„Harmonquest“ – animierte Pathfinder-Actual-Play-Comedy

Dan Harmon war Macher der großartigen Comedy-Serie „Community“ (jedenfalls des größten Teils davon) sowie erschuf die Zeichentrickserie „Rick & Morty“. Er hat bereits in „Community“ gezeigt, dass er ein Fan von Pen-&-Paper-Rollenspiel ist und nun nahm er ein „Actual Play“ mit Bekannten und Freunden aus der Comedyszene live vor Publikum auf.

Der besondere Kniff: Alle Intime-Szenen sind zeichentrickanimiert. Die Pilotfolge ist frei auf Youtube anschaubar und ein herrlicher Spaß:

Neun weitere Episoden sind exklusiv über das Streamingportal Seeso von NBC gegen Bezahlung anschaubar, und leider auch nur in den USA. Über internationale Rechte ist leider bisher noch nichts bekannt.

Oscar-Tipp 2016

2015 hatte ich 18 von 24 Kategorien richtig getippt, 2014 sogar 19. Keine Ahnung, ob ich das wieder erreiche, aber hier sind meine Tipps für das aktuelle Jahr:

  • Bester Film: „The Big Short“ – eher unsicher bei dem Tipp, es könnte auch problemlos „Spotlight“ werden. Ich glaube eher nicht, dass „The Revenant“ wird, da hier eine Nominierung für das Beste Original-Drehbuch fehlt.
  • Bester Hauptdarsteller: Leonardo DiCaprio („The Revenant – Der Rückkehrer“) – es wird langsam Zeit, dass Leo gewinnt und die anderen Nominierten dieses Jahr verblassen entweder oder sind bereits geehrt worden.
  • Beste Hauptdarstellerin: Brie Larson („Raum“) – Habe ich noch nicht gesehen, ist wohl aber klare Favoritin. Gönnen würde ich ihn aber auch Charlotte Rampling.
  • Bester Nebendarsteller: Sylvester Stallone („Creed – Rocky‘s Legacy“) – Ich denke, hier wird die Nostalgie siegen und die Academy wird damit auch ein wenig retroaktiv die Leistung Stallones in Rocky honorieren, welche sie ja beim ersten Film ignorierten.
  • Beste Nebendarstellerin: Alicia Vikander („The Danish Girl“) – Eigentlich hätte sie ihn für „Ex Machina“ verdient, ich stelle mir einfach mal vor, dass sie dafür nominiert ist.
  • Bester animierter Film: „Alles steht Kopf“ – Keine Frage, der vorletzte Pixar-Film ist einfach bezaubernd, großartig und zurecht auch fürs beste Original-Drehbuch nominiert. Alles andere hier wäre eine riesige Überraschung.
  • Beste Regie: Alejandro González Iñárritu („The Revenant – Der Rückkehrer“) – Denke nicht, dass die Academy ihm hier den Oscar verwehrt, auch wenn es nur ein Jahr seit seinem letzten her ist …
  • Beste Kamera: Emmanuel Lubezki („The Revenant – Der Rückkehrer“) – Hier kann der Kameramann von „Birdman“ (Beste Kamera 2015) und „Gravity“ (Beste Kamera 2014) sogar ein Triple machen. Und das gönne ich ihm.
  • Bestes Drehbuch (adaptiert): Adam McKay und Charles Randolph („The Big Short“) – Einfach grandios, wie sie aus einem abstrakten Sachbuch einen solch skurill-informativen Film hergeleitet haben.
  • Bestes Drehbuch (Original): Thomas McCarthy und Josh Singer („Spotlight“) – Ich gönne ihn ja eigentlich mehr Alex Garland für „Ex Machina“, aber wir reden hier über die Academy und dort sind die großen Dramen halt mehr im Rennen.
  • Bester fremdsprachiger Film: „Son of Saul“ (Ungarn) – der große Favorit.
  • Bestes Produktionsdesign: „Mad Max: Fury Road“ – In den technischen und Ausstattungskategorien traue ich George Millers Film am meisten zu. Er wird damit auch die meisten Oscars dieses Jahr gewinnen, aber halt nicht in den großen Kategorien.
  • Beste Kostümgestaltung: „Mad Max: Fury Road“ – s. o.
  • Beste Dokumentation (Feature): „Amy“ – sagt den meisten wohl noch etwas, im Gegensatz zu den anderen Dokus dieses Jahr.
  • Beste Dokumentation (Kurz): „Body Team 12“ – Keine Ahnung, kenne keinen der Filme.
  • Bester Schnitt: „Mad Max: Fury Road“ – s. o.
  • Bestes Make-Up und Frisur:  „Mad Max: Fury Road“ – s. o.
  • Beste Musik (Score): Ennio Morricone („The Hateful 8“) – Ein Großmeister im Duell mit einem anderen Großmeister (John Williams).
  • Beste Musik (Lied): „Til It Happens To You“ („The Hunting Ground“ – Diane Warren und Lady Gaga) – Schwacher Jahrgang dieses Jahr, und der einzige andere Promi neben Lady Gaga im Feld (Sam Smith) ist mit „Writings on the Wall“ auch alles andere als gut aufgestellt.
  • Bester Kurzfilm (animiert): „Sanjay‘s Super Team“ – Pixars nominierter Kurzfilm war das einzig Herausragende an der Vorführung von „Arlo & Spot“.
  • Bester Kurzfilm (Live-Action): „Ave Maria“ – Keine Ahnung, kenne keinen der Filme.
  • Bester Tonschnitt:  „Mad Max: Fury Road“ – s. o.
  • Beste Tonmischung: „Mad Max: Fury Road“ – s. o.
  • Beste visuelle Effekte:  „Mad Max: Fury Road“ – s. o.

Ich hoffe dann mal auf eine unterhaltsamere Show dieses Jahr. Chris Rock hatte zuletzt 2005 durch die Sendung geführt und ist mir in dieser Hinsicht überhaupt nicht mehr in Erinnerung. Ob das gut oder schlecht ist, weiß ich nicht, die obligatorische Show-Promo ist jedenfalls extrem lahm:

Letztes Jahr war ich jedenfalls bitter enttäuscht von Neil Patrick Harris, dem ich sehr viel mehr zugetraut hatte. Eigentlich hätte ich ja am liebsten Ellen Degeneres wieder, vielleicht macht sie es ja zur Promo von „Findet Dory“ nächstes Jahr …

(Beitragsbild:  CC-BY 2.0 Prayitno/Flickr)

Oscar-Tipp 2015

Oscar-Statuen (Foto: CC-BY 2.0 Prayitno/Flickr)
Oscar-Statuen (Foto: CC-BY 2.0 Prayitno/Flickr)

Die Oscars stehen mal wieder ins Haus. Letztes Jahr hatte ich bei dem Tippspiel im Freundeskreis ganze 19 von 24 Kategorien richtig getippt (79 %) und lag damit sehr knapp nur vor Andi, der 18 richtige Tipps hatte. Das wieder hinzubekommen, wird schwer. Aber, es wird Zeit, meine Tipps dieses Jahr vorzustellen:

  • Bester Film: „Birdman“
  • Bester Hauptdarsteller: Eddie Redmayne („The Theory of Everything“)
  • Beste Hauptdarstellerin: Julianne Moore („Still Alice“)
  • Bester Nebendarsteller: J.K. Simmons („Whiplash“)
  • Beste Nebendarstellerin: Patricia Arquette („Boyhood“)
  • Bester animierter Film: „How to Train Your Dragon 2“
  • Beste Regie: Richard Linklater („Boyhood“)
  • Beste Kamera: …Emmanuel („Birdman“)
  • Bestes Drehbuch (adaptiert): Graham Moore („The Imitation Game“)
  • Bestes Drehbuch (Original): Alejandro G. Iñárritu et al („Birdman“)
  • Bester fremdsprachiger Film: „Ida“ (Polen)
  • Bestes Produktionsdesign: „The Grand Budapest Hotel“
  • Beste Kostümgestaltung: „The Grand Budapest Hotel“
  • Beste Dokumentation (Feature): „Citizen Four“
  • Beste Dokumentation (Kurz): „Crisis Hotline: Veterans Press 1“
  • Bester Schnitt: „Boyhood“
  • Bestes Make-Up und Frisur: „Foxcatcher“
  • Beste Musik (Score): Jóhann Jóhannsson („The Theory of Everything“)
  • Beste Musik (Lied): „Glory“ (aus „Selma“)
  • Bester Kurzfilm (animiert): „Feast“
  • Bester Kurzfilm (Live-Action): „The Phone Call“
  • Bester Tonschnitt: „American Sniper“
  • Beste Tonmischung: „Whiplash“
  • Beste visuelle Effekte: „Dawn of the Planet of the Apes“

Nicht meine Meinung über die Filme, sondern über die Academy

Wie gesagt: Das sind meine Tipps, wie ich glaube, dass sich die Academy entscheiden wird, was nicht immer damit übereinstimmt, was ich selbst wählen würde, hätte ich zu entscheiden. Ich fand bspw. „The Imitation Game“ emotional mitnehmender als „Birdman“, dennoch glaube ich, dass die Academy sich für letzteren entscheiden wird. Und die Story von „Baymax“ fand ich auch besser als die von „How to Train Your Dragon 2“, dennoch glaube ich, dass letzterer gewinnen wird. Mein persönlicher Favorit als bester animierter Film letzten Jahres wurde aber von der Academy ohnehin übergangen: „Der Lego Film“ wurde nicht nominiert. Wenn er mit der Nominierung für den besten Song gewinnen sollte, freut mich das extrem, aber ich glaube hier wird sich „Glory“ durchsetzen. Es ist die Academy und die hat halt einfach keinen Sinn für fantastische Filme.

Neil Patrick Harris auf dem Weg zum Host-Quadrupel

Und gespannt bin ich dann auch darauf, wie Neil Patrick Harris die Oscars moderieren wird. Ellen Degeneres letztes Jahr zu toppen wird nicht ganz so einfach. Allerdings hat Harris bereits die Emmys und die Tonys mit sehr viel Spaß und Elan moderiert, ihm fehlen nach Sonntag nur noch die Grammys, dann wäre er der allererste EGOT-Moderator!

Hans Zimmers „Time“ (aus „Inception“) auf einem Looping Cello

Hans Zimmer ist seit Jahrzehnten einer der besten Komponisten Hollywoods. Seine Scores sind abwechslungsreich und viele bleiben im Ohr. Für „Inception“ schrieb er mit „Time“ ein grandioses musikalisches Finale (zur Erinnerung hier das Original).

Slashfilms David Chen produzierte dazu diese wunderbare Variante, gespielt auf einen einzigen Cello, das einfach über einen Loopcomputer wiederholt wird und so in eine Art Canon mit sich selbst verfällt. Eine wunderschöne Variante.

(via /Film)

Gesucht – Gefunden! (1)

Ich versuche mich mal an einer kleinen, neuen und losen Serie, in der ich mehr oder weniger skurille Suchanfragen, die jemanden hier ins Blog geführt habe, knapp zu beantworten versuche.

„kickstarter ohne kreditkarte“

Geht nicht. Eventuell hast Du mit einer Prepaid-Kreditkarte Glück.

„stargate letzte folge“

Die letzte Folge von Stargate SG-1 hieß „Enlosigkeit“ („Unending“) und lief am 26. September 2007 in Deutschland auf RTL 2. Es folgten aber noch zwei Fernsehfilme, „Stargate: The Ark of Truth – Die Quelle der Wahrheit“ und „Stargate: Continuum“. Das Ende des Franchise war es auch nicht, es folgten noch einige Staffeln Stargate Atlantis und zwei Staffeln von „Stargate Universe“.

Die letzte Folge des Stargate-Franchises ist aus „Stargate Universe“, hieß „Im Ruhezustand“ („Gauntlet“) und lief am 12. Mai 2011, nur drei Tage nach der US-Ausstrahlung, bei uns auf dem Pay-TV-Sender SyFy.

Dazu passt:

„stargate universe nachfolger“

Leider ist derzeit keine neue Serie in dem Franchise zu erwarten. Die Rechte liegen nach wie vor bei MGM, die aber keinen Abnehmer finden – der bisherige, SyFy, macht derzeit lieber Serien in neuen Franchises wie „Defiance“, die ihnen ganz gehören und mit deren Weitervermarktung sie so mehr Geld machen können.

Da MGM als Studio zwischenzeitlich ziemlich gestrauchelt ist, besitzt es nicht praktischerweise einen eigenen größeren Kabelkanal, für den sie es produzieren könnten. Und selbst wenn es eine solche Konstellation geben würde, wäre das immer noch kein Garant – siehe „Star Trek“.

„stargate atlantis staffel 6“

Würde ich auch angucken. Wird es aber auch nicht geben.

„noah hathaway unfall“

Öh, keine Ahnung. Kurz googlen – ah: Der Darsteller des Atréju aus dem unsäglich schlechten „Unendlichen Geschichte“-Film hatte tatsächlich mal einen Unfall – das war aber bereits 1989, was seine Karriere als Jazz-Dance-Lehrer abbrach (Jazz-Dance-Lehrer? Wirklich?). Seit 2012 ist er aber wieder als Schauspieler agiert. Auch wenn das bisher nur in einem solch obskuren Folterfilm wie „Sushi Girl“ stattfindet.

„looking 4 myself“

Hoffe, Du hattest Glück bei der Suche. Ansonsten kann ich Dir da leider nicht helfen, befürchte ich.

„mass effect 3 alle dlc“

Bin ich durch. Also die Einzelspieler-DLC. Lohnen sich größtenteils.

„teeniegöre“

Selber!

„elbenkleider herr der ringe“

Als erfahrener Modeblogger (*hust*) muss ich darauf hinweisen, dass diese seit einigen Jahren soetwas von out sind …

„hosteurope domainumzug“

Das klappt problemlos. Diese Domain ist jetzt glücklich bei DomainFactory, nachdem sie bei HostEurope jahrelang war. Der Umzug ist nur etwas stressig, man braucht einen guten Plan, eine noch bessere Checkliste und etwas Geduld. Aber das gilt ja wohl für jeden Umzug.

Ja, ich weiß, dass DomainFactory mittlerweile von HostEurope gekauft wurde. Im Prinzip hätte ich mir den Stress also vielleicht damals sparen können (*seufz*).

„ron müller langen“

Ich kann zu-langen, ja (Superwitz!). Aber ansonsten habe ich tatsächlich rein gar nichts mit Langen zu tun.

„ich hasse kettenbriefe“

Ich auch. Schickst Du diese Anfrage bitte noch an zehn weitere Blogs? Falls nicht, passiert ein Unglück in der Welt, schalte heute Abend die Nachrichten ein und sage nicht, ich hätte Dich nicht gewarnt!

„kühe umkippen“

Ist nicht nur Tierquälerei sondern „Kühe kippen“ soll auch eine urbane Legende sein und gar nicht klappen. Unklar ist, wie es mit anderen landwirtschaftlichen Jugendstreichen aussieht, zu überprüfen wäre beispielsweise noch „Schafe stapeln“.

„man of steel muskeln“

Ja, das sind wirklich ordentliche Muckis unseres Lieblings-Kryptoniers im Film. Ich habe aber keine Messergebnisse parat, tut mir leid.

„man of steel müller“

Wirklich toller Spitzname für mich, danke (*heldenposeeinnehm*).

„do you wanna date my avatar“

Ich habe ihn gerade nicht ganz vor Augen, magst Du ihn mir nochmal schicken?

„real humans staffel 2“

Lief in Schweden gerade, arte hat noch nichts angekündigt.

„mockingjay übersetzung“

Die korrekte Übersetzung von „Mockingjay“ ist laut dem Oetinger-Verlag offenbar „Flammender Zorn“.

Die ebenfalls so referenzierte Vogelspezies ist nämlich nur fiktiv, wurde mit „Spotttölpel“ übersetzt und freut sich sicher über die tollen drei „t“ in ihrem Namen. Eigentlich ist die richtige Übersetzung von „Jay“ aber „Garrulus“, eine Rabenvogel-Art bzw. Häher, Tölpel findet man eher am Wasser und zeichnen sich durch ihre tollen Pelikan-Füße aus, die Collins meines Wissens aber gar nicht beschreibt. „Spotthäher“ klingt aber nicht so gut. Da die Spezies aber, wie gesagt, fiktiv ist, kann auch der Name ruhig fiktiv bleiben.

„the philosophers – wer überlebt?“

Also das wären nun wirklich Spoiler! Ich kann doch nicht verraten, wer in einem rein fiktiven Gedankenexperiment am Schluss noch im Klassenraum übrig bleibt.

„metafrage“

Gute Frage. Habe ich aber auch keine Antwort darauf.

„keanu reeves größe“

Keanu Reeves (1,85 m) ist genau einen halben Meter größer als Peter Dinklage (1,35 m) – oder besser gesagt: Ein Neo entspricht 1,37 Tyrions in Körperhöhe. In richtiger Größe hingegen …

„cw in deutschland empfangen“

Live geht das gar nicht, dafür gibt es quasi keine Satelliten-Feeds, die soweit um die Erde herumreichen. Zumal es ja auch nicht nur ein CW-Sender gibt, sondern das eine Kette ist. Und wer möchte auch um 2 Uhr nachts sich noch ein Hauptabendprogramm ansehen?

Was aber möglich wäre (*hust*), ist, einzelne Serien des Networks über Hulu zu gucken – dort sitzt aber ein feister Geo-Block zwischen, der sich zwar nicht einfach, aber durchaus mit Proxies oder VPN umgehen lassen … äh …können soll (*hust*).

„game of thrones staffel 3 im deutschen free tv“

Kommt laut DWDL Anfang März Sonntags abends. Und wenn Tyrion sich da neben seinen Bruder Jamie stellen sollte, haben wir fast den richtigen Vergleich zu Neo. (Nikolaj Coster-Waldau ist 1,87 m oder 1,385 Peter Dinklages groß.)

PC-Game „Broken Age“ (Kurzkritik)

Seit vorgestern gibt es mit „Broken Age“ das neue Spiel von Ron Gilbert und Tim Schafer („Monkey Island“) für Kickstarter-Unterstützer (aus der Kampagne: „Double Fine Adventure“). Allerdings bisher nur Akt 1, den ich mir aber gleich heruntergeladen und durchgespielt habe (Akt 2 soll noch dieses Jahr folgen – ein Modell, dass sie sich wohl von Telltale Games abgeguckt haben).

Die Handlung(en)

Es gibt zwei parallel laufende Handlungsstränge, einer dreht sich um den Jungen Shay (gesprochen von Elijah „Frodo“ Wood), der auf einem computergesteuerten Raumschiff im Weltall aufwächst und von computergesteuerten Puppen großgezogen und hermetisch von allem bedrohlichen abgeriegelt wird. Natürlich muss man rebellieren.

Das Sci-Fi-Bett von Shay („Broken Age“-Spiel von Double Fine)
Das Sci-Fi-Bett von Shay („Broken Age“-Spiel von Double Fine)

Der andere Handlungsstrang geht ebenfalls um einen rebellischen Teenager, allerdings diesmal um ein potenzielles Opfer namens Vella, das von ihrer Familie dem regelmäßig wiederkehrenden Monster als große Ehre vorgeworfen werden soll.

Eigentlich ein typisches Adventure

Liebevoll gemachte Grafik, überall schimmert der tolle skurille Humor von Gilbert und Schafer durch, und doch ist er nicht ganz das, was man sich eigentlich erhofft hat. Das Spiel bringt Spaß, hat eine super-einfache Steuerung aber ist (leider) rätseltechnisch ebenfalls super-einfach. Entsprechend schnell fliegt man geradezu durch das Spiel. In den wenigen, potenziell frustrienden Festbeiß-Szenen bietet es praktischerweise immer die Möglichkeit, zu den anderen Handlungsstrang frei zu wechseln.

Vella beim Festmahl („Broken Age“-Spiel von Double Fine)
Vella beim Festmahl („Broken Age“-Spiel von Double Fine)

Entsprechend schnell hat man es durchgespielt. Sicher, die Absurdität erinnert an die guten alten Klassiker wie „Monkey Island“, überall gibt es charmant durchgeknallte Details in diesen seltsamen Welten. Das Spiel ist auch nicht schlecht, im Gegenteil. Aber ihm fehlt dann doch noch das gewisse Etwas – das hoffentlich der zweite Part noch bringen kann.

Bis dahin vertröstet ein durchaus interessanter Cliffhanger.

Für alle Nicht-Kickstarter erscheint das Spiel am 28. Januar 2014 und es kann derzeit auf Steam mit Discount vorbestellt werden.

★★★★

Die „American Gods“-Ente

Manchmal kann ich nur den Kopf schütteln, wie gutgläubig wir Gerüchte übernehmen und weiterverbreiten, die so einfach durchschaubar sind und bei der sich keiner auch nur die Mühe macht, eine weitere Quelle herauszusuchen.

Deutsches Cover „American Gods“, Heyne-Verlag 2005
Deutsches Cover „American Gods“, Heyne-Verlag 2005

Seit Freitag Abend gibt es das Gerücht, dass HBO das Kultbuch „American Gods“ von Neil Gaiman zu einer mindestens sechs Staffeln umfassende Serie verwandeln will. Das ist erstmal eine echt coole Nachricht, zumal HBO mit „Game of Thrones“ momentan die erfolgreichste Fantasy-Serie schlechthin im Programm hat und Gaimans Buch Kult ist.

Leider ist das aber eine alte Sau, die dort durchs Dorf getrieben wird. Und die Quelle, auf die in unzähligen Twitter-Beiträgen verwiesen wird ist alles andere als gut. Was man auch als ungeübter Blogger leicht erkennen kann:

  1. Kein Sender, auch kein so vermeintlich reicher wie HBO, ordert gleich sechs Staffeln sondern stellt maximal in Aussicht, dass es so viele Staffeln geben könnte. Selbst bei „Game of Thrones“ hat es eine Staffel gedauert, bis sich der Pay-TV-Sender zu der Äußerung ausließ, dass er alle Bücher verfilmen will. Und diese Aussage zählt auch nichts, sobald die Quoten wieder mau sind, kann und wird auch diese Serie abgesetzt werden.
  2. Die Quelle, die dies berichtet, ist Patheos.com. Schon mal gehört? Nein? Ich auch nicht. Daher erstmal Vorsicht. Zumal das Hauptthema dort Paganismus ist, also um Naturreligionen. Klingt nicht wirklich nach Brancheninsider, oder?
  3. Patheos.com verweist als eigene, angeblich brandheiße Quelle auf einen Bericht auf Screenrant.com. Dieser ist jedoch bereits zwei Jahre alt, wie man leicht erkennt. Screenrant verweist wiederum auf den Hollywood Reporter als Quelle. Letzterer ist mittlerweile hinter einer Paywall, aber man kann dennoch auf der Seite erkennen, dass auch deren Artikel von 2011 ist. Beides ist kein Grund es als „Official“ zu bestätigen.
  4. Es gibt, wie man leicht über eine Suchmaschinenanfrage feststellen kann, viele Gerüchte rund um eine American God-Serie, aber keine aktuelle Nachrichten-Quelle, die nicht irgendwie rund um Patheos angesiedelt ist. Neil Gaiman schreibt angeblich selbst daran, das aber schon seit Jahren. Aber man findet keine aktuelle Quelle, die eine Serienorder bestätigt. Bis auf ausgerechnet die eigentlich renommierte britische Filmzeitschrift Empire. Die sind aber, leider, auch nur auf den Zug aufgesprungen, den Patheos losgetreten hat, und führen keine weiteren Quellen an, ironischerweise überspringen sie sogar die Quelle von Patheos und verlinken gleich auf Screenrant. (Mittlerweile haben sie den Artikel sang und klanglos wieder gelöscht, eine Kopie liegt aber im Cache noch herum.)

Neil Gaiman hat dann auch am Sonntag selbst den Wind aus den Segeln gelassen:

Dies hat mittlerweile auch Patheos.com bemerkt und ihren Artikel damit ergänzt. Allerdings haben Sie sich eine neue Unterstützungsquelle gesucht um damit Gaiman Lügen zu strafen: ausgerechnet den Artikel von Empire.com.

Manchmal sollte ich fürs Bildblog schreiben …

Die verlorene Episode von „Middleman“

„The Middleman“ war eine grandiose und (viel zu) kurzlebige TV-Serie, die 2008 auf ABC Family ausgestrahlt wurde. Die Mischung aus Agentenfilm, Action, Comedy, Mystery und Science-Fiction war einzigartig und schien direkt den Seiten eines abgedrehten Comics entsprungen. Und erstaunlicherweise ist „Middleman“ tatsächlich auch auf einer Comicreihe basiert. Jede Episode glänzte auch mit liebevoll eingestreuten Popkulturreferenzen inkl. mindestens einem Wilhemsschrei.

Die Serie war durchgeknallt und großartig zugleich, brachte also sehr viel Spaß – und war vollkommen fehlplatziert auf den Teenie-Herzschmerz-orientierten Kabelkanal, der sich eigentlich gerade entschlossen hatte, das neue „The WB“ zu werden. Zwölf Episoden später war sie dann auch schon wieder Geschichte.

Auf der San Diego Comiccon 2009 haben sich dann die Darsteller, darunter auch der immer grandiose Marc Sheppard, zusammengefunden und eine unverfilmte Episode live vorgelesen. Erst jetzt hat ein Fanmitschnitt davon den Weg ins Internet gefunden und wurde auf dem Tumbler von Hauptdarstellerin Natalie Morales veröffentlicht, mit der von ihr geäußerten Hoffnung auf diesem Wege einen „Middlemovie“ zustande zu bringen. Das klingt zwar ziemlich unwahrscheinlich, aber hey: das „Veronica Mars“-Team hat es gerade auf Kickstarter vollbracht.

Und wenn jetzt genügend Leute dieses Video gucken … äh … ach einfach genießen: