Eli Roths Urban-Horror-Serie – Kritik: „Hemlock Grove“, Staffel 1

Ein Mord schreckt das Stdtchen Hemlock Grove auf: eine Siebzehnjhrige des Ortes wurde offenbar brutal ermordet, indem ihr Torso zerfleischt wurde. Schnell fllt in der Stadt ein Verdacht auf den Auenseiter Peter Rumancek (Landon Liboiron), einem Roma, der gerade erst in die Stadt mit seiner Mutter in einen heruntergekommenen Trailer knapp auerhalb der Stadt in den Wald gezogen ist. Die Bewohner munkeln bereits, er knnte ein Werwolf sein, was bei Roman Godfrey (BillSkarsgrd), dem stinkreichen Spross einer Industriellenfamilie, eine seltsame Faszination weckt. Roman ist sonst eher auf blutige und masochistische Sexspielchen aus, doch es entwickelt sich zwischen beiden eine eigenartige Freundschaft. Gemeinsam versuchen sie, nicht nur Peters Unschuld zu beweisen, sondern auch dahinterzukommen, welche Biotech-Experimente in der Stadt laufen, denen offenbar auch Romans Schwester Shelley zum Opfer fiel, die seitdem grausam verunstaltet wie Frankensteins Monster durch die Schulflure schlurft.

Peter und Roman machen auch mal eine Bro-Pause (Foto: Concorde Home Entertainment)
Peter (Landon Liboiron) und Roman (Bill Skarsgrd) machen mal eine Pause (Foto: Concorde Home Entertainment)

Doch die Mtter von Peter und Roman haben jeweils ihre eigenen Agenden und halten wenig von dem Interesse der beiden Jungen. Und neben dem berforderten Sheriff ist pltzlich auch die ortsfremde Dr. Chaussier dem Mrder auf der Spur, und sie scheint davon berzeugt zu sein, dass es Werwlfe tatschlich gibt und auch zu wissen, wie man diese tten muss.

Die zweite eigene Netflix-Serie

Schade, dass Concorde sich nicht fr dieses brillante Motiv auf dem Blu-ray-Cover begeistern konnte (Foto: Netflix)
Schade, dass Concorde sich nicht fr dieses brillante Motiv auf dem Blu-ray-Cover begeistern konnte (Foto: Netflix)

2013 zeigte Netflix erstmals Serien, die sie selbst in Produktion gegeben hatten. Vorher hatten sie mit der Koproduktion der Serie Lilyhammer bereits gute Erfahrungen gemacht. Die erste komplett eigene Serie war dann auch House of Cards, welche alle Rekorde brach und in aller Munde war. Doch mit der zweiten eigenen Serie waren die Mainstream-Kritiker mal wieder berfordert: Hemlock Grove war zu sehr Horror-fixiert, zu wenig Emmy-wrdig wie das Politdrama, und die innovative Komplettverffentlichung der Staffel auf einem Schlag war bereits zwei Monate frher abgefrhstckt worden.

Dabei ist die Serie uerst unterhaltsam, gerade weil sie sich so wenig um den Mainstream kmmert. Hier werden bernatrliche Schrecken eben nicht nur durch eine traurige Mimik attraktiver Darsteller gezeigt, welche sich ansonsten mehr darum kmmern, wer mit wem ins Bett hpft und wie lange man das durch unerwidertes Anschmachten einen Plot herauszgern kann. Wenn man eine Skala anlegen will, nimmt der Schmachtfaktor von Vampire Diaries ber True Blood bis hin zu Hemlock Grove kontinuierlich weiter ab, dafr aber der Horror zu. Dennoch ist dies mit Nichten keine reine Slasher-Serie trotzdes erfahrenen Horrorfilm-Regisseurs Eli Roth als Produzenten, der damit erstmals in Fernsehen expandierte. Stattdessen ist sie eine eigenartige, selbstndige Mixtur, welche einige Zeit scheinbar in den nebelverhangenen Wldern und verrosteten Industrieruinen festzuhngen scheint und zwischendurch unwirklich langsam den Plot fortschreiten lsst.

Die ungleichen Verbndeten: Landon Liboiron und Bill Skarsgard (Foto: Gavin Bond for Netflix)
Die ungleichen Verbndeten: Peter (Landon Liboiron) und Roman (Bill Skarsgrd) (Foto: Gavin Bond for Netflix)

Gerettet wird sie aber von ihren Hauptdarstellern, Landon Liboiron (Terra Nova) und vor allemBillSkarsgrd (Im Weltraum gibt es keine Gefhle), welche einen einfach in den Bann ziehen und die Serie tragen.Skarsgrd, bei dem klar die Begabung in der Familie liegt er ist der Bruder von Alexander Skarsgrd (True Blood) und Sohn von Stellan Skarsgrd (Thor) , versteht es trotz der gefhrlichen Rolle als unsympathischer, stinkreicher Unternehmersohn, immer wieder seine Menschlichkeit hinter der Fassade durchblicken zu lassen und trgt dadurch ein Groteil des Horrors mit, wie sich bei der Werwolf-Verwandlungsszene deutlich zeigt: Diese ist zwar allein schon durch die grausame Darstellung und den Effekten, bei dem der gerade aus dem Menschen herausgebrochene Wolf seine menschlichen Hautberreste selbst auffrisst, imposant, aber durch die gleichermaen faszinierte wie auch angeekelte Betrachung Skarsgrds umso beeindruckender.

Und genauso ergeht es auch dem Betrachter der Serie: gleichermaen fasziniert und angeekelt arbeitet er sich durch die stark uneinheitliche Serie. Netflix spendierte der Serie bereits eine letzte, dritte Staffel, welche am 23. Oktober dort anlaufen soll.

Blu-ray-Cover Hemlock Grove  Die komplette erste Staffel (Concorde Home Entertainment)
Blu-ray-Cover Hemlock Grove Die komplette erste Staffel (Concorde Home Entertainment)

Hemlock Grove Das Monster in Dir Die komplette erste Staffel(Hemlock Grove, 2013)

Extras:Sechs Featurettes (alle OmU) ber die Charakterkonstellationen, ber Eli Roths Inszenierung des Tatorts der ersten Episode, ber die Neuerfindung der klassischen Monster-Typen und die neue Medien-Welt durch Streaming/Netflix, ber die innovative Werwolf-Transformation, ber die psychologischen Monster und ber die Gestaltung der Stadt, in der die Serie spielt.

Rollenspiel-Inspirationsfaktor:uerst hoch, Urban Fantasy ist ein beliebtes Rollenspielszenario und gerade bei den beiden Protagonisten kann man sich einiges an Inspiration holen.

★★★☆☆

Hemlock Grove Das Monster in Dir Die komplette erste Staffel erscheint am 8. Oktober auf DVD und Blu-Ray. Auf Netflix knnen bereits die ersten beiden Staffeln angeschaut werden, Staffel 3 erscheint dort voraussichtlich am 23. Oktober. Offenlegung:Ich habe die Blu-Ray freundlicherweise als Muster erhalten.

Kritik: „Earth: Final Conflict“ Staffel 2 – The Show must go on!

Das dramatische Finale der ersten Staffel ist noch nicht ganz berwunden, so wird nicht nur der Zuschauer, sondern auch die Widerstandsbewegung stark erschttert: Das Kind von der irischen Companionbeschtzerin Becket und dem auerirdischen Kimera Hagel entwickelt sich binnen weniger Stunden vom Aussehen und Wissenstand her in einem reifen Erwachsenen (Robert Leeshock), der seinen eigenen Namen als Liam Kincaid festlegt, und die bisherige Hauptfigur des Widerstands, William Boone, wird als tot deklariert und schnell beigesetzt. Aber auch bei den Taelons entsteht ein Machtvakuum, da der Synodenfhrer von einem auerirdischen Sondenreplikanten ermordet wird, Liam gelingt es, Daan zu retten und Zoor wird neuer Leiter der Synode.

Liam Kincaid (Robert Leeshock) freundet sich mit Da'an (Leni Parker) an. (Foto: Pandastorm Pictures)
Liam Kincaid (Robert Leeshock) freundet sich mit Da’an (Leni Parker) an. (Foto: Pandastorm Pictures)

Liam schliet sich dem Widerstand an, wird aber mit Doors nicht richtig warm. Dieser entschliet sich unterdessen, seine Rolle vom Widerstand in die Politik zu legen, strebt das Amt des Prsidenten an und erlangt einen Straferlass fr die Rebellen. Damit sind aber nicht alle im Widerstand einverstanden, weswegen sich ein Teil unter der Fhrung Liams abspaltet. Kein so schlechter Einfall, als schlielich Zoor Doors und den Widerstand in eine Falle laufen lsst und ihnen ein Attentatsversuch auf den aktuellen Prsidenten Thompson unterschiebt. Thompson berlebt und ruft das Kriegsrecht aus, die Widerstandsmitglieder werden ausgemacht und alle auf das Taelon-Mutterschiff verbracht. Die letzte Hoffnung der Erde scheint dahin zu schwinden

Einfach mal ein Austausch des Hauptdarstellers

Ich hatte es ja schon bei der Rezension der ersten Staffel angesprochen: die Showrunner von Earth: Final Conflict (ursprnglich hierzulande als Mission Erde gelaufen) hatten kein wirklich gutes Hndchen mit ihrer Besetzung und mussten mit Beginn der zweiten Staffel ausgerechnet die zentrale Identifikationsfigur austauschen. Allerdings durchaus mit Erfolg, Robert Leeshock ist charismatischer als Kevin Kilner und die Autoren schaffen es mit allerlei Tricks ihn nahezu nahtlos in die zentrale Position der Serie zu werfen, ohne dass dabei die Geschichte allzu sehr leiden muss.

