Der Konflikt zweier Spezies auf unserer Welt: „Earth: Final Conflict“ Staffel 4

Die Jaridians sind nicht ganz so badass, wie gedacht … (Foto: Pandastorm Pictures)
Die Jaridians sind nicht ganz so badass, wie gedacht … (Foto: Pandastorm Pictures)

Die großen Feinde der Taelons tauchen endlich auf: Die Jaridians sind ein wenig die Antithese der vergeistigten und energiebasierten Außerirdischen, doch sie teilen ein ähnliches Schicksal: Beide stellen sich als aussterbendes Volk heraus. Auch Lili Marquettes Hybrid-Baby stellt sich nicht als die erhoffte Lösung für das Problem heraus, Lili muss erneut untertauchen. Dasselbe Schicksal ereilt Augur, der vor dem Gesetz fliehen muss. Liam und Renee schließen sich hingegen einer offensiveren Rebellion an, der Atlantic National Alliance, welche den Konflikt gegen die Taelons wieder aufnehmen will. Letztlich kommt es zu einem Showdown zwischen den Taelons und den Jaridians, bei denen Liam sie überzeugt, sich zu vereinen zu einer Urspezies, welche bessere Überlebenschancen haben soll …

Staffelstab-Übergabe: Auf Augur (r.) folgt Juliet Street (Melinda Deines und Richard Chevolleau, Foto: Pandastorm Pictures)
Staffelstab-Übergabe: Auf Augur (r.) folgt Juliet Street (Melinda Deines und Richard Chevolleau, Foto: Pandastorm Pictures)

Auch in der vierten Staffel geht das Personal-Karussell munter weiter. Diesmal ist es Augur (Richard Chevolleau), der die Show verlässt und dessen Funktion durch Juliet Street (Melinda Deines) ersetzt wird, auch Lili Marquette (Lisa Howard) und Jonathan Doors (David Hemblen) verbleiben weiterhin auf Gastrollen reduziert.

Während der Plot zunehmend soapiger wird, erlebt man als Zuschauer aber eine recht herbe Enttäuschung: Der lange angedeutete kommende Krieg zwischen den Taelon und den Jaeridians entpuppt sich als Kampf zweier sterbender Völker, nicht als Kampf zwischen Geist und Intellekt sowie schierer Masse und Körperkraft. Statt eines Krieges bekommen wir nur die Ahnung eines solchen gezeigt, die Serie taucht derweil lieber in recht austauschbare Plots der Woche ab: ein paar SciFi-Krimi-Plots, ein paar Intrigen, und ein paar mysteriöse Alien-Artefakte.

Abermals prachtvoll: Das Artwork der CDs in der Box
Abermals prachtvoll: Das Artwork der CDs in der Box

Pandastorm veröffentlicht hier abermals eine gelungene Box, auch wenn es abermals neben dem Booklet keine Specials gibt. Generell muss man sagen: In der vierten Staffel verliert die Serie einiges an Fahrt, dennoch ist sie immer noch kein so seltsames Konstrukt, wie die fünfte Staffel. Aber dazu demnächst mehr.

★★★☆☆

Die vierte Staffel von „Earth: Final Conflict“ erschien bei Pandastorm Pictures am 15. April 2016 auf DVD. Offenlegung: Ich habe die DVD-Box freundlicherweise als Rezensionsexemplar erhalten.

Sherlocks Trip in die Vergangenheit

Kritik zur Blu-ray von „Sherlock: Die Braut des Grauens“

4006448363864_highEs ist 1895. Sherlock Holmes (Benedict Cumberbatch) und sein enger Freund Dr. Watson (Martin Freeman) bekommen einen mysteriösen Fall anvertraut: Emelia Ricoletti, die in einem Hochzeitskleid gekleidet von einem Balkon aus öffentlichkeitswirksam Selbstmord begangen hat und unter der Erde liegt, soll als Geist zurückgekehrt sein, um ihren eigenen Mann umzubringen. Für den streng an die Logik glaubenden Privatdetektiv ist dies natürlich keine ernstzunehmende Option. Aber kann er der „Braut des Grauens“ auf die Spur kommen? Und gehören Sherlock und Watson nicht eigentlich in das 21. Jahrhundert?

Auch im klassischen Look machen beide eine gute Figur (Martin Freeman und Benedict Cumberbatch, Foto: Polyband/BBC)
Auch im klassischen Look machen beide eine gute Figur (Martin Freeman und Benedict Cumberbatch, Foto: Polyband/BBC)

Seit 2010 begeistern Cumberbatch und Freeman bereits in ihren Rollen als moderne Varianten der weltberühmten Romanfiguren von Arthur Conan Doyle. Die Neuauflage der BBC hat rasant Fanherzen erobert und nur einen gewaltigen Nachteil: Sie kann wegen der gut gefüllten Terminkalender der Stars und Produzenten nur alle paar Jahre inszeniert werden. Bisher wurden drei Staffeln mit je drei 90-minütigen Episoden gedreht, nun hat uns die BBC Anfang des Jahres (und zu Ostern hier in der ARD) mit einer neuen Episode überrascht, die etwas aus dem Rahmen fällt: Die Darsteller werden tatsächlich ins viktorianische London katapultiert und dürfen sich oppulent im BBC-Fundus bedienen um eine etwas andere Geschichte zu inszenieren.

Selbst für Watsons grandios-seltsamen viktorianischen Schnurrbart gibt es letztlich eine Erklärung (Martin Freeman, Foto: Polyband/BBC)
Selbst für Watsons grandios-seltsamen viktorianischen Schnurrbart gibt es letztlich eine Erklärung (Martin Freeman, Foto: Polyband/BBC)

Dennoch fügt sich die Folge in den Seriencanon geschickt ein und bringt ebenso viel Spaß wie andere Folgen der Serie. Zwar hätte man sich mehr Zeit mit den beiden gewünscht, aber es wird ja aktuell bereits eine neue Staffel gedreht.

Die Geschichte selbst ist im Kern dann letztlich eine sehr klassische Sherlock Holmes-Geschichte, die aber durch die Spielfreude der Protagonisten wie auch die mehrschichtige Erzählstruktur bisweilen doch zu überraschen weiß.

Auch an Extras bietet die Box einiges: Durch zwei kurzweilige Produktionseinblicke führt Co-Produzent Mark Gatiss, ein Special informiert über die Ausstattung und die Produzenten stellen sich Fragen aus dem Internet (alles OmU).

★★★★

„Sherlock: Die Braut des Grauens“ erschien am 29.03.2016 bei Polyband auf DVD und Blu-ray. Offenlegung: Ich habe die Blu-ray freundlicherweise als Rezensionsexemplar erhalten.

„Doctor Who“ Staffel 9 – Die bisher beste Staffel

4006448364038_highDie Box:

Diesmal habe ich die Folgen einzeln bereits während der Ausstrahlung rezensiert, präsentiere hier aber die komplette Zusammenfassung anlässlich der deutschen Veröffentlichung auf DVD und Blu-ray. Und was für eine Staffel – von ein bis zwei Ausrutscher abgesehen präsentiert sich Capaldi hier auf äußerst hohem Niveau und Coleman ist in ihrer Abschiedsstaffel wie aus einer Lethargie befreit.

Die Ausstattung der deutschen Box ist erfreulicherweise mit dem britischen Pendant nahezu identisch, wobei die Briten zusätzlich noch das Weihnachtsspecial „Last Christmas“ bekommen, das in Deutschland aber bereits auf der Komplettbox der achten Staffel erschienen war. Die Box selbst strotzt nur so mit Bonus-Features, Audiokommentaren, Interviews und Set-Berichten und beinhaltet auch die beiden Kurzfilme, die vor der Auftaktfolge angesiedelt sind (allerdings nur in OmU). Insgesamt hat sich Polyband hier wieder sehr viel Mühe gegeben.

Die Folgen:

9×01: „Der Zauberlehrling (1)“

(OT: „The Magician’s Apprentice (1)“)

Der Doktor mit seinem ältesten Feind und seinem ältesten Verbündeten (Michelle Gomez als Missy, Peter Capaldi als der Dkctor und Jenna Coleman als Clara, Foto: Polyband/BBC)
Der Doktor mit seinem ältesten Feind und seinem ältesten Verbündeten (Michelle Gomez als Missy, Peter Capaldi als der Dkctor und Jenna Coleman als Clara, Foto: Polyband/BBC)

Die neunte Staffel beginnt mit einer Folge, die einem Staffelende würdig wäre, sie fährt enorm viel auf, nur um es dann zwei Szenen weiter erstmal zu ignorieren, weil noch größere Kanonen aufgefahren werden. Nun, eher: Handminen. Und: Davros. Und: Die Schattenproklamation. In der Zeit stillstehende Flugzeuge überall auf der Welt. U.N.I.T. ist wieder da. Missi lebt. Panzer im mittelalterlichen Essex. „Dude“, diese Folge steht einem wirklich der Mund offen vor Momenten, die man nicht wirklich fassen vermag. Noch dazu endet sie mit einem Cliffhanger im Stil von „Let’s Kill Hitler“. Wow. Einfach wow. Wobei diese Folge sich für Neueinsteiger ins Whoniversum kaum eignen wird, zu viele alte Fäden werden hier aufgegriffen ohne sie wirklich zu erklären. Für Fans der alten und neuen Serie aber: Wow! So kann die Staffel gerne weitergehen. ★★★★★

9×02: „Hexenkunst (2)“

(OT: „The Witch’s Familiar (2)“)

Man sollte einen Zweiteiler eigentlich erst bewerten, wenn man ihn ganz gesehen hat, oder? Jedenfalls begeistert mich die zweite Episode weit weniger als die erste, die Auflösung des spannenden Dilemmas wird nahezu ignoriert oder weggewaschen. Wozu fährt Moffat all das auf, um es dann gleich wieder liegen zu lassen? Zumindest bleibt Missy ein Lichtblick – mit dem Abstrich, dass es nicht allzuviel Spaß bringt, den Master beim reinen Improvisieren zuzuschauen, ohne dass ein meisterhafter Plan dahintersteckt und irgendwann aufgelöst wird. Irgendwie atypisch halt.

