Doctor Who: Tödlicher Fund (Kritik)

Es ist Neujahr und der Doktor und ihre Freunde stellen gerade eine historische Topliste von Feuerwerken auf. Da finden die beiden Archäologen Lin (Charlotte Ritchie) und Mitch (Nikesh Patel) zufällig in Sheffield ein altes Artefakt. Eines von drei Stücken eines außerirdischen Körpers, der im 9. Jahrhundert nur unter großen Schwierigkeiten besiegt, aber nicht zerstört werden konnte. Die Archäologen reaktivieren dies unbeabsichtigt und rufen damit das Team Tardis auf den Plan. Doch dies kommt zu spät. Das Wesen hat bereits Besitz von Lin genommen und startet einen Zerstörungsfeldzug mit dem Ziel, sich wieder eine Rüstung zu schaffen.

Währenddessen trifft Ryans entfremdeter Vater Aaron (Daniel Adegboyega) ein, der sich mit seinem Sohn versöhnen will. Dieser ist aber noch lange nicht darüber hinweg, dass Aaron noch nicht einmal den Anstand besaß, bei der Beerdigung seiner eigenen Mutter aufzutauchen.

Doctor Who - New Year Special: Tödlicher Fund - Trailer [HD] Deutsch / Englisch
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Kleines Feuerwerk nach etwas unterwältigender Staffel 11

Chris Chibnalls Doctor Who-Episoden glänzen bisher vor allen durch Charakterbeziehungen und -entwicklungen. Das war es aber leider auch schon, denn an anderen Stellen sind sie eher stumpf und gerade die wöchentlichen Plotideen sind eher unterwältigend. Schon bei Tennant und Smith waren seine Episoden unterdurchschnittlich. Nun als Showrunner liefert er bei seinem 13. Doktor ein äußerst gemischtes Bild. Dabei Low-Lights wie „Arachnids in the UK“ oder „The Ghost Monument“ und bisher eigentlich nur mit „Rosa“ als wirkliches Highlight.

Archäologische Untersuchungen in der Kanalisation vom Doktor, Ryan, Mitch und Lin (Jodie Whittaker, Tosin Cole, Nikesh Patel und Charlotte Ritchie, Foto: Polyband/BBC(

Mit „Tödlicher Fund“ findet er aber wieder etwas auf Kurs. Auf seinen Kurs. Zwar ist die Dreiteilung des Monsters, das erst spät seine wahre Natur offenbart, nur ein Ablenkungsmanöver. Es spielt später quasi keine wirkliche Rolle mehr, aber hat immerhin uns Zuschauer eine Zeitlang auf eine amüsante falsche Fährte geführt. Es ist hier aber vor allen Charlotte Ritchie zu verdanken, dass die Story funktioniert. Sie schafft es sehr gut, die gegen ihren Willen fremdgesteuerte Figur zu spielen, die gleichermaßen Schrecken verbreitet und darüber selbst erschrocken ist.

Chibnall kann kaputte Charaktere

Aber auch bei den Companions gibt es Entwicklung. Ryan muss im Konflikt mit seinem Vater Aaron diese Episode nicht nur selbst viel stemmen, sondern bekommt vor allen auch genügend Zeit dafür eingeräumt. Und dieser Charakterfokus ist wichtig. Die Entfremdung zwischen den beiden und was dies bei Ryan auslöste war schon vorher thematisiert, so dass seine Frustration gut nachvollziehbar ist.

Der Doktor könnte auch gut podcasten (Jodie Whittaker, Foto: BBC/Polyband)

Dass die andere Perspektive aber, trotz der Zeichnung von Aaron als Herumtreiber und Verkäufer von offenbar von Lastwagen gefallenen Mikrowellenherden, ebenfalls nachvollziehbar scheint, liegt einerseits an einer guten Darstellung durch Adegboyega, andererseits aber tatsächlich auch an einem guten Skript. Chibnail kann kaputte Charaktere.

Nach einer teilweise unterdurchschnittlichen elften Staffel gibt es mit dieser Neujahrsepisode tatsächlich wieder etwas Grund, sich neue Vorsätze zu setzen und weitere gute Folgen zu erwarten.


„Doctor Who – Tödlicher Fund“ („Doctor Who – Resolution“, GB 2019)

Regisseur: Wayne Yip

Drehbuch: Chris Chibnall

Darsteller: Jodie Whittaker, Bradley Walsh, Tosin Cole, Mandip Gill, Charlotte Ritchie

Extras: Rückblick auf die 11. Staffel, Behind the Scenes, Feature über das Monster dieser Folge, Closer Look auf die Folge

★★★★


„Doctor Who – Tödlicher Fund“ erscheint am 31.05.2019 bei Polyband auf DVD und Blu-ray. Offenlegung: Ich habe die Blu-ray freundlicherweise als Rezensionsexemplar erhalten.

Ron Müller

Rollenspieler auf Suche nach neuen staffelübergreifenden Handlungssträngen. Bloggt auf Edieh, labert im AusgespieltTeam.

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