Der manipulierte Augur (Richard Chevolleau, Foto: Pandastorm Pictures)
Der manipulierte Augur (Richard Chevolleau, Foto: Pandastorm Pictures)

Die zweite Staffel zieht sich dennoch zwischenzeitlich etwas, vermag aber weiterhin mit typischen Scifi-Show-Tropes wie Paralleluniversen, Gehirnwschen, Jungbrunnen und auerirdischen Drogendurchaus zu unterhalten und ist nach wie vor immer noch gut gealtert. Die DVD-Box erscheint leider ohne jede Extras und bietet neben den deutschen nur den englischen Original-Ton sowie englische Untertitel. Dafr macht die DVD-Box einiges her, hat ein Booklet mit ein paar weiteren Informationen und sehr schn gestaltete Paarungen von DVDs, die gemeinsam bereinander Motive bilden. Die erste Auflage der zweiten Staffel erscheint dann auch im limitierten Digipack.

Die Aufmachung mit der paarweisen DVD-Foto-Gestaltung wei zu berzeugen (Pandastorm Pictures)
Die Aufmachung mit der paarweisen DVD-Foto-Gestaltung wei zu berzeugen (Pandastorm Pictures)

Mittlerweile hat Pandastorm Pictures bekanntgegeben, dass sie auch die weiteren drei Staffeln als DVD-Boxen verffentlichen wollen, am 27.11.2015 (Staffel 3), 01.03.2016 (Staffel 4) und 01.06.2016 (Staffel 5). Was angenehm berrascht, denn die fnfte Staffel wurde nach der Absetzung der Serie durch Vox nie synchronisiert. Dies wird Pandastorm auch nicht leisten, was verstndlich ist, da viele der Sprecher nicht mehr verfgbar wren und dies eine DVD-Verffentlichung sehr verteuern wrde. Stattdessen wird die fnfte Staffel im englischsprachigen Original mit deutschen Untertiteln erscheinen.

★★★★

Die zweite Staffel von Earth: Final Conflict erscheintbei Pandastorm Pictures am 18. September2015 auf DVD. Offenlegung: Ich habe die DVD-Box freundlicherweise als Rezensionsexemplar erhalten.

Kritik: „Doctor Who: Die fünf Doktoren“ ­– das Jubiläumsspecial von 1983

Der fnfte Doktor (Peter Davidson) wollte sich eigentlich gerade etwas ausruhen, als er pltzlich zusammenbricht. Irgendetwas manipulierte seine Vergangenheit, genauer gesagt seine vorherigenRegenerationen, die aus dem Zeitstrom herausgerissen und in die Todeszone von Gallifrey gebracht wurden, zusammen mit denCompanions Susan (die Enkelin des Doktors), Sarah Jane Smith und Brigadier Lethbridge-Stewart.

Irgendeine Macht hat sie dort hingebracht und auch der Hohe Rat Gallifreys wurde bereits ber die Reaktivierung der Todeszone, dem Verschwinden der vorherigen Versionen des Doctors als auch ber die Schwchung des Auges der Harmonie informiert. Sie beschlieen, den Master, Erzfeind des Doktors, eine Begnadigung sowie ein komplett neues Set Regenerationen anzubieten, wenn er sich im Austausch bereiterklrt, in die Todeszone zu reisen und den Doktors zu helfen. Doch das Aufeinandertreffen all dieser Persnlichkeiten macht die Lsung des Problems nicht wirklich einfacher

Auch bei diesem Special hat Pandastorm wieder eine extra Bildmontage erstellen lassen, welche die DVD nahtlos in die Reihe zu den Verffentlichungen des siebten Doctor sich gesellen lsst.
Auch bei diesem Special hat Pandastorm wieder eine tolle Bildmontage erstellen lassen, welche die DVD sich nahtlos in die Reihe zu den Verffentlichungen des siebten Doctor gesellen lsst.

Das erste Jubilumsspecial mit Extra-Gaststar-Power

Zum 20-jhrigen Jubilum der Sendung wollte die BBC1983eine Episode in Spielfilmlnge produzieren, welche alle bisherigen Regenerationen des Doktors wieder zusammenbringen sollte. Die Idee erwies sich allerdings als etwas problematisch, zumal der Darsteller des ersten Doktors, William Hartnell, bereits acht Jahre zuvor verstorben war, und sich der Darsteller des vierten Doktors, Tom Baker, weigerte, in diesem Special mitzuwirken. Schlielich entschied man sich dazu, den ersten Doktor mit Richard Hurndall neu zu besetzen (William Hartnell taucht dennoch kurz in einem Rckblick mit Archivmaterial in der Vor-Vorspann-Szene auf) und den vierten Doktor nur kurz durch Drehmaterial aus dem leider nie-vollendeten Serial Shadaauftauchen zu lassen. Jon Pertwee und Patrick Troughton spielen jedoch beide wieder ihre markanten Versionen des Doktors und natrlich auch der damals aktuellefnfte Doktor wird abermals vom Sellerie-im-Revers-tragenden Peter Davidson gemimt.

Alle fnf, h, vier Doctors vereint (Fotos: Pandastorm Pictures)
Alle fnf, h, vier Doctors vereint (Fotos: Pandastorm Pictures)

Damit aber nicht genug, es tauchen am Laufenden Band weitere Figuren aus der Vergangenheit des Doktors auf, neben den aktuellen BegleiternTegan Jovanka (Janet Fielding) und Vislor Turlough (Mark Strickson), gibt es mehr oder weniger lange Auftritte von Sarah Jane Smith (Elizabeth Sladen), Susan Foreman (Carole Ann Ford), Brigadier Lethbridge-Stewart (Nicholas Courtney), Jamie McCrimmon (Frazier Hines), Zoe Heriot (Wendy Padbury), Colonel Crichton (David Savile), Liz Shaw (Caroline John), Captain Mike Yates (Richard Franklin), Lord Prsident Borusa (diesmal Philip Latham) natrlich vondemMaster(diesmal Anthony Ainley) und sogar von K-9 (Stimme von John Leeson).

Grundlagen fr den Mythos von heute

Trotz der mannigfaltigen Gaststars schafft es die Story sich nicht besonders zu verzetteln sondern gut zu unterhalten, setzt berraschende Wendungen und bietet auch einiges an Experimentierfreude. Und der haben wir auch heute noch einiges zu verdanken, denn diese Episode brachte vieles zum ersten Mal, was wir heute an Doctor Who lieben: Die Begegnung zwischen Begleiternunterschiedlicher ren, die erste Geschichte in der sowohl Daleks als auchKybermnner vorkommen, der Kommentar Oh, you have redecorated! I dont like it! und das zweite Mal berhaupt, dass es eine Szene vor dem Vorspann gab (seit den2005er-Jahren wurde dies nahezu Standard).

Gleichzeitig inspirierte diese Folge vieles von der modernen Serie spter, was sie umso sehenswerter auch fr Fans eben dieser 2005er-Periode macht: Das Siegel des Hohen Rates gert hier in die Hnde des dritten Doktors und taucht dann wieder in der letzten Episode des elften Doktors erst bei der Belagerung von Trenzalore wieder auf. Es wird erstmals davon geredet, dass der Rat einen neuen Zyklus von Regenerationen verleihen kann (bitte an dieser Stelle die krude deutsche bersetzung einfach nicht beachten, genauso wie die Idee, Sarah Jane immer nur als Sarah anzusprechen) und letztlich inspirierte sie auchwohl zuder 50-Jahre-Jubilumsfolge vor zwei Jahren.Der aktuelle Showrunner, Steven Moffat, hat sich hier jedenfalls sehr grozgig inspirieren lassen.

Sarah Jane Smith wurde wieder mit dem dritten Doctor zusammengebracht (Foto: Pandastorm Pictures)
Sarah Jane Smith wurde wieder mit dem dritten Doctor zusammengebracht, nachdem der vierte Doctor seinen Part in der Story ausschlug (Foto: Pandastorm Pictures)

Abermals vorbildliche Verffentlichung von Pandastorm

Das Cover von Doctor Who: Die Fnf Doktoren muss natrlich dem Titel entsprechend alle fnf Doktoren zeigen, wobei eigentlich nur vier mitspielen.
Das Cover von Doctor Who: Die Fnf Doktoren (Pandastorm Pictures) muss natrlich dem Titel entsprechend alle fnf Doktoren zeigen, wobei eigentlich nur vier mitspielen.

Die deutsche DVD-Verffentlichung ist, wie auch schon die anderen Verffentlichungen von Pandastorm zuvor, einfach nur zu sehr zu loben.

Sie beinhaltet drei DVDs, eine zeigt die Original-TV-Version in Englisch und grtenteils auch in Deutsch. Einige Teile wurden leider auch hier nie synchronisiert, da hierzulande nur die alternative TV-Version als Dreiteiler lief, der eine gute Viertelstunde Material fehlt. Diese gekrzte Version ist natrlich aber auch vorhanden (in Englisch und Deutsch). Dann noch dieunter Fans etwas umstrittene Extended Version aus dem Jahre 1995, bei der wiederum einige Stellen nur im Original zu hren sind und dann mit Untertiteln ausgeholfen wurde. Diese Extended Version beinhaltet zustzlich einen Audiokommentar sowie eine Extra-Untertitel-Spur im englischen Original mit vielen zustzlichen Infos zur Neufassung des Films. Letztlich noch eine dritte DVD nur mit den Extras, die aufgrund der Tonspuren und Versionen nicht mehr auf die anderenDVDs wie bei der Originalverffentlichung gepasst htten. Das Ganze als Amaray in einem Papp-Schuber ohne FSK-Logo mit einem mehrseitigen Infoheft mit Vorwort von Drehbuchautor Terrance Dicks. Man kann Pandastorm fr diese Verffentlichungen wie gesagt nicht genug loben!

Fazit

Eine sehr lohnenswerteFolge in einer sehr hochwertigen und liebevoll berarbeiteten Verffentlichung, der auch Fans der heutigen Serie viel abgewinnen knnen werden.

★★★★

Doctor Who: Die fnf Doktoren erscheint am 28. August2015 auf DVD bei Pandastorm Pictures. Offenlegung: Ich habe die DVD-Box freundlicherweise als Rezensionsexemplar erhalten.

„Earth: Final Conflict“ – Season 1 nun auch als deutsche DVD

Vor drei Jahren sind die Taelons auf der Erde gelandet. Außerirdische, die offiziell in Frieden kamen und uns viele neue technologische Errungenschaften bringen – und beseitigen den Hunger und viele Krankheiten auf der Welt. Aber nicht alle begegnen diesen „Companions“ friedlich, viele haben Angst vor den fremdartigen Wesen und dem, was sie verheißen. Sie vermuten einen geheimen Plan …

Der Taelon Da’an (links) und sein Beschützer William Boone in einen der Taelon-Konstrukte  (Foto: Pandavision)
Der Taelon Da’an (links) und sein Beschützer William Boone in einen der Taelon-Konstrukte (Foto: Pandastorm)

Der skeptische Polizist William Boone (Kevin Kilner) wird nach einem heldenhaften Einsatz vom Taelon Da’an zu einen Companion-Beschützer gemacht. Gleichzeitig wird er aber auch von dem in den Untergrund verschwundenen Großunternehmer Jonathon Doors (David Hemblen) in den Widerstand eingeführt. Dort wird sichergestellt, dass Boones Cybervirales Implantat (CVI) so modifiziert wurde, dass er ohne „Motivationsimperativ“ handeln kann – also auch ggf. gegen die Taelons. Und ihm wird ein Symbiont als Waffe mitgegeben, ein „Skrill“, der auf seinem rechten Arm sitzt und wahlweise betäuben oder töten kann. Sein geheimes Ziel: Er soll herausfinden, was die Außerirdischen wirklich vor haben.

Im Laufe der ersten Staffel gelingt es Boone zusammen mit Pilotin Lili Marquette und Hacker Augur einigen Geheimnissen auf die Spur zu kommen: Sie finden heraus, warum Boones Ehefrau ermordert wurde, finden einen seltsamen abgestürzten Satelliten in einer Amish-Gemeinde, der Replikanten erzeugen kann, finden in Irland ein antikes Taelon-Artefakt, entdecken eine Verschwörung hinter einer Teleportations-Portal-Technologie und treffen sogar auf eine weitere außerirdische Spezies.

Damals war Roddenberry noch ein Name

Gene Roddenberry, der Erfinder von „Star Trek“, hatte nach der Absetzung 1969 noch einige andere Science-Fiction-Projekte in der Pipeline gehabt, die aus unterschiedlichen Gründen nie verwirklicht wurden*.

* Eines davon, „Andromeda“, sollte drei Jahre später noch verwirklicht werden, wohl auch angetrieben von dem Erfolg von „Earth: Final Conflict“.

1991 starb Roddenberry, noch nachdem er den erfolgreichen TV-Neustart von „Star Trek“ in Form von „Next Generation“ miterleben durfte. Seine Witwe, Majel Barrett-Roddenberry, die in der klassischen Star Trek-Serie Schwester Chapel spielte, und in der neuen Serie ebenfalls einige Rollen innehatte, begann Mitte der 90er Jahre einige dieser alten Konzepte wieder hervorzuholen und konnte, wohl auch aufgrund des Namens, einige Geldgeber finden, darunter die kanadische Produktionsfirma Tribune Entertainment aber auch die deutsche Tele München Fernseh Produktionsgesellschaft (TMG).

Die Untergrund-Verschwörer Doors, Marquette und Boone (v.l.n.r.) (Foto: Pandavision)
Die Untergrund-Verschwörer Doors, Marquette und Boone (v.l.n.r.) (Foto: Pandastorm)

Das Konzept, „Battleground: Earth“ wurde umbenannt um eine Verwechslung mit dem schlechten Film „Battlefield Earth“ zu vermeiden. Daraus wurde „Earth: Final Conflict“, das zum einen für das kanadische CTV, zum anderen für den damals immer noch blühenden Syndication-Markt*. Barrett-Roddenberry fungierte selbst als einer der Produzenten und nahm auch eine Nebenrolle in den ersten drei Staffeln der Serie ein: Sie spielte die Ärztin Dr. Belman.

* Freier Markt für Serien ohne ein fester Auftrag eines Senders. Mehr dazu in meiner Übersicht zum Thema Fernsehen in den USA

Die Serie brachte es auf fünf Staffeln, wobei es starke Produktionsprobleme gab, bei der unter anderen nahezu alle Hauptdarsteller im Laufe der Staffeln ausgetauscht wurden, William Boone taucht beispielsweise nur in der ersten und der fünften Staffel auf. Lediglich der Hauptantagonist, Ronald Sandoval (Von Flores) blieb eine Konstante.

Hochmoderne Kommunikationsgeräte (Foto: Pandastorm)
Hochmoderne Kommunikationsgeräte (Foto: Pandastorm)

In Deutschland konnten wir die Serie anderthalb Jahre später, ab Juni 1999, auf Vox sehen, der sich damals gerade als Serien- und Unterhaltungssender unter der Mehrheit von Rupert Murdoch neu profiliert hatte und gerade dabei war, in die RTL-Gruppe zu wechseln. Leider schwanden die Quoten, so dass Vox mitten in der vierten Staffel die Ausstrahlung abbrach. Die fünfte Staffel wurde nicht mehr synchronisiert und in Deutschland meines Wissens nach auch nicht ausgestrahlt, ein ähnliches Schicksal wie „Farscape“. Seitdem läuft die Serie aber in recht häufiger Wiederholung auf SyFy und/oder Tele 5, ersterer hatte sich dann irgendwann entschlossen, von dem deutschen Titel „Mission Erde: Sie sind unter uns“ abzuweichen und den englischen Originaltitel zu verwenden, so dass die Serienbox auch unter diesem Titel erschienen ist.

Keine Extras

Um es gleich zu sagen: Es gibt keinerlei Specials. Das ist insbesondere schade und auch etwas unverständlich, weil auf der bereits seit sechs Jahren existierenden US-Version mehrere Audiokommentare und Specials durchaus zur Verfügung stehen. Von Pandavision war ich bisher Besseres gewohnt, allerdings war die Rechtssituationen zur Veröffentlichung der US-DVD bereits schwierig gewesen, weswegen dort die ersten beiden Staffeln erst nach den anderen veröffentlicht werden konnten. Auch gibt es lediglich englische Untertitel und sowohl im deutschen als auch englischen lediglich Stereo-Ton.

Boone hatte wenigstens noch ein Extra implantiert (Foto: Pandavision)
Boone hatte wenigstens noch ein Extra implantiert (Foto: Pandastorm)

Die Serienbox ist dafür ohne Zweifel toll gestaltet und hat mit einem zwölfseitigen, vierfarbigen Booklet alle nötigen Informationen. Die einzelnen DVD sind jeweils zu zweit mit einem Motiv gestaltet, so dass sie übereinander in der Halterung in voller Pracht genossen werden können.

Kann sich immer noch ansehen lassen

Die DVD-Box mit einem etwas beunruhigend dreinblickenden Da’an (Foto: Pandavision)
Die DVD-Box mit einem etwas beunruhigend dreinblickenden Da’an (Foto: Pandastorm)

„Earth: Final Conflict“ ist dafür, dass die Serie mittlerweile 18 Jahre alt ist, überraschend gut gealtert. Sie schafft bereits den Spagat zwischen Fall der Woche und einem kontinuierlichen Handlungsbogen, bietet interessante und in Erinnerung bleibende Charaktere und auch die Spezial-Effekte gehen immer noch in Ordnung. Die Serie baut gerade in der ersten Staffel einen durchaus spannenden Hintergrund mit vielen Geheimnissen und einen faszinierenden Kulturhintergrund auf. Dass sie immer noch sehenswert ist, beweisen ja auch die vielen Wiederholungen im TV, dennoch ist es schön sie mit dieser optisch schönen Box ins Regal stellen zu können.

★★★★

„Earth: Final Conflict“ erschien am 29. Mai 2015 auf DVD. Offenlegung: Ich habe die DVD-Box freundlicherweise als Rezensionsexemplar erhalten. Die zweite Staffel hat Pandasturm bereits für den 18. September 2015 angekündigt.

Die 26. Staffel von Doctor Who – Echt Krass!

Mit der 26. Staffel von Doctor Who veröffentlicht Pandavision dann auch die dritte und letzte Staffel des siebten Doktors. Zuvor gab es sechs andere Doktoren und meine Rezensionen zu Staffel 24 (2) und Staffel 25. Und ich schreibe diese Einleitung eigentlich nur, damit ich auch die tolle Staffel-Collage zeigen kann, die es auch hier wieder gibt:

„Der Meister, Ace und der Doktor“ ist tatsächlich eine Beschreibung dieser Collage und nicht ein John le Carré-Buch.
„Der Meister, Ace, der Doktor und der Zerstörer“ ist tatsächlich die Beschreibung dieser Collage und kein John le Carré-Buch!

„Excalibur’s Vermächtnis“ (sic!, „Battlefield“, vierteiliges Serial/alternativ auch in Spielfilmfassung)

Auch in der 26. Staffel gibt es viel Rückbesinnung auf die lange Geschichte der Serie. Und wieder nimmt sie kaum Rücksicht auf Neueinsteiger und erklärt nicht, wer dieser Brigadier Sir Alistair Gordon Lethbridge-Stewart überhaupt ist, der am Anfang der Episode Pflanzen für seinen Ruhesitz-Garten einkauft. Und auch Bessie wird nicht groß erklärt, wurde aber völlig plotirrelevant eingebaut.

Ein letztes Mal steht Brigadier Lethbridge-Stewart (Nicholas Courtney) an der Seite des Doktors (Sylvester McCoy) (Foto: Pandavision/BBC)
Ein letztes Mal steht Brigadier Lethbridge-Stewart (Nicholas Courtney) an der Seite des Doktors (Sylvester McCoy) (Foto: Pandavision/BBC)

Das Fan-Herz jauchzt und wird gleich verwirrt, da es plötzlich einen weiteren Brigadier gibt: Winifred Bambera ist von UNIT eingesetzt  einen Atomraketen-Transport zu überwachen, als plötzlich mit Ancelyn ein Ritter König Artus* auftaucht. Doch er ist nicht allein, seine Gegner sind Mordred und dessen Mutter Morgaine, die ebenfalls aus einer anderen Dimension ihm folgten. Ein erbitterte Krieg um Excalibur, Artus Schwert, beginnt, und das direkt neben eine Atomrakete auszufechten ist keine wirklich gute Idee. Und als sie dann noch den Doctor erblicken, identifizieren sie auch noch ausgerechnet als Merlin …

* Ancelyn wurde als Name für die Serie erfunden, während Mordred, Morgaine und natürlich Excalibur und Artus selbst tatsächlich Teile der Artus-Saga in ihren unzähligen Reinkarnationen sind.

Wie Ben Aaronovitchs erstes Serial in der Staffel zuvor ist auch dieses tatsächlich ein ziemlich großer Spaß. Klar, es gibt wieder ein, zwei Plotlöcher, aber auf der anderen Seite gibt es wirklich gut sitzende Dialoge und gleichzeitig wird die Hintergrundgeschichte von Ace noch etwas vertieft – und sie darf wieder etwas in die Luft sprengen. Herauszuheben ist auch das Maskendesign des „Zerstörers“, das könnte auch heute noch so verwendet werden.

Die neuen Charaktere Ancelyn (Marcus Gilbert) und Brigadier Winifred Bambera (Angela Bruce) (Foto: Pandavision/BBC)
Die neuen Charaktere Ancelyn (Marcus Gilbert) und Brigadier Winifred Bambera (Angela Bruce) (Foto: Pandavision/BBC)

„Ihr Wasser, Sir, 5 Pfund bitte.“ – „Was war das?“ – „Nicht vergessen, wir sind in der Zukunft, Ace!“

Das Serial wurde in Großbritannien auch als Special Edition veröffentlicht, bei der man es neu als Spielfilm geschnitten hatte und diesen um mehrere Minuten verlängerte Szenen sowie einigen besseren Spezialeffekten versehen hatte. Auch dies darf der Besitzer der deutschen Serienbox anschauen, wobei bei die Zusatzszenen lediglich untertitelt sind und teilweise der Übergang zwischen dem Synchron- und Originaltonmaterial etwas holperig ist. Das hätte man aber nur durch eine Neusynchronisation lösen können, was hier aber Unfug gewesen wäre. Herauszuheben ist, wie offen Pandavision mit dieser Problematik umgeht. Als Zuschauer hat man die Wahl zwischen der Original-Version oder der Spielfilm-Version auf jeweils einer eigenen DVD. Besser kann man das nicht lösen.

★★★★

 

„Das Haus der tausend Schrecken“ („Ghost Light“, dreiteiliges Serial)

Der Doktor bringt Ace in ein Haus im viktorianischen London. Natürlich entpuppt es sich standesgemäß als Horror-Haus. Und offenbar hat der Doktor einen guten Grund, Ace hierher zu bringen, denn sie verbindet etwas mit diesem Haus – sie wird es als Teenager in über hundert Jahren in der Zukunft abgebrannt haben. Und natürlich ist auch in diesem Haus ein Raumschiff gestrandet, und es gibt Vampir-ähnliche Kreaturen und den letzten Neandertaler.

Der Außerirdische Licht (John Hallam, Foto: Pandavision/BBC)
Der Außerirdische Licht (John Hallam, Foto: Pandavision/BBC)

Man kann den klassischen Doctor Who-Folgen oft vorwerfen, dass sie einen Plot zu sehr auswalzen, diesem Serial hätte etwas mehr Zeit für Erklärung des Plots tatsächlich gut getan, er ist dann doch teilweise sehr verwirrend. Ein Extra auf der DVD hilft dann aber beim Verstehen und unter diesem Licht ist es tatsächlich ein eigentlich sehr guter Plot, der etwas mehr Struktur gut vertragen hätte können.

„Krass!“

Dies war die letzte Folge, die vor der damaligen Absetzung aufgezeichnet wurde, sie wurde allerdings früher gezeigt. In der deutschen Erstausstrahlung wurde sie dann übrigens tatsächlich am Ende gezeigt, warum auch immer. Schön ist dabei das Extra, in dem sich Sylvester McCoy und Sophie Aldred daran erinnern, dass McCoy in der letzten Szene eine kleine, aber sehr sinnvolle Änderung gemacht hatte, mit der er zeigte, dass auch Ace den Doctor beeinflusst hat.

★★★☆☆

 

„Die Todesbucht der Wikinger“ („The Curse of Fenric“, vierteiliges Serial/alternativ auch in Spielfilmfassung)

Während des zweiten Weltkriegs landen der Doctor und Ace an der nordenglischen Küste in einer Militärbasis, die ausgerechnet über einem alten Wikingergrab errichtet wurde. Der eigentlich für die Entschlüsselung von Nazi-Codes gedachte Supercomputer der Basis wird dann auch zur Entschlüsselung der Wikinger-Runen benutzt, die eine vergessene Macht schützen sollen – Fenrics Macht. Doch dahinter versteckt sich ein Großer Alter, der einst vom Doktor selbst mit Hilfe eines faszinierenden Schachproblems eingesperrt wurde.

Tolle Make-Up-Arbeit an dem Zerstörer (Marek Anton, Foto: Pandavision/BBC)
Tolle Make-Up-Arbeit an dem Zerstörer (Marek Anton, Foto: Pandavision/BBC)

Außerirdische Vampire, Wikingerrelikte, Nazis, Sowjetische Agenten, übermächtige Wesen – das muss ein Doctor Who-Plot sein (oder Indiana Jones wurde noch etwas fantastischer). Aber: Die Geschichte selbst ist auch trotz all dieser wirren Zutaten durchaus unterhaltsam und sticht dadurch hinaus, dass sie vorrangig direkt vor Ort an der Küste gedreht wurde.

Wie bereits „Excalibur’s Vermächtnis“ wurde auch „Die Todesbucht der Wikinger“ neben der normalen Fernsehfassung als vierteiliges Serial auch in einer Spielfilmversion mit zusätzlichen Szenen (12 Minuten), einigen Überarbeitungen und besseren Effekten herausgegeben, die auch hier auf einer weiteren DVD in der Box eingeschlossen ist.

★★★★

 

„Der Tod auf leisen Sohlen“ („Survival“, dreiteiliges Serial)

Zuhause auf der Erde will Ace schauen, was ihre alte Gang so treibt, muss aber feststellen, dass diese fast alle verschwunden zu sein scheinen – und für das Verschwinden scheinen Katzen verantwortlich zu sein. Kurze Zeit später werden die beiden auf einen anderen Planeten transportiert, der kurz vor seinem Ende steht, auf dem Katzenmenschen in ständigen Kämpfen verstrickt sind. Und treffen dort auf einen alten Bekannten wieder, der dort die Fäden zieht: Den Meister!

Anthony Ainley, der vierte Darsteller des Meisters (Foto: Pandavision/BBC)
Anthony Ainley, der vierte Darsteller des Meisters (Foto: Pandavision/BBC)

Ja, die Effekte dieser Folge sind schrecklich. Davon abgesehen ist die Folge aber sehr gut gealtert und würde im Prinzip auch heute noch funktionieren und schafft es den Charakterbogen von Ace zu einem schönen Ende zu bringen, auch wenn eigentlich die Produktionsreihenfolge eine andere war. Das war auch beabsichtigt, wie man in der wie immer großartigen Rückschau erfährt, die für die DVD produziert wurde, geplant war, dass Ace zur nächsten Staffel mit einer anderen Companion ausgewechselt würde.

Dazu kam es aber nicht mehr, Doctor Who wurde am Ende der 26. Staffel abgesetzt. Es folgte ein kleiner Versuch, die Serie mit einem neuen Doctor als TV-Film zu starten und erst 2005 sollte dann ein Neustart der Serie einen neuen Schub verschaffen.

„Irgendwo dort oben, brennt jetzt ein Planet, seine Meere kochen und seine Flüsse rasen. Aber bald wir der Rauch verwehen und der Wind wird wieder seine Lieder singen. Lieder des Friedens. Und Lieder der Wildnis. Eine Galaxie weiter wird irgendwo eine Kanne Tee kalt. Für uns beide, Ace, gibt es ’ne Menge zu tun!“

★★★★

 

Die Extras

DVD-Cover Doctor Who 7. Doktor Volume 3
DVD-Cover Doctor Who 7. Doktor Volume 3

Die Staffel ist insgesamt sehr gelungen und die Box-Veröffentlichung von Pandavision ist wieder perfekt, vor allen durch die zahlreichen Specials und die Spielfilm-Versionen, die alleine schon drei der sieben DVD-Scheiben füllen. Wieder verpasst der deutsche Fan durch die liebevoll gemachte Box nichts gegenüber der englischen Veröffentlichung. Das sollte zwar eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, aber gerade bei Nischenprodukten sind viele Verleger doch leider nur darauf aus, möglichst wenig Aufwand zu haben – aber es gibt, wie hier, rühmliche Ausnahmen.

Ein letzter Rückblick auf meinen ersten Doktor

Der siebte Doktor (Sylvester McCoy) und Ace (Sophie Aldred). Ich vermisse Euch schon wieder! (Foto: Pandavision/BBC)
Der siebte Doktor (Sylvester McCoy) und Ace (Sophie Aldred). Ich vermisse Euch schon wieder! (Foto: Pandavision/BBC)

Erstaunlicherweise habe ich beim Sehen der alten Folgen nur noch wirkliche Erinnerungen an zwei Serials gehabt: „Die Hand des Omega“ und „Der Tod auf leisen Sohlen“. Ich hätte eigentlich mit mehr Erinnerungen gerechnet, aber es ist halt wirklich 25 Jahre her.  Und sicher: Aus der Sicht der Spezialeffekte heute ist die Serie nicht gut gealtert, noch schlechter die bewusste Entscheidung der deutschen Synchronisation, Aces Slang mit damaliger deutschen Jugendsprache aufzumotzen. All das „Ätzend!“ und „Krass“ geht irgendwann schon auf den Senkel.

Aber: In allen Punkten gut gealtert ist auch Star Trek nicht, auch Next Generation hat heutzutage schon extrem starke Abnutzungserscheinungen. Dennoch gucke ich gerne auch in diese Serien noch einmal rein, denn neben dem Nostalgietrip kann man auch sehen, woher sich die Serienkultur von heute entwickelt hat. Und Doctor Who ist Kultfernsehen, immer noch sehenswert und wirkt vielfach angenehm entschleunigt. Und man kann noch immer viele Referenzen in der heutigen Serie auf ihre lange Vergangenheit entdecken.

„Doctor Who: Siebter Doktor Volume 3“ erscheint am 24. April 2015 auf DVD. Offenlegung: Ich habe die DVD-Box freundlicherweise als Rezensionsexemplar erhalten.

Die 25. Staffel von Doctor Who – eine seltsame Wundertüte

Auch die zweite Staffel vom siebten Doktor (Sylvester McCoy) veröffentlicht Pandastorm auf einem prall gefüllten DVD-Set. Das erste Set habe ich mittlerweile meinen Kollegen und Experten vom Ausgespielt-Podcast zur Einschätzung ausgeliehen und mir wurde versichert, dass sie den englischen Veröffentlichungen in nichts nachstehen. Durch die Sammlung als Staffelboxen sind sie sogar deutlich günstiger und bequemer zu bekommen und bieten halt auch neben den Originalton die deutsche Synchronfassung der Folgen und abschaltbare Untertitel für alle Specials.

Die kunterbunte Staffel 25, oder in der deutschen Schreibweise: Die zweite Staffel vom siebten Doctor.
Die kunterbunte Staffel 25, oder in der deutschen Schreibweise: Die zweite Staffel vom siebten Doktor.
Ace (Sophie Aldred) übertrifft für mich nach wie vor alle anderen Companions. Allerdings war sie auch meine erste.
Ace (Sophie Aldred) übertrifft für mich nach wie vor alle anderen Companions. Allerdings war sie auch meine erste.

Weiterhin ist die in der letzten Folge der vorherigen Staffel eingeführte Sophie Aldred als Companion Ace dabei und ja, sie bleibt eine der besten Companions die ich kenne und ich hoffe weiterhin, dass es ähnlich wie mit Liz Sladen beim zehnten Doktor beim aktuellen Doktor irgendwann einen Gastauftritt für Aldred geben mag. Aber das bin vielleicht nur ich.

Die zweite Staffel vom siebten Doktor ist dann auch die 25. Staffel überhaupt, und gleich zu Beginn gibt es eine direkte Anknüpfung an den Beginn der Serie 1963.

Die Box umfasst gleich fünf DVD, wobei eine „nur“ mit Bonusmaterial gefüllt ist und kein eigenes Serial beinhaltet, bleiben derer vier, die ich hier im folgenden kurz bewerte:

„Die Hand des Omega“ (vierteiliges Serial, im Original: „Rememberance of the Daleks“)

Der Doktor und Ace treffen im Staffelauftakt auf Daleks, die gerade eine britische Schule der 1960er-Jahre eingenommen haben. Aber nicht irgendeine Schule, sondern die Schule, in der einst die Abenteuer des Doktors überhaupt begannen.* Der Doktor hat hier etwas damals liegenlassen, und wie ein Zeitreisender so ist, ist es ziemlich egal, wann er daran denkt, das abzuholen, Hauptsache, er denkt irgendwann mal dran, auch wenn es sechs Regenerationen später ist.

* Dem Doktor wird sogar als Drehbuchgag vom Rektor der Schule der Job des Hausmeisters angeboten, was dieser jedoch ablehnt. Spaßigerweise übernimmt der zwölfte Doktor in der achten Staffel von NuWho eben diese Funktion.

Es stellt sich aber heraus, dass in der Schule nicht nur eine Gruppe von Daleks eingedrungen ist, sondern gleich zwei konkurrierende. Und so geraten der Doktor und Ace zwischen die feindlichen Linien zweier Gruppierungen mörderischer Blechbüchsen.

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Für die Jubiläumsstaffel sind die Daleks natürlich die richtigen Gegner.

 

Ich fürchte, ich hab’ mich verrechnet! – Der Doktor.

Eine perfekte Folge von Ben Aaronovitch, der viele Jahre später durch die empfehlenswerten Urban-Fantasy-Romane der „Die Flüsse von London“-Reihe Bekanntheit erlangen sollte.

Sie sprüht voller vieler Details und Anspielungen auf ältere DW-Folgen, und geht auf die für die damalige Zeit noch typischen Anekdoten ein, wie dem nicht-dezimalen Zählsystem der britischen Währung oder einem Fenster-Schild in einer Pension, welche klarstellt nicht an Dunkelhäutige zu vermieten. Die Serie beendet den Running-Gag der Whovians, dass Daleks keine Treppen steigen können, ein für alle mal in dem sie einen Dalek einen Schwebeantrieb verpasst. Und sie hat einer der besten Szenen eines Doctor-Who-Companion überhaupt: Ace darf mit einem (vom Doktor entsprechend aufgemotzten) Baseball-Schläger einen Dalek kaputt hauen! Ich muss zugeben, als ich die Folge damals im TV geschaut habe, habe ich mich richtig in Ace verguckt!

So geht Doctor Who: Vollgestopft mit Selbstreferenzen, eine spannende Story mit in Erinnerung bleibenden Handlungen und Daleks. 

★★★★★

„Die Macht der Fröhlichkeit“ (dreiteiliges Serial, im Original: „The Happiness Patrol“)

Der Doktor und der „Kandy Man“
Der Doktor und der „Kandy Man“

Auf einer Kolonie treffen der Doktor und Ace auf eine totalitaristische Gesellschaft, in der Diktatorin Helen A jede Form von Elend auszurotten versucht. Eine Fröhlichkeitspolizei jagt sämtliche „Spaßverderber“ und ein Scharfrichter-Roboter namens Kandy Man sorgt ebenfalls dafür, Helen As Plan umzusetzen. Wer nicht unterhaltsam ist, wird getötet. Natürlich nimmt die Tardis-Besatzung den Kampf auf.

Das gleiche Thema, Unterhaltungszwang, nimmt das vierte Serial dieser Staffel sich besser vor. So bleibt eine sehr trashige Folge, die vor allem durch den Kandy Man stark runtergezogen wird. 

★★★☆☆

„Das Vermächtnis der Nemesis“ (dreiteiliges Serial, im Original: „Silver Nemesis“)

Eine der letzten Verteidigungsbastionen von Gallifrey war eine Statue, die Rassilon selbst gebaut hatte. Der Doktor hatte sie einst selbst in einen Asteroiden in den Orbit geschleudert, von wo sie nun, Jahrhunderte später, wieder landen wird und das in unmittelbarer Nähe von Windsor Castle.

Eigentlich Formidable Gegner, die hier etwas untergehen: Die Cybermen (hinter Ace und dem Doktor)
Eigentlich formidable Gegner, die hier etwas untergehen: die Cybermen (hinter Ace und dem Doktor).

Wir packen Cybermen, Neo-Nazis und magische Besucher aus dem 17. Jahrhundert in ein Serial. So etwas vermag nur Doctor Who. Aber: So etwas mag auch nur Doctor Who zu verbocken. Hier packen sie einfach zu viel in die verwirrende Story und vor allem die ikonischen Cybermen bleiben leider etwas auf der Strecke. 

★★★☆☆

„Die Todesmanege auf Segonax“ (vierteiliges Serial, im Original: „The Greatest Show in the Galaxy“)

Unterhaltung finden Sie dort. Oder auch ihren Tod. Ist das nicht das selbe?
Was einen bei Serien aus den 80ern immer wieder auffällt: Dauerwellen-Galore.

„Sie sind entsetzlich langweilig!“ – Der Doktor

Der Doktor empfängt eine Spam-Nachricht. „Ja ja, die Werbung findet Dich überall“. Diesmal für einen Zirkus, der „die größte Show in der Galaxis“ präsentieren soll, den der Doktor und Ace natürlich besuchen. Sie sind dort zwar nicht die einzigen Gäste, aber die Menge der Gäste ist schon recht reduziert – was auch kein Wunder ist, da dieser Zirkus seine Gäste selbst in die Manege zerrt und, wenn sie dort nicht unterhalten, tötet.

Nette und typische Geschichte, für heutige Sehgewohnheiten etwas zu ausufernd erzählt, aber das gilt ja im Prinzip für alle Old-Who-Folgen. 

★★★★

Das Bonusmaterial

„Na so etwas – mein Tee ist kalt geworden. Seltsam!“

Die DVD-Box mit Papp-Umhüllung mit ablösbaren FSK-Logo.
Die DVD-Box mit Papp-Umhüllung mit ablösbaren FSK-Logo.

Das Bonusmaterial hierzu ist wieder extrem umfangreich. Jede Folge wird mit einer ausführlichen Retrospektiv-Dokumentation begleitet, die an den jeweiligen Folgen Beteiligte zu Wort kommen, auf ihre damalige Zeit zurückblicken und viele Insider-Infos verraten lässt, Deleted Scenes und sogar die Ansagen der BBC-Inserts von damals, oder einen moderierten Presserückblick auf die vernichtenden Kritiken der „Fleet Street“. Dazu kommt diesmal auch eine komplette weitere Bonus-DVD mit einem Special rund um Davros. Sehr viel besser kann man dem nicht gerecht werden. 

★★★★★

„Doctor Who: Siebter Doktor Volume 2“ erschien am 27. Februar 2015 auf DVD. Offenlegung: Ich habe die DVD-Box freundlicherweise als Rezensionsexemplar erhalten.

Neuer Doktor, neuer Schwung – Die achte Staffel Doctor Who

Auf Blu-Ray bietet die deutsche Fassung der achten Staffel von New Who (bzw. die 34. Staffel insgesamt) sogar mehr als das UK-Pendant: Die erste Weihnachtsfolge mit Peter Capaldi, die man in Großbritannien derzeit noch separat erwerben darf, sowie endlich auch einige Specials, die uns bisher vorenthalten wurden.

Clara (Jenna Coleman) muss sich erst an den neuen Doktor (Peter Capaldi) gewöhnen. (Foto: Polyband/BBC)
Clara (Jenna Coleman) muss sich erst an den neuen Doktor (Peter Capaldi) gewöhnen. (Foto: Polyband/BBC)

Aber erstmal zum neuen Doktor. Ich gebe es zu: Ich hatte mit keinem Doktor bisher sowenig Probleme am Anfang gehabt wie mit Capaldis. Nach drei jüngeren Doktoren ist der zwölfte Doktor einfach ein lang ersehnter Kontrapunkt für alle, die auch Old-Who kennen und lange schon auf einen älteren Doktor hofften. Und was für ein Kontrapunkt: Dieser Doktor ist endlich mal kein Love-Interest für seine Begleiterin, sondern hat sogar starke Probleme mit menschlicher Zuneigung umzugehen. Und er zeigt endlich wieder seine dunkle Seite: die Seite des Wahnsinnigen in einer Zeitmaschine, der zu oft über Leben und Tod entscheiden musste. Gleichzeitig kanalisiert Capaldi aber auch die überschäumende Energie von Smith, die Ungestümheit von Tennant und die Begeisterungsfähigkeit von Ecclestone – und er hat nimmt auch endlich wieder einen Löffel zur Hand*.

* Wobei eigentlich zwei Löffel authentischer gewesen wären.

Und einer der größten Problempunkte der letzten Smith-Folgen wird auch ausgemerzt: Companion Clara bekommt endlich richtig etwas tun und ist nicht nur ein einfaches Plot-Device. Sie ist endlich ein Mensch mit Stärken und Fehlern, und kommt in das Dilemma ihr normales Leben und ihr Leben an Bord der Tardis jonglieren zu müssen. Sie war einer der Schwachpunkte der zweiten Hälfte der siebten Staffel und, wie Showrunner Steven Moffat diese Woche einräumte, hatte auch bereits an einen Ausstieg aus der Serie gedacht, blieb dann aber doch der Serie treu und wird auch in der kommenden neunten Staffel wieder dabei sein.

Capaldi probiert sich auch mal als „Raggedy Doctor“ (Foto: Polyband/BBC)
Capaldi probiert sich auch mal als „Raggedy Doctor“ (Foto: Polyband/BBC)

Die Episoden im Einzelnen

Kleiner Warnhinweis: Wie immer versuche ich größere Spoiler hier möglichst zu vermeiden, kann sie aber nie ganz ausschließen.

8×01 „Tief Durchatmen“ („Deep Breath“): Die Einführung des neuen Doctors im viktorianischen England ist von den Effekten her beeindruckend, aber die Story ist dann doch etwas zu vollgestopft und ausgerechnet zum tiefen Durchatmen kommt man gar nicht. 

★★★★

8×02 „Mission Dalek“ („Into the Dalek“): Kann man ein Gewissen ausschalten? Das von Daleks offenbar, wie bei der wunderbaren Miniatur-Reise festgestellt wird. Der interessantesten moralischen Konsequenz aus dieser Frage stellt sich aber weder der Autor und so auch nicht der Doctor. Schade. 

★★★☆☆

Tom Riley spielt Robin Hood, der ja eigentlich gar nicht existiert, meint jedenfalls der Doctor (Foto: Polyband/BBC)
Tom Riley spielt Robin Hood, der ja eigentlich gar nicht existiert, meint jedenfalls der Doctor (Foto: Polyband/BBC)

8×03 „Roboter in Sherwood“ („Robot of Sherwood“): Auch wenn viele andere meiner Freunde die Folge mochten – ich war hier tief enttäuscht, wie eigentlich von jeder Folge von „Sherlock“-Mitautor Mark Gatiss. Sie bringt zwar zeitweise Spaß ist aber letztlich mal wieder ein buntes Kuddelmuddel, und bekommt eigentlich nur wegen des Löffels noch 

★★★☆☆

Der Doktor hat eine neue Leidenschaft für Diagramme auf Kreidetafeln entdeckt (Foto: Polyband/BBC)
Der Doktor hat eine neue Leidenschaft für Diagramme auf Kreidetafeln entdeckt (Foto: Polyband/BBC)

8×04 „Hör zu“ („Listen“): Eine nahezu perfekte Episode. Moffat vermag es doch noch, gute Episoden zu schreiben und diese verdient es auf einem Level wie „Don’t Blink“ genannt zu werden. 

★★★★★

8×05 „Verschlusssache“ („Time Heist“): Warum bisher mit dem Motiv des vielschichtigen Heist-Films, der regelmäßig Wendungen mit sich bringt, bei Doctor Who noch niemand angekommen ist, bleibt eine Frage, bringt doch gerade diese Folge einfach viel Spaß und gleichzeitig genügend weitere Charaktere mit, die ich gerne weiter als Companions gesehen hätte. 

★★★★★

8×06 „Der Hausmeister“ („The Caretaker“): In „Rememberance of the Daleks“ wurde Sylvester McCoys Doktor vom Rektor der Coal Hill School gefragt, ob er sich denn als Hausmeister bewerben möchte. Nun ja, Timelords überlegen halt manchmal etwas länger und die Tatsache, dass er nun, sechs Regenerationen später, das Jobangebot endlich annimmt, ist schon eine tolle Idee allein. Besser ist das, was Capaldi daraus macht. 

★★★★

8×07 „Tötet den Mond“ („Kill the Moon“): Es ist okay, dass der Doctor bisweilen düstere Entscheidungen trifft, die man nur schwer nachvollziehen kann. Aber dass er sich nicht in das Schicksal der Menschen einmischen möchte ist so dermaßen weit weg von dem, was er regelmäßig Woche für Woche macht … Und dazu kommen dann ein paar grundsätzliche Fragen von Himmelsmechanik, die die Folge einfach vermiesen. 

★★★☆☆

Eine der Highlights der Staffel: Mumien im Weltall (Foto: Polyband/BBC)
Eines der Highlights der Staffel: Mumien im Weltall (Foto: Polyband/BBC)

8×08 „Die Mumie“ („Mummy on the Orient Express“): Agatha Christie ist der Doctor ja bereits in der vierten Staffel getroffen, jetzt trifft er gleich noch auf ihre berühmteste Geschichte und gleichzeitig einem irrwitzigen Set-Design. Dazu eine durchweg spaßige Story. 

★★★★

8×09 „Hinter den Wänden“ („Flatline“): Die Idee, den Doctor in seiner Tardis einzusperren und stattdessen Clara in der Funktion des Doctors agieren zu lassen ist klasse, dazu kommen die wohl interessantesten neuen Monster-Kreationen seit zwei Staffeln. 

★★★★★

8×10 „Ruf der Wildnis“ („In the Forest of the Night“): Öh, ja. Vergessen wir die Folge lieber schnell mal wieder. Der Schulausflug ist zwar noch ganz amüsant, aber die Auflösung ist sogar für Doctor Who gerade zu hahnebüchend. 

★★☆☆☆

Die Auflösung, was Missy angeht im großen Finale (Foto: Polyband/BBC)
Im großen Staffelfinale erhalten wir endlich die Auflösung, was die mysteriöse Missy angeht (Foto: Polyband/BBC)

8×11 „Dunkles Wasser (1)“ („Dark Water (1)“) und 8×12 „Tod im Himmel (2)“ („Death in Heaven (2)“): Das zweiteilige Staffelfinal ist wieder ganz großes Tennis. Ich freute mich wie ein kleines Kind, dass ich Recht behalten sollte, was den Charakter von Missy anging. Und war gleichzeitig begeistert, dass ich die Herkunft des Firmen-Logos nicht erkannt hatte*. War traurig, einen meiner liebsten Nebencharaktere verloren zu haben, bekam einen Kloß im Hals, als sich die Serie vor dem Brigadier verbeugte und übersah beim ersten Ansehen glatt, dass sie den Vorspann der 12. Folge modifiziert hatten und Jenna Coleman erstmals zuerst genannt wurde. Großes Tennis. 

★★★★★

* Ja, ich freue mich darüber, wenn ich von Wendungen kalt erwischt werde, die gut vorbereitet waren und man hätte vorausahnen können. Passiert mir leider immer seltener.

Insgesamt bekam die 8. Staffel damit von mir im Durchschnitt sehr gute 7,4 Sterne.

Weihnachtsspecial 2014 „Hereingeschneit“ („Last Christmas“): Was für eine Mischung: Facehugger-Traum-Krabben, der Weihnachtsmann, Arktisstationen, Clara im schlechten Alters-Make-Up, der Weihnachtsmann, Elfen, Schlitten-ziehende Rentiere, Orangen und … erwähnte ich den Weihnachtsmann? Das alles passt eigentlich so gar nicht zusammen und eben doch. Vielleicht nicht die beste Weihnachtsfolge (das dürfte für mich bisher „A Christmas Carol“ (2010) sein), aber sie bringt Spaß, ist ausreichend chaotisch und weihnachtlich gleichzeitig. Und sie hat Nick Frost (den Weihnachtsmann). 

★★★★

Extras: Wie bei Doctor Who mittlerweile üblich platzen die Scheiben nur so voller Bonus-Materialien. Neben den obligatorischen Set-Berichten und Interviews sind hier vor allen hervorzuheben: „The Ultimate Timelord“ und „The Ultimate Companion“, in der Peter Davidson (der fünfte Doktor) Antworten auf die Frage „Was macht den Doktor/die Companions aus“ Antworten sucht, und „The Five(ish) Doctors Reboot“, einem kleinen Special, ebenfalls von Peter Davidson produziert, in dem er einen eigenen Anteil am 50. Jubiläum der Serie haben möchte und dazu eine Mockumentary mit vielen Gastauftritten allerhand Doctor Who-Prominenz inszeniert.

Darüberhinaus gibt es das Prequel zur ersten Episode, das bisher nur bei der Kinoaufführung gezeigt wurde und Strax dabei zeigt, wie er die unterschiedlichen Regenerationen des Doctors einsortiert. 

★★★★

Die deutschen Boxen werden immer besser

Insgesamt eine rundum gelungene Box deren Anschaffung nicht nur wegen der besseren Bildqualität gegenüber den Streaming-Anbietern vorzuziehen ist, sondern auch aufgrund der vielen Extras und der bereits vorhandenen Weihnachtsfolge von 2014 ein Muss für alle Whovians darstellt.

„Doctor Who – Staffel 8 – Komplettbox“ erscheint am 13. März 2015 auf DVD und Blu-Ray. Offenlegung: Ich habe die Blu-Ray-Box freundlicherweise vorher als Rezensionsexemplar erhalten.

Doctor Who – der siebte Doctor ist endlich wieder zurück in Deutschland (2)

Nachdem es zum Deutschland-Start der DVDs der ersten Staffel des siebten Doctors nicht ganz gereicht hatte, alle vier Serials zu schauen, habe ich die letzten drei nun nachgeholt, und auch ein Großteil der Bonus-Features begutachtet.

Der Fluch des Kroagnon (4-teiliges Serial, im Original: „Paradise Towers“)

Der Doctor und der Chef  der Hausmeister. Foto: Pandavision/BBC Germany
Der Doctor und der Chef der Hausmeister. Foto: Pandavision/BBC Germany

Mel möchte eigentlich nur den luxuriösen Swimmingpool auf der Dachterasse des futuristischen Wohnkomplex’ „Paradise Towers“ genießen, als die TARDIS aber dort landet, ist von den Versprechungen der Werbevideos wenig zu merken. Die viele hundert Stockwerke große Anlage wird von unterschiedlichen Fraktionen belagert: Den in unterschiedlichen farben strukturierten Mädchen-Graffiti-Gangs „Kangs“, der Gruppe der „netten, alten Damen“ und den „Hausmeistern“, die mehr die Funktion von „Judge Dredd“-Polizisten einnehmen, während Roboter die Aufräum-Arbeiten in den vielen Korridoren erledigen.

Die Hausmeister nehmen den Doctor gefangen, da sie ihn fälschlicherweise für den Großen Architekt Kroagnon der Anlage halten, der nach all den Jahren zurückgekommen ist. Mel trifft unterdessen auf Kannibalinnen und einen feigen Rambo-Verschnitt namens Pex, der sie eigentlich retten will, aber halt feige ist.

★★★☆☆

– Der Darsteller des Chef-Hausmeisters war offenbar überzeugt, in einer schrecklichen Parodie von Kinderfernsehen aufzutreten, übertreibt maßlos und zieht die eigentlich nette Storyidee ziemlich runter. Das ist aber halt auch Doctor Who bisweilen: unglaublich albern.

Delta und die Bannermänner (3-teiliges Serial, im Original: „Delta and the Bannermen“)

Die letzte Überlebende Delta Foto: Pandavision/BBC Germany
Die letzte Überlebende Delta Foto: Pandavision/BBC Germany

Mel hat noch nicht genügend Urlaubstimmung im Paradise Towers gefunden und entschließt sich, einer intergalaktischen Zeitreise-Touristen-Gruppe anzuschließen, die als Ziel Disneyland im Jahre 1959 auf der Erde hat. Natürlich stilsicher getarnt in einem fliegenden Zeitreisebus geht es los, während der Doctor es vorzieht, mit seiner TARDIS hinterherzufliegen.

Unter den Passagieren hat sich allerdings auch die letzte Überlebende eines Genozids durch die Bannermänner gemischt, die sich auf der Flucht vor ihren Verfolgern befindet. Leider zwingt eine Kollision mit einem US-Satelliten (wer konnte denn ahnen, dass diese dummen Erdlinge jetzt schon Satelliten bauen?) zu einem Beinahe-Crash, den der Doctor gerade noch verhindern kann. Die Reparatur müssen sie aber nicht im Disneyland, sondern in Wales schaffen, wo die Touristen im Shangri-La Urlaubscamp solange Unterschlupf finden. Doch die Bannermänner sind bereits dicht hinter ihnen …

★★★★

– Klar, eine Doctor Who-Folge im Disneyland kann es realistischerweise nicht geben, solange Disney sich diese Lizenz nicht auch einverleibt hat, dennoch hätte ich das gerne gesehen. Die Folge ist aber dennoch sehr unterhaltsam, zeigt den Doctor beim Motorrad fahren und bringt, obwohl sie alles andere als makellos ist, durchaus einfach Spaß durch viele kleine Ideen und dem Produktionsdesign. 

Das Feuer des Drachen (3-teiliges Serial, im Original: „Dragonfire“)

Der intergalaktische Pirat Glitz (Tony Selby). Foto: Pandavision/BBC Germany
Der intergalaktische Pirat Glitz (Tony Selby). Foto: Pandavision/BBC Germany

Der Doctor und Mel landen in einen Supermarkt. Einen intergalaktischen Supermarkt namens Iceworld natürlich, der auf der dunklen Seite eines Planeten im ewigen Eis gebaut wurde. Dort treffen sie auf einen alten Bekannten: Sabalom Glitz, einen Weltraum-Piraten, der gerade große Geldsorgen durch ein Pokerspiel hat und dem der böse Kolonie-Boss Kane sein Schiff „Nosferatu“* wegzunehmen droht. Er hat aber einen typischen Piraten-Plan: Er will einen Schatz suchen, der hier irgendwo liegen soll, er hat sogar eine Schatzkarte mit Siegel.

* Nosferatu und Glitz zusammen animieren wirklich zu einen schrecklichen Popkultur-Witz, auf den ich hier natürlich verzichte …

Eine junge Kellnerin namens Ace (Sophie Aldred) wird auf die drei aufmerksam und schließt sich kurzerhand an, praktischerweise ist sie auch noch Sprengstoffexpertin. Was sie nicht wissen: Das Siegel in der Schatzkarte ist mit einem Peilsender ausgestattet, denn der unterkühlte Kane selbst will den Schatz auch haben und manipuliert Glitz gezielt in die entsprechende Richtung.

★★★★

– Die Folge gewinnt deutlich dadurch, dass hier die neue Companion Ace eingeführt wird und Mel sich entscheidet, eigene Wege zu gehen. Sylvester McCoy gibt dem Doctor wieder neue Facetten mit, er ist eigentlich der abenteuersuchende Junge, der einen Schatz suchen und einen Drachen sehen will, zeigt aber auch einen Doctor, dem der Abschied von Mel sichtlich schwer fällt, obwohl er nach außen die lustige Fassade bewahrt. Soviel aus einem eigentlich recht simplen Skript rauszuholen ist durchaus beeindruckend.

Die Begleiter (Companions)

Begegnung zweier Companions: Mel Bush (Bonnie Langford) und Ace (Sophie Aldred). Foto: Pandavision/BBC Germany
Begegnung zweier Companions: Mel Bush (Bonnie Langford) und Ace (Sophie Aldred). Foto: Pandavision/BBC Germany

Ja, ich bin mit Mel einfach nicht warm geworden, das ist kein Geheimnis. In einen der Extras auf der DVD wird auch gut auf dem Punkt getroffen, warum: Es gibt bei (Classic-) Doctor Who zwei Arten von Companions: Die, die schreien und die, die kämpfen. Mel war eine regelrechte Scream-Queen, die in allen vier Folgen kaum Profil gewann, eigentlich nur von einem Problem ins nächste schritt und eine Persönlichkeit aufwies, gegenüber der eine Scheibe Toastbrot weniger blaß aussieht (eine nicht-geröstete Scheibe).

Ace ist hingegen meiner Meinung nach einfach eine der beste Companions überhaupt und bereits auf den ersten Metern zeigt sie soviel mehr interessantes Profil und Hintergrundstory. Sie stammt zwar von der Erde, wurde aber von dort durch einen Zeitsturm weggerissen und heißt praktischerweise auch noch eigentlich Dorothy, konnte diesen Namen aber nie leiden, weswegen ihr ganz klar war, dass ihre Eltern gar nicht ihre wirklichen Eltern sein konnten. Sie ist nach außen ein punkiger und rebellischer Teenager, gleichzeitig aber auch Nerd und Geek und hat im Kunstunterricht Nitro explodieren lassen – um die Vergänglichkeit der Kunst zu demonstrieren natürlich. Solche Details kommen Schlag auf Schlag, gleichzeitig ist es Ace, die hier den Plot maßgeblich vorantreibt, die wichtigen Entscheidungen trifft, und und und.

Und: Sie hat auch noch coole Sprüche drauf: „Das ist kein echter Drache, der schießt mit Laserstrahlen!“ – „Wirklich? Ätzend!“ – „Ich fühl mich irgendwie so nackt, wenn ich nicht ein paar Flaschen Nitro-Neun dabei hab’!“. Schon in dieser ihrer ersten Folge beginnt sie auch den Doctor immer wieder „Professor“ zu nennen, warum auch immer.

Die Umsetzung als deutsche DVD-Box

Die erste Staffel des siebten Doctors, bzw. die 24. Staffel von Doctor Who insgesamt, jetzt auf DVD überall erhältlich, Bild: Pandavision/BBC Germany
Die erste Staffel des siebten Doctors, bzw. die 24. Staffel von Doctor Who insgesamt, jetzt auf DVD überall erhältlich, Bild: Pandavision/BBC Germany

Ich hatte es ja bereits schon geschrieben, die deutsche DVD-Box ist sehr gut und professionell umgesetzt und steht den UK-DVD in nichts nach, da alle mir bekannten Extras komplett erhalten sind und komplett untertitelt sind.

Mein Eindruck von der Box bleibt auch weiterhin äußerst positiv und ich sehe schon gespannt auf die weiteren Veröffentlichungen der weiteren zwei Staffeln des siebten Doctors entgegen.

Offenlegung: Ich habe die Box freundlicherweise bereits etwa eine Woche vor der Veröffentlichung als Rezensionsexemplar erhalten.

Doctor Who – der siebte Doctor ist endlich wieder zurück in Deutschland (1)

Mein erster Doctor war McCoy

1989 brauchte das noch junge Privatfernsehen, genauer gesagt der Sender „RTL plus“, der mittlerweile auf das „plus“ in seinem Namen verzichtet, viel Material für ihr Programm. In den USA einzukaufen wurde mittlerweile immer teurer, zumal auch die konkurrierenden Sender dort am Shoppen waren, aber es gab ja da noch diese in Großbritannien mittlerweile seit 26 Jahren erfolgreich laufende Kinder-Serie namens „Doctor Who“. Kaum hatte RTL die Serie für sein Kinder-Programm erworben, wurde sie in GB auch schon abgesetzt. Aber das ist eine andere Geschichte.

Der siebte Doctor, Sylvester McCoy, Foto: Pandavision/BBC Germany
Der siebte Doctor, Sylvester McCoy, Foto: Pandavision/BBC Germany

Meine Eltern hatten damals endlich Satellitenfernsehen angeschafft – nachdem ich ihnen jahrelang in den Ohren gelegen hatte, dass wir Kabelfernsehen brauchen. Ja, sie hören auch heute selten auf mich. Endlich hatte ich so auch mal Zugriff auf das Privatfernsehen und hatte als 13-jähriger gerade meine Science-Fiction-Phase (die ehrlicherweise bis zum heutigen Tage nicht richtig abgeklungen ist, was mich aber auch nicht wirklich ärgert). Und ich nahm begierig jedes Stück SF mit, dass mir über den Weg lief. So war es also kein besonderer Zufall, dass ich auf „Doctor Who“ stoß und damit Sylvester McCoy, der siebte Doctor, mein erster Doctor überhaupt war.

Um ehrlich zu sein – ich erinnere mich nur noch an wenige Details. Eigentlich nur daran, dass er eine Begleiterin namens Ace hatte, die mit einem Baseballschläger auf „komische außerirdische Fahrzeuge“ (Daleks) einschlug und überhaupt ziemlich cool war. Der Hauptprotagonist hingegen war ein ziemlicher Clown, wenn auch ein recht sympathischer. Erst über 15 Jahre später begegnete ich wieder dem Doctor im Remake und bin jetzt auch ein Fan.

Letztes Jahr feierte die Serie ihr 50-jähriges Jubiläum und zelebrierte dabei auch eine Rückschau auf eine sehr lange Tradition. Und dabei wurde dann auch einiges an Erinnerung bei mir geweckt. Um so mehr freue ich mich, dass Pandastorm Pictures die alten Folgen, die damals RTL synchronisiert hatte, nun wieder herausbringt, samt den umfangreichen Bonusmaterial der britischen DVD-Sets. Ich hatte bereits Gelegenheit, in das erste Box-Set der 24. (!) Staffel der Serie hineinzublicken, was die erste Staffel des siebten Doctors entspricht.

„Terror auf Lakertia“ (4-teiliges Serial, im Original: „Time and the Rani“).

Die Tardis wird getroffen und muss auf dem Planeten Lakertia crashlanden, weswegen der Doctor (Sylvester McCoy, mittlerweile einem größeren Publikum bekannt als „Radagast“ aus den „Hobbit“-Filmen), aber nicht seine Begleiterin, stirbt und regeneriert*.

* Da der ausgebootete sechste Doctor-Darsteller, Colin Baker, nicht für die Regenerationsszene zur Verfügung stand, musste McCoy selbst mit problematisch sitzender blonder Locken-Perücke für die Szene seinen bewusstlosen Vorgänger mimen.

Kate O’Mara und Sylvester McCoy als die Rani und der Doctor, Foto: Pandavision/BBC Germany
Kate O’Mara und Sylvester McCoy als die Rani und der Doctor, Foto: Pandavision/BBC Germany

Der Doctor trifft erneut auf „die Rani“ (Kate O’Mara), allerdings verhindert der postregenerative Stress und ein von ihr gezielt eingesetztes Amnesiemittel, dass er sie erkennt. Sie gibt sich als seine Begleiterin „Mel Bush“ aus (im ersten Moment etwas verwirrend für jemand, der die wirkliche Mel noch nicht so richtig kennt), während das Original von Mel (Bonnie Langford) draußen ziellos durch die obligatorische Kiesgruben-Landschaft* wandert und von Zeit zu Zeit dort auf fiese Fallen tritt.

* „Stargate SG-1“ hat seine Kiefernwälder, „Doctor Who“ hat Kiesgruben als bevorzugte Drehorte

Wanda Ventham als Faroon, eine Lakertianerin, Foto: Pandavision/BBC Germany
Wanda Ventham als Faroon, eine Lakertianerin, Foto: Pandavision/BBC Germany

Aber was genau hat die Rani vor? Für welchen diabolischen Plan braucht sie das brillante Hirn des Doctors? Und wieso sind ihre Handlanger in zwei Gruppen unterschiedlicher Außerirdischer aufgespalten – eine Gruppe von echsenähnlichen Lakertianern und eine Gruppe fledermausähnlicher, rundumguckender „Tetraps“ – und wieso sind diese so völlig inkompetent in allen, was sie tun?

Mel entscheidet sich, sich der Rebellenfraktion der Lakertianern anzuschließen, der Doctor trifft unter dessen auf Einstein und der Zuschauer wünscht sich unbewusst einen etwas zügigeren Plot. Und eine neue Begleiterin, die weniger herumkreischt*.

* Ein Wunsch, der nur wenige Folgen später erfüllt wird und mit Ace eine der beliebtesten Companions überhaupt bekommt.

★★★☆☆

– Eine etwas holperige Anfangsepisode, gerade die Regeneration am Anfang hätte etwas mehr Mühe vertragen können, aber die Nostalgie und das tolle Intro machen vieles wett.

Die Umsetzung als deutsche DVD-Box

Die erste Staffel des siebten Doctors, bzw. die 24. Staffel von Doctor Who insgesamt, jetzt auf DVD überall erhältlich, Bild: Pandavision/BBC Germany
Die erste Staffel des siebten Doctors, bzw. die 24. Staffel von Doctor Who insgesamt, jetzt auf DVD überall erhältlich, Bild: Pandavision/BBC Germany

Im Gegensatz zu den UK-DVD, die jeweils nur einzelne Serials veröffentlichen, hat Pandavision sich zu einer staffelweisen Veröffentlichung entschlossen (was sehr viel freundlicher für den Geldbeutel ist). Bereits jetzt ist auch die Veröffentlichung weiterer Staffeln, für die deutsche Synchronfassungen vorliegt, in den nächsten Monaten angekündigt.

Den „Zeitwanderern“* sei Dank, hat dies aber keinen negativen Einfluss auf die Extras, die auf den DVD-Scheiben vorhanden sind. Diese sind umfangreich und konsequent komplett in deutsch und sogar in englisch optional untertitelt – großes Lob! Sogar PDF der Vorschauen der britischen Programmzeitschrift „Radio Times“ auf die Folgen sind jeweils vorhanden und am Computer anschaubar.

* So die etwas putzige deutsche Übersetzung des „Timelord“. In der neuen Serie ab 2005 wurde in deutschen Synchronisation meist der Originaltitel verwendet meines Wissens nach, in dem Fernsehfilm von 1996 sogar angeblich „Herren der Zeit“ (Quelle).

Insgesamt umfasst das Bonusmaterial aller vier DVD allein fast sechs Stunden und bietet neben Deleted und Extended Scenes auch viele Featurettes mit vielen Hintergrundinfos und Interviews.

Das 4-Disc-Set erscheint im Hochglanzschuber am 28.11.2014 in Deutschland, FSK 12 erscheint mir zwar maßlos übertrieben, allerdings war dies vermutlich etwas leichter zu bekommen. Neben den vier Folgen „Terror auf Lakertia“ enthält die Box noch zehn weitere Episoden (bzw. drei weitere Serials) und ein liebevoll gemachtes Fan-Booklet.

★★★★★

– Die Extras und Aufmachung könnten besser nicht sein und stehen in nichts dem UK-Original nach. Allein dafür deutliche Kaufempfehlung von meiner Seite.

Hinweise

In der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit habe ich leider noch nicht alle vier Serials komplett schauen können – die Rezensionen dazu sowie die Gesamtbewertung der Box werde ich aber hier nachholen.

Ach ja: Mehr Infos zum siebten Doctor wie auch zu allen weiteren Doctors zum Nachhören liefern meine Kollegen Sandra und Jens vom Ausgespielt-Podcast.

Offenlegung: Ich habe die Box freundlicherweise bereits etwa eine Woche vor der Veröffentlichung als Rezensionsexemplar erhalten.