Von einem grandiosen Plan ist hier jedenfalls noch keine Spur. Stattdessen wird Clara ein drittes Mal in einen Dalek gesteckt. Aha. Hatten wir das nicht schon oft genug? Und bin ich der Einzige, der sich daran stört, dass es anscheinend nicht mehr gefährlich ist, einen Dalek zu berühren? Letztlich kein Komplettausfall, aber daraus hätte man mehr machen können, wobei ich das Gefühl nicht los werde, dass Moffat hier ein paar Sachen für später versteckt hat. Andererseits warte ich schon seit „The Eleventh Hour“ darauf, dass der Elektronikhersteller „MΨTH“ nochmal eine Rolle spielen wird. ★★★☆☆

9×03: „Spur im See (1)“

(OT: „Under the Lake (1)“)

Ach so, die aktuelle Staffel besteht also größtenteils aus Zweiteilern. Vielleicht hätte ich das vorher einmal lesen sollen, aber eigentlich versuche ich ja, Spoilern aus dem Weg zu gehen, wenn sie nicht von Alex Kingston ausgehen.

Dieser Zweiteiler jedenfalls beginnt recht gemischt, er zeigt eine Clara, die in der Rolle als Companion mittlerweile völlig aufgeht und regelrecht auf das Abenteuer brennt, während der Doktor selbst etwas zurückhaltender und vorsichtiger ist. Ein interessanter Rollentausch, und die Idee mit Claras Karteikarten zur Ansprache von Gruppen durch den sozial oft etwas unbeholfenen Doktor (man erinnere sich an „Midnight“) ist genauso treffend wie humorvoll. Sehr gut auch die Idee mit einer taubstummen Kommandantin auf der Unterseestation und die Tatsache, dass diese Lippen lesen kann, ist ebenfalls sehr gut in die Story integriert. Leider ist die Hauptstory der Folge etwas generischer und erinnert stark an das letztjährige „Mummy on the Orient Express“. Und der Cliffhanger wirkt dann doch etwas aufgesetzt, dennoch: sehr unterhaltsam. ★★★★☆

9×04: „Vor der Flut (2)“

(„Before the Flood (2)“)

Was hatte ich letzte Woche gesagt zu dem Cliffhanger? Er wirke aufgesetzt? Und ich befürchtete schon, dass er ebenso ignoriert werden würde wie in dem Zweiteiler zuvor? Diese Folge schafft es, den Cliffhanger komplett wichtig zu nehmen und zu etwas sehr Interessanten auszubauen. Ein wunderbares Dilemma von Zeitreisegeschichten wird thematisiert und in ordentliche Gehirnverrenkungen umgeformt und das Ganze auch noch mit einer kurzen Geschichte rund um Beethoven illustriert, die der Doktor vor dem Vorspann erzählen darf.

Toll erzählt, schön inszeniert – nur an die Sonic-Sunglasses habe ich mich immer noch nicht gewöhnt. Ganz groß aber auch die Rock-Variante der Vorspannmusik! ★★★★★

9×05: „Das Mädchen, das starb“

(„The Girl Who Died“)

Wikinger! Wann gab es bei Doctor Who eigentlich zuletzt Wikinger? Das muss ich gleich mal nachgucken …

(10 Minuten Recherchearbeit später) Kann nicht sein, es gab bei Doctor Who echt bisher noch keine wirkliche Wikinger-Folge? Wirklich? Gut, es tauchten ein paar Wikinger-Legenden beim siebten Doktor auf im Serial „Die Todesbucht der Wikinger“ („Curse of Fenric“), aber das waren Nachkommen der Wikinger und keine echten.

Nun also endlich eine Wikinger-Folge, und dann gleich eine wirklich sehr unterhaltsame. Jamie Mathieson, der uns letztes Jahr bereits die wirklich guten Folgen „Die Mumie“ („Mummy on the Orient Express“) und „Hinter den Wänden“ („Flatline“) beschert hat, schafft es hier, ein flottes Skript zu verfassen, das kaum an Spannung zwischenzeitlich verliert, dafür die Sonic Sunglasses entsorgt (endlich!) und mit Ashildr (Maisie Williams, „Game of Thrones“) einen wirklich tollen neuen Protagonisten einführt um ihn am Ende offenbar als neuen Antagonisten im Whoniversum zu etablieren. Und dann die Begründung, warum der Doktor sich eben dieses Gesicht ausgesucht hat! Ein Rückblick auf Tennant! Heidi! Und Benny-Hill-Musik! Wieder eine herausragende Episode! Diese Staffel hat das Potenzial ganz groß zu werden! ★★★★★

9×06: „Die Frau, die lebte“

(„The Woman Who Lived“)

Ashildr ist bereits wieder da, auch wenn sie sich nicht mehr so nennt oder auch nur eine Ahnung hat, dass sie jemals diesen Namen einst getragen hatte: Das menschliche Gehirn ist halt nur in der Kapazität auf ein Leben ausgelegt (tolle Idee!). Ihre Abhilfe: viele Tagebücher. Und natürlich Swashbuckling-Abenteuer. Hach, Swashbuckling. Aber eine Folge, die fast gänzlich ohne die aktuelle Companion auskommt. Und gerade deswegen mal wieder deutlich zeigt, dass Claras Zeit abgelaufen ist.

Aber Ashildr/Ich ist tatsächlich auch keine geeignete Companion für den Doktor, da hat er schon ganz recht. Ansonsten ein recht generischer Plot, aber die Erwähnung von Jack Harkness und das bisschen Philosophie am Schluss reißen es dann doch wieder raus. Hätte mir aber vielleicht doch eine etwas längere Pause zwischen diesen beiden Folgen gewünscht, da sie nicht wirklich als Zweiteiler nötig waren. Freue mich aber darauf, „Ich“ wiederzusehen, die Sonnenbrille aber bitte … ach, ich geb schon auf! ★★★★☆

Wie gut für den Doktor (Peter Capaldi), dass es in der Zukunft gute Roaming-Verträge gibt (Foto: Polyband/BBC)
Wie gut für den Doktor (Peter Capaldi), dass es in der Zukunft gute Roaming-Verträge gibt (Foto: Polyband/BBC)

9×07: „Die Invasion der Zygonen (1)“

(„The Zygon Invasion (1)“)

Als Ende der letzten Staffel Osgood durch Missi umgebracht wurde, hatte ich einen ziemlichen Kloß im Hals. Osgood hatte mich bereits begeistert, als ich nur ihren Schal entdeckte, den sie in „Der Tag des Doktors“ (dem 50-Jahre-Jubiläum) trug.

Nun ist sie zurück, oder vielleicht ihre Zygon-Kopie, aber eigentlich ist es gar nicht wichtig, was sie eigentlich ist – wow, eine so schöne und klare Botschaft gegen Fremdenhass gab es lange nicht mehr in Doctor Who. Doch dann der Schock, denn die Zygonen proben den Aufstand und bald können wir auch schon nicht mehr sicher sein, wer hier ein Betrüger ist, und wer ein Original, was in einer etwas kruden Szene mündet, indem ein Spezialkommando völlig überfordert erscheint.

Nach der eher spaßigen Folge von letzter Woche diesmal eine sehr actionlastige und gleichzeitig gruselige, passend zu Halloween im UK-Fernsehen ausgestrahlt. Und bevor jemand fragt: Ja, die nach einer Gameshow benannte Stadt „Truth or Consequences“ in New Mexiko existiert tatsächlich. Nebenbei erwähnt: Mittlerweile bin ich von diesem Zweiteiler-Konzept in dieser Staffel wirklich begeistert! ★★★★☆

9×08: „Die Inversion der Zygonen (2)“

(„The Zygon Inversion (2)“)

Basil? Die Folge setzt nahtlos an und bietet nach einigen Vorlauf nicht nur eine wunderbare philosophische Diskussion, sondern lässt auch weiter die 50-Jahre-Jubiläums-Folge hochleben. Einen Moment glaubte ich schon, sie würde einen billigen Ausweg nehmen und tatsächlich entweder alle Zygonen töten oder in Menschen verwandeln, aber die präsentierte Lösung ist weit weit besser und gleichzeitig glänzt Capaldi hier mit einem der wohl großartigsten Monologe in der Tradition aller Doktoren überhaupt.

Und natürlich waren wir alle davon überzeugt, dass Osgood eine perfekte und interessante Companion wäre (das war ich schon seitdem ich das erste Mal ihren Schal gesehen habe). Dann das Angebot – das sie ablehnt! Hach. Seufz. Nur die arme Kate, die nun schon so oft geblitzdingst wurde und jedesmal neu überzeugt werden muss bleibt als große Verliererin über. Einziger wirklicher Kritikpunkt: Wie bitte funktionieren jetzt die Formwandelfähigkeiten der Zygonen eigentlich wirklich? Gibt es da jetzt ein definitives Konzept? Oder ist es einfach nur Timey-Wimey? ★★★★★

9×09: „Morpheus Arme“

(„Sleep No More“)

Diesmal geht es also um Schlaf und einigen sehr netten Ideen: Maschinen, die das Schlafbedürfnis drastisch reduzieren, die gesamte Folge als Aufnahme von „Helm“-kameras, die Idee, dass der Doktor in der Doku eines anderen einfach mal auftaucht und das Ganze „Nicht anschauen!“ am Anfang.

