10 Jahre Edieh

1.
Mrz.
2012

10 Jahre EdiehIm März 2002 hatte mein damaliger DSL-Anbieter eine Gratis-Domain in seinem Angebot. Ich hatte zwar bereits eine eigene Homepage bei einem anderen Anbieter, aber ich fand es durchaus sinnig, meine Rollenspiel-Aktivitäten in einer zentralen Stelle im Internet abzulegen. Edieh.de war bestellt und flux auch eingerichtet. Mittlerweile ist Edieh ein Blog (und längst nicht mehr bei diesem DSL-Anbieter). Und eines der ältesten noch existierenden deutschsprachigen Rollenspiel-Blogs überhaupt (ich erinnere von den derzeitig aktiven nur Helden.de wirklich älter – aber was ist schon meine Erinnerung).

Zehn Jahre sind im Internet schon Steinzeit. Damals gab es noch keine sozialen Netzwerke, die der Rede wert gewesen wären, es gab nur Kommentare und Trackbacks. Irgendwann spaltete ich die Rollenspiel-Rundenorganisation von Edieh ab, ein eigenes Forum wurde aufgesetzt, erst als Subdomain, dann als eigene Domain. Ich lernte Twitter kennen. Ich trieb mich hier und dort herum, vernachlässigte manchmal wochenlang die Seite. Aber Edieh war immer eine zentrale Geschichte geblieben bei all meinen Netzaktivitäten. Und allein der Name erinnert mich immer noch an mein erstes eigenes Setting, dass ich damals erschaffen hatte, daher gebe ich das hier auch nicht so schnell auf.

Nun gehört es sich aber, dass hier heute ein neues Design Einzug hält. Es ist nicht radikal neu – auch die Inhalte sind es ja nicht. Aber es zeigt schon an, dass sich auch hier etwas verändern wird. Ich werde zukünftig mehr hier im Blog herumtoben und auch einfach mal nur ein Video vom neuesten Filmtrailer posten. Daher erscheinen mittlerweile in der Weiterleitung auf RSP-Blogs.de auch nur noch die Rollenspiel-affinen Beiträge durch eine Filterung. Rollenspiel wird zwar auch weiterhin hier das Hauptthema bleiben. Aber es wird mehr und mehr Besuche in andere Bereiche geben. Und wohl demnächst auch die eine oder andere neue Rubrik oben erscheinen.

Technisch gibt es ein paar kleine Änderungen. Flattr habe ich nun entfernt (wurde nur sporadisch überhaupt genutzt), dafür kann man nun auch das ganze Blog via E-Mail abonnieren (RSS finde ich zwar persönlich bequemer, aber ich kann ja nicht auf jeden von mir aus schließen). Und: ich habe die Permalinks komplett neu strukturiert, das „www.“ ist vor der URL weggefallen, man kann nun auch auf einzelne Kommentare hin Kommentare abgeben, und viele Kleinigkeiten.

Im Edieh-Logo steht übrigens schon seit Anfang an eine „20“ im Mittelpunkt eines symbolisierten Dodekaeder. Die Hälfte davon ist geschafft.

Dieses Blog braucht doch noch nicht dicht machen

15.
Dez.
2010

Der JMStV ist vermutlich gestoppt:

Der unsägliche Staatsvertrag könnte am Donnerstag ausgerechnet durch eine Koalition aus CDU, FDP und Linken gestoppt werden. Hell freezes over! (Quelle: Netzpolitik.org)

Mittlerweile hat offenbar auch die SPD in NRW kapiert, welchem Murks sie da zustimmen wollten, nachdem sich selbst die CDU davon distanziert hat (offenbar ist ihnen aufgegangen, welchen Imageschaden sie genommen hätten). Letztlich wurden dem JMStV extreme handwerkliche Mängel bescheinigt, er war nicht nur praxisfern sondern auch für Normalsterbliche so gut wie nicht verständlich, selbst Rechtsexperten hatten Probleme ihn zu verstehen. Immerhin war das Credo (so auch gezogen in der letzten c’t): er hätte in der Praxis zu wenigen wirklichen Problemen geführt, jedenfalls für nicht kommerzielle Blogs. Vermutlich. Garantieren wollte das keiner.

Der letzte Aufschrei durch die Blogo- und Twittersphäre hat aber immerhin gezeigt, dass Politiker doch noch auf ihre Wähler hören. Und sei es nur, um einen Schlag gegen die Konkurrenzpartei führen zu können.

Dennoch hat es bereits einige Kollateralschäden gegeben, immerhin keine irreversiblen. Jörg D. bloggt nun aber wieder an anderer Stelle (zusammen mit Karsten). Die wunderbare Welt von Isotopp ist mittlerweile wieder im Netz aufgetaucht. (Noch?) offline sind die Seiten von Harald, der neben seinem Blog auch andere Seiten, wie das deutsche Übersetzungsprojekt von The Shadow of Yesterday vom Netz genommen hat.

