Oscar-Tipp 2020

Einmal im Jahr schaue ich auf meine Statistiken, und bin sicher, dass ich das Niveau der Vorjahre sicherlich nicht halten werden kann:

Gedanken zur Verleihung 2020

2020 ist auch ein etwas seltsames Jahr bei der Verleihung. Aus der Riege der nominierten Filme ist das Gesellschaftsschicht-Drama Parasite sicherlich der eindrucksvollste Film des Jahrgangs. Seine Gewinnchancen würde ich aber dennoch als gering einschätzen, dass die Academy sich aber nun auch im zweiten Jahr traut in dieser Liste auch einen ausländischen Film aufzunehmen (nach Roma letztes Jahr), stimmt aber etwas hoffnungsvoll. Denn ansonsten ist gerade die Auswahl der Darsteller wieder (mit einer einzigen Ausnahme) schon wieder #OscarsSoWhite.

Die Oscars sind schon mal poliert (Foto: analogicus/Pixabay)

Dazu kommt, dass dieses Jahr die Verleihung über einige Wochen vorgezogen wurde, wohl auf Druck der Studios. Diese erhoffen sich dadurch offenbar, ihr Werbebudget für die Filme, die im Rennen sind, etwas reduzieren zu können – denn die meisten Preise gewinnt in aller Regel der Film, der am meisten noch in aller Munde ist. Und so ist der Abstand zu den Globes Anfang Januar deutlich geringer. Ob diese Rechnung aufgeht, muss sich erst noch zeigen.

2020 Tipps

Hier also meine Tipps für 2020, inkl. den Gedanken für die interessanteren Kategorien:

Ein atemberaubender, langer One-Take, aber mit mehr Spezialeffekten, als man zunächst ahnt: 1917 (Foto: © 2019 Universal Pictures and Storyteller Distribution Co., LLC. All Rights Reserved.)

Film: 1917. Ich würde es zwar Parasite mehr gönnen, aber Sam Mendes’ Kriegsdrama ist nicht nur visuell beeindruckend sondern wird vermutlich den breitesten Konsens finden.

Hauptdarsteller: Joaquin Phoenix (Joker). Bisher wurde er dreimal bereits nur nominiert, seine Leistung in Joker ist aber gleichermaßen brillant wie auch der Film ein Publikums- und Kritikerliebling. Wegen seiner Darstellung.

Hauptdarstellerin: Saoirse Ronan (Little Women). Die Chancen von Renée Zellweger werden zwar meist etwas höher eingeschätzt, aber es ist Ronan, die dieses Jahr besonders glänzt und ebenfalls bereits dreimal übergangen wurde.

Nebendarsteller: Brad Pitt (Once Upon a Time in Hollywood). Hier tippe ich darauf, dass sich die beiden The Irishman-Darsteller Al Pacino und Joe Pesci gegenseitig die Stimmen stehlen und Anthony Hopkins und Tom Hanks, die eigentlich beide Hauptdarsteller in ihren jeweiligen Filmen sein sollten, genügend gewürdigt erscheinen. Pitts darstellerische Leistung wurde hingegen noch nicht von der Academy gewürdigt.

Gespalten zwischen Mutterliebe und Anstand. (Scarlett Johansson, Roman Griffin Davis. Foto: 20th Century Fox)

Nebendarstellerin: Scarlett Johansson (Jojo Rabbit). Die schiere Grazie, mit der Johansson die Verzweiflung und gleichzeitige Liebe ihrer Mutter zu ihrem von der Hitlerjugend indoktrinierten Sohn spielt, muss auch die Academy überzeugen.

Animierter Film: Klaus. Der Film ist eine kleine von vielen übersehte Perle, auch von dem Animationsstil her innovativ. Vermutlich wird hier aber dennoch Toy Story 4 gewinnen, da Pixar hier ja ein Abo hat. Aber manchmal muss man auch auf sein Herz hören und den richtigen ein Geschenk geben!

Regie: Sam Mendes (1917). Auch hier würde ich Parasite höher einordnen (s. Bester Film oben), aber ich denke, dass Mendes hier den breiteren Konsens finden wird. Und seine Leistung ist hier sicherlich auch sehr zu würdigen.

Kamera: Roger Deakins (1917). Deakins hat zwar nach jahrelanger schrecklicher Ignoranz durch die Academy letztes Jahr endlich den Goldjungen für seine grandiose Arbeit erhalten, aber auch hier muss die Academy sicherlich die schiere technische Vielfalt anerkennen, dass die Kameraarbeit in 1917 leistet.

Adaptiertes Drehbuch: Jojo Rabbit. Hier war ich kurz davor, Little Women noch den Vorzug zu geben, aber Taika Waititis Film ist einfach eine solch bezaubernde Variante eines ansonsten eher trübseeligen Buches.

Der WLAN-Empfang ist auf der Toilette am Besten, wie praktisch … (Woo-sik Choi und So-dam Park, Foto: Koch Media)

Der WLAN-Empfang ist auf der Toilette am Besten, wie praktisch … (Woo-sik Choi und So-dam Park, Foto: Koch Media)

Original-Drehbuch: Parasite. Gut, hier zumindest sollte dieser tolle Film siegen.

Fremdsprachiger Film: Parasite (Südkorea). Hier auch.

Szenenbild: Once Upon a Time in Hollywood

Kostümgestaltung: Little Women

Dokumentation (Feature): Für Sama

Dokumentation (Kurz): Learning to Skateboard in a Warzone (If You’re a Girl)

Schnitt: Parasite

Makeup und Frisur: Bombshell

Musik (Score): Hildur Guðnadóttir (Joker)

Musik (Original-Lied): (I’m Gonna) Love Me Again aus Rocketman (Elton John/Bernie Taupin)

Kurzfilm (Animiert): Hair Love

Kurzfilm (Live Action): Nefta Football Club

Tonschnitt: 1917

Tonmischung: Le Mans 66 – Gegen jede Chance

visuelle Effekte: 1917

Ron Müller

Rollenspieler auf Suche nach neuen staffelübergreifenden Handlungssträngen. Bloggt auf Edieh, labert im AusgespieltTeam.

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