Meine Jurytätigkeit im Winter One Page Contest (WOPC) 2014/15

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Ich habe, wie auch schon im Jahr davor, die Ehre gehabt, für den „4. Winter One Page Contest“ (WOPC) von Greifenklaue und Würfelheld die Einsendungen zu begutachten. Im Vergleich zum 3. Jahr waren es statt 48 Einsendungen bereits stolze 72. Es galt also 50 % mehr zu lesen!

Uff. Das war mal eine Herausforderung.

Nicht alles war groß genug

Um ehrlich zu sein: Nicht alles davon war eine Freude zu lesen. Die Tatsache, dass nur eine DIN-A4-Seite zur Verfügung steht bedeutet offenbar für manche, dass sie auf Lesbarkeit pfeifen und einfach alles in Mikroschrift drauf klatschen. Vielfach wurden durchaus gut gesetzte Beiträge unnötigerweise von Text in Grafik konvertiert, ein Beitrag hatte sogar einen Kopierschutz. Um es deutlich zu sagen: Inhalt ist wichtig, Form ist es aber auch, selbst wenn man nicht auf den dieses Jahr neu eingeführten Designpreis aus war. Es macht für mich durchaus einen deutlichen Unterschied, ob man mit dem Geist des Wettbewerbs, nur eine Seite zu füllen, mit technischen Tricks zu umgehen versucht.

Erfreulich war für mich im Vergleich zum Vorjahr aber, dass viel mehr unterschiedliche Systeme eingeflossen sind, darunter auch viele Indie-Systeme, wie Fiasko oder dem Seelenfänger-RPG, aber auch die großen Boliden wie Shadowrun, Cthulhu oder DSA waren wieder dabei. Im Jahr davor waren noch (gefühlt) die Hälfte der Einsendungen Dungeoncrawls für Dungeonslayers und Ablegerkonsorten. Die gab es diesmal auch (soll es auch weiterhin geben, da kommen teilweise sehr klasse Geschichten zusammen), aber allein durch die schiere Anzahl anderer Systeme stach dies nicht so sehr ins Auge und Abwechslung selbst ist auch für Juroren angenehm.

Äpfel mit Birnen vergleichen, dann reduzieren und gut einköcheln lassen

Und inhaltlich ist es wirklich schwer, halt Äpfel mit Birnen zu vergleichen, auf der einen Seite nahezu fertige Abenteuervorlagen, auf der anderen Seite ein Schwertgenerator, auf der dritten ein NSC-Konzept. Für mich persönlich war immer die Frage: Wenn ich eines davon adaptiere für eine Runde, wie viel kann ich daraus an Inspiration ziehen? Wie einfach, wie Einsteigerfreundlich, oder wie viel Nacharbeit zieht die eine oder andere Seite noch nach sich?

Letztlich gelang es mir dann doch, die 72 Einsendungen auf 29 zu reduzieren, die für mich in die engere Auswahl kamen und daraus dann meine Favoriten in Reihenfolge gebracht. Das klingt leichter als getan und vielfach musste ich lange mit mir ringen, wer denn in die persönliche Top 12 kommen sollte. Und natürlich habe ich andere Präferenzen als meine Mitjuroren gefunden, das liegt in der Natur der Sache, dennoch waren wir uns bei den Siegern erfreulicherweise recht einig. Qualität setzt sich eben doch durch. 🙂

Die Gewinner (nochmal)

Die Gewinner sind bei Greifenklaue und Würfelheld bereits veröffentlicht, hier aber der Bequemlichkeit nochmal schnell die Top 6:

  1. „Verrat auf dem Mississippi“ (Old Slayerhand) von Waylander
  2. „Wenn die Sterne richtig stehen“ (Fiasko) von der Spielrunde ­Chaotisch Neutral
  3. „Auf den Spuren von Arnor“ (Mittelerde) von Klaus Westerhoff
  4. „Ein Magiertraum“ (Seelenfänger) von Florian Wehner
  5. „New Albion“ (Cthulhu Gaslicht) von Stefan Droste
  6. „Der Komplex“ (ein universeller Horror-/Mystery-Schauplatz) von Christian Günther

Meine Einschätzungstexte sind bereits teilweise veröffentlicht worden, die restlichen werden auch noch veröffentlicht. Jetzt aber noch einen Glückwunsch an die Gewinner, es gibt ja einige tolle Preise!

6 Gedanken zu „Meine Jurytätigkeit im Winter One Page Contest (WOPC) 2014/15“

  1. Ihr habt wirklich meinen Respekt, wie schnell ihr euch durch die 72 Beiträge gearbeitet und sie bewertet habt. Danke schön.

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