Leider entwickelt es sich wie nahezu jede Folge von Mark Gatiss: Schöne Ideen zerfallen zu Staub und zu einen storytechnisch unzusammenhängenden Murks, ohne wirklich sinnvolle Auflösung, Erklärung oder irgendetwas Befriedigendes am Schluss. Ich weiß einfach nicht, warum alle auf seine Episoden so sehr stehen: Weder „Die rastlosen Toten“ (1×03), noch „The Idiot’s Lantern“ (2×07) waren schon bei Davies wirklich gut, und bei seinem Kumpel Moffat hat er die „viele viele bunte Daleks“ in „Sieg der Daleks“ (5×03) verbrochen, „Nacht der Angst“ (6×09) war lahm genauso wie „Kalter Krieg“ (7×09) und „Der feuerrote Schrecken“ (7×12). Auch in „Roboter in Sherwood“ (8×03) mochte ich eigentlich nur die Idee mit dem Löffel-Schwertkampf. Es ist bei ihm immer das selbe: Ein tolles Setting oder eine tolle Idee mündet in bestenfalls müder Ausführung und einem mittelmäßigen Drehbuch. Der bisherige Tiefpunkt der Staffel. ★★☆☆☆

9×10: „Das Schattenquartier“

(„Face the Raven“)

Es gab eine Zeit, da war ich genauso wie Matt Smiths Doktor von dem Geheimnis rund um Clara fasziniert. Als ihre erste eigene Staffel anfing, verlor ich schnell das Interesse an ihr, sie war dann doch zu wenig Companion, zu sehr Mysterium. Als das endlich gelöst war, hatte sie kaum Zeit bei Matt Smith noch ordentlich Companion zu sein, doch mit Capaldi zeigte Clara plötzlich eine unbändige Chemie, die nur durch die eher schnöde Danny-Pink-Romanze etwas geschmälert wurde.

In dieser Staffel hatte ich an ihr aber rein gar nichts auszusetzen, mir war aber wie allen klar, dass ihr Schwanengesang nahe war und in dieser Staffel stattfinden würde. Ich tippte aber aufs Staffelfinale und dachte auch, dass dies noch gar nicht stattfinden würde – Junge, habe ich mich geirrt. Der Abschied fand aber immerhin in einer soliden, wenn auch bis zu dem Punkt nicht wirklich herausragenden Folge statt, die Idee mit dem Countdown-Tattoo war sehr nett, aber es wirkte dann doch etwas arg konstruiert – wurde aber sinnvoll aufgelöst.

Ashildr/Ich zeigte eine Kaltherzigkeit die aber aufgrund ihres langen Lebens nachvollziehbar war und der eigentliche Abschied von Clara gelang dann hochemotional, gleichzeitig aufgrund des „Fehlers“ äußerst tragisch und trotz der Implikation fast als Kammerspiel mit einer brillanten Darstellerkunst von Capaldi, Williams und Coleman sowie einem grandiosen Abschiedsthema von Komponist Murray Gold. Ich werde sie vermissen, zumal Companions bei Doctor Who doch eigentlich nicht sterben*. Aber nun: Auf ins Finale! ★★★★☆

* Das ist natürlich nicht wahr, es gab einige Todesfälle bei OldWho, schon beim ersten Doktor sind Companions gestorben. Bei NuWho sah es bisher aber etwas anders aus, zumindest bei den Langzeitcompanions, die eher durch das Trope Unfreiwillige-Trennung-durch-MacGuffin ausgebaut wurden. Am tragischsten war damals für mich noch Donna Nobles „Reset“.

Rein technisch gesehen zählen zu den toten Companions auch Amy und Rory, welche in der Zeit für den Doktor verloren gingen, aber dennoch ein glückliches und langes Leben noch miteinander hatten – aber wir sahen in der selben Folge ihres Ausbaus noch ihren Grabstein! Und dann ist da noch eine gewisse Clara, die strenggenommen sogar aberwitzig oft für den Doktor gestorben ist um diesen zu retten. Insofern ist dieser Tod dann doch ein wunderbar sentimentaler Schluss.

9×11: „Die Angst des Doktors“

(„Heaven Sent“)

Es ist Peter Capaldi hoch anzurechnen, wie er einen durch diese seltsame Episode trägt. Ich war mittendrin noch sehr zwiegespalten über die seltsame Story des Doktors in diesem seltsamen Gebäude, nahm nur irgendwie an, dass es irgendetwas mit dem „Confession Dial“ zu tun haben würde und eine hahnebüchende Erklärung irgendwann aus dem Hut gezogen werden würde und ich mich über Moffat deswegen aufregen müsste.

Doch dann bringt er tatsächlich das Teleporter-Dilemma in eine Geschichte mit dem Doktor ein und der Doktor schlägt sich über Millennia hinweg durch Diamant, bis er endlich fliehen kann. Er stirbt dabei unzählige Tode und nähert sich so Claras Geschichte an, die selbst unzählig oft starb und hier als seine Ratgeberin und Lehrerin in einer seltsamen Form der Trauerbewältigung nochmal auftaucht. Gleichzeitig beweist Moffat, dass die Serie immer noch viel Neues zeigen und überraschen kann. Wunderbare Folge! ★★★★★

Der Doktor ist zurück auf Galifrey (Peter Capaldi, Foto: Polyband/BBC)
Der Doktor ist zurück auf Galifrey (Peter Capaldi, Foto: Polyband/BBC)

9×12: „In Teufels Küche“

(„Hell Bent“)

Der Doktor ist zurück auf Gallifrey und macht zunächst genau das, was der Doktor macht: Er liefert sich mit dem Präsidenten der Timelords nur mit Worten und Präsenz ein Duell und gewinnt dies. Dann macht er genau, was der Doktor macht: Er rettet Clara doch noch.

Eine viel zu lange Zeit hält er mich tatsächlich in dem Glauben, dass Clara genau das gleiche Ende wie Donna bekommen wird. Doch dann dreht Moffat wieder einen typischen eigentlich unmöglichen Twist in seiner Story und am Ende reisen Ich und Clara mit einer eigenen Tardis (im Retro-Look!) durch das Universum in dem Wissen, dass Clara eines Tages wieder auf Gallifrey zurückkehren muss, in genau dem Moment, aus dem sie herausgerissen wurde. Damit ist Clara nun endgültig selbst zum Doktor geworden: Sie rennt von Gallifrey in einer gestohlenen Tardis weg mit einer Companion an ihrer Seite.

Währenddessen löscht der Doktor alle emotionalen Verbindungen an sie und hat letztlich auch den Abschied von ihr verarbeitet und seine Trauer in einen Gitarrensong gelegt, der eben genau das wunderschöne Thema aufweist, das Murray Gold einst für Clara eingeführt hat. Und: er bekommt einen neuen Sonic Screwdriver, womit endlich die Sonic Shades durch sein dürften (juchu!).

Clara tauchte einst mit dem Spruch „Run you clever boy and remember“ auf. Dies kann der Doktor nun nicht mehr. Was für ein bitter-süßes Ende von was für einer gelungenen Staffel. ★★★★★

Weihnachtsspecial 2015: „Besuch bei River Song“

(„The Husbands of River Song“)

Zu Weihnachten kommt ein Mann ganz in Rot gekleidet (Peter Capaldi als der Doctor, Alex Kingston als River Song sowie Hydroflax, Foto: Polyband/BBC)
Zu Weihnachten kommt ein Mann ganz in Rot gekleidet (Peter Capaldi als der Doctor, Alex Kingston als River Song sowie Hydroflax, Foto: Polyband/BBC)

Ja, es bringt eine Zeitlang Spaß, wie verbohrt River dabei ist, völlig auszublenden, dass der Doktor direkt vor ihr steht. Aber es wird dann doch schnell überstrapaziert, und auch nur, um noch einen weiteren Gag aus dem ausgerittenen Pferd zu quetschen. Auch die Idee, River bei ihrer „archäologischen Arbeit“ einmal zu besuchen, hält nicht für die ganze Episode stand und das Ganze noch dazu in weihnachtlicher Deko zu packen ist dann doch ziemlich aufgesetzt (aber für ein Weihnachtsspecial vielleicht unausweichlich). Ich möchte zwar eigentlich die zusätzliche Folge zu Weihnachten nicht missen, aber in den letzten Jahren sind diese gegenüber den eigentlichen Staffeln doch ziemlich schwächer geworden. Vielleicht waren sie es schon immer?

Aber es gibt auch schöne Momente, wie die erste Chance des Doktors über die Tardis staunen zu dürfen und vor allen aber der gemeinsame Abschluss mit dem Doktor und River auf dem Restaurant-Balkon. Beide haben gerade in ihren jeweiligen Zeitlinien einen starken Verlust erlitten – der Doktor Clara und River ihre Eltern – und ihr Dialog über das „Happily Ever After“ (interessant, dass wir in den deutschsprachigen Märchen da weit realistischer sind und im Gegensatz zum Englischen den Tod durchaus in „… und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende“ erwähnen) und was dies wirklich bedeutet, ist ein schöner Gedanke. Aber leider auch nicht mehr. ★★★☆☆

Fazit Staffel 9

Sechs Episoden haben volle fünf Sterne erhalten, nur eine einzige Folge ist mit zwei Sternen schlecht bewertet von mir*, das zeigt deutlich: Die neunte Staffel macht sehr viel richtig. Die Idee, einen Großteil der Episoden mehr Raum zum Entfalten zu geben, hat sich ausgezahlt gemacht. Auch wenn ich nicht alle Entscheidungen von Showrunner Steven Moffat begrüße, dies war eine gute.