Bleibt die Frage: muss immer erst ein medialer Protest gesetzt werden, damit Politiker merken, was sie gerade vermurksen? Wobei traurigerweise festgestellt werden muss, dass es ein Profilierungsstreit zwischen Koalition und Opposition war, der „zufällig“ das Richtige herauskommen ließ …

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Dieses Blog kann dichtmachen (2)

1.
Dez.
2010

Erst einmal: Ich will hier nichts übereilen, solange der JMStV nicht aktiv ist, bleibt dieses Blog auf jedem Fall am Netz. Aber mich stört dieses Unding, was da gerade verzapft wird, doch sehr. Und ich habe auch keine Lust auf ein Damokles-Schwert, dass mir das Bloggen hier und das Podcasten dort vermiest.

Aber einmal konkret. Karsten weist mich in den Kommentaren auf einen (offenbar) juristischem Artikel hin. Ich bin kein Jurist, daher ist alles folgende, was ich dazu schreibe, keine Rechtsberatung oder etwas ähnliches. Ich verstehe die Relativierung so: nur wenn man, zumindest teilweise, „entwicklungsbeeinträchtigende Angebote“ vorhält, muss man diese Kennzeichnungspflicht nutzen, ansonsten nicht. Das klingt erst einmal einleuchtend. Aber was genau sind „entwicklungsbeeinträchtigende Angebote“? Geht es nicht in diesem und anderen Rollenspielszene-affinen Blogs durchaus gerade um Medien, die Bestandteile wie Gewalt, Sexualität, etc. aufweisen? (Und nein, ich will hier gar nicht das Fass aufmachen, ob diese wirklich Jugendliche in ihrer Entwicklung überhaupt stören.) Ist die Berichterstattung über solche bereits problematisch? Was ist, wenn ich hier einen Charakterbogen vorhalte, auf dem „Schaden“ vermerkt wird (ggf. auch mit drastischen Beschreibungen)? Oder braucht es dazu das gesamte Medium (sprich Rollenspielwerk)? Wenn ich ein Video einbette, das ein paar Leute beim Kloppen auf einem LARP zeigt – muss ich mir Sorgen wegen eines fehlenden FSK-Logos machen? Ja, das ist zugespitzt, eben weil dies enorm schwammig ist. Und ich habe im Gegensatz zu vielen anderen Kollegen medienpädagogische Grundlagen in meinem Studium genossen. Daher kann ich sagen, dass die oben angeführten Beispiele sich sicherlich nicht für eine Jugendgefährdung eignen. Aber sie würden ausreichen, damit eine Klassifizierung ab 12 zumindest teilweise relevant wäre.

Beruhigend ist für mich da aber der Beitrag von Udo Vetter im Law Blog (Link via Nerdlicht/Twitter). Seine Entwarnung sehe ich vor allem in dem Passus: „Überdies werden sich die viele Blogger darauf berufen können, (auch) tagesaktuelle, gesellschaftlich relevante Themen zu diskutieren und damit auf der Ebene üblicher redaktioneller Angebote zu stehen. Diese sind aber grundsätzlich von den Vorschriften ausgenommen.“ Das sehe ich für mein Blog gegeben an, weil es halt öfter auch über den Tellerrand hinaus guckt. Zumal dieses Blog auch werbefrei ist (von dem Flattr-Button vielleicht abgesehen) und daher gar nicht im Wettbewerb mit anderen steht, die mich abmahnen könnten.

Uff. Dennoch: das Damokles-Schwert ist noch nicht weggeräumt. Aber es ist etwas geschrumpft. Das Blog von Kristian Köhntopp ist unterdessen offline. Das von Harald Wagener ebenfalls. Beides Blogs, die ich lange und gerne verfolgt habe.

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Ich „flattr“ jetzt

13.
Aug.
2010

Flattr ist eine Idee. Und nicht nur meiner Meinung nach eine gute, die sich wirklich lohnen könnte. Die Idee ist ganz einfach: jeder gibt jeden Monat eine kleine Summe (mindestens 2 €), die dann unter all diejenigen zu gleichen Teilen aufgeteilt wird, deren Blogeinträge, Bilder oder andere Mediendateien er gut fand.

Dadurch bekommt jeder ein paar Cent bis ein paar Euro. Aber diese Cent summieren sich wiederum bei denjenigen, deren Beiträge wirklich gut und lesenswert waren. Ich nehme letzteres für mich gar nicht in Anspruch (auch wenn meine Beiträge im Blog sich nun auch „flattrn“ lassen) – mir geht es eher darum, ein klein wenig jemand anderen zu honorieren. Für den guten Beitrag, den ich gerade gerne gelesen habe.

Dass solch kleine Beiträge einen großen Batzen einbringen können, da sehr viel mehr diesen zahlen wollen, ist kein Geheimnis. Schon der Erfolg der niederpreisigen „Apps“ auf dem I-Phone oder Android-Telefonen zeigt, dass man durchaus bereit ist, mal eben 1,50 € für die Anzeige von den Wetterinfos auf dem Display zu bezahlen. Bill Pytlovany, der Softwareentwickler von WinPatrolPlus machte Anfang des Jahres ein Experiment, bei dem er seine sonst 29,95 $ kostende Software einen Tag lang für nur 0,99 $ anbot. Das Resultat: er bekam auf einem Schlag binnen 24 Stunden 15.000 neue zahlende Nutzer.

Meiner Meinung nach gehört solchen freiwilligen Micropayments die Zukunft. Ab heute kann sich jeder frei bei flattr anmelden. Auch wenn er nur geben will.

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