Ender’s Game

„Ender’s Game“ ist ein wirklich hervorragendes Buch (bei uns zur Zeit als „Das Große Spiel“ bei Heyne zu bekommen – nicht irritiert sein vom Coverbild, irgendwer bei Heyne findet diese bei Science Fiction momentan irgendwie richtig en vogue). Ich habe allerdings noch die Bastei Lübbe Edition im Regal stehen die einfach „Ender“ hieß.

Orson Scott Card, der neben diversen wirklich guten Büchern, auch verantwortlich für diverse der grandiosen Dialoge in „Monkey Island“ war, aber auch wegen seinen Moralvorstellungen als Mormone durchaus kritisiert wird, hat damit einen Science Fiction Klassiker geschrieben. Die Geschichte eines hochbegabten Jungen, dessen Intelligenz für einen interstellaren Krieg ausgenutzt werden soll und der bereits im Alter von gerade mal sechs Jahren auf eine Soldatenschule gegeben wird.

Ich war hocherfreut als ich lass, dass Hollywood diesen Stoff aufwendig verfilmen will, noch erfreuter, dass der Autor selbst das Drehbuch verfassen soll, und dann gab es einen Dämpfer für meine Vorfreude: die Regie sollte Wolfgang Petersen übernehmen. Ja, er ist einer der wenigen Hollywood-Regisseure, die wir aus Deutschland exportieren konnten. Seine Filmqualität schwankt meiner Meinung nach stark, von deutschen Filmklassikern wie den Tatort Reifeprüfung über Science Fiction Kammerspielen wie „Enemy Mine“ bis hin zur teilweise fast schon skurillen 14-Tage-Version des zehnjährigen trojanischen Krieges und mein Kindheitstrauma: die Verfilmung der „Unendlichen Geschichte“. Überhaupt scheint er mehr eine Affinität zu Filmen im Meer denn zum Weltraum zu haben, von „Das Boot“ über „Der Sturm“ bis hin zur grausigen Neuverfilmung von dem Untergang der „Poseidon“.

Doch nun gehen Gerüchte um, nach denen er als Regisseur raus aus dem Projekt ist. Und ich weiß gerade nicht, ob ich mich eher darüber freuen soll, oder betrübt gucken soll, da damit die Chancen für die tatsächliche Fertigstellung des Projektes irgendwie arg abgestürzt sind. Ursprünglich hieß es mal 2008, mittlerweile kann man wohl von Glück reden, wenn man 2009 mit dem Drehen anfangen kann …

Harry Potter und die Spoiler

Nein, dieser Beitrag beinhaltet keine Spoiler.

Ganz einfach aus einem Grund: Ich habe es beim sechsten „Harry Potter“-Roman gehasst, als das Ende mir durch einen anderen Blogger verraten wurde, der einfach in seinem Beitragstitel dies herausposaunte. Und auch diesmal kann man anscheinend nicht gefahrlos durchs Internet schreiten. Schon Mitte der letzten Woche ist das hastig abfotografierte Buch im Netz erschienen und die ersten Spoiler bahnten sich ihren Weg. Nun gut, ich habe in knapp sechszehn Stunden den Roman nun hastig durchgelesen, mich kann man also nicht mehr spoilern. Aber allein schon um dem ganzen aus den Weg zu gehen, habe ich diverse Ecken im Internet in den letzten paar Tagen gemieden.

Ich gehöre also zu den Menschen, die sich ungerne spoilern lassen. Wobei ich da schon Unterschiede mache. Bei den „Gilmore Girls“ hatte ich beispielsweise kein Problem damit zu erfahren, was mich nächste Woche erwartet. Bei der Serie ging es mir sehr viel mehr um die Umsetzung, als um die Story selbst. Bei „Lost“ oder „Battlestar Galactica“ vermeide ich jedoch jeden noch so kleinen Spoiler, so gut ich es kann. Und ich werde teilweise durch Story-Twists belohnt, bei dem ich vom Sofa aufspringen muss, „WTF!“ schimpfe und zurückspule um das Ganze nochmal zu sehen. Hätte ich vorher darüber im Internet gelesen – nein, das hätte nicht ansatzweise diesen Effekt gehabt.

Diese „WTF!“-Effekte hatte ich an einigen Stellen im gestern erschienenen Harry Potter Roman auch. Mitfiebern und sich von Wendungen in der Story überraschen lassen, das macht für mich einen großen Stellenwert aus. Aber das sind halt Stoffe, die vor allem durch eine Story faszinieren Dennoch: Nicht jeder mag diese „WTF!“-Situation, und daher gibt es durchaus viele Leute, die erstmal die letzte Seite aufschlagen um zu lesen, wie es ausgeht. Oder denen es schlichtweg egal ist, ob sie schon vorher wissen, was drin vorkommen wird, oder wieder welche, die vorher wissen wollen, ob es sich überhaupt lohnt, das Ganze zu lesen.

Und genau das gleiche treffen wir auch beim Rollenspiel an (ja, das ist mal ein Bogen, was? ;-)). Spieler, die sich völlig auf die Umsetzung ihrer eigenen Figur konzentrieren, den ist es eher egal, welche großen Ereignisse um sie herum passieren, sie machen sich mehr Gedanken darüber, dass ihrer modeverliebten Magierin ein Fingernagel abgebrochen ist und wie sie die Empörung darüber nachher auf dem Ball am besten darstellen können. Manchen von ihnen sind Spoiler sogar durchaus lieb, denn sie können damit bereits vorher sich schon Gedanken darüber machen, wie Ihr Charakter in einer Situation am besten reagieren kann.

Sollte man also diese Art von Rollenspielern vorher mit Spoilern über eine Handlung informieren? Meistens macht man da als SL einen bewusst großen Bogen rum und fährt gut damit. Am ehesten wird man mit dieser Frage konfrontiert, wenn es um Charaktergeheimnisse geht, also Infos, die ein Charakter hat, die anderen jedoch nicht. Schreibt man dies auf einen Zettel? Oder vertraut man darauf, dass die Spieler In- und Outtime-Wissen gut trennen können?

Aber auch die andere Seite der Medaille hat eine Betrachtung verdient: Da hat man einen heftigen Mindfuck mit einem Charakter vor oder will ihn mit auf eine emotionale Achterbahn schicken. Doch der Spieler ist dafür nicht präpariert und blockiert vollkommen. Eine interessante Sache stirbt damit komplett oder eskaliert zu einen Outtimekonflikt. Hätte hier eine Outtime-Info („Hey, ich werde Deinen Charakter heute extrem quälen, ich bin aber überzeugt, dass er dadurch wachsen wird“) helfen können?

Babylon 5 Romane

Mongoose Publishing scheint ja mit der Veröffentlichung ihrer Babylon 5 RPG Produktlinie einigermasses gutes Geld hereinzubekommen (was sie eigentlich mal ins Play-Testing stecken sollten, aber man kann ja nicht alles bekommen – seufz!). Nun haben sie eine neue Roman-Reihe angekündigt, die im Babylon 5 Universum spielen soll.
Hmm, neue Geschichten rund um Babylon 5, die nicht von JMS selbst stammen, oder zumindestens von ihm abgesegnet worden sind? Ich weiß nicht so recht, aber ok, auf der anderen Seite nerve ich meine Spieler ja auch mit eigenen und grausamen Geschichten, die ich mir selbst aus den Fingern sauge. Also einfach mal abwarten, verteufeln kann man es nachher ja immer noch! wink
Offizielle Ankündigung von Mongoose Publishing

Perry Rhodan Erfinder tot…

Der Erfinder von dem erfolgreichsten deutschen SciFi-Groschenromans Perry Rhodan, Walter Ernsting, ist tot. Dies teilte der Verlag heute mit. Die Serie, die ursprünglich auf gerade einmal 50 Hefte ausgelegt war, ist seit über 40 Jahren fester Bestandteil der deutschen SciFi-Kultur. Letztes Jahr erschien sogar ein Perry Rhodan Rollenspiel, das auf dem Midgard-System basiert.
s. a.: Nachruf vom SWR, Nachruf von Spiegel Online, Offizielle Perry Rhodan Internetseite