Fazit 2006

Ron Müller

Rollenspieler auf Suche nach neuen staffelübergreifenden Handlungssträngen. Bloggt auf Edieh, labert im AusgespieltTeam.

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12 Antworten

  1. Kolja sagt:

    Also, als deutscher Who-Seher der „ersten“ Stunde (also seit dem 7. Doc auf RTL) möchte ich Dir an dieser Stelle kurz widersprechen, daß „wir“ Torchwood „gleichermaßen gerne und begeistert“ ansehen. Mitnichten, es ist eher so, daß ein paar „Fangirls“ relativ laut heraus schreien, daß diese Serie „totalsupersüßundüberhauptabsolutknuddelig“ ist, jedoch ist die Mehrheit der „Who“-Fans eher der Meinung, daß „Torchwood“ so nicht unbedingt hätte renewed werden müssen.
    Insbesondere die allgegenwärtige s.g. „Gay Agenda“ (eben nicht nur ein bisexueller Hauptcharakter) des Produzenten Russel T. Davis hat die Serie fast schon nicht-ansehbar gemacht.
    „SJS“ is in Ordnung, Begeisterung macht sich aber noch nicht breit.

  2. Ron sagt:

    Erstmal, auch ich habe schon damals den („ersten deutschen“) Doctor damals auf RTL verfolgt, würde mich also auch als Fan der ersten Stunden bezeichnen.

    Dann sicherlich: Die „Gay-Agenda“ ist etwas, vor dem viele erstmal zurückschrecken und das in einer SciFi-Serie bisher selten bis nie auftauchte. Und ich kann auch verstehen, wenn viele vor dieser Thematik in dem Kontext zurückschrecken. Ich persönlich finde aber, dass dies gar nicht so stark in der Serie auftauchte, wie von Euch in Eurem Podcast und dem Forum aufgebauscht (wobei Du sicher da mehr Kontakt zu den Fans hast als ich, aber das ist auch immer selektive Wahrnehmung). Wenn das bei manchen aufstößt: Bitte, dann soll es. Das hat ein Kuss zwischen einer Schwarzen und einem Weißen in einer gewissen anderen SciFi-TV-Serie vor etwa 40 Jahren auch schon mal.

    Torchwood ist für mich dennoch keine Revolution des Genres. Es ist wie angekündigt dunkler und nicht das Familienprogramm wie Doctor Who. Dennoch hat man fast nur Monster of the Week Episoden und die Charakterentwicklung bleibt dabei irgendwie auf der Strecke. Klar, sind Ansätze da, aber irgendwie fehlt irgendwo noch ein wenig die Chemie zwischen den Charakteren (und das mal geschlechtsneutral geschrieben). Dennoch: Meiner Meinung nach meistens eine gute Unterhaltung.

    Die Sarah Jane Adventures sind klar für Kinder abgezielt. Daher auch die entsprechenden Identifikationsfiguren, der Plot und die vielen Gadgets. Also letztlich der ganz andere Aspekt aus der „Mutter“-Serie genommen. Hat aber auch seine Berechtigung.

  3. Kolja sagt:

    Nur noch einmal kurz zur „Gay Agenda“-Thematik. Ich bleibe bei meiner Wertung, daß es sich nicht(!) um eine SciFi-Sendung handelt und in dem Sinne fühle ich mich als „Kunde“ vera****t. Statt dessen wurden mir RTDs politische und kulturelle Meinung, garniert mit ein paar „fantastischen Elementen“ aufgedrückt. Nur weil am Schluß z.B. eine CGI-Godzilla-Variante durch Cardiff läuft, ist dies noch lange nicht SciFi im eigentlichen Sinne. Mich stört in diesem Sinne die falsche Ettiketierung, aber wie Du schon schreibst, kann man meine bzw. dabei dann auch unsere (also Raphaels und meine) im Whocast nachhören.

  4. Raphael sagt:

    >>Das hat ein Kuss zwischen einer Schwarzen und einem Weißen in einer gewissen anderen SciFi-TV-Serie vor etwa >>40 Jahren auch schon mal.

    Das ist jetzt bitte, bitte, BITTE nicht Dein Ernst, dass Du das vergleichen willst – in der heutigen Zeit…
    Das wäre der erschreckende Beweis dafür, dass manche Rollenspieler tatsächlich nichts mehr mitbekommen…

    r:

  5. Ron sagt:

    Ich weiß leider nicht, wie Du „SciFi im eigentlichen Sinne“ definierst, habe aber das Gefühl, dass Du da etwas ganz anderes raus verstehst, als ich. Für mich ist Science-Fiction recht gut definiert mit der Frage „Was wäre wenn“ und der daraus entstehenden Komplikationen, gerade auch in Frage von Politik und Kultur. Science Fiction ist für mich nicht damit charakterisiert, dass irgendein Monster durch Cardiff läuft, nicht durch irgendwelche futuristischen Waffen oder Raumschiffen alleine, sondern mit den Auswirkungen, die eine solche Sache auf die Menschen herum macht und ja, auch besonders die philosophischen und ethischen Implikationen.

    Ich gebe gerne zu, dass sowohl Torchwood als auch Doctor Who da manchmal etwas arg schwach auf der Brust sind und ins triviale abgleiten (aber das sind andere Serien in diesem Genre auch gerne). Torchwood ist für mich dennoch dann klar Science-Fiction, wenn es darum geht, welche moralischen Dilemma sich aufwerfen, wenn man außerirdische oder übernatürliche Apparaturen zur Verfügung und welchen Missbrauch das beinhalten kann. Dieser Faden zieht sich durch die gesamte Serie, daher ist es für mich klar Science-Fiction und eindeutig kein Etikettenschwindel, auch wenn ich manchmal gehofft hatte, dass dies etwas nachvollziehbarer bei den Charakteren passiert wäre.

  6. Ron sagt:

    Raphael: Doch, das ist mein Ernst, aber ich glaube (oder hoffe), Du verstehst das dennoch falsch. Es gibt Weiterentwicklungen in unserer Kultur, auch und gerade was die Sexualität angeht (da erzähle ich Dir hoffentlich ebenfalls nichts Neues). Was vor 40 Jahren nur mit sagenhaften Plotumstrickungen in der US Kultur machbar war, ist mit heutigen Massstäben und aus unserer Perspektive nur noch schwer als Tabubruch nachzuvollziehen (für die, die nicht wissen, wovon wir da gerade reden: In der klassischen Star Trek Serie gab es einen Kuss zwischen Captain Kirk und Lt. Uhura, allerdings unter Zwang von Außen).

    Dass ich das Beispiel angeführt habe sollte nur verdeutlichen, dass gerade auch Science Fiction zum Aufbrechen von alten Erzähl- und Rollenstrukturen einmal wesentlich beigetragen hat (und auch noch immer trägt). Wobei ich dabei bei Torchwood fast schon enttäuscht fand, aber das aus sehr anderen Gründen als ihr, wenn ich mir so Euren Podcast anhöre (sinngemäß daraus mehrfach: „Ich habe mich geekelt bei dem Kuss zwischen zwei Männern“). Ich kann und will Euch Euren persönlichen Ekelfaktor nicht vorschreiben. Aber über die Polemik, dass ich nichts mehr mitbekommen würde als Rollenspieler, darüber kann ich wirklich nur schmunzeln.

  7. Freierfall sagt:

    03. Das Parfüm
    – Oppulenter Historienfilm nach Bestsellervorlage von Tom Tykwer. Tom Tykwer. Muss ich mehr sagen? (DVD-Kaufabsicht: Öhm, vielleicht mal)

    Tom Twyker ist lediglich der Regisseur, der Roman ist von Patrick Süskind.

  8. Ron sagt:

    Tom Twyker ist lediglich der Regisseur, der Roman ist von Patrick Süskind.

    Korrekt, das habe ich leider etwas undeutlich formuliert. Mir ging es dabei um den Regisseur.

  9. Kolja sagt:

    @Ron: Du schreibst zwar, daß Du uns unseren persönlichen Ekelfaktor nicht vorschreiben willst, jedoch geht es uns genau darum. Hier (in der Serie und in manchen Foren – damit meine ich jetzt nicht Dich) wird so plakativ „Bi sein ist toll und ihr müßt das alles super finden“ heraus geschrien, daß es sehr wohl einem „ich schreibe Dir vor wie Du zu denken hast“ gleich kommt.

  10. Ron sagt:

    Um einen anderen Vergleich zu ziehen: Mir persönlich gefällt die rabiate und durch das „wichtige Ziel“ gerechtfertigte und tolerierte Gewalt von „24“ ganz und gar nicht. Diese „Gewalt-Agenda“ kann ich mal tolerieren, aber mittlerweile hat sie mir die Serie so weit vermiest, dass ich meine Zeit lieber mit anderen Sachen verbringe. Dennoch hat die Serie nach wie vor noch viele Fans, die sie weiterhin gerne sehen (gut in Deutschland weniger, aber das liegt auch an der Sendepolitik von RTL II).

    Wenn mir jetzt jemand aber in einer Diskussion vorschreiben will, ich habe diese Gewalt für gut und nötig zu befinden, dann blockiere ich auch. Aber ich gehe nicht soweit, meinerseits zu verlangen, dass er diese „Gewalt-Agenda“ genauso wie ich verabscheuen muss und einsehen muss, dass „24“ wegen all den Folterszenen keine Actionserie mehr ist. Denn beides wäre meiner Meinung nach falsch.

  11. Kolja sagt:

    „24“ kann ich nicht beurteilen, da ich es nicht sehe. Aber wir gehen da denke ich konform, denn auch mir geht es, wie dargelegt darum, daß ich meine Meinung zu etwas habe und mir (insbes. in Foren) andere diese Meinung als „veränderungswert“ bewerten. Meine Aussage ist ja eben auch nicht, daß andere das auch als „eklig“ empfinden sollen, ich gebe nur meine persönliche Meinung wider.

  12. Ron sagt:

    Meine Aussage ist ja eben auch nicht, daß andere das auch als „eklig“ empfinden sollen, ich gebe nur meine persönliche Meinung wider.

    Bisweilen hatte ich leider den Eindruck, dass Deine/Eure Meinung – im Podcast konnte ich die Stimmen nicht ganz differenzieren, sorry – als allgemein gültig hingestellt worden ist. Gut, dass Du das hier nun klar gestellt hast.