* Durchschnitt aller Folgen dieser Staffel: 4,2 Sterne, die Staffel 8 hatte noch 4,0 Sterne von mir im Durchschnitt erhalten.

Leider müssen wir nun auf die zehnte Staffel bis ins Jahr 2017 warten, da die BBC ein Jahr aussetzt und lediglich ein Weihnachtsspecial bringen wird. Auch wird die zehnte Staffel die letzte unter Moffat sein, danach übernimmt aber mit Chris Chibnall ein erfahrener Showrunner, der bereits mit Broadchurch bewies, gute Geschichten erzählen zu können. Er hat auch bereits Doctor Who-Erfahrung, wenn auch seine bisherigen Folgen nicht so herausragend waren, wie die von Steven Moffat damals. Immerhin übernimmt nicht Mark Gattis. 🙂

Es bleibt eine der besten Staffeln von Doctor Who überhaupt, sicherlich die beste Staffel von NuWho, die ich im Gegensatz von OldWho alle gesehen habe und damit mir eine Wertung zutraue. Capaldi ist und bleibt ein toller Doktor-Darsteller und ich bin gespannt auf die zehnte Staffel, selbst wenn es seine letzte werden wird. Immerhin hat Moffat genügend Zeit seinen eigenen Schwanengesang ordentlich vorzubereiten …

★★★★

„Doctor Who: Die komplette neunte Staffel“ erschien am 18.03.2016 bei Polyband auf DVD und Blu-ray. Offenlegung: Ich habe die Blu-ray freundlicherweise als Rezensionsexemplar erhalten.

Sympathischer wird er nur langsam: „Doctor Who – Der sechste Doktor Vol. 2“

Schon bei dem ersten Volume vom sechsten Doktor hatte ich so meine Anlaufschwierigkeiten mit Colin Bakers Darstellung. Die zweite Box erscheint nun am 26.02.2016 und, um das vorwegzunehmen, ich werde immer noch nicht wirklich warm mit dieser Regeneration. Immerhin sind die Folgen größtenteils noch unterhaltsam genug, und Peri mag ich als Begleiterin tatsächlich mittlerweile, jedenfalls mehr als Mel, die dann wohl oder übel in der nächsten Box erstmals auftauchen wird.

Staffel 22 Serial 04: „Androiden in Sevilla“ („The Two Doctors“, 3×45 Minuten)

Eigentlich ist das Volk der „Androgum“* noch recht primitiv. Doch durch ein Experiment eines Wissenschaftlers wurde die Androgum Chessene weit intelligenter gemacht – und sie hat nun eigene Pläne, welche neben ihrem kannibalischen Küchenchef-Lakaien auch die kriegerischen Sontarianer berühren. Eine Herausforderung, die zwei Doktoren braucht …

* Die Entscheidung der deutschen Synchronisation ist ja bisweilen fragwürdig, aber allgemein kann man sich mit etwas Zögern dann doch an „Zeitwanderer“ statt „Timelord“ anfreunden. Aus der erfundenen Spezies der „Androgum“ jedoch in der Übersetzung „Androiden“ zu machen ist schlichtweg ein Riesen-Unfug und macht im Kontext der Folge selbst überhaupt kein Sinn, erst Recht nicht, wenn nur ein Serial später tatsächlich „Androiden“, also menschenähnliche Roboter, auftauchen.

Zwei Aussehen, ein Charakter: Zwei Doktoren treffen aufeinander (Patrick Troughton und Colin Baker, Foto: BBC Germany/Pandastorm Pictures)
Zwei Aussehen, ein Charakter: Zwei Doktoren treffen aufeinander (Patrick Troughton und Colin Baker, Foto: BBC Germany/Pandastorm Pictures)

Wenn mehrere Doktoren in einer Folge auftauchen (von kurzen Cameos abgesehen) ist das immer etwas Besonderes und wurde bisher auch nur zweimal eingesetzt: Zum zehnjährigen Jubiläum trafen 1973 drei Doktoren („The Three Doctors“) aufeinander, zum zwanzigjährigen Jubiläum 1983 fünf Doktoren („The Five Doctors“, ein Brauch, der später auch beim fünfzigjährigen Jubiläum mit mehreren Doktoren fortgesetzt werden sollte, bei dem der elfte auf den zehnten und einen weiteren davor treffen sollte). 1985 entschied man sich aber auch ohne Jubiläum für einen Besuch des zweiten Doktors (Patrick Troughton) und dessen Begleiter Jamie McCrimmon (Frazer Hines) beim sechsten Doktor (Colin Baker) und dessen Begleiterin Peri Brown (Nicola Bryant), getrieben von dem Erfolg mit den fünf Doktoren 1983. Es sollte der jeweils letzte Auftritt von Troughton und Hines in der Serie werden.

Die Story selbst ist eine recht deutliche Allegorie gegen Fleischesser, bei denen sowohl der Doktor als auch Peri am Ende zu Vegetariern werden. Auf der anderen Seite ist die Folge auch sehr wegen der dargestellten Gewalt kritisiert worden, es gibt Messerstechereien und Wunden und schließlich auch greift der Doktor hier nicht nur selbst zur Gewalt, sondern muss sogar jemanden umbringen. Insgesamt trotz der zwei Doktoren eine eher mittelmäßige Folge, wobei ich durch sie auf den zweiten Doktor und Jamie etwas neugieriger geworden bin.

★★★☆☆

Staffel 22 Serial 05: „Das Amulett“ („Timelash“, 2×45 Minuten-Serial)

Der Doktor klettert durch die Zeit. Keine Pointe. (Foto: BBC Germany/Pandastorm Pictures)
Der Doktor klettert durch die Zeit. Keine Pointe. (Foto: BBC Germany/Pandastorm Pictures)

Die Tardis verfängt sich in einem Zeittunnel und landet schließlich auf dem Planeten Karfel, dessen Bevölkerung erst jüngst die Zeitreise entwickelt haben und sich gerade in einer politischen Intrige verstricken. Bei dieser ist eine junge Frau namens Vena ins Zeitnetz gefallen, welche ausgerechnet ein sehr wichtiges Amulett dabei hatte, das unbedingt wiederbeschafft werden muss. Während Peri in einem unterirdischen Tunnelsystem auf Widerstandskämpfer und dem Echsenmonster Morlox trifft, rettet der Doktor Vena aus der Vergangenheit und liest dabei aber auch den Schriftsteller „Herbert“ als blinden Passagier in der Tardis mit auf, der sich später als „H. G. Wells“ offenbart.

Ein ziemlich schwaches und ziemlich konfuses Serial, das sich lieber mehr auf die historische Figur von Wells hätte konzentrieren können statt auf schlechte Effekte und komische Anspielungen auf Monster in schottischen Seen.

★★☆☆☆

Staffel 22 Serial 06: „Planet der Toten“ („Revelation of the Daleks“, 2×45 Minuten-Serial)

Auf dem Planeten Necros wollen der Doktor und Peri eigentlich nur einer Beerdigung eines alten Freundes des Doktors beiwohnen, als sie bemerken, dass in der von Meister Jobel geleiteten Bestattungsanlage Schreckliches vor sich geht: Davros, der verrückte Wissenschaftler, der einst die Daleks erschuf, will aus menschlichen Leichen sich eine neue Armee von Daleks aufbauen.

Alte Feinde haben viel zu besprechen: Der Doktor und Davros (Foto: BBC Germany/Pandastorm Pictures)
Alte Feinde haben viel zu besprechen: Der Doktor und Davros (Foto: BBC Germany/Pandastorm Pictures)

Ein Gedenkstein, eine Grabstele, die das Konterfei des Doktors trägt und diesen unter sich begräbt, ein DJ, der vor allen Peri gut unterhält und eine Dalek-Variante von Soylent Green … das Serial ist vollgepfropft mit skurillen und größtenteils auch recht unterhaltsamen Ideen.

★★★★

Die Extras

Davros auf dem abermals sehr stylischen Cover (Foto: Pandastorm Pictures)
Davros auf dem abermals sehr stylischen Cover (Foto: Pandastorm Pictures)

Abermals macht Pandastorm hier alles richtig bei der Veröffentlichung und keine Kompromisse mit der Bildqualität, stattdessen packen sie die Extras auf zusätzliche DVDs. So gibt es drei DVDs mit den Episoden und zwei DVDs mit Extras (zum 4. und 6. Serial), die Extras zum 5. Serial passten noch auf die DVD selbst mit drauf. Dazu gibt es wieder einen Pappschuber und ein kleines, informatives Booklet.

„Doctor Who: Sechster Doctor Volume 2“ erscheint am 26.02.2016 bei Pandastorm Pictures auf DVD. Offenlegung: Ich habe die DVD-Box freundlicherweise als Rezensionsexemplar erhalten.

Die Mission Erde geht weiter: „Earth: Final Conflict“ Staffel 3

Die Staffel mit den Antworten

Renee Palmer (Jayne Heitmeyer) ist die sexy neue Unterstützung im Team (Foto: Pandastorm Pictures)
Renee Palmer (Jayne Heitmeyer) ist die sexy neue Unterstützung im Team (Foto: Pandastorm Pictures)

„Earth: Final Conflict“ hatte bei ihren fünf Staffeln immer auch produktionsinterne Konflikte auszufechten, die manch überraschende Charakterwechsel bedingten. Nachdem für Staffel 2 gar der Hauptprotagonist ausgewechselt wurde, gibt es auch in Staffel 3 einen Wechsel: Lisa Howard, die Darstellerin von Lili Marquette, wurde schwanger und musste daher erstmal ausgebaut werden. Eine neue weibliche Figur musste her und Showrunner Howard Chaykin nutzte die Gelegenheit mit Renee Palmer (Jayne Heitmeyer) eine ambivalentere Figur einzuführen, die zusammen mit Liam und der zur Hauptfigur beförderten Augur künftig das nicht immer am selben Strang ziehende Haupt-Trio der Serie bilden sollten.

