Doctor Who Staffel 12 (Kritik)

Das Timing dieser neuen Staffel war ungewöhnlich. War schon letztes Jahr aus dem Weihnachtsspecial ein Neujahrsspecial geworden, lief dieses Jahr das Special gleich als Teil der neuen Staffel – immerhin auch zur gleichen Jahreszeit. Doch dann brachte die Corona-Krise die Synchronarbeiten aus dem Takt und verzögerte die Veröffentlichung hierzulande.

Nun ist sie endlich da: Die Blu-ray- und DVD-Version. Im Folgenden wieder einmal die Kritiken zu den einzelnen Folgen, geschrieben in der Reihenfolge der Ausstrahlung, mit allen Höhen und Tiefen und einem Gesamtfazit am Ende.

Doctor Who Staffel 12 (Trailer Deutsch HD)
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12x01 Spyfall (1)

Vielleicht war es ganz gut, dass mich der Trailer zu der neuen Staffel so unterwältigt zurückgelassen hatte. Denn die erste Episode gleicht das mehr als aus und schafft es, nicht nur mit ordentlichen Verbeugungen vor dem Spionage-Genre, insbesondere natürlich den titelgebenden Bond-Filmen, sondern auch mit einem (bisher) interessanten Plot-Mysterium mit guten Überraschungen (vor allen einer) zu punkten und hat einige sehr gute Nebendarsteller (Sacha Dhawan, Lenny Henry).

Der Doktor (Jodie Whittaker) übt ihr Pokergesicht, das in dieser James Bond Hommage natürlich nicht fehlen darf (Foto: BBC/Polyband)

Lediglich die Entscheidung, Stephen Fry nur so wenig Screentime zu geben, ist eine Schandtat. Aber: So kann das gerne weitergehen, auch weil ich nicht erwartet hätte, dass der Titel so wortgetreu genommen werden würde.

★★★★☆

12x02 Spyfall (2)

Natürlich waren die Cliffhanger aus der letzten Folge relativ flott aufgelöst und hinter uns gelassen. Aber es soll dann noch einige andere Überraschungen geben, unter anderen die Begegnung mit Ada Lovelace, die als erste Programmierin der Welt gilt und mit der ein schöner Bogen in die heutige Überwachungswelt geschlagen wird, sowie Noor Inayat Khan, einer britischen Agentin im zweiten Weltkrieg. Großer Kritikpunkt: Der Doktor löscht die Erinnerungen der beiden, auch noch gegen deren Willen. Beides nicht nur unnötig sondern auch deutlich dem widersprechend, was 12 gerade noch gelernt hatte.

Letztlich gibt es auch endlich etwas, das alte Whovians zufriedenstellen sollte: In der seltsamen Dynamik zwischen dem Doktor und dem Master fällt wieder Gallifrey in das Leben des Doktors, dessen Zerstörung für eine unglaublich gute Szene sorgt, die Whittaker quasi allein tragen muss und das auch ganz anständig schafft. Auch sonst ist die Dynamik zwischen Whittaker und Dwahan bisher grandios.

★★★☆☆

12x03 Waise 55 (Orphan 55)

Was noch als sympathische Off-World-Story mit einem netten Ferienressort anfängt und einer amüsanten Szene zwischen 13 und Ryan wird, entwickelt sich bald zu einer Invasionsstory, bei der wilde Aliens die gefangenen Gäste bedrohen. Doch anstelle hier einen raffinierten Plot einzuflechten, gibt es lediglich eine abgestandende und mittlerweile arg müffelnde Die-Menschheit-wird-sich-selbst-vernichten-Idee, die mit zuwenig Elan und kaum Pathos angerührt wird. Selbst ein wenig Horrorstimmung wird nur noch als Mauerschau aufgebaut, um dann Sekunden später einfach ignoriert zu werden („Ich habe zwei Fragen …“).

Noch dazu hat 13 offenbar am Ende des Ganzen vergessen, dass sie da ja angeblich eine Zeitmaschine hat, mit der sie noch schnell wo hinfliegen könnte, um jemanden doch noch im letzten Moment zu retten. Wie war das noch? „Versuche ruhig, immer nett zu sein, aber höre nie auf, gütig zu sein!“ (10x13). Diese Regeneration des Doktors scheint ihre eigenen Weisheiten aber irgendwo auf der Strecke verloren zu haben.

★☆☆☆☆

12x04 Unter Strom (Nikola Tesla’s Night of Terror)

Nach der katastrophalen letzten Folge war die Motivation für diese Folge eher gering, aber hier scheinen die Autoren, oder besser die Autorin genau die Fehler analysiert und korrigiert zu haben, die in den letzten Episoden so eklatant als Problem herauskamen. Yas bekommt endlich deutlich mehr zu tun, in dem sie mit dem charismatischen Nikola Tesla (Goran Višnjic) herumlaufen kann. Daneben demonstriert die Autorin, wie man mit der Begegnung einer historischen Figur umgehen kann ohne auf irgendwelche hirnrissigen Erinnerungslöschungen zurückgreifen zu müssen. Natürlich bekommt das Ende dadurch eine sehr sentimentale Note, aber: Das ist Drama.

Und dazu kommt noch die narrativen Mittel der Spiegelung und Steigerung: Edison wächst durch die Erfindungen anderer wirtschaftlich schnell und rasant, während Tesla die eigenen Erfindungen kaum wirtschaftlich zu verwerten weiß. Die Skithra rauben die Erfindungen anderer und treiben damit Edisons Unternehmertum auf die ultimative Stufe. Erst durch die Zusammenarbeit von Tesla und Edison (und dem Doktor) können die beiden Konkurrenten die neue Konkurrenz bezwingen. Das ist gutes Storytelling. Bitte, bitte mehr davon.

★★★★☆

12x05 Im Taumel der Zeit (Fugitive of the Judoon)

Gehirn. Kaputt.

Was bitte war das für eine Folge?

Okay, gehen wir es systematisch an. Es beginnt noch als kleiner, neckischer Judoon-besetzen-eine-britische-Stadt-um-einen-Flüchtling-zu-finden-Plot. Der Doktor greift ein und natürlich findet sie und ihr Team schnell das potenzielle Ziel, das sich schon die ganze Episode seltsam verhalten hat.

Dann ist aber gar nicht dieser das Ziel, sondern stattdessen seine Freundin. Und diese hat nicht nur Einiges in Petto, sondern ein verbuddeltes Geheimnis, das eigentlich gar nicht sein kann. Und dann ist sie nicht nur eine Ex-Gefangene sondern … wie bitte?

Als wäre das noch nicht genug, gibt es dann auch noch DIESEN Gastauftritt. Den hatten sich Fans ja seit der Tennant-Jahre gewünscht, aber nach Torchwood schien dies quasi unmöglich. Und dann stolziert er einfach da rein und … okay, verschwindet auch gleich wieder. Und sein Haarteil sah extrem fake aus. Aber … na ja, das war mal eben …

Gehirn. Kaputt.

Der Doktor (Jodie Whittaker) in einer anderen Tardis-Umgebung als gewohnt (Foto: BBC/Polyband)

Gut, Thesen (aber das geht ab hier nur noch mit Spoilern):

  • Was bedeutet die Warnung vom Captain? Derzeit können wir nur mutmaßen, dass der Doktor und seine Begleiter demnächst auf die Delete-Fraktion treffen werden. Es kann noch alles sein.
  • Wer ist „Ruth“? Da gibt es prinzipiell zwei Alternativen:
    • Es handelt sich um eine bisher nicht gezeigte Regeneration. Diese könnte Pre-Hartnell (fände ich spontan nicht gut, da es die ganze Bedeutung von Hartnell kaputt machen würde, gerade nachdem 12 noch einen so schönen Bogen zu ihm geschlagen hatte, und ist auch nicht wahrscheinlich, nachdem erst unter Hartnell die TARDIS als blaue Polizeibox „feststeckte“) oder irgendwann danach sein. Die Regeneration von 2 zu 3 hat man zum Beispiel nie auf dem Bildschirm gesehen. Aber: Einen solchen Plot mit einer vergessenen Regeneration gab es schon. Daher wäre das letztlich langweilig.
    • Es handelt sich um einen Doktor aus einem alternativen Universum. Ob sich nun unsere Heldin gerade in ein anderes Universum verirrt hat, der Master sie dort hingetreten oder vielleicht die andere Version sich zu uns verlaufen hat, ist dabei noch gut austauschbar. Der Charme an dieser Variante: Es eröffnet tatsächlich relativ unbetretenes Gelände im Doctor-Who-Kanon. Ein interessanter narrativer Kniff könnte es auch sein, dass wir hier eine weitere Version vom Doktor sehen, die nach der Kopie im Universum von Rose aus der Kopie von 10 entstanden ist. Zwar wurde dort behauptet, dass dieser Rose-Doktor kein vollwertiger Timelord sei, aber vielleicht hat ja die Kopie von Gallifrey ihn dort aufgewertet? Dagegen spricht etwas das Design der TARDIS, die doch etwas mehr nach Classic-Who ausschaut.
  • Wer war Lee? – Viel zu schnell von uns gegangen, hat er ein beachtliches Dossier bei dem Verschwörungstheorie-Tortenbäcker hinterlassen. Selbst wenn man die Eifersucht von diesem herausnimmt, spricht also doch einiges dafür, dass es nicht das erste Mal ist, dass um ihn herum seltsames passiert. Daher tippe ich derzeit darauf, dass Lee zu seinem Doktor in etwa das war, dass Martha zu 10 in Staffel 3 war, als dieser all sein Wissen in einer Uhr geparkt hatte: Ein Begleiter des Doktors, der diese beschützen soll. Allerdings einer, der ihr weit näher kommen durfte, als Martha damals. Und der sich dann ihr zuliebe geopfert hat.
  • Was ist denn nun der Status von Gallifrey? – Erst tritt der Master den Doktor nach Gallifrey, wo diese eine völlig zerstörte Welt vorfindet, deren Zerstörung der Master für sich selbst einnimmt. Dann treffen die Doktoren nun mal eben auf eine weitere Timelady, die nicht ansatzweise von einer Zerstörung Kenntnis hat. Das ist widersprechend, spricht aber dann doch dafür, dass 13 eine alternative Realität, vielleicht aber auch nur eine alternative Zeitlinie zwischenzeitlich aufgesucht hat.

Fazit: All diese Theorien! So bringt Doctor Who Spaß. Endlich wieder!

★★★★★

12x06 Praxeus

Gabriela Castillo (Joana Borja) darf auch einmal in die Tardis. Was draußen wartet ist aber spannender (Foto: BBC/Polyband)

Und zurück zu einer sehr klassischen New Who-Episode: Der Doktor und ihre Crew sind auf der Spur nach einem Mysterium, finden einzelne Puzzleteile, setzten diese zusammen, werden von verrückten Vögeln verfolgt, und retten die Welt. Nichts besonders Aufregendes, aber auch nichts besonders Schlechtes: Ein solider Snack für zwischendurch, der nichts falsch macht. Aber der auch keine einzige Frage der letzten Woche weitervoranbringt, diese Episode hätte problemlos auch schon letzte Staffel laufen können.

★★★★☆

12x07 Die Götter der Finsternis (Can you hear me?)

Etwas erstaunlich, dass eine Episode, die endlich auch etwas Fokus auf die Companions legt, nun sowenig wirklich aufregend ist. Sie hatte gute Ideen, gute Effekte (und etwas Zeichentrick) und baute sogar etwas auf dem alten Kanon auf. Aber gegen sie spricht ein irgendwie kruder Schnitt (plopp alle wieder in der Tardis, geht schon weiter) und das eigentliche Finale.

★★★☆☆

12x08 Spuk in der Villa Diodati (The Haunting of Villa Diodati)

Lord Byron und Mary Shelley bringen beide natürlich unbändiges historisches Flair mit sich. Das als Grundlage einer Spukgeschichte allein ist bereits eine wunderschöne Idee. Aber auch das Verweben mit dem Rest des Whoniverse ist hier sehr gelungen, sei es die Auflösung, was all diesen Spuk auslöst, der Hinweis darauf, dass der Doktor nicht noch jemand an diese verlieren möchte und auch ein wenig ihre aufgezeigte Hybris, als auch die kleine Verbeugung vor der Episode vor sechs Wochen, in der Byrons Tochter Ada eine zentrale Nebenrolle spielte. Sehr gelungenes Debut einer neuen Autorin in der Serie und nach den Füllerepisoden der letzten Wochen ein überraschendes Setup der zwei finalen Episoden dieser Staffel.

★★★★☆

12x09 Aufstieg der Cybermen (Ascencion of the Cybermen)

Der Doktor hat immer mal wieder Phasen, in dem er einen Machttrip auslebt und anderen zeigt, wieviel überlegener er ist. Das macht nun auch 13 in der letzten Episode (und, ehrlicherweise, waren Anzeichen davon schon früher zu sehen), und so hat sie nun mit ihren Companions einiges zu retten, was noch zu retten ist. Und in einer eigentlich hektischen Episode passiert überraschend wenig erstmal, jedenfalls wenn es um Erkenntnisse geht.

Stattdessen bekommen wir abermals weitere Fragezeichen serviert, darunter auch die aus dem Nichts zu kommen scheinende Rahmengeschichte eines Findelkindes, das zum Polizisten aufwächst und später dann im hohen Alter an eine Maschine angeschlossen wird, nachdem es zwischenzeitlich eigentlich bereits gestorben hätte sein müssen.

Letztlich springt der Master aus dem verdeckten Bühnenbild hervor und wird wie Puck alles irgendwie nur noch schlimmer machen. Unmöglich, diese Episode ohne den zweiten Teil nächste Woche wirklich zu beurteilen, aber es hat Spaß gemacht.

★★★★☆

12x10 Die zeitlosen Kinder (Timeless Children)

Was? Puh, das war ein wilder Ritt, und er war nicht enttäuschend, denn erstmals in quasi der gesamten Serie war ich tatsächlich um das Leben des Doktors besorgt. Hut ab, Chibnall, Du hast es geschafft, die Stakes so zu setzen, dass tatsächlich das finale Ende hätte passieren können, denn mit der Einführung einer weiteren, bisher nicht bekannten Inkarnation hätte die Serie tatsächlich auch ohne unsere aktuelle Heldin weiterlaufen können.

Dass Dreizehn, oder wie auch immer wir sie jetzt noch nennen dürfen, dann es doch noch geschafft hat, ist erleichternd – auch wenn ich mit dem Jo Martin-Doktor auch problemlos gerne gereist wäre. So haben wir aber nun ein weiteres Zwischen-den-Jahren-Special, in dem auch wieder beide auftauchen können.

Zusätzlich hat Chibnall den Doctor-Who-Mythos tatsächlich relativ sinnvoll und einigermaßen behutsam erweitert und gleichzeitig mit vielen Anspielungen (Chameleon-Schaltkreis, die Matrix) auf die alte Serie die Fanherzen auch noch etwas hochschlagen lassen. Danke dafür.

Dennoch bleiben ein paar Probleme offen, die noch zumindest mal angesprochen werden müssten (sich aber vermutlich irgendwie wegerklären lassen):

  • Was ist mit dem neuen Regenerationszyklus, den Matt Smiths Doktor in Time of the Doctor erhalten hat? War der überhaupt nötig? (Mögliche Antwort: Er war nicht nötig, der Doktor litt hier an dem Nocebo-Effekt, der mit einer Placebo-Gabe durchbrochen wurde. Schmälert seinen Abschied aber dann doch.)
  • Warum hat Clara in Name of the Doctor nur die Regeneration von Hartnell aufwärts gesehen, aber behauptet, alle zu kennen? (Mögliche Antwort: Sie hat nur alle gesehen, an die sich auch der Doktor erinnern kann, denn sie konnte ja auch den War-Doktor zunächst nicht sehen. Oder sie hatte alle gesehen und konnte sich nachher nicht mehr an die anderen erinnern?)
  • Wieso wurde behauptet, dass die Timelords ihre Regenerationsmacht durch das Aussetzen mit dem Auge der Harmonie erhalten? (Mögliche Antwort: Das Auge der Harmonie hat einen ganz anderen Zweck, soll vielleicht die Timelords gefügiger machen, und dies ging nicht nur beim Master schief, sondern auch beim Doktor …)
  • Wie konnte River dann ihre Regenerationsfähigkeiten erhalten, weil sie im Zeitvortex gezeugt wurde? (Mögliche Antwort: Vielleicht entstand ja auch das erste Zeitlose Kind auf diese Art und Weise?)
  • Warum war Jo Martins Doktors Tardis in der Form der Polizeibox? (Mögliche Antwort: Weil der Doktor sich damals noch als Polizist des Universums aufgeführt hat, wie ja auch diese Rahmengeschichte aus der letzten Episode nahelegte, vielleicht ist das einfach die Lieblingsform von ihm und er hat den Chameleonschaltkreis extra nie repariert.)
  • Was ist mit Missy und all der Entwicklung, die der Master als sie durchlebte? (Mögliche Erklärung: Der Master war noch nicht Missy. Aber auch dann hätte der Doktor dies durchaus thematisieren können und an den Master damit appellieren.)

Narrativ kann und sollte man sicherlich viel kritisieren und gerade Old-Who-Fans werden dies in aller Ausführlichkeit machen. Aber: alles war prinzipiell in dieser Staffel gut vorbereitet – auch die Rahmengeschichte von letzter Folge macht nun rückschauend so Sinn: Der Doktor wurde als Findelkind gefunden, wurde zum Polizisten ausgebildet, starb, lebte dennoch weiter, und als alter Mann wurde ihm seine Erinnerung von den Menschen genommen, denen er stark vertraute.

★★★★☆


Fazit

Was bleibt nun von Staffel 12? Insgesamt ein wilder und recht ungleichmäßiger Ritt, mit der überraschenden Wiedereinführung des Masters, einer grottenschlechten (Orphan 55), einigen mäßigen Episoden, aber auch einem Ausbruch aus dem Status Quo, der in so langer Zeit aufgebaut wurde und ehrlicherweise auch das Franchise beengte.

Thomas Edison (Robert Glenister) hält sich im Hintergrund und überlässt dem Doktor (Jodie Whittaker), Graham (Bradley Walsh) und Ryan (Tosin Cole), die Welt zu retten (Foto: BBC/Polyband)

Chibnall, der noch in der letzten Staffel oftmals stark kritisiert wurde, hat hier einige Änderungen in die DNA der Show injiziert, deren Auswirkungen uns noch einiges an interessanten neuen Wendungen bringen vermag und einer Show, in welcher der Hauptprotagonist regelmäßig regeneriert, selbst eine Regeneration verpasst hat, und dabei nicht soviel kaputtschlägt, wie man noch zuerst angenommen hat.

Wenn eine Show immer im selben Status Quo verharrt, befriedigt das irgendwann nur noch die Fans. Einige werden auch all das, was als Kanon etabliert wurde, mit viel Hartnäckigkeit verteidigen. Je dramatischer der Ausbruch aus dem Status Quo, desto stärker wird der Gegenwind sein. Der wird sich erst legen, wenn etwas Neues, Spannendes etabliert wurde, und dafür muss man durchhalten. Ich bin gespannt, was Chibnall noch Neues hinzufügen will und ob mir das neue Konstrukt gefallen wird. Falls es tatsächlich eine reine Katastrophe werden sollte (und das sehe ich nicht), gibt es immer noch für einen neuen Showrunner die Möglichkeit, einen Bobby-Ewing-in-der-Dusche-Moment zu konstruieren. Denn Doctor Who ist als Serie sehr belastbar.

Bin gespannt, wie und wann es weitergeht.


„Doctor Who: Die komplette 12. Staffel“ (UK 2020)

Drehbuch: Chris Chibnall

Darsteller: Jodie Whittaker, Bradley Walsh, Tosin Cole, Mandip Gill

Score: Die gute Arbeit aus der letzten Staffel wird auch hier fortgesetzt, ohne sich zu sehr in den Vordergrund zu drängen.

Extras: Closer Looks und Audiokommentare, und ein Booklet mit ausführlichen Hintergründen und Interviews

Rollenspiel-Inspirationsfaktor: Das Doctor Who Rollenspiel von Cubicle 7 ist immer noch nicht mit Jodie Whittaker als 13 erschienen, aber mit dem umfangreichen Material, die für alle anderen Doktoren bestehen, kann man hervorragend selbst sich durch Raum und Zeit stürzen.

★★★★


„Doctor Who: Die komplette 12. Staffel“ erscheint am 09.10.2020 bei Polyband auf DVD und Blu-ray. Offenlegung: Ich habe die Blu-ray freundlicherweise als Rezensionsexemplar erhalten.

Ron Müller

Rollenspieler auf Suche nach neuen staffelübergreifenden Handlungssträngen. Bloggt auf Edieh, labert im AusgespieltTeam.

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