Die besten Filme 2025
1. Superman
Studios tun sich eher schwer damit, die Kontrolle über ihre Tentpole-Movies in die Hand eines einzelnen zu legen. Bei James Gunn, der einst von Marvel verstoßen wurde und dann von DC erst mit Kusshand aufgenommen wurde und mittlerweile das gesamte neue DCU verantworten darf, ist dieser Vertrauensvorschuss aber mehrfach vom Kinopublikum belohnt worden. Zurecht: denn Superman ist einfach ein super Film. Das Schild, das Hoffnung heißt, leuchtet hier also wieder.
2. Sinners
Auch Ryan Coogler schafft es bei Warner Bros. einen ungewöhnlichen Film unterzubringen. Vampir-Mythos vermischt mit Volkstanz – ich hatte ehrlicherweise vorher nie über diese Kombination nachgedacht und hätte es für einen schrägen Traum gehalten. Aber auch hier: das Risiko geht voll auf und es wird auch mal wieder eine Geschichte zuende erzählt.
3. Wake up dead Man
Abermals zeigt Rian Johnson, wie man intelligente Who-dunnits auch erzählen kann und vermag es gleichzeitig, ein riesiges Ensemble an Gaststars aufzustellen und auch zu großen Teilen sinnvoll zu verwenden (ein paar Red Herrings sind aber auch dabei). Und es ist vor allen Josh O’Connor zu verdanken, dass man einfach nicht weggucken mag.
4. One Battle After Another
Ein durchgeknallter wilder Ritt eines Filmes, der nebenbei erklärt, wie unhilfreich Code-Phrasen in Krisensituationen sein können. Fasziniert auf vielen Ebenen gleichermaßen und wird vermutlich auch noch etwas wie ein guter Wein reifen und in unser allem Bewusstsein einen Platz in der Nähe eines Pulp Fiction finden.
5. Weapons
Und noch ein Warner-Bros.-Film, der dieses Jahr aus dem Nichts kam und mit ausgestreckten Armen alles mit sich riss, was das Horror-Genre sonst verbockt. Weapons ist gleichermaßen unangenehm, schrecklich und fürchterlich – und gleichzeitig überaus intelligent erzählt. Es hilft aber auch, dass die Trailer wenig verraten.
Honorable Mentions: K-Pop Demon Hunters, Thunderbolts, Mickey 17
Die besten Serien 2025
1. Pluribus (S01)
Die neue Serie von Vince Gilligan (Breaking Bad/Better Call Saul) ist einfach fantastisch und schafft es, aus einem eigentlich abgelutschten Sci-Fi-Donut ein fesselndes Drama zu machen. Es gelingt, unbequeme Charaktere sich zu Held:innen entwickeln zu lassen. Die beste Serie des Jahres – mit Ansage.
2. Heated Rivalry (S01)
Eine kanadische Serie über das Sexleben von Hockeyspielern, die ihre Homosexualität verbergen müssen, voller spicy Sexszenen? Hätte ich Anfang des Jahres gehört, dass diese tatsächlich zu den besten Serien des Jahres gehören würde – ich hätte es nicht geglaubt. Aber tatsächlich konkurriert Folge 5 mit der besten Episode einer Serie überhaupt auf IMDb um den ersten Platz – und man muss sagen: Zurecht. Es ist unfassbar, wie sich hier aus einem Romanzen-Roman ein hochemotionales Drama über zwei Personen herauskristallisiert, die sich umkreisen wie zwei Motten das sie zu Verbrennen drohende Licht. I’m coming to the Cottage!
3. The Summer Hikaru Died (S01)
In dem Bestreben, dieses Jahr einmal in den Anime-Serien-Kosmos abzutauchen, stolperte ich über dieses Kleinod von japanische Kleinstadt-Eldritch-Coming-of-Age-Horror, bei dem man ebenso fasziniert, hippelig und auch abgestoßen ist wie der Protagonist, und bei dem ein körperliches Eindringen ganz neue Dimensionen aufstoßen kann. Ein Fiebertraum einer Serie.
4. Severance (S02)
Spätestens bei der Büro-Parade wird klar, dass auch in der zweiten Staffel der Brainfuck hier ungebremst weitergeht und dabei noch Purzelbäume schlagen darf – inklusive einem Ausflug nach draußen. Schade nur, dass Patricia Arquette deutlich weniger zu tun bekommt in dieser Staffel.
5. Alien Earth (S01)
Die Disney-Formel für die Franchises im Haus der Maus ist eigentlich, dass man lieber keine Experimente wagt, sondern immer nur mehr vom Alten aufwärmt. Daher ist es so erfrischend, dass der Showrunner hier offenbar selbst eher wenig Interesse an dem Xenomorph hat und diesen tatsächlich auf eine Nebenrolle degradiert. Stattdessen geht es um Transhumanismus, dem ausbeuterischen Wirtschaftskrieg und eine Heerschaar anderer außerirdischen Lebensformen, die einen aus einer Vielzahl Augen auflauern und neue Alpträume verursachen können. All das ist nicht wirklich neu in diesem Franchise – aber der neue Fokus weckt dann doch das ungeteilte Interesse.
Honorable Mentions: Invincible (S03), Poker Face (S02), Solo Leveling (S01/02), Gen V (S02), The Pitt (S01), Common Side Effects (S01).
Die größte Enttäuschungen 2025
1. Das Kanu des Manitu
Auf den Nostalgiezug aufgesprungen ist nun auch Bully mit der Fortsetzung seines größten Erfolgs. Aber fügt er dem Mythos wirklich etwas Neues hinzu? Er entscheidet sich für: Nö. Dass ist für alle, die aus dem Humor Anfang der 2000er nicht längst herausgewachsen sind, sicher toll – aber die mögen wohl auch das Stefan-Raab-Comeback.
2. Captain America: Brave New World
Manchen Murks kann selbst Harrison Ford mit Superstärke nicht mehr aus dem Abgrund ziehen.
3. Star Trek: Strange New Worlds (S03)
Das ist Jammern auf hohem Niveau, denn die Serie sieht nach wie vor fantastisch aus – aber die Autoren haben offenbar zwischenzeitlich etwas die Lust verloren, ihre Charaktere wirklich weiterzuentwickeln. Stattdessen werfen sie erstmal neue Charaktere an Bord, die sich auch kaum entwickeln dürfen. Dann gibt es noch irritierende Spaß-Episoden, in denen die Charaktere sich in Vulkanier-Superhelden verwandeln, abgewechselt von Horror-Stories mit Zombies. Star Trek darf durchaus solche tonalen Änderungen hinlegen zwischen Episoden, aber sie sollten sich mal entscheiden, ob soetwas an den Charakteren einfach abperlt oder sich diese weiterentwickeln dürfen. Beides geht nicht.
Unhonorable Mentions: Tron Ares, Kraven, Star Trek: Section 31
Beitragsbild: Superman, Warner Bros. Pictures
7 Antworten
@docron @HerrKowski
Check!!! Verweis wurde angenommen. Danke dir. 😊
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