Staffel 3 fokussiert sich dann auch mehr auf noch mehr Action. Der Plan der Taelons wird immer offensichtlicher und es wird klar, dass sie genauso gerissen wie rücksichtslos sind, um ihre Agenda voranzutreiben. Sie stehen in einem interstellaren Krieg gegen die Jaridians, die gegenüber den vergeistigten Taelons quasi die körper- und gewaltbetonte Antithese darstellen. Während in den ersten beiden Staffeln die Mythologie nur sehr langsam eingeführt wurde und vor allen Fragen aufgeworfen worden, ist die dritte Staffel nun endlich die der Antworten. Gleichzeitig konzentriert sich die Serie aber jetzt auch weit mehr auf Einzelfolgen, die auch außerhalb der Mythologie verständlich bleiben.

Lily bei den Jaridians (Foto: Pandastorm Pictures)
Lily bei den Jaridians (Foto: Pandastorm Pictures)

Der Metaplot tritt so zwangsläufig etwas zurück und fokussiert sich größtenteils auf Lily Marquett, die nach dem Anschlag auf das Leben von Präsident Thompson diskreditiert wird. Ausgerechnet Sandoval ist es, der sie nach ihrem fingierten Tod, scheinbar rettet – in Wirklichkeit aber verändert er nicht nur ihre DNA, sondern schickt sie auch zu den Jaridians, um denen endlich die Technologie des überlichtschnellen Raumflug zu geben und einen vielleicht entscheidenden Vorteil gegen deren Kampf gegen die Taelons zu verschaffen.

Besuch aus einer anderen Roddenberry-Serie: Marina Sirtis („Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert“) taucht als toughe Ordensschwester auf (Foto: Pandastorm Pictures)
Besuch aus einer anderen Roddenberry-Serie: Marina Sirtis („Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert“) taucht als toughe Ordensschwester auf (Foto: Pandastorm Pictures)

Liam und Augur müssen sich unterdessen mit Renee verbünden, der neuen CEO von Doors International, während Johnathan Doors selbst immer mehr in den Hintergrund treten muss. Dabei darf der Charakter von Renee auch ein wenig zwielichtig sein und eigene, vor allen monetäre Ziele verfolgen und gibt damit dem ansonsten so selbstlosen Widerstandskämpfern eine neue Facette mit und bilden so tatsächlich eine spannendere Dynamik.

Auch für die dritte Staffel setzt Pandastorm Pictures die hübschen Doppel-CD-Artworks fort.
Auch für die dritte Staffel setzt Pandastorm Pictures die hübschen Doppel-CD-Artworks fort.

Wie auch schon bei den ersten beiden Staffeln gibt es auf den DVD leider keinerlei Extras. Dafür legt Pandastorm aber abermals ein liebevoll aufbereitetes Booklet bei, dass neben einigen Informationen zur dritten Staffel vor allen kurze Zusammenfassungen aller Episoden enthält und diesmal Charakterbeschreibungen von Da’an und Renee Palmer.

★★★★

Die dritte Staffel von „Earth: Final Conflict“ erscheint bei Pandastorm Pictures am 29. Januar 2016 auf DVD. Offenlegung: Ich habe die DVD-Box freundlicherweise als Rezensionsexemplar erhalten.

Das Ende von Battlestar Galactica ist ein Prequel: „Blood and Chrome“

Die Abenteuer des jungen William Adama

Mitten im ersten zylonischen Krieg wird der Pilot William Adama (Luke Pasqualino, „Die Musketiere“) auf die Galactica versetzt. Noch ahnt er nicht, dass er das Schiff viele Jahre später einst sogar führen wird, derzeit ist er nämlich eher damit beschäftigt, seinen Coolness-Faktor als Viperpilot gegenüber dem anderen Geschlecht herauszustellen. Doch dann wird er wider Erwarten nicht ins Viper-Team aufgenommen, sondern an Bord eines Raptors eingesetzt, sehr zur Enttäuschung des jungen Mannes.

Dieses Milchgesicht soll Adama sein? (Luke Pasqualino, Foto: Koch Media/Universal Pictures)
Dieses Milchgesicht soll Adama sein? (Luke Pasqualino, Foto: Koch Media/Universal Pictures)

In seiner ersten Mission soll er zusammen mit dem desillusionierten Co-Pilot Coker einen Routine-Frachttransport vornehmen. Doch die Fracht stellt sich überraschenderweise als Person heraus, und diese hat noch zusätzliche Geheimbefehle im Gepäck …

Ende eines Epos

Auch wenn sich viele über das Finale streiten: Die Neuauflage von „Battlestar Galactica“ ist sicher eine der besten Science-Fiction-TV-Serien überhaupt gewesen und vielfach muss man ein ähnliches Niveau im SF-Bereich heute vermissen. Nach ca. fünf Staffeln war die Serie aber zu einem recht ultimativen Ende erzählt und der mittlerweile in Syfy umbenannte SciFi-Channel stand so ebenfalls am Ende einer Ära. Mit „Battlestar“ war ihnen das gleichermaßen bei Kritikern und Zuschauern beliebte Zugpferd abhanden gekommen, das andere Standbein „Stargate“ war auch bereits auf der Schlussgerade und die leichtere Serien-Kost wie „Eureka“ und „Warehouse 13“ waren zwar bisweilen ganz nett aber kein adequater Ersatz. Syfy gab daher ein Prequel von Battlestar im Auftrag: „Caprica“ sollte die Geschichte von der Erfindung der Zylonen erzählen und gleichzeitig eine Seifenoper im Stile von „Dallas“, fand jedoch nie den selben Anklang ihrer Mutterserie. Nach nur einer Staffel war die Serie 2010 auch bereits wieder eingestellt.

Künstliche Sets werden durch Lensflares nicht realer (Foto: Koch Media/Universal Pictures)
Künstliche Sets werden durch Lensflares nicht realer (Foto: Koch Media/Universal Pictures)

Ein letztes Zucken kam dann zwei Jahre später zurück: „Blood and Chrome“ sollte abermals ein Prequel werden und abermals Military Sci Fi zeigen. Es wurde ein Pilot produziert, der aber nicht aufgenommen wurde und zunächst im Giftschrank von Syfy verschwand. Lange herrschte etwas Verwirrung, der PR-Jedi von Syfy behauptete dann irgendwann, dass es ohnehin immer nur eine reine Webserie werden sollte und nie eine richtige Serie zur Debatte stand. Letztlich wurde dann der Pilotfilm in 10 sieben-bis-zwölfminütige Teile zerschnitten und diese feierten dann 2012 auf einem Youtube-Kanal internationale Premiere. Nur wenige Monate später verschwanden sie dort aber schon wieder und zusammen wurden sie als kompletter Film auf Syfy gezeigt und kurz danach in den Handel gegeben.

Top Gun im Weltraum

Wir bekommen die Filmfassung jetzt, drei Jahre später, dann auch endlich zu sehen. Koch Media hat die Rechte erworben und die deutsche Synchronisation erscheint erstmals auf Blu-ray und DVD.

Und das dürfte tatsächlich das letzte Lebenszeichen der Serie gewesen sein. Wobei es fraglich ist, ob dies wirklich ein so herber Verlust ist, denn: „Blood and Chrome“ ist leider nicht ansatzweise so beeindruckend wie Battlestar. Es fällt schon auf, dass der Großteil der Produktion vor Greenscreens stattfand. Die Orginal-Sets der Mutterserie waren zerstört, und so musste nun das Kommandocenter und das Flugdeck als Computermodell nachgebaut werden, was man aber recht deutlich bemerkt: Die Kulisse wirkt seltsam steril.

Die Story ist im Prinzip „Top Gun im Weltraum“, adrenalingetränkte Soldaten werden aus der aufgepushten Ausbildung in die triste Realität des Krieges geworfen und dürfen trotzdem beweisen, was für geile Kerle sie sind. Daran allein wäre eigentlich nichts auszusetzen, nur der massige Charakter von William Adama wirkt in dem Szenario einfach etwas fehlplatziert und mit dem dünnen Hering Luke Pasqualino auch nach der dritten wohlgemeinten Chance immer noch fehlbesetzt. Dazu kommt das Problem, das eigentlich alle Prequels haben, wenn sie eine Charakterentwicklung beginnen, deren Ende man bereits genau weiß: Es ist jedem Fan sofort klar, dass wir hier, wäre eine Serie daraus entwachsen, die Entwicklung eines Hot-Shot-Piloten in einen gewissenhaften Anführer beobachten sollten. Das narrative Konzept, dass der Weg das Ziel ist, ist halt auch ein Spannungskiller, denn großartige Überraschungen und Wendungen bleiben bei den bekannten Fakten so in der Regel aus.

„Nicht sicher, ob schlechte Kopie oder nur Imitat“ (Foto: Koch Media/Universal Pictures)
„Nicht sicher, ob schlechte Kopie oder nur Imitat“ (Foto: Koch Media/Universal Pictures)

Häufig ist man als Serienfan ja gegen die „bösen“ TV-Bosse voreingenommen. Die haben ja keine Ahnung, und „Firefly“ abgesetzt und überhaupt, aber: Mit dem Giftschrank hier hatten sie leider recht. „Blood and Chrome“ fügt nichts halbwegs wirklich interessantes dem BG-Universum hinzu sondern erprobt vor billigen Kulissen mit billigen Nachwuchsdarstellern ein billiges Melken einer ermüdeten Kuh.

Dabei hätte das Battlestar-Universum durchaus noch interessante Ecken zu bieten. Wenn ich eine Geschichte darin umsetzen würde, würde ich beispielsweise den Aufbau einer neuen Kolonie fokussieren. Oder verloren gegangene Rettungsschiffe, die sich ohne Kampfstern durchschlagen müssen. Oder die Frage, warum es im „Battlestar“-Universum keine Aliens gibt.

Oder wie wäre es mit einem Reboot der Serie mit guten Darstellern, intelligenten und zeitkritischen Storys? Vielleicht könnte Starbuck ja diesmal überraschenderweise ein männlicher Darsteller sein oder so?

„Battlestar Galactica: Blood and Chrome“ („Blood and Chrome“, USA 2012)

Regie: Jonas Pate

Drehbuch: Michael Taylor, David Eick, Bradley Thompson und David Weddle

Darsteller: Luke Pasqualino, Ben Cotton, Lili Bordán

Extras: Trailer, Deleted Scenes, Making-of der Effekte

Score: Bear McCrearys Battlestar Score ist nach wie vor unübertroffen brillant, hier remixt er aber nur noch altbekanntes.

★★☆☆☆

 „Battlestar Galactica: Blood and Chrome“ erscheint am 28.01.2016 bei Koch Media auf DVD und Blu-ray. 

Ritt gegen die Platzhirschen – „Marco Polo“ Staffel 1 (Blu-ray-Kritik)

In der Mongolei herrscht im 13. Jahrhundert Kublai Khan, einer der mächtigsten Khans aller Zeiten, dessen Begierde nach Macht sich gerade gegen den Nachbarn China richtet und schon zu vielen Spannungen führte. Der venezianische Händler Niccolò Polo wagt sich dennoch vor, wird aber prompt gefangen genommen.

Marco Polo auf dem Ritt ins Ungewisse (Lorenzo Richelmy, Foto: Netflix)
Marco Polo auf dem Ritt ins Ungewisse (Lorenzo Richelmy, Foto: Netflix)

Um frei zu kommen und Zugang zu der Seidenstraße zu erlangen, bietet er dem Khan als Pfand seinen Sohn Marco als Geisel an, der den Khan durch seine Erzählkunst beeindruckt hatte. Der Khan willigt zum Entsetzen Marcos ein, und dieser verbleibt alleine unter Fremden am Hofe. Marco muss sich in dieser fremden Welt behaupten, erlernt die dortige Kampfkunst und wird in Auseinandersetzungen mit den Chinesen, aber auch in höfischen Intrigen verwickelt.

Mehr Schein: Die zweitteuerste TV-Serie aller Zeiten

Auf der Rückseite der Box steht prominent: „Mit 90 Millionen Dollar ist Marco Polo, nach ‚Game of Thrones‘, die teuerste TV-Serie aller Zeiten.“ Tatsächlich hatte Netflix den Anspruch, ein Konkurrent zu HBO zu werden (und hat es immer noch), als es 2014 das Projekt vom HBO-Konkurrenten Starz übernahm. Dem war die Produktion aus dem Ruder gelaufen, zu teuer und zu kompliziert wurde der Dreh an Originalschauplätzen. Die Produzenten, die Weinstein Company der Weinstein-Brüder, vermochte es aber, für ihr Projekt eine andere Heimat zu finden.

Marco im Training mit Hundert Augen (Lorenzo Richelmy und Tom Wu, Foto: Netflix)
Marco im Training mit Hundert Augen (Lorenzo Richelmy und Tom Wu, Foto: Netflix)

„Marco Polo“ sieht man das mächtige Produktionsniveau in der Optik tatsächlich auch an. Es kann in der Tat in diesem Gebiet mit „Game of Thrones“ mithalten, obwohl es nicht im Bereich der Fantasy angesiedelt ist.

Leider ist die Serie narrativ aber nicht annähernd auf dem Niveau des großen Konkurrenten. Ein Problem ist dabei vielleicht auch ein wenig die Bekanntheit der Geschichte selbst; die historische Figur des Italieners kennt man aus dem Geschichtsunterricht – und auch wenn man nicht jedes Detail erinnert, weiß man eben doch, dass Marco Polo nicht bereits in seinen Jugendjahren drauf ging. Entsprechend geht es auch weit weniger morbide zu als bei „Game of Thrones“.

Machtgierig aber faszinierend: Kublai Khan (Benedict Wong, Foto: Ascot Elite/Netflix)
Machtgierig aber faszinierend: Kublai Khan (Benedict Wong, Foto: Ascot Elite/Netflix)

Die Tatsache, dass man den Protagonisten nicht umbringen darf, hindert die Autoren aber nicht, das Leben Marco Polos durch einen plötzlichen Schlangenbiss als Cliffhanger am Ende einer Episode plötzlich zu gefährden. Doch wo andere Serien daraus interessante Konsequenzen ziehen, wird dieser Cliffhanger in gerade mal den ersten fünf Minuten der folgenden Episode aufgelöst und danach größtenteils nur noch ignoriert. Manchmal kann man sich dem Gefühl nicht verwehren, dass die Autoren einfach nur Wasser treten.

Aber selbst die langweiligsten Szenen werden in „Marco Polo“ durch die imposante Cinematographie und Szenenausstattung aufgewertet.

Traumhafte Landschaften (Lorenzo Richelmy, Foto: Netflix)
Traumhafte Landschaften (Lorenzo Richelmy, Foto: Netflix)

Wie geht es weiter mit Marco Polo?

Netflix bestellte bereits im Januar eine zweite zehn Folgen umfassende Staffel. Allerdings startete diese überraschenderweise nicht ein Jahr nach der ersten Staffel (die lief am 14. Dezember 2014 an), sondern wird wohl erst 2016 zu sehen sein.

Hundert Augen hebt für sein Special ab (Tom Wu, Foto: Netflix)
Hundert Augen hebt für sein Special ab (Tom Wu, Foto: Netflix)

Zum Ausgleich der Wartezeit bekommen Fans der Serie aber zu Weihnachten ab dem 26.12.2015 ein Special zu sehen: „Marco Polo: One Hundred Eyes“, ein One Shot im Marco Polo-Universum über den Kämpfer Hundred Eyes (Tom Wu).

Ascot Elite verwendet das Schlüsselmotiv von Netflix für das Cover der Box
Ascot Elite verwendet das Schlüsselmotiv von Netflix für das Cover der Box

„Marco Polo – Die komplette erste Staffel“ (USA 2014)

Showrunner: John Fusco

Darsteller: Lorenzo Richelmy, Benedict Wong, Joan Chen, Rick Yune

Extras (Blu-ray): Deleted Scenes, Bloopers, Featurettes, Dokumentation, Making-Of, Konzept und Umsetzung im Vergleich, Galerien, Trailer

★★★☆☆

„Marco Polo“ Staffel 1 erscheint am 12.12.2015 bei Ascot Elite auf DVD, Blu-ray und VoD. Die Serie ist im Streaming bei Netflix zu sehen, dort aber ohne die umfangreichen Bonusmaterialien. Offenlegung: Ich habe die Blu-ray freundlicherweise als Rezensionsexemplar erhalten.

Der Doktor wird gewalttätig – „Doctor Who – Der sechste Doktor Vol. 1“

Collage zu Doctor Who - Sechster Doktor - Volume 1 (Foto: Pandastorm/BBC)
Collage zu Doctor Who – Sechster Doktor – Volume 1 (Foto: Pandastorm/BBC)

Es gibt ein paar Doktoren, von denen habe ich fast noch gar nichts gesehen und der sechste Doktor (Colin Baker) gehört dazu*. Irgendwie war er für mich immer der unzugänglichste, auch meine Kollegen vom Ausgespielt-Podcast waren ihn nicht wirklich so angetan von ihm. Aber das bedeutet nicht, dass man sich nicht ein eigenes Bild machen sollte.

* Genauso übrigens der zweite Doctor, von dem ich auch noch kein einziges Serial gesehen habe. Aber das habe ich vor zu ändern.

Der sechste Doktor in seinem bunten Kostüm (Colin Baker, Foto: Pandastorm/BBC)
Der sechste Doktor in seinem bunten Kostüm (Colin Baker, Foto: Pandastorm/BBC)

Nummer 6 macht es einen aber auch wirklich nicht leicht: Er ist hochnäsig, ein wenig verrückt und das erste, was er macht, ist, seine aktuelle Companion Peri, die zu der Scream-Companion-Queen-Abteilung gehört und vermutlich nur wegen ihres attraktiven Dekolletees wegen ausgesucht wurde aber nicht ansatzweise eine interessante Geschichte wie Seven-of-Nine bei Star Trek Voyager aufweist, die aus ähnlichen Gründen gecastet wurde; äh … das erste was er also macht ist, Peri fast zu erwürgen. Und das nächste was die macht, ist bei ihm zu bleiben, weil es ja so aufregend hier ist, und sie sich ja nur an diesen anderen Doktor gewöhnen muss …Hust. Äh. Hust.

Dazu kommt ein Doktor-Kostüm, das aus dem Höhepunkt der Technicolor-Welle entstammen zu scheint, es ist … nun ja … eher eines Clowns würdig, und die beiden Fragezeichen am Hemdkragen sind auch nicht wirklich stylisch. Na ja, vielleicht reißen es ja die Episoden heraus …

21×07 „Zweimal Einstein“ („The Twin Dilemma“, 4×25 Minuten-Serial)

Der frisch regenerierte Doktor beginnt damit, sich seltsam zu benehmen und beweist auf der Suche nach einer Alternative der Cricket-Gemüse-Kleidung des fünften nun einen noch schrecklichen Modegeschmack, was ihm auch Peri bestätigt. Doch dieser lässt sich nicht beirren, probiert es mit ein paar Scherzen und ist plötzlich der Ansicht, dass Peri böse sei, weswegen er sie fast erwürgt. Er lässt nur von ihr ab, als er in einem Spiegel seine neue Gestalt erblickt.

Unterdessen sind sie auf einem Asteroiden, Titan 3 gelandet. Dorthin wurde gerade ein brillantes menschliches Zwillingspaar von einem Gastropoden namens Mestor entführt, der sie ausnutzen möchte, die notwendigen Kalkulationen vorzunehmen, mit denen die Eier seiner Spezies durch eine wohldosierte Sonnenexplosion quer über die ganze Galaxis verteilt werden können (ja, wirklich!). Und dann gibt es da noch einen anderen Zeitwanderer namens Azmael, der die Terrorherrschaft der Gastropoden zu beenden versucht und mit dem sich der Doktor und Peri verbünden.

„The Twin Dilemma“ wurde mehrfach zu dem schlechtesten Doctor Who-Serial überhaupt gewählt. Und ja: Es ist wirklich schlimm. Wirklich nur etwas für Hardcore-Whovians und keinesfalls empfehlenswert als Einstieg in die Serie. 

☆☆☆☆

22×01 „Angriff der Kybermänner“ („Attack of the Cybermen“, 2×45 Minuten-Serial)

Der Doktor will endlich den Chameleon-Schaltkreis der Tardis reparieren (was ihm nur bedingt gelingt) und landet dazu mal wieder auf dem Foremans Schrottplatz. Doch dort trifft er auf einige Kybermänner und einen alten Bekannten namens Lytton (den wir in Deutschland aber nie kannten, da die Serials des fünften Doktors hier nie liefen). Die Kybermänner wollen den Halleyschen Kometen* in die Erde lenken und Lytton scheint irgendwie da rein involviert zu sein. Kann man ihm trauen, schließlich hat er einst auch mit den Daleks kooperiert?

* Der Halleysche Komet kam tatsächlich der Erde ein Jahr später, 1986, bei seinem 76-jährigen Umlauf der Sonne am nächsten und war deutlich beobachtbar.

Dieser Doktor verwendet Waffen (Colin Baker, Foto: Pandastorm/BBC)
Dieser Doktor verwendet Waffen (Colin Baker, Foto: Pandastorm/BBC)

In Staffel 22 wurde von den 25-Minütigen Einzelfolgen auf 45-Minuten umgestellt, dafür bestehen die meisten Serials diesmal aber auch nur aus zwei statt vier Episoden*. Diese Folge mit den Kybermännern (wie die Cybermen im Deutschen übersetzt wurden) ist aber für Doctor-Who-Verhältnisse sehr gewalttätig. Sogar der Doctor selbst nutzt die Waffe eine Kybermanns mehrfach gegen seine Gegner, was sehr gegen seine sonst eher gewaltlose Art und Weise spricht. 

★★★☆☆

* Ein Muster, das gerade in der aktuellen achten Staffel von NuWho wieder aufgegriffen wurde und bei Kritikern wie Publikum sehr ankommt.

22×02 „Revolte auf Varos“ („Vengeance on Varos“, 2×45 Minuten-Serial)

Der Doktor braucht für seine Tardis etwas Zeiton-7, ein seltenes Erz, dass auf Varos existiert. Dort treffen er und Peri auf ein Volk, das seine Rebellen, aber auch seine Exekutive durch direkte Demokratie über ein interaktives Fernsehen steuert. Aber falls es mehrheitlich gegen jemanden votiert, auch diesen in einer grausamen Reality-TV-Show foltert …

Sil (Nabil Shaban), Peri (Nicola Bryant) und der Chief Officer (Forbes Collins) (Foto: Pandastorm/BBC)
Sil (Nabil Shaban), Peri (Nicola Bryant) und der Chief Officer (Forbes Collins) (Foto: Pandastorm/BBC)

Die Idee von einer tödlichen Fernsehshow zum Amüsement der Massen ist nicht neu, die Idee, dies auch mit einer Kontrolle der uninformierten und lenkbaren Masse, welche die Entscheidungen trifft, zu kombinieren ist deutlich kreativer. Hier stellen sich die regierenden Politiker dem ständigen Urteil und der Diktatur der Masse, die eigentlich nur darauf giert, dass sie die Politiker möglichst lange leiden lassen kann. Diese durchaus unterhaltsame* Episode reißt die Staffel doch sehr nach oben. 

★★★★

* Dazu gibt es hier den Einstand des Schauspieler Jason Connery als Rebell Jondar. Der Sohn von Schauspielerlegende Sean Connery schnupperte hier BBC-Luft und sollte ein Jahr später in der Robin Hood-Serie einsteigen, durch die er einige Berühmtheit erlangen sollte, und in der er ebenfalls oft sein Hemd verlieren musste.

22×03 „Die Rache des Meisters“ („The Mark of the Rani“, 2×45 Minuten-Serial)

Der Doktor trifft wieder einmal auf den Master (Anthony Ainley), der sich hier jedoch mit einem anderen Mitglied ihrer Spezies duelliert: Die Rani ist ebenfalls eine Zeitwandererin und absolut skrupellos bei ihren genialen Experimenten mit den Menschen des kleinen, viktorianischen Ortes Killingworth, der kurz vor der Industriellen Revolution steht. Doch drei Zeitwanderer an einem Ort zur selben Zeit kann nur Probleme bedeuten …

Die Rani (Kate O’Mara) hat sogar ein eigenes Tardis-Set, dass sie hier dem neidischen Master (Anthony Ainley) zeigt (Foto: Pandastorm/BBC)
Die Rani (Kate O’Mara) hat sogar ein eigenes Tardis-Set, dass sie hier dem neidischen Master (Anthony Ainley) zeigt (Foto: Pandastorm/BBC)

Die erste Begegnung mit der Rani ist genauso eindrucksvoll wie ihr Charakter und man wundert sich immer noch, warum es immer noch keine neuen Episoden mit ihr in NuWho gibt – wobei es dort ja nun ein wundervolle Missy gibt, die sich sehr stark an ihr orientiert. Die Rani ist einfach ein wundervoller soziopathischer verrückter Wissenschaftler, also ein perfekter Antagonist für den Doktor.  

★★★☆☆

Die Extras

DVD-Box
DVD-Box

Die sympathischen Bären bei Pandastorm Pictures haben sich entschieden, die Folgen des sechsten Doktors in drei Volumes zu veröffentlichen, um auch all die Zusatzmaterialien in gewohnt-erprobter hoher Qualität ausliefern zu können. Auf dem ersten Volume sind dies das letzte Serial aus der 21. Staffel von 1984, was tatsächlich das erste von Colin Baker ist, sowie die ersten drei der sechs Serials der 22. Staffel von 1985*. Grundsätzlich sind die DVDs aber abermals perfekt zusammengestellt mit allem untertitelten Bonusmaterial (über fünf Stunden allein) der UK-Original-Ausgaben. Für die Episode „Vengance on Varos“ ist sogar eine komtyplette weitere DVD mit dem Bonusmaterial abgestellt.

* Die weiteren Volumes werden daher voraussichtlich zum einen aus den letzten drei Serials der 22. Staffel, sowie zum anderen aus der 23. Staffel bestehen. Die 23. Staffel besteht ohnehin lediglich aus vier, aber dafür eng zusammenhängenden Serials.

„Doctor Who: Sechster Doctor Volume 1“ erscheint am 27.11.2015 bei Pandastorm Pictures auf DVD. Offenlegung: Ich habe die DVD-Box freundlicherweise als Rezensionsexemplar erhalten.

Blu-ray-Kritik: Serie „100 Code“ – Scandinavian-Noir mit Cliffhanger-Problem

Eine Mordserie erschüttert mittlerweile seit Monaten New York. Die Opfer sind immer blonde Frauen, die offenbar jeweils nach strengen Ritualregeln stattfanden, bei dem zum Abschluss eine Affodill-Blume in den Atemschlauch des begrabenen Opfers gesteckt wurde – der Stengel raubte den letzten Atem.

Er mochte einst Rothaarige (Dominic Monaghan in „100 Code“, Foto: Polyband)
Er mochte einst Rothaarige (Dominic Monaghan in „100 Code“, Foto: Polyband/Sky)

Nachdem der Mörder zunächst New York heimgesucht hatte, ist er nun nach Stockholm weiter gezogen, weshalb der junge und arrogante New Yorker Polizist Tommy Conley (Dominic Monaghan, „Lost“) dort mit dem ansässigen älteren und missmutigen Polizisten Mikael Eklund (Michael Nyqvist, „Millenium“-Trilogie) zusammengebracht wird. Beide kommen erst nicht wirklich miteinander klar, aber die gemeinsame Jagd nach den Täter verbindet dann doch, und jener scheint auch nur Teil eines weit größeren Plans zu sein …

Solide Basis, zu lang gestreckt und nicht zuendegebracht

Nicht nur dadurch, dass einer der Protagonisten durch Michael Nyqvist gespielt wird, erinnert die Serie stark an Stieg Larsons Millenium-Trilogie: Das ganze Setting ist durch den Spielort in Stockholm angenehm skandinavisch. Leider bedient es sich aber auch sonst ganz dick aus der aktuellen Trope-Kiste moderner Krimis: Alle Ermittler haben irgendwelche Probleme aus ihrer Vergangenheit, seien es verstorbene Freundinnen oder Ehefrauen, eine entfremdete Tochter, Vergewaltigungserfahrungen oder ähnliches. So langsam fragt man sich, wann man mal endlich wieder auf einen Ermittler trifft, der nicht irgendwann in seiner Vergangenheit gebrochen war?

Michael Nyquist grübelt (Foto: Polyband)
Michael Nyquist grübelt (Foto: Polyband/Sky)

Dabei kann man den Darstellern keinerlei Vorwürfe machen, sie spielen ihre Charaktere intensiv und intelligent. Letzteres kann man aber leider nicht über die Autoren der Serie sagen, sie haben zwar eine klare Vorstellung des Handlungsbogens, aber auf dem Weg zur Vollendung diesen haben sie 12 Episoden zu füllen und scheitern daran. Schnell gleiten sie ins Formelhafte ab, es gibt alle zwei Folgen eine neue Mordserie und die gemeinsame Intention dahinter bleibt viel zu lange im Hintergrund, um dann auch noch auf den letzten Metern ausgerechnet zugunsten eines Cliffhangers nicht völlig aufgelöst zu werden. Das ist schade, denn eigentlich steckt in dem Fundament durchaus eine starke Geschichte, die mit etwas mehr Fokus und Straffung gut unterhalten hätte können.

Die Serie wurde bilingual (englisch/schwedisch) produziert (etwas, dass man in der deutschen Synchronfassung leider wieder nur an sehr wenigen Stellen bemerkt), in der Hoffnung, sie auch international verkaufen zu können. Dies gelang schon vorher für die Englisch-Schwedische Koproduktion der Comedy-Serie „Welcome to Sweden“, die es immerhin auf zwei Staffeln geschafft hat. Bisher ist die Serie aber offenbar noch nicht einmal in die USA verkauft worden.

Sie feierte ihre TV-Weltpremiere in Deutschland auf dem Pay-TV-Network Sky und wurde dann erst im September in Schweden ausgestrahlt. Daneben wurde sie immerhin bereits in andere skandinavische Länder verkauft, wurde in Italien ausgestrahlt und soll es demnächst in Frankreich und Portugal.  Dass wir die Serie zuerst zu sehen bekamen, hängt dabei mit der Koproduktion durch Sky Deutschland zusammen, welche hiermit ihr erstes wirklich großes Serienprojekt anpackten. Zusammen mit der ProSiebenSat1-Tochter Red Arrow International, dem Video-on-demand-Service HBO Nordic und dem schwedischen Kanal 5 entstand etwas sehr Ambitioniertes, das aber leider am eigenen Anspruch scheiterte.

Wird es eine zweite Staffel von „100 Code“ geben?

Dominic Monaghan mal wieder beim Tauchen für eine Serie, diesmal aber ohne „Not Penny’s Boat“ auf seiner Hand (Foto: Polyband)
Dominic Monaghan mal wieder beim Tauchen für eine Serie, diesmal aber ohne „Not Penny’s Boat“ auf seiner Hand (Foto: Polyband/Sky)

Bis auf die quellenlose Behauptung eines spanischsprachigen Blogs und andere, die diese ungeprüft aufgenommen haben, gibt es bisher keine Bestätigung, dass es eine zweite Staffel geben wird. Vermutlich hängt dies auch noch stark mit der Suche nach einen US-Sender für die Serie ab. Sky selbst hat allerdings sich auf seinem Twitterkanal bereits eher negativ geäußert.

Entsprechend muss man zumindest derzeit damit leben, dass die Story nach einer sehr uneinheitlichen Staffel zwar auf ein durchaus spannendes Finale zusteuert, aber dann letztlich mit einem unaufgelösten Cliffhanger unbefriedigend endet …

Cover der deutschen Blu-ray von „100 Code“ (Polyband)
Cover der deutschen Blu-ray von „100 Code“ (Polyband)

„100 Code“ („The Hundred Code“, S/DE 2015)

Showrunner: Robert Moresco

Darsteller: Michael Nyqvist, Dominic Monaghan, Felice Jankell

Extras: Eine Handvoll Outtakes sowie Interviews mit den Protagonisten, dem Showrunner und dem Produzenten

Score: Wirklich großartiger Titelsong. Bevor ihr fragt: es ist „Hard Time“ von Seinabo Sey im Diamond Seints Remix.

★★★☆☆

„100 Code“ erscheint am 30. Oktober 2015 bei Polyband auf DVD und Blu-Ray. Offenlegung: Ich habe die Blu-Ray freundlicherweise als Rezensionsexemplar erhalten.

Das britische „The Wire“ – Kritik: „Happy Valley“

Calderdale, Nordengland. Im lokalen Polizeijargon wird die Drogen-verseuchte Gegend „Happy Valley“ genannt. Catherine Cawood (Sarah Lancashire) ist hier eine abgebrühte Polizei-Sergeant, die einst im Kriminaldienst gearbeitet hatte, nun aber wieder Streife fährt, denn hinter ihrer harten Schale lauern einige Dämonen: Ihre Tochter verübte Selbstmord und Catherine ist der Überzeugung, dass eine Vergewaltigung durch Tommy Lee Royce (James Norton) dies ausgelöst hat. Nun zieht Catherine ihren elternlosen Enkel allein auf.

Eine Polizistin unter Druck: Catherine Cawood (Sarah Lancashire in „Happy Valley“, Foto: Polyband/BBC Germany)
Srgt. Cawood im Streifendienst. Ja, das ist kein Handy sondern ein Funkgerät an ihrem Riemen. (Sarah Lancashire in „Happy Valley“, Foto: Polyband/BBC Germany)

Dieser Royce war jahrelang wegen einer anderen Geschichte im Bau, doch jetzt ist er wieder frei und auch noch im Happy Valley zurück. Natürlich dreht er gerade ein neues, krummes Ding: Zusammen mit Kevin Weatherill (Steve Pemberton ) und Ashley Cowgill (Joe Armstrong) hat er Ann Gallagher (Charlie Murphy) entführt. Sie haben es bisher geschafft, die Polizei aus der Millionen-Erpressung herauszuhalten, aber nun kommt ihm die nicht-lockerlassen-wollende Cawood in die Quere …

Das Broadchurch der BBC

Als die sechsteilige Serie auf der BBC 2014 anlief wurde sie von der britischen Presse schnell mit „Broadchurch“ verglichen, geht es doch hier auch um einen Kriminalfall und welche Auswirkungen dieser auf die Bevölkerung einer Kleinstadt hat. Doch eigentlich ist die Serie eher eine Art britisches „The Wire“, hart, kompromisslos, brutal, ohne wirkliche Identifikationsfiguren oder gar strahlende Helden. Sie ist ein Tritt in die Magenkuhle und kein Schmunzelkrimi, wie man zu Unrecht bei dem Namen vermuten kann. Und es ist ein Drama, das es vermag, seine Spannung zu halten und gleichzeitig narrativ einen guten Bogen zu schlagen.

Vor allen ist „Happy Valley“ aber ein Vehikel für eine brillante Schauspielerin: Sarah Lancashire besticht hier in der Rolle der eigentlich gebrochenen Mutter, die aber gleichzeitig sowohl für ihren Enkel, als auch für den Rest ihrer Polizei-Abteilung stark sein muss. Schrittweise erlebt man ihren Zusammenbruch, den man aufgrund des Informationsvorsprungs als Zuschauer immer klar vor Augen sieht, aber doch nicht abwenden kann.

Tommy Lee Royce (James Norton, links) versucht sich im Valley durchzuschlagen (hier mit Adam Long in „Happy Valley“, Foto: Polyband/BBC Germany)
Tommy Lee Royce (James Norton, links) versucht sich im Valley durchzuschlagen (hier mit Adam Long in „Happy Valley“, Foto: Polyband/BBC Germany)

Lancashire erhielt für diese Rolle eine BAFTA-Nominierung, gewann ihn aber nicht, dafür gewann aber die Serie den BAFTA 2015, ebenso wie die Auszeichnung Beste Europäische Drama Serie bei dem Monte-Carlo TV Festival (bei dem auch Sarah Lancashire als Beste Hauptdarstellerin gewann). Eine zweite Staffel ist angekündigt, befindet sich derzeit aber immer noch in den Vorarbeiten und wird dieses Jahr offenbar nicht mehr im britischen TV laufen. Das ist aber durchaus zu begrüßen, je mehr Zeit sie sich lassen, um so eher können sie eine weitere Staffel mit einer solch hohen Qualität liefern, „Broadchurch“ hat sich auch länger Zeit gelassen gehabt.

Blu-ray-Cover „Happy Valley“ (Polyband)
Blu-ray-Cover „Happy Valley“ (Polyband)

„Happy Valley – In einer kleinen Stadt: Die komplette Staffel 1“ („Happy Valley – Series 1“, UK 2014)

Regie: Euros Lyn (Ep. 1–3), Sally Wainwright (Ep. 4), Tim Fywell (Ep. 5–6)

Drehbuch: Sally Wainwright

Darsteller: Sarah Lancashire, James Norton, Siobhan Finneran

Extras: Keine

Score: Ben Foster

★★★★★

„Happy Valley“ erscheint am 22.10.2015 bei Polyband/BBC Germany auf DVD und Blu-Ray. Offenlegung: Ich habe die Blu-Ray freundlicherweise als Rezensionsexemplar erhalten.