserer Hansestadt wieder statt. Heute war Tag 1 der beiden Tage, an denen wir uns ingesamt 4 Filme dieses Jahr gönnen. Daher hier mal ein kleiner Umschwung zu einem Filmkritik-Blog (leichte Spoiler voraus):

Civic Duty

Civic DutySix Feet Under-Star Peter Krause in einem politischen Film, der eigentlich gar keine fantastischen Elemente aufweist. Civic Duty handelt von Terry Allen, einen Buchhalter, der gerade seinen Job verloren hat und dem nun zuhause die Decke auf den Kopf fällt. Als dann ein arabischstämmiger Nachbar („a middle-eastern“) in die Nachbarwohnung einzieht, aber dabei kaum eigene Sachen in die Wohnung mitnimmt, wird Terry skeptisch. Immer weitere Indizien findet der unfreiwillige Hausmann, dessen Paranoia, zusätzlich durch die permanent auf ihn einrieselnden Horrormeldungen über Terroristische Angriffe und entsprechende Aufrufe, seine Pflicht als Bürger nachzugehen, immer weiter wächst. Irgendwann fängt Terry an wie Jack Bauer seinen Nachbarn nachzuspionieren, doch dieser Film ist nicht 24 und daher können solche Aktionen durchaus Konsequenzen haben.

Civic Duty überzeugt mit einem gut durchdachten Handlungsfaden, guten bis herausragenden schauspielerischen Leistungen, insbesondere von Peter Krause, sowie der Spannung, ob der Nachbar nur wirklich ein Terrorist ist oder nicht. Streckenweise fühlt man sich zurecht an Hitchcocks Fenster zum Hof erinnert (berechtigter Hinweis von Andi). Doch der Protagonist ist diesmal nicht nur mehr oder weniger hilfloser Beobachter …

Bleibt zu erwähnen, dass man ein noch seltsameres Gefühl über die Botschaft des Films bekommt, wenn man die Begleitumstände sieht, wie wir den Film gesehen haben: Die Karten konnte ich nur schwierig wegen einer Absperrung des Zugangs zum Kino durch die Polizei wegen einer vermeintlichen Kofferbombe im angrenzenden Dammtor-Bahnhof bekommen. Und beim Essen im Cha Cha Thai Street Kitchen im Anschluß lief dann auf den Bildschirmen n-tv mit Berichten über Terroralarm in London

★★★★

A Scanner Darkly

Keanu Reeves, Robert Downey Jr. und Winona Ryder in sicherlich der aufwändigsten Verfilmung von einem Roman von Philip K. Dick. Nachdem A Scanner Darkly komplett gedreht war, wurde jedes einzelne Bild des Filmes am Computer nachgezeichnet und stilisiert. D.h. der gesamte Film ist letztlich eine Special-Effect-Sammlung, so dass der Übergang von Realität in den Wahn wirklich für jeden unnachvollziehbar stattfinden kann.

Ausschnitt aus A Scanner Darkly

Bob Arctor (Reeves) arbeitet als Undercover Cop, dabei wird seine Identität auch vor seinen Kollegen durch einen Anzug verschleiert, der im Sekundentakt seine Erscheinung in die von Millionen anderer Menschen verändert, zum eigenen Schutz, denn an sich werden mittlerweile alle Bürger durch Teile ihrer Mitmenschen direkt überwacht. Außer Kontrolle gerät die Geschichte, als Bob Arctor damit beauftragt wird, Bob Arctor zu überwachen. Schritt für Schritt gerät er selbst, um nicht aufzufallen, immer weiter in einen Drogensumpf um die geheimnisvolle Droge D., und fängt irgendwann an deswegen auch zu halluzinieren. Doch welches Spiel wird wirklich gespielt? Beziehungsweise: Was ist die Wirklichkeit, was Halluzination?

Boah, schwere Kost, dennoch höchst amüsant und visuell wirklich innovativ und neu. Der Film eignet sich sicherlich dazu, ein weiteres mal angesehen zu werden, damit man die Vielschichtigkeit überhaupt erst nachvollziehen kann. Gefallen wird er sicherlich nicht jeden, teilweise sicher wegen den Kamerafahrten, die durch die Nachzeichnungen teilweise einfach perspektivisch falsch funktionieren und deswegen arg desorientieren. Dennoch: Der Film hat das Potenzial zum Kultstreifen.

★★★★

Star Trek XI = Lost in Space?

Und plötzlich taucht es wieder aus der Versenkung auf: Nach fast einem Jahr Pause kehrt Star Trek wieder ins Portfolio von Paramount zurück. Laut Variety (via SF-Radio) hat Paramount J.J. Abrams, den Erfinder von Serien wie Felicity, Alias oder Lost engagiert, das Franchise wieder zu beleben.
Auch von der Story ist schon etwas durchgesickert: Es soll um die ersten Abenteuer von James Kirk und Spock gehen, die gerade frisch von der Sternenflotten Akademie kommen. Hmm, also eine Art Prequel-Sequel oder so …

Update: Mittlerweile hat StarTrek.com, die offizielle Star Trek Internetpräsenz von Paramount all dies bestätigt.

Walk of Fame Stern für Winnie the Pooh

Die ganz großen Hollywoods reißen sich um die Ehre, auf einen Walk of Fame Stern verewigt zu werden. Als über 80jähriger wurde nun Winnie the Pooh (in den 30ern erschienen erstmals Geschichten mit ihm, 1966 der erste Disney-Film) eine solche Ehre zu teil, welche bisher nur die Disney-Figuren Micky Maus und Donald Duck teilen. Dennoch trug Pooh auch bei diesem feierlichen Anlass keine Hose.