Awards

Die Gewinner der 32. Origins Awards wurden nun bekanntgegeben. Da es neben dem Kritikerpreis auch ein Publikumspreis gibt gibt es in vielen Kategorien auch je 2 Gewinner. So gewann in der Kategorie des besten Rollenspiels Artesia den Kritikerpreis, während das Serenity RPG den Publikumspreis Gamer’s Choice in dieser Kategorie gewann. Beides nach meinem Empfinden recht gute Preisträger, da sie wirklich neue Systeme sind (ok, keines hat das Rad neu erfunden, aber keines von ihnen ist eine weitere Abänderung vom d20-System). Noch am Rande erwähnt: Bei den Brettspielen gewann das hierzulande noch so gut wie unbekannte Parthenon den Kritikerpreis (obwohl in der aktuellen Spielbox tatsächlich eine Rezi dazu ist, muss ich bei Zeiten mal lesen), den Publikumspreis räumte das Kooperationsspiel Schatten über Camelot ab.

Vor etwas über einer Woche wurde der Deutsche Rollenspiele Preis DRSP im Internet bekannt gegeben (in der Rekordzeit von sechs Monaten ausgewertet). Dort sieht man allerdings nur alte Bekannte auf allen Rängen wieder und bekam so innovative Informationen, dass Das Schwarze Auge das beliebteste Rollenspiel in Deutschland ist (ach!) und bei solchen Umfragen gerade mal 10% Frauen teilnehmen. Aber der DRSP will ja nach eigener Aussage auch eher die Verlage selbst als Zielgruppe erreichen und mutierte deshalb wohl eher zu einem Marketingfragebogen.

Im Mutterland des Marketings der Awards, den USA, gab es dann auch Ende der Woche die Emmy-Nominierungen. Die Emmys sind soetwas wie der Oscar für TV-Serien, nur mit dem Nachteil, dass dabei jedes Jahr die gleichen Verdächtigen gewinnen. Daher hat man sich nun dieses Jahr extra etwas Neues einfallen lassen, und ein neues Voting-System eingeführt. Von vielen als Lauren Graham-Methode getauft, die in den vergangenen Jahren bereits immer bei den Nominierungen leer ausging, trotz solider bis hervorragenden Leistungen in den Gilmore Girls. Doch, die Überraschung: Trotz dieser neuen, innovativen Methoden, findet man nur altherbekanntes nominiert, weder Battlestar Galactica, noch Veronica Mars noch Lauren Graham wurden nominiert, selbst Lost ging dieses Jahr in den Hauptkategorien leer aus.

Bleibt also die Frage: Was soll ein Award erreichen? Für die Verlage und Produzenten sicherlich vor allem Prestige, mit dem sie werben können. Ein Spiel des Jahres beispielsweise verkauft sich alleine wegen des roten Pöppels sehr viel besser (die Bekanntgabe von Thurn und Taxis dem diesjährigen Sieger findet übrigens in knapp einer Woche statt). Für die Konsumenten jedoch sollte ein Preis zweierlei machen: Einmal soll er Fans bestätigen, dass sie nicht alleine hinter einer Serie oder einem Spiel stehen. Zum anderen aber soll er ein wenig auch auf interessante Neuerscheinungen aufmerksam machen, d.h. nicht oder nicht nur immer die großen Hunde mit Knochen versorgen. Und genau das vermisse ich beim Deutschen Rollenspielpreis. Doch eine einfache Lösung durch Änderung von Wahlverfahren für Publikumspreise scheint es nicht zu geben, wie die Emmys gerade eindrucksvoll beweisen …

Ist dann der Umkehrschluß, dass wir daher vielleicht einen Kritikerpreis für Deutsche Rollenspiele brauchen?