Film-Kurzkritik: „Urban Explorer“

17.
Mrz.
2012

Auf dem letzten Fantasy Filmfest gab es zwei deutsche Filme: „Hell“ und „Urban Explorer“. Letzteren habe ich nun endlich nachgeholt. Wobei „endlich“ eigentlich fehl am Platze ist, es ist doch eindeutig zu positiv besetzt.

Aber kurz zur Geschichte: es geht um ein paar Touristen, die in Berlin sich einem selbsternannten Untergrund-Führer anschließen, um durch den Berliner Untergrund zu wandern und zu kraxeln. Auf dem Weg zum „Fahrer-Bunker“ (kein Witz, es geht um den eigens für Adolfs Hitler Chauffeure erbauten Bunker) begegnen sie nicht nur ein paar Untergrund-Neonazis, sondern die Situation eskaliert, nachdem einer von ihnen unglücklich abstürzt. Auf der Suche nach Hilfe finden sie eben diese nicht …

Wie ich auch schon bei Hell sagte – es ist generell nicht genug positiv zu bewerten, dass sich auch der deutsche Film dem Genre-Kino zuwendet. Bravo. Nur – nicht mit diesem Film. Sicher, handwerklich bedient er genau das, was man in einem Genrefilm erwarten darf, fleißig werden die gängigen Klischees bemüht, und sicher werden Fans von Horror-Streifen wie „Hostel“ auch hier einigen Spaß einiges markarberes Vergnügen finden. Das Problem: der Film weiß keine interessante Geschichte zu erzählen, er streift mal dieses Thema, mal jenes, verliert sich irgendwo zwischen Nazi-Mythos, DDR-Hinterlassenschaft und Kannibalismus, die einzeln interessante Ansätze bieten können – in der Vermengung aber fade bleiben.

„Urban Explorer“ (D 2011)

Regie: Andy Fetscher

Darsteller: Max Riemelt („Die Welle“), Nick Eversmann („Beilight – Biss zum Abendbrot“), Nathalie Kelley, u. a.

Rollenspiel-Inspirationsfaktor? Hey, letztlich ist die Story ja zu einem gewissen Part ein Dungeoncrawl. Reißt sie nicht heraus, aber in den ersten paar Minuten hatte ich schon ein paar kleine Momente, die mir für ein Urban-Fantasy-Untertage-Stunt nutzbar erschienen.

★★★☆☆☆☆☆☆☆

Kino-Kurzkritik: „John Carter“

9.
Mrz.
2012
Taylor Kitsch als John Carter in „John Carter – Zwischen zwei Welten“. Foto: Frank Connor – © 2010 Disney Enterprises, Inc.

Taylor Kitsch als John Carter in „John Carter – Zwischen zwei Welten“. Foto: Frank Connor – © 2010 Disney Enterprises, Inc.

Der Bürgerkriegsveterane John Carter (Taylor Kitsch aus „Friday Night Lights“) wollte eigentlich nur einen Goldschatz finden und sich zur Ruhe setzen – doch plötzlich landet er auf „Barsoom“ (dem Mars) und ausgerechnet hier werden seine Talente mehr als dringend gebraucht – und der Konflikt zwischen den verschiedenen Völkern des Mars wird sogar von seltsamen Gestalten im Schatten für einen perfiden Zweck geschürt. John stellt sich als körperlich überlegen heraus (aufgrund der geringeren Schwerkraft des Mars) und muss sich entscheiden, ob er wieder für jemanden anderen einstehen will. Wobei diese Entscheidung durch die exotische Mars-Prinzessin Dejah Thoris (Lynn Collins) versüßt werden könnte …

Das Marketing von Disney hat bei „John Carter – Zwischen zwei Welten“ ziemlichen Mist gebaut, wie ich ja schon berichtet hatte. Umso gespannter war ich, ob denn der Regisseur Andrew Stanton, der sich für zwei meiner liebsten Animationsfilme („Findet Nemo“ und „Wall-E“) zuständig zeigte, aus dem klassischen Stoff etwas gutes hinbekommen würde – oder ob auch hier Zugeständnisse an den Markt die Story komplett zerstören würden.

Woola aus „John Carter – Zwischen zwei Welten“. © 2011 Disney Enterprises, Inc.

Woola aus „John Carter – Zwischen zwei Welten“. © 2011 Disney

Meine Befürchtung trat nicht ein. „John Carter“ ist ein witziger Actionfilm, hat liebevoll gezeichnete Nebencharaktere (wir wollen alle einen dieser hundeähnlichen treuen Monster-Calots haben wie Woola) und die Geschichte ist zwar komplex, aber gut erzählt. Der Hauptdarsteller Taylor Kitsch hat nicht nur die passenden Muskeln um damit die Rollenanforderung zu erfüllen, größtenteils mit nackten Oberkörper durch den Film zu laufen, sondern hat auch darstellerisch einiges mehr drauf, als die Rolle erwartet. Und auch die Lynn Collins gelingt es ihrer Prinzessin etwas mehr zu entlocken als die Anforderung, ihren Helden anzuschmachten (worauf ich am Weltfrauentag so alles achte …).

Ja, der Film hat auch einige Probleme: zum einen ist da (leider mal wieder) das 3D zu nennen, dass für mich nachträglich aufgesetzt erschien (habe jetzt mal nicht vorher gelesen, ob es so gedreht wurde) und einfach nicht überzeugte (bisher haben mich in dieser Hinsicht aber auch nur „Avatar“ und „Hugo Cabret“ überzeugt). Und er ist sich nicht sicher, welches Zielpublikum er eigentlich haben will. Eigentlich ist der Film ein klassischer Disney-Film für die ganze Familie – hat aber ein FSK 12-Siegel, was viele Eltern immer noch abschrecken wird. Der Film hat viele Action- und Kampfszenen, es fließt auch einiges an (selten rotem) Blut und die Szenen zum Durchatmen sind bisweilen doch recht kurz angelegt. Dennoch ist dies eigentlich ein Film, der den meisten Kindern wirklich Spaß bringen wird.

Richtig danken möchte ich aber dem Drehbuchautor, der es schaffte, im Film den Satz „John Carter vom Mars – ja, das klingt besser“ unterzubringen. Er hat so recht …

„John Carter – Zwischen zwei Welten“ (USA 2012)

Regie: Andrew Stanton

Darsteller (Auswahl): Taylor KitschLynn CollinsWillem DafoeMark StrongJames Purefoy

Rollenspiel-Inspirationsfaktor? Hoch. Wer sich von „Star Wars“ zum Rollenspiel inspirieren lassen mag, der wird auch hier vieles herausziehen können.

Wie ist der Soundtrack? Nur routiniert. Nix sticht auf das erste Hören aus dem Werk von Michael Giacchino wirklich heraus.

★★★★★★★☆☆☆

Bonus-Track: Eay hat die mittlerweile frei-verfügbaren Romane (Copyright ist abgelaufen) als E-Books zusammengestellt.

„Terra Nova“ abgesetzt

6.
Mrz.
2012

Bei uns in Deutschland ist die Serie gerade erst letzte Woche gestartet, in den USA ist die verkürzte erste Staffel bereits unter immensen Startschwierigkeiten ausgestrahlt – und nun auch schon von FOX abgesetzt.

Damit läuft derzeit auf dem USA-Markt keine einzige eigene Science-Fiction-Serie mehr, weder auf einem großen Network, noch auf einem Kabel- oder Pay-TV-Sender (lediglich importierte Serien wie „Doctor Who“). Das Genre erlebt derzeit eine Renaissance auf der großen Kino-Leinwand, es sind so viele SF-Filme wie lange nicht mehr angeküdigt. Daher ist es sicher nur eine Frage der Zeit, bis wieder entsprechende Serien auf dem kleinen Bildschirm an den Start gehen. Aber eine solche Durstphase im Bereich der TV-Serien habe ich tatsächlich noch nie erlebt.

Universal Pictures Centennial Logo

2.
Mrz.
2012

Universal Pictures wird (wie so einige andere Studios derzeit) gerade 100 Jahre alt. Und dafür spendiert man sich ein rund-erneuertes Logo und, wie das bei Filmstudios so üblich ist, auch einen neuen Logo-Vorspann.

Zur Erinnerung, bisher sah dieser noch so aus:

Nun also die neue Logo-Variante zum 100. Jubiläum (inkl. neuem, jetzt serifenlosen Font):

Die neue Animation wurde vom WETA Digital produziert, der neuseeländischen Spezialeffektfirma, die für „Avatar“ den Oscar gewann und sich auch für die Effekte in „Herr der Ringe“ verantwortlich zeigte.

Die Musik, bisher in Varianten von Komponisten-Legenden wie James Horner und Jerry Goldmith, wurde nun neu von Bryan Tyler inszeniert, der mich bisher vor allem mit dem sehr gelungenen Score zu der (nicht ganz so gelungenen) Mini-Serie „Children of Dune“ beeindruckt hat, ansonsten aber meist für Popcorn-Filme wie „The Expendables“ antritt.

Universal ist übrigens generell mit seinem Logo sehr mutig und hat für viele Filme eigene Varianten davon produzieren lassen.

(u. a. via Fontblog)

10 Jahre Edieh

1.
Mrz.
2012

10 Jahre EdiehIm März 2002 hatte mein damaliger DSL-Anbieter eine Gratis-Domain in seinem Angebot. Ich hatte zwar bereits eine eigene Homepage bei einem anderen Anbieter, aber ich fand es durchaus sinnig, meine Rollenspiel-Aktivitäten in einer zentralen Stelle im Internet abzulegen. Edieh.de war bestellt und flux auch eingerichtet. Mittlerweile ist Edieh ein Blog (und längst nicht mehr bei diesem DSL-Anbieter). Und eines der ältesten noch existierenden deutschsprachigen Rollenspiel-Blogs überhaupt (ich erinnere von den derzeitig aktiven nur Helden.de wirklich älter – aber was ist schon meine Erinnerung).

Zehn Jahre sind im Internet schon Steinzeit. Damals gab es noch keine sozialen Netzwerke, die der Rede wert gewesen wären, es gab nur Kommentare und Trackbacks. Irgendwann spaltete ich die Rollenspiel-Rundenorganisation von Edieh ab, ein eigenes Forum wurde aufgesetzt, erst als Subdomain, dann als eigene Domain. Ich lernte Twitter kennen. Ich trieb mich hier und dort herum, vernachlässigte manchmal wochenlang die Seite. Aber Edieh war immer eine zentrale Geschichte geblieben bei all meinen Netzaktivitäten. Und allein der Name erinnert mich immer noch an mein erstes eigenes Setting, dass ich damals erschaffen hatte, daher gebe ich das hier auch nicht so schnell auf.

Nun gehört es sich aber, dass hier heute ein neues Design Einzug hält. Es ist nicht radikal neu – auch die Inhalte sind es ja nicht. Aber es zeigt schon an, dass sich auch hier etwas verändern wird. Ich werde zukünftig mehr hier im Blog herumtoben und auch einfach mal nur ein Video vom neuesten Filmtrailer posten. Daher erscheinen mittlerweile in der Weiterleitung auf RSP-Blogs.de auch nur noch die Rollenspiel-affinen Beiträge durch eine Filterung. Rollenspiel wird zwar auch weiterhin hier das Hauptthema bleiben. Aber es wird mehr und mehr Besuche in andere Bereiche geben. Und wohl demnächst auch die eine oder andere neue Rubrik oben erscheinen.

Technisch gibt es ein paar kleine Änderungen. Flattr habe ich nun entfernt (wurde nur sporadisch überhaupt genutzt), dafür kann man nun auch das ganze Blog via E-Mail abonnieren (RSS finde ich zwar persönlich bequemer, aber ich kann ja nicht auf jeden von mir aus schließen). Und: ich habe die Permalinks komplett neu strukturiert, das „www.“ ist vor der URL weggefallen, man kann nun auch auf einzelne Kommentare hin Kommentare abgeben, und viele Kleinigkeiten.

Im Edieh-Logo steht übrigens schon seit Anfang an eine „20“ im Mittelpunkt eines symbolisierten Dodekaeder. Die Hälfte davon ist geschafft.