„Dr. Ernst Garner“ – Kunstkopfstereofonie im Hörspiel

Im Harz untersuchen Dr. Ernst Garner, Kommissar Gottschalk und das Team eine Reihe von Ritualmorden. Bald stellt sich heraus, dass die Mordserie auf ein Zieldatum zusteuert: der Walpurgisnacht, die, praktischerweise, auch kurz bevorsteht. Denn irgendjemand bedient sich an den Motiven aus dem Hexenhammer und will ein Ritual durchführen, bei dem auch noch Zahlen und Sternenkonstellationen eine Rolle spielen. Doch erstmal trifft Dr. Garner in dem Hotel am Brocken eine attraktive Rucksacktouristin …

Hören in 3D?

Marco Ansing ist ohne Frage ein Hörspiel-Freak (im positiven Sinne), der sehr aktiv in der großen Hobbyisten-Szene in Deutschland ist. Er hat unter anderen 2013 eine Crowdfunding-Aktion für ein Steampunk-Live-Hörspiel erfolgreich finanziert, damals habe ich ihn für den Ausgespielt-Podcast dazu interviewen dürfen. Sein aktuelles Projekt ist eben dieses Mystery-Hörspiel in 3D.

Moment, ein Hörspiel „in 3D“?

Ganz im Stil von Grusel-Groschenroman-Klassikern wie „John Sinclair“ aufgemacht, sind für die Reihe „Dr. Ernst Garner“ bereits drei Episoden erschienen. Dem ersten Teil, „Hexensabbat auf dem Brocken“, haben sie nun ein Remake mit durchaus auch prominenten Sprechern (Helmut Krauss) verpasst und dabei zumindest teilweise eine besondere Aufnahmetechnik verwendet: die Kunstkopfstereofonie. Hier ist ein künstlicher Kopf mit Mikrofonen in künstlichen Ohrmuscheln der Ausgangspunkt der Aufnahme und die Tonsignale werden dadurch genauso zeitlich versetzt aufgenommen, als ob sie an einem lebendigen Kopf ankommen würden. Das Ziel dieser Technik: Stereoaufnahmen möglichst perfekt aufzunehmen und ebenso wiederzugeben, wobei letzteres nur durch Kopfhöhrernutzung wirklich realisierbar ist.

Hierbei heben die Macher den dritten Track ihres Hörspiels besonders hervor: Bei einer Leichenschau wird eben diese mit einem Wasserstrahl abgespritzt, und dieses Hörerlebnis – man wird gebeten, das ganze mit Kopfhörer und in einer liegenden Position zu genießen – ist in der Tat äußerst plastisch anzuhören, man ist in der akustischen Perspektive des Leichnams. Neben der Kunstkopfstereofonie sind die anderen Tonspuren allerdings herkömmlich aufgezeichnet und dann durch ein Computerprogramm entsprechend im Stereo-Raum arrangiert.

Und hiermit habe ich dann leider ein leichtes Problem, wie mit den Beginn der Farbfilme oder der 3D-Filme im Kino: Der Effekt wird meiner Meinung nach hier zu stark eingesetzt. Statt farbig wird es quietschbunt, statt eindrucksvolle 3D-Welten zu inszenieren, springen einen ständig irgendwelche Objekte anscheinend entgegen. Akustisch bedeutet dies analog, dass regelmäßig Stimmen von links nach rechts schwingen, dabei leiser und lauter werden, sich entfernen oder nähern. Im Film umgesetzt wären die Darsteller also ständig am auf- und ablaufen und sich dabei auch gerne mal kreuzend. Dies sparsam eingesetzt ist auditiv durchaus unterhaltsam, hier lenkt dies aber leider etwas zu oft von der Geschichte ab und verkommt zu einem irritierenden bis nervigen Gimmick, wobei ich nicht ausschließen mag, dass dies evtl. auch an meinem Fokus auf die Inszenierungstechnik lag, dass mir diese so stark aufgefallen ist.

Dennoch muss ich auch anerkennen: Das Hörspiel ist höchst professionell inszeniert, alle Aufnahmen sind kristallklar, die Toneffekte sind hervorragend, Ortsbeschreibungen werden jeweils von einer separaten bewusst monotonen Stimme gelesen, die Erzählerinnen-Stimme ist dann noch eine weitere, auch allgemein sind die Sprecher durch die Bank mindestens befriedigend bis sehr gut. Man könnte jetzt noch besonders herausstellen, dass dies ein Hörspiel von einer Gruppe begeisterter Amateuren ist, aber die Produktion braucht sich nicht hinter den Produktionen professioneller Hörspielmacher zu verstecken. Dazu kommt eine unterhaltsame kleine Geschichte, die zwar insgesamt etwas vorhersehbar ist, aber ein paar gruselige Stellen geschickt einzusetzen weiß.

Das Cover von „Dr. Ernst Garner (1): Hexensabbat auf dem Brocken“ (Hoerspielprojekt.de)
Das Cover von „Dr. Ernst Garner (1): Hexensabbat auf dem Brocken“ (Hoerspielprojekt.de)

„Dr. Ernst Garner (1): Hexensabbat auf dem Brocken“ (Hörspiel D 2015)

Regie: Marco Ansing, Bastian Lembrecht, Marcus Micksch und Jan Schroeder

Buch: Marco Ansing basierend auf einer Kurzgeschichte von ihm

Sprecher: Marco Ansing, Malcolm Andreasson, Lily Riard, u. a.

Freiwillige Altersfreigabe: Ab 16 Jahren

★★★★

„Dr. Ernst Garner (1): Hexensabbat auf dem Brocken“ ist bei Hoerspielprojekt.de kostenlos im MP3-Format herunterladbar. Die offizielle Seite zur Reihe mit allen bisher erschienenen Folgen findet man unter www.ernstgarner.de. In diesem Beitrag ist ein Audio-Trailer eingebettet, der gemäß Marco Ansing unter einer Creative Commons-Lizenz steht.

EU-Überwachungsdystopie: „Drohnenland“ von Tim Hillenbrand

Kommissar Aart van der Westerhuizen arbeitet für die Europol der Zukunft an einen brisanten Fall: Ein Mitglied des Europäischen Parlaments ist ermordet worden. Seine Aufklärungsarbeit wird sofort, wie immer, durch unzählige kleine und großen Drohnen unterstützt, welche den Tatort komplett vermessen und aufzeichnen, so dass er sich alle Details später zusammen mit seiner Analystin, Ava, in einer virtuellen Simulation im „Mirrorspace“ anschauen kann. Schnell wird beiden klar, dass sie mit diesem Fall aber in ein Wespennest gestochen haben und dass der Mord nur ein Teil einer großen Intrige ist.

Pack’ es mal lieber zu den Krimis, die verkaufen sich besser als Science Fiction!

Auf dem Cover steht „Kriminalroman“. Das ist er auch, zweifelsohne, aber eigentlich gehört das Buch in die Abteilung Dystopie oder Science Fiction. Letztlich geht es nämlich um Überwachung. Tom Hillenbrand zeichnet mit „Drohnenland“ aber nicht nur eine dystopische Zukunft, die sich bei Motiven aus „1984“ oder „Minority Report“ bedient, sondern vor allen eine in vielen Punkten reell wirkenden Extrapolation der heutigen Europäischen Union. Seien es separatistische Strömungen, welche Großbritannien sich von der Union abspalten lassen wollen, oder Auseinandersetzungen mit Nordafrika bei der es tatsächlich nicht um Flüchtlinge sondern um die Annektion von Wüstenregionen zur Solarenergiegewinnung geht. Dazu viele kleine Spielereien, wie der offenbar wieder modern gewordene „Steinkirk“ als Krawattenersatz oder eine Hyperinflation des Euros, die am Rande auftauchen aber dann doch die Welt etwas plastischer wirken lassen. Bei der US-Fixierung anderer Autoren ein angenehmer Gegenentwurf – wobei ich Hillenbrands Idee, dass Hollywood ausgerechnet von der Südkoreanischen Filmindustrie abgelöst wird, dann wieder doch etwas befremdlich fand, zumal er Indiens Schicksal in seiner Zukunftsvision (und die bereits heute Hollywood überragende Dominanz von Bollywood) gar nicht erwähnt.

Ist das ein Plotloch auf dem Cover?

Die Cover-Gestaltung von „Drohnenland“ versteht man auch nachdem man das Buch gelesen hat nicht. Aber sie ist plakativ. (Verlag: Kiepenheuer&Witsch)
Die Cover-Gestaltung von „Drohnenland“ versteht man auch nachdem man das Buch gelesen hat nicht. Sollen das Drohnenflugmuster sein? Aber sie ist immerhin plakativ. (Verlag: Kiepenheuer&Witsch)

Stilistisch und sprachlich habe ich dann auch nichts an dem Buch auszusetzen. Allerdings gibt es mehrere Plotlöcher, die er eher hektisch als sinnvoll versucht zu übertuschen. <SPOILER> Darunter, ist vor allem leider das wichtigste an einem Kriminalroman: das Mordmotiv selbst. Es ist sicher plausibel, dass der Täter damit das wichtige Geheimnis sichern wollte, dass durch den MEP gefährdet wurde, aber es bleibt unklar, warum der Täter überhaupt den MEP so stark im Visier hatte und warum seine Überwachung zu dem Zeitpunkt ausreichte, ihn zu eliminieren, aber nicht ausreichte den Zeugen des Anschlags ebenfalls gleich aus den Weg zu räumen. Kleine weitere Fehler, wie die Tischreservierung für drei Personen, die dann deutlich doch nur für zwei Personen war, irritieren ebenfalls. </SPOILER>

Es bleibt ein unterhaltsamer Kriminalroman mit interessantem Weltenbau, ein paar schönen Wendungen und einem angenehmen Film-Noir-Flair, nur dass der Protagonist nicht Ketteraucht, sondern stattdessen Salzlakritzsüchtig ist.

Aufmerksam wurde ich auf den Autoren übrigens durch seine kurzweilige Kurzgeschichten-Kolumne, die derzeit regelmäßig in der deutschen WIRED erscheint.

Tom Hillenbrand:

„Drohnenland: Kriminalroman“

Verlag Kiepenheuer&Witsch, 2014

ISBN: 978-3-462-04662, 432 Seiten, Taschenbuch
ISBN: 978-3-462-30793-1, E-Book

Die Rezension bezieht sich auf das E-Book.

★★★★

Lesezwinger-Kritik: „Ranks of Bronze“ von David Drake

Vor einigen Wochen habe ich an Sandra eine Lesezwinger-Aufgabe gestellt:

Ihre Lösung: „Ranks of Bronze“ von David Drake.

Sie gab zu, dass Sie dabei Hilfe von ihrem Ehemann Jens bekommen hat. Da ich mit beiden befreundet bin (wir produzieren gemeinsam seit einigen Jahren den Ausgespielt-Podcast), kannte ich Jens’ Faszination von Römern, insofern sollte ich über diese Antwort also nicht zu sehr überrascht sein.

Ich besorgte mir also das Buch als E-Book und legte los.

Römische Legionen im Weltraum

Die Regeln einer Gilde von Außerirdischen sehen vor, dass sie in Konflikten gegen weniger entwickelte Spezies nur Krieger auf dem selben Tech-Level einsetzen dürfen. Praktischerweise haben sie auf der Erde mehrere Legionen römischer Soldaten genau zu diesem Zweck gefunden, als Sklaven aufgekauft (sie waren offenbar bei einem fehlgeschlagenen Krieg übrig geblieben) und auf ihr Schiff entführt, die fortan für sie kämpfen dürfen.

Wir begleiten dabei als Protagonist den Werdegang Gaius Vibulenus, der von einen einfachen Soldaten zum Anführer seinen Weg nimmt, viele Kämpfe brillant entscheidet, noch mehr Kämpfe brillant entscheidet und schließlich die auf der Hand liegende Rebellion gegen seine außerirdischen Herrn anführt in der Hoffnung, auf die Erde zurückkehren zu können.

Schlachten und Schnetzeln

David Drake: „Ranks of Bronze“, Baen Books (2001)
David Drake: „Ranks of Bronze“, Baen Books (2001)

Wenn man gerne ausführliche Schlachten römischer Legionäre beschrieben bekommt, dann hat man sicher ein gutes Buch vor sich. Wer mehr auf Science Fiction hofft, kommt aber stark zu kurz, zwar gibt es ein paar wenige Elemente, die aber alle aus der Sicht der Legionäre beschrieben wird und deren Höhepunkte Holodeck-Simulationen sind, bei denen sie in andere Rolle schlüpfen können – und kämpfen dürfen.

Neben all dem Schlachten und Schnetzeln gibt das Buch nur wenig anderes. Irgendwann scheint dem Autoren eingefallen zu sein, dass man eventuell ja noch eine Beziehung einflechten kann, und lässt eine Außerirdische Prostituierte namens Quartilla auftauchen, die „auf die Bedürfnisse“ der Menschen zurechtgebaut wurde. Im Schummerlicht fälle das ja auch gar nicht mehr so auf. Und da es ja nur eine Prostituierte ist, kann man schnell wieder zum Schlachten und Schnetzeln übergehen.

Dazu kommt ein Schreibstil, der bei mir so gar keinen Gefallen fand. Der Autor fängt gerne die Beschreibung einer Szene an, um dann urplötzlich über ein Wort zu stolpern, dieses mit einer über mehrere Absätze ausgedehnten Anekdote aus dem alten Legionärsleben auf der Erde anzureichern und dann wieder die Szene weiter zu beschreiben. Vielleicht ist es die Konzentration, die mir dabei fehlte, aber ich musste mehrfach wieder zurückblättern, um den Faden wieder aufzunehmen.

Die Anekdoten und Beschreibungen des Heeresleben der Legionäre scheint mir, der sein Latinum aufgrund mangelhafter Büffelbereitschaft nicht erlangt hat, insgesamt durchaus plausibel zu sein, wobei ich mich schon fragte, warum ständig neben Castor und Pollux auch Herkules angerufen wurde, um eine Situation zu überleben – aber durch die ständige Wiederholung nahm ich das dann irgendwann hin. Die Beschreibungen der Formationen, der Disziplin und der Kameradschaft der Legionäre jedenfalls ist ebenso ausführlich wie die Beschreibung vom Schlachten und Schnetzeln.

Ein Kriterium der Lesezwinger-Herausforderung unerfüllt?

Lesezwinger Logo
Lesezwinger Logo

Auf die Herausforderung wurde binnen 24 Stunden, sogar bereits nach 50 Minuten eine Antwort gefunden. Von den Anforderungen an die Geschichte wurden zwei perfekt erfüllt: Es wurden Menschen von Aliens entführt (Römische Legionäre gelten als Menschen) und sie kämpften dann in einem Krieg (sogar mehrere).

Allerdings was ist mit dem „verbessert als Supersoldaten“? Die Außerirdischen haben natürlich großartige Technik, vor allem medizinische, mit denen sie auch ihre gefallenen Soldaten nach einem Konflikt binnen weniger Stunden wieder einsatzfähig machen. Und sie geben ihnen „Ewige Jugend“ als Gratisgeschenk – bzw. schützten sie damit ihre Investitionen. Qualifiziert dies als „verbesserte Supersoldaten“?

Für mich ist „Supersoldat“ als Trope vor allem durch „Captain America“ geprägt, also jemand der mehr oder weniger stark verbessert wurde gegenüber der restlichen Menschheit. Der „Harder, better, faster, stronger“ ist, also ein Superheld – oder meinetwegen auch Superschurke. All das sind die Soldaten hier nicht, auch wenn Drake manchmal ein paar Sachen andeutet, was sich aber auch auf einen Adrenalinausstoß zurückführen lassen kann. Eine „Ewige Jugend“ allein finde ich persönlich da nicht ausreichend, wobei unklar bleibt, ob dies nicht auch nur aufgrund der regelmäßigen medizinischen Versorgung quasi miterfolgt – es wird nur gesagt, dass dies „Geschenk“ ein sehr teures sei.

Nicht so mein Pilum

Das Buch jedenfalls hat mich sehr enttäuscht. Es ist letztlich eine Aneinanderreihung von Schlachten, eigentlich erzählt es davon genau vier, eines pro ellenlangen Kapitel, und die einzige Entwicklung, die wir erleben ist die Militärkarriere von Vibulenus. Zwischenzeitlich wechselt mal der Besitzer und die Farbe der Energiebarrieren im Raumschiff, das war es auch. Mein Bedürfnis, die weiteren Bücher dieser Serie zu lesen, ist so jedenfalls nicht vorhanden.

★★☆☆☆

„Thorn Gandir“ – Versuch, aus einer Rollenspielkampagne ein Buchepos zu machen

Bereits Ende letzten Jahres habe ich ein Rezensionsexemplar von „Thorn Gandir“ vom Autorenpaar Judith und Heinz Praßl (erschienen unter der Abkürzung J.H. Praßl) durch den Acabus-Verlag zugesendet bekommen, das mich mit einem interessanten Kniff neugierig machen sollte: Es basiert auf einer vor 20 Jahren als Pen-&-Paper-Rollenspiel entstandenen Welt, bei deren Kampagne sich das österreichische Ehepaar auch nach eigenen Angaben kennen lernte und die heute noch weitergeführt wird. Dabei ist offenbar Heinz der Kopf hinter der Kampagne und Judith die Schriftstellerin.

Der restliche Pressetext stellte natürlich erstmal Vergleiche mit George R.R. Martin an (ist ja auch gerade im Trend) –daher wohl auch „Die Chroniken von Chaos und Ordnung“ als Klammertitel für eine mehrteilige Serie. Für mich klang das aber dann doch eher nach einen recht typischen Fantasy-Epos.

Ewiger Kampf zwischen Chaos und Ordnung

Der Protagonist der Geschichte, Thorn Gandir, ist Teil einer Weissagung, die dem neuen Senatsvorsitzenden Testaceus bei der Opferung eines kleinen Jungen gemacht wird (womit praktischerweise gleich die Gut-Böse-Verteilung erstmal klar scheint). Als Waldläufer, der eigentlich besser mit dem Bogen als mit dem Schwert umgehen kann, kehrt Thorn gerade von einer missglückten Mission zurück, bei der er eigentlich alles Wichtige verlor, aber lässt sich dennoch durch Testaceus zu einer gefährlichen Quest überreden, bei dem ihn eine Söldnerin, ein Kriegspriester und ein Barbar zur Seite stehen, und bei der er nebenbei in dem Gewirr aus Intrigen den vermeintlich richtigen Weg ausmachen muss.

Vom Rollenspiel zu einer Geschichte – kann das klappen?

Cover „Thorn Gandir“ – hat ein schickes Sigil – wirkt aber „selbstgemacht“.
Cover „Thorn Gandir“ – hat ein schickes Sonnen-Sigil – wirkt aber meiner Meinung nach „selbstgemacht“.

Ich gebe zu, als langjähriger Spielleiter war ich durchaus interessiert daran zu sehen, wie man eine Geschichte auf all dem basieren lässt, was man im Spiel gemeinsam erlebt hat. Das Buch hat mich jedoch, um ehrlich zu sein, nicht so wirklich packen können. Vielleicht war es das teilweise sehr abrupte Wechseln der Erzähler-Perspektiven, dass mich aus dem ansonsten sehr gelungenen Schreibstil immer wieder heraus riss, vielleicht war es auch meine allgemein größere Zugangshürde vor Fantasygeschichten, die mich das Buch immer wieder leicht seufzend zur Seite haben legen lassen (weswegen auch diese Rezension viel zu lange auf sich hat warten lassen).

Aber da gab es ja noch die Metaebene. Im Hinterkopf beim Lesen blieb mir natürlich immer die Frage, welche Elemente aus der Geschichte wohl Rollenspiel-basiert wären. Schnell wurde mir klar, dass das Setting im Rollenspiel gewachsen sein muss – ehrlich gesagt schon auf den ersten Seiten, als die Karten die Welt vorstellen. Ich kenne selbst meine (grausam schlecht) handgezeichneten Kartenwerke, die geologisch kaum wirklich einen Sinn ergeben, da sie immer weiter erweitert wurden, wie man es eben brauchte. Die sind hier schon etwas besser, aber vielleicht hätte der Verlag ein klein wenig Geld einem Illustrator geben können, der das Kartenwerk nochmal umsetzt – denn in der gedruckten Ausgabe sind diese nicht nur nicht wirklich ansehnlich, sondern auch noch teilweise unleserlich. Wobei das von einem kleinen Verlag natürlich auch viel verlangt ist (das Lektorat und der Satz gehen dafür sehr in Ordnung). Ich vermute, dass einfach das Material, das während der Kampagne entstanden ist, vom Verlag eingescannt wurde (die Quellangabe deutet auch darauf hin). Eine weitere Illustration des Porträts von Thorn Gandir sowie das Umschlagmotiv (siehe Kasten) stammen demnach ebenfalls vom Autorenpaar, erstere ist durchaus gelungen.

Laut den Quellenangaben wurde im Spiel offenbar Midgard verwendet. Nun muss ich zu meiner Schande gestehen, dass ich, so ich mich erinnere, nur ein- bis zweimal Midgard gespielt habe und auch nur kurzzeitig das Grundregelwerk in meinem Regal hab verstauben lassen, so dass ich nicht wirklich sagen kann, welche Begrifflichkeiten Midgard-typisch sind. Das Setting selbst basiert jedenfalls vielmehr auf einem alten Rom, dass seine Blütezeit längst überschritten hat und von vielen Fürstentümern und sogar einem Elbenreich umgeben ist.

Ansonsten merkte ich tatsächlich wenig wirklich Rollenspiel-spezifisches, wie beispielweise typische (und nervige) Szenen die nur durch Würfelpech entstehen – was durchaus auch ein Verdienst der Autoren sein wird, die sehr flüssig schreiben, was man gerade bei einem Erstlingswerk durchaus positiv hervorheben sollte.

Transport in ein anderes Medium

Mich hat das Buch dann aber doch zwiegespalten zurückgelassen. „Thorn Gandir“ hat mich, wie gesagt, nicht so wirklich fesseln können und lässt als erster Teil einer Saga naturgemäß vieles offen.

Aber: Es ist durchaus spannend, einmal aus einer Rollenspielkampagne heraus etwas in ein anderes Medium zu transportieren, wo es doch sonst gewöhnlich nur in die andere Richtung passiert. Die Kunst ist dabei so etwas zu realisieren, ohne in das Klischee zu verfallen, nur seinen eigenen Charakter groß herausstellen zu wollen („Don’t tell me about your character!“). Das ist eine Leistung, die mich auf dieser durchaus überzeugt.

Erwähnenswert ist noch, dass das Autorenpaar eine eigene Internetseite www.chaosundordnung.com mit vielen Hintergrundinformationen betreibt, die weit über das Register am Ende des Buches hinausgeht.

★★★☆☆

Praßl, J.H: „Chroniken von Chaos und Ordnung. Band 1: Thorn Gandir – Aufbruch“, ACABUS Verlag, 2013. ISBN: 978-3862822102. Eine Leseprobe hat der Verlag online gestellt.

Dank an den Verlag für das Zurverfügungstellen des Rezensionsexemplars.

Ein Buch in Einzelfolgen: „The Human Division“ erschließt alternative Publikationswege

Ich bin ein Serienfreak. (Okay, das war keine großartige Erkenntnis.) Und dazu noch einer, der möglichst nah an der Ausstrahlung sein möchte. So kann ich zum einen die Gefahr, gespoilert zu werden, minimieren und zum anderen mich mit anderen Freaks über das gerade Konsumierte austauschen.

Mit dem E-Book „The “B” Team“ fängt alles an. Auch alle weiteren „Folgen“ haben eigene Cover
Mit dem E-Book „The “B” Team“ fängt alles an. Auch alle weiteren „Folgen“ haben eigene Cover

Natürlich schaffe ich es aber nicht, mit meinem Serienkonsum auch wirklich alles zu gucken. Dafür fehlt ganz einfach die Zeit. Daher habe ich viele Perlen verpasst und erst später in Marathon-Sitzungen mit den ganzen Staffelboxen nachgeholt.

Beide Konsumformen haben für mich nach wie vor ihren Reiz. Auch wenn ich das erste in der Regel bevorzuge.

Bei dem Konsum von Büchern war das bisher für mich anders: Dort galt es für mich bisher immer auf den nächsten Roman einer Reihe zu warten. Sozusagen auf die nächste Staffel, denn der Abstand zwischen dem Erscheinen zweier Romane beträgt in der Regel mehrere Monate, manchmal sogar Jahre.

Seit Anfang des Jahres lese ich aber in wöchentlicher Ausstrahlungsform. John Scalzi ist mit „The Human Division“ in sein „Old Man’s War“-Universum zurückgekehrt und hat dabei zusammen mit seinem Verlag eine (vermeintlich) neue und innovative Publikationsform gewählt: Das Buch erscheint häppchenweise, immer ein kleiner in sich abgeschlossener Abschnitt. Vielleicht eine halbe bis dreiviertel Stunde Lesezeit insgesamt. Jeder dieser Abschnitte erscheint als E-Book zum Preis von 99 US-Cent und ist auch über deutsche Anbieter entsprechend preisgünstig zu bekommen.

Und plötzlich habe ich beim Lesen tatsächlich ein ganz anderes Gefühl. Jede Nacht von Montag auf Dienstag erscheint eine neue „Folge“ auf meinem E-Book-Reader. Ich habe dann eine Woche Zeit, diese neue Folge zu lesen. Okay, eigentlich sogar noch länger, denn ich bin ja an keine Ausstrahlungszeit gebunden. Aber wenn ich den Diskussionsthread besuchen möchte, den der Verlag für jede neue „Folge“ im Internet aufmacht, dann sollte ich mich mit dem Lesen sputen. Und genau das erhöht plötzlich meinen Lesespaß deutlich. Wie eine Diskussion über die letzte TV-Episode kann man sich mit den Spekulationen und Interpretationen von anderen nach Lust und Liebe auseinandersetzen und bekommt gleichzeitig auch ein paar Details aufgezeigt, die man selbst so nicht beim ersten Lesen entdeckt hat.

Sicher, der Fortsetzungsroman als solches ist alles andere als Neuland. Und gerade im SF-Bereich gibt es ja auch bereits einiges, wie die Groschenromanreihe „Perry Rhodan“. Aber dies ist schon noch etwas anderes. Der Roman wurde so konzipiert, dass die „Häppchen“ durchaus auch einzeln gelesen werden könnten. Die Geschichte selbst ist solide, führt den Handlungsbogen der bisherigen vier Bücher in sich schlüssig weiter, so weit ich das bisher beurteilen kann. Sie hat mich bisher noch nicht komplett überrascht, aber sie ist gut genug, dass ich mich unterhalten gefühlt habe und mein „Abo“ der kommenden Folgen noch nicht abgebrochen habe.

Am Ende erscheinen alle Einzelepisoden natürlich auch noch als komplettes Buch. Sozusagen als Staffelbox. Ein Vorteil gibt es dann doch noch gegenüber der TV-Serie: Diese Staffel ist bereits fertig produziert, es ist derzeit also sehr unwahrscheinlich, dass sie mittendrin wegen schlechter Quoten abgesetzt wird …

John Scalzi

„The Human Division“.

Englischsprachige Buchserie bei Tor Books in 13 wöchentlich erscheinenden Folgen.

Erste Folge: „The B Team“, E-ISBN: 978-1-4668-3051-6

Hobbit-Fans auf Pilgerweg

Kerry Shawcross und Chris Demarais sind Fans von den drei „Herr der Ringe“-Filmen und Büchern. Und sie kennen das Internet und seine Meme.

Ein solches Meme ist „One does not simply …“ aus dem ersten der drei Filme, in dem Boromir eigentlich die These aufstellt, dass man nicht einfach nach Mordor gehen kann (Filmausschnitt). Dies bringt der Darsteller Sean Bean so pointiert herüber, dass daraus ein Meme wurde, das auf unterschiedlichste Art weiterverarbeitet wurde und von „One does not simply eat one last donut“ bis hin zu „One does not simply ask a woman if she is pregnant if you are not 110% sure she is“ und vielen anderen Variationen reicht.

Aber zurück zu den beiden Hobbit-Fans. Die produzieren allerlei witzige Webvideos und kamen irgendwann auf die, zugegebenermaßen etwas verrückte, Idee, einen Fußmarsch von Bilbo Beutlins Haus in Hobbingen bis zum Schicksalsberg nach Mordor zu unternehmen. Oder genauer zwischen deren Drehorte in Neuseeland, die praktischerweise „nur“ etwa 200 Kilometer auseinander liegen. Dafür haben sie sich nur sechs Tage Zeit genommen. Und der Titel dieser Reisedokumentation in vier kurzen Webvideo-Folgen ist folgerichtig: „A Simple Walk Into Mordor“.

http://blip.tv/a-simple-walk-into-mordor/a-simple-walk-into-mordor-episode-01-6469426

Alle vier Teile gibt es bei RoosterTeeth.com.

Das Buch zum Rollenspiel

Für DSA und Shadowrun gibt es sie schon lange: Romane zum Rollenspielsetting. Auch der Cthulhu-Mythos basiert bekanntermaßen auf einer Romanreihe. Auch für D&D gibt es unzählige Romane in unterschiedlichen Settings. Neu ist dies also nicht. Nur: für kleinere Settings existierte bisher kaum eine Nische, die finanzierbar gewesen wäre.

Aber: durch E-Books, Books-on-Demand und vor allem auch durch Crowdfunding wird es nun möglich, auch für kleinere Settings Romane und Geschichten zu refinanzieren. Dass es klappt, beweisen gerade drei Projekte abseits des Mainstreams:

„Spirit of the Century Presents: The Dinocalypse Trilogy“

Über Kickstarter wurde das Projekt finanziert, das auf den Pulp-Rollenspiel „Spirit of the Century“ basiert: Die Dinokalypse! Schon einem Unterstützer von gerade einmal 10 USD wurden zwei E-Books versprochen – und dank „Stretch-Goals“ wurden aus den zwei E-Books plötzlich viel mehr: erst wurde ein Spirit of the Century Abenteuer dazugepackt, dann ein drittes E-Book, dann zwei weitere E-Books, dann noch zwei und schließlich auch noch die PDF-Versionen von „Spirit of the Century“ und „Spirit of the Season“. Sieben Bücher und zwei PDF für gerade mal 10 USD. Kein Wunder, dass aus den angestrebten 5.000 USD letztlich 42.769 USD wurden und so für mehrere Autoren Arbeit geschaffen wurde. Am Sonntag wurde das Projekt erfolgreich abgeschlossen, die Bücher sind nachher auch normal zu bekommen.

„Have Blaster, Will Travel: A Bulldogs! Story Anthology“

Etwas kleiner als das „Spirit of the Century“-Projekt ist eine Anthologie von Geschichten im „Bulldogs!“-Setting ausgefallen. Aber auch hier: 8 USD für die komplette Anthologie als E-Book. Derzeit fehlen noch wenige Dollar, damit auch hier das Buchprojekt aufgestockt wird, drei Tage läuft das Kickstarter-Projekt noch.

„Don’t Read This Book“

„Don’t Rest Your Head“ ist ein kleines krankes Indie-Rollenspiel, das ich letztes Jahr auf dem Nordcon spielen durfte. Und dazu ist nun ebenfalls eine kleine Geschichtensammlung erschienen. Für gerade einmal 5 USD als E-Book im Evil-Hat-Store kann man sie regulär kaufen, ohne irgendwo etwas unterstützen zu müssen. Etwas weniger Nervenkitzel vor dem Lesen – aber danach sicher einiges.

Buchkritik „Daemon“/„Darknet“

Cover Daemon (Rowohlt)Die Story

Der Computer-Spiel-Milliardär Matthew Sobol erliegt nach langem Kampf seinem Krebsleiden. Kaum verstorben, startet aber eine unaufhaltsame Kaskade von Computerprogrammen, die über Automatismen einen Menschen tötet. Offenbar hat Sobol diese geschrieben und so einen „Daemon“ geschaffen, eine dezentralisierte Instanz in den vernetzten Computersystemen weltweit, und der nun auf externe Auslöser lauert.

Ein Ermittler des Mordfalls stellt bald fest, dass er hier keinen herkömmlichen Mörder jagt, sondern dass hinter dem Ganzen ein weit größerer Plan steckt, gegen den er allein keine Chance hat.

Cover Darknet (Rowohlt)Die Kritik

Eigentlich lese ich keine Krimis. Aber der Nahe-SF-Hintergrund ließ mich aufmerksam werden. Im Prinzip ist das meiste, was hier beschrieben wird, durchaus heute realistisch und machbar und damit eben keine reine technische Zukunftsvision.

Das Buch, oder besser die Bücher, denn das zweite schließt nahtlos an den ersten Teil an, schaffen es dann recht schnell, von einem eben noch interessanten Mordfall zu einer spannende System-Kritik umzuschwenken. Er zeichnet die Anfänge eines alternativen Wirtschaftssystems und kritisiert die Auswüchse des modernen Kapitalismus, den es als reine Plutokratie darstellt. Und trotz dieser teilweise recht komplexen Themen schafft es Suarez, nicht auf einer Sachbuchbasis zu langweilen, sondern nebenbei ein actionlastiges und teilweise recht blutiges Drama zu beschreiben.

Dennoch, einige Geschichtselemente werden leider nicht, oder nur unzureichend erklärt. Teilweise hat man das Gefühl, dass einige Charakterentscheidungen nur zu Gunsten des Plots getroffen wurden. Eine plötzlich auftauchende Liebesgeschichte bleibt uninteressant, flach und hindert die Geschichte eher, als dass sie diese vorantreibt. Gerade weniger internetaffine Krimileser werden wohl bald überfordert und frustriert das erste Buch weglegen, da ihr Genre zu wenig bedient wird. Dies ist eben kein Krimi, sondern Science-Fiction, was einen aber erst nach einigen Seiten klar wird, weil erst dann die Sozialkritik in den Vordergrund tritt.

Letztlich sind es aber zwei zurecht hochgelobte Bücher, die gerade auch aufgrund der aktuellen Finanzkrise interessant zu lesen sind.

 „Daemon“/„Darknet“ (Original: „Daemon“/„Freedom™“)

Autor: Daniel Suarez (keine weiteren Werke bisher)

In Deutschland bei Rowohlt erschienen 2010/2011. Die Kritik basiert auf den E-Book-Versionen.

Rollenspiel-Inspirationsfaktor? Die Fraktion, die am Computer dieses Games-Genre pflegen, werden reichlich durch viele Geschichtsaspekte bedient.  Pen-&-Paper-Spieler finden aber wohl wenig Inspirationsquellen.

★★★★★★★★☆☆

Androidenträume

Cover Androidenträume
Cover John Scalzi „Androidenträume“, Heyne 2009

Eben benachrichtigt worden:

Guten Tag,

Amazon.de hat eine gute Nachricht zu Ihrer aktuellen Bestellung:

Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu koennen, dass die folgende Ware frueher als angekuendigt verschickt werden kann:

John Scalzi (Autor), Bernhard Kempen (Übersetzer) „Androidenträume“
[Perfect Paperback] Voraussichtliches Lieferdatum: 10.01.2009 – 13.01.2009

Oh, da kommt wieder ein Buch ins Haus geflattert, das ich vor Monaten vorbestellt hatte und sich nun auf meinem Lesehaufen frech nach oben drängeln wird. John Scalzi hat mit „Old Man’s War“ (dt. „Krieg der Klone“) bereits einen mich für diverse Plots sehr inspirierenden Military-SciFi Roman-Erstling abgeliefert, dessen beide bisher erschienen Fortsetzungen „Geisterbrigaden“ und „Die letzte Kolonie“ ich ebenfalls bereits verschlungen habe. Nun ist das außerhalb dieses Settings spielende Werk endlich auch auf Deutsch erschienen, ich bin gespannt.

Für Juli angekündigt und auch bereits vorbestellt: „Zwischen den Planeten“, das vierte Buch seiner „Old Man’s War“-Reihe, dass im englischen Original noch „Zoe’s Tale“ hieß und dessen eigenwillige deutsche Titelgebung auch dem Autoren selbst Rätsel aufgab. Bei der Gelegenheit allgemein der Tipp: der Autor unterhält ein sehr unterhaltsames Blog in dem er auch oft kritisch zur Entwicklung der Science Fiction Stellung nimmt: Whatever. Dort gibt es auch einen Sampler seiner Werke.

Cthulhu – Der Film

Filmplakat Cthulhu
Filmplakat Cthulhu

Wie konnte denn das an mir vorbeigehen? Einer der klassischen Rollenspiel-Stoffe wurde verfilmt?

Ok, eigentlich ist Cthulhu ja vorrangig erstmal ein Kult-Horror-Roman-Stoff von H. P. Lovecraft (und anderen Autoren), das vorrangig in den 20er/30er Jahren an der US-Ostküste spielt. Das Rollenspiel Call of Cthulhu greift diverse dieser Elemente auf und packt den Horror in unterschiedliche zeitliche Fenster, es gibt auch eine Variante „Cthulhu Now“, die in der Jetzt-Zeit spielt.

Und in eben dieser ist auch der Film „Cthulhu“ angesiedelt, der an der US-Westküste spielt und der bereits letztes Jahr auf dem SIFF, dem Seattle International Film Festival, Premiere feierte, erst jetzt aber zumindest auf ein paar normale Leinwände der USA zu sehen sein wird („limited release“). Die Besetzung des Films besteht größtenteils aus unbekannten Darstellern, lediglich Tori Spelling („Beverly Hills 90210“) hat eine Nebenrolle – was das über die Filmqualität aussagt, lass ich mal dahingestellt. Die Meinungen über den Film sind dann auch, zumindest in der Internet Movie Database, sehr gespalten und schwanken zwischen „Wonderfully bizarre“ und „Yet another NON-LOVECRAFT movie“ …

Ob und wann der Film nach Deutschland kommt, ist natürlich bei solchen Independent Filmen immer ungewiss, ein R-Rating (= ab 18) in den USA macht es auch unwahrscheinlich. Beim diesjährigen Fantasy Filmfest läuft er nicht, was so ziemlich die einzige Chance für einen solchen Film gewesen wäre den Sprung in ein paar Kinos hierzulande zu schaffen. Bleibt wohl nur die Hoffnung auf eine Direkt-auf-DVD Veröffentlichung …

Hier der Trailer von 2007, ein neuerer ist bisher nur bei Apple zu finden: