Kritik: „What We Do in the Shadows“ (dt.: „5 Zimmer Küche Sarg“, Fantasy Filmfest 2014)

Typische WG-Probleme

Die Freunde Vladislav (Jemaine Clement), Viago (Taika Waititi), Deacon (Jonathan Brugh) und Petyr (Ben Fransham) haben im neuseeländischen Wellington eine WG gegründet. Derzeit haben sie allerdings Besuch von einem Team von Dokumentarfilmern, welche die sozialen Interaktionen zwischen den vieren und ihren Opfern filmen wollen. Die vier sind nämlich Vampire und Deacon hat seit Jahren das Geschirr nicht mehr abgewaschen.

Ein glückliches Gruppenfoto der ungleichen Freunde („What We Do in the Shadows“ in Deutschland bei Weltkino Filmverleih)

Natürlich sind alle Filmer mit Kruzifixen ausgestattet und haben eine Zusicherung der übernatürlichen Critter bekommen, dass ihnen bei den Dreharbeiten nichts passieren wird. Aber spätestens als der extrovertierte Nick und sein bester überaus bodenständiger Freund Stu zu der Gruppe stoßen, ziehen nicht nur seltsame moderne Sitten und Technik ins Haus, sondern gerät auch einiges im Futterplan durcheinander.

Die generische Feindschaft zu den Werwölfen ist kurz vor der Eskalation, die Bestie, der Erzfeind von Vladislav, wirft ihre Schatten voraus, Deacons Vertraute fordert immer lautstärker, dass er sie nicht nur ausnutzen, sondern auch endlich unsterblich machen soll und auch Viago muss endlich einmal für sich herausfinden, ob seine alte Liebe, für die er einst überhaupt erst nach Neuseeland gezogen ist, es noch wert ist, weiter zu verfolgen.

“We are were wolves, not swear wolves!”

Was für eine herrlich schräge und unkonventionelle Komödie. Der Film hat durchaus das Zeug, ein Kultkaliber von Monty Python zu entwickeln. Er macht vor keinem Vampir-Klischee halt (selbst „Twilight“ wird kurz gemolken), schafft es aber dennoch seine tollen Figuren ernst zu nehmen und das ganze gleichzeitig im Mockumentary-Stil konsequent verpackt zu halten. Kurz: Ich habe mich lange nicht mehr so prächtig im Kino amüsiert.

An diesem Film habe ich rein gar nichts auszusetzen, außer vielleicht seine Kürze von gerade einmal 86 Minuten. Aber die sind so vollgepfropft mit Anspielungen, kleinen Details und bizarren Übertreibungen, dass man manchmal vor lauter Lachen gar nicht mehr den nächsten Gag mitbekommt. Wirklich Groß-art-ig!

„What We Do in the Shadows“ („5 Zimmer Küche Sarg“) (Neuseeland 2014)

Regie, Buch und Darsteller: Jemaine Clement, Taika Waititi

Weitere Darsteller: Jonathan Brugh, Cori Gonzalez-MacuerStuart Rutherford

Rollenspielinspirationsfaktor: Absurd.

Kinostart in Deutschland: Am 30. Oktober 2014 (Weltkino Filmverleih).

★★